RENK meldet Rekordauftragseingang im ersten Halbjahr 2026 und bestätigt Jahresprognose

Der Augsburger Antriebshersteller RENK hat in den ersten sechs Monaten des Jahres Aufträge im Wert von rund 1,2 Milliarden Euro verbucht. Der Umsatz stagnierte weitgehend, das bereinigte Betriebsergebnis wuchs dagegen zweistellig.
Foto: RENK AG

Der Augsburger Antriebshersteller RENK hat in den ersten sechs Monaten des Jahres Aufträge im Wert von rund 1,2 Milliarden Euro verbucht. Der Umsatz stagnierte weitgehend, das bereinigte Betriebsergebnis wuchs dagegen zweistellig.

Die RENK Group AG hat am 6. August 2026 ihre Zahlen für das erste Halbjahr vorgelegt. Der Auftragseingang stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 29,7 Prozent auf 1.195,1 Millionen Euro (H1 2025: 921,2 Millionen Euro). Auf das zweite Quartal entfielen davon 612,8 Millionen Euro, nach Unternehmensangaben der höchste je in einem Einzelquartal erreichte Wert. Das Book-to-Bill-Verhältnis lag bei 1,9x gegenüber 1,5x im Vorjahr. Der Auftragsbestand wuchs von 6,7 Milliarden Euro zum Jahresende 2025 auf 7,4 Milliarden Euro.

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Der Umsatz nahm um 2,7 Prozent auf 637,2 Millionen Euro zu und blieb damit deutlich hinter der Auftragsentwicklung zurück. Das Unternehmen verweist auf die kundenseitigen Projekt- und Auslieferungspläne. Das bereinigte EBIT stieg um 10,1 Prozent auf 98,2 Millionen Euro, die bereinigte EBIT-Marge verbesserte sich um 100 Basispunkte auf 15,4 Prozent. Als Gründe nennt RENK Skaleneffekte in der größten Division sowie Effizienzgewinne aus einem im September 2025 eingeführten modularen Produktionskonzept.

Landsysteme treiben das Wachstum

Die Division Vehicle Mobility Solutions (VMS) steuerte den Großteil des Zuwachses bei. Ihr Auftragseingang legte um 42,6 Prozent auf 970,4 Millionen Euro zu, das Book-to-Bill-Verhältnis erreichte 2,3x. Der Umsatz wuchs um 7,6 Prozent auf 418,6 Millionen Euro, das bereinigte EBIT um 20,5 Prozent auf 80,3 Millionen Euro bei einer Marge von 19,2 Prozent.

Wesentliche Einzelposten waren die Verlängerung des Rahmenvertrags mit Rheinmetall für den Schützenpanzer KF41 Lynx über Getriebe und Seitenvorgelege im Volumen von rund 270 Millionen Euro einschließlich Optionen von 63 Millionen Euro sowie ein Folgeauftrag der U.S. Army an RENK America. Der fünfjährige THOR-IV-Rahmenvertrag für das Getriebe HMPT 800 hat ein Gesamtvolumen von bis zu 691 Millionen US-Dollar; im zweiten Quartal wurden davon etwa 121 Millionen Euro entsprechend den vertraglichen Mindestabnahmemengen als Auftragseingang erfasst. Hinzu kamen erste Serienaufträge für Antriebssysteme des Kettenfahrzeugs Patria TRACKX.

Zivile Endmärkte bleiben schwach

Die Division Marine & Industry verzeichnete im Halbjahr einen Auftragsrückgang um 9,9 Prozent auf 164,4 Millionen Euro, wobei das zweite Quartal nach Unternehmensangaben zweistellig zulegte, getragen von internationalen Fregattenprogrammen. Der Umsatz sank um 6,1 Prozent auf 165,1 Millionen Euro, das bereinigte EBIT auf 16,3 Millionen Euro bei einer Marge von 9,9 Prozent.

Die Division Slide Bearings meldete einen Auftragseingang von 64,2 Millionen Euro (minus 3,2 Prozent) und einen Umsatz von 59,9 Millionen Euro (minus 4,4 Prozent). Das bereinigte EBIT fiel auf 7,5 Millionen Euro, die Marge von 16,6 auf 12,5 Prozent. RENK führt dies auf das schwache industrielle Umfeld und auf gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich höhere US-Zölle zurück.

Prognose bestätigt, Übernahme in Vorbereitung

Der Vorstand hält an der Jahresprognose fest und erwartet weiterhin einen Umsatz von mehr als 1,5 Milliarden Euro sowie ein bereinigtes EBIT zwischen 255 und 285 Millionen Euro. Nach Berichten von Reuters und dpa-AFX verschieben sich Umsatzvolumina von 80 bis 100 Millionen Euro wegen Lieferkettenverzögerungen in Israel in die zweite Jahreshälfte, ohne dass die Jahresziele angepasst werden.

CFO Anja Mänz-Siebje verweist auf die neue Finanzierungsstruktur als Grundlage für Wachstum und Zukäufe. RENK hatte am 28. Juli 2026 ein unbesichertes syndiziertes Kreditpaket über 1,05 Milliarden Euro abgeschlossen, bestehend aus einem Konsortialkredit über 450 Millionen Euro, einer revolvierenden Kreditfazilität über 225 Millionen Euro und einer Garantielinie über 375 Millionen Euro mit einer Laufzeit von fünf Jahren. Es ersetzt die aus der Zeit vor dem Börsengang stammende Leveraged-Buyout-Finanzierung.

Fortgesetzt wird zudem die Übernahme des britischen Getriebespezialisten David Brown Defence, für die RENK am 3. Juli 2026 einen verbindlichen Vertrag mit dem Finanzinvestor Stellex Capital Management unterzeichnet hat. Der Zukauf eröffnet Zugang zu Beschaffungsprogrammen der Five-Eyes-Staaten, darunter das Global Combat Ship mit bis zu 34 Einheiten für Großbritannien, Kanada, Australien und Norwegen. RENK beziffert Auftragsbestand und Projektpipeline von David Brown Defence auf über 700 Millionen Pfund für den Zeitraum 2026 bis 2030. Das Closing wird vorbehaltlich regulatorischer Genehmigungen für das vierte Quartal 2026 erwartet.

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