Der schwedische Rüstungskonzern Saab hat einen Auftrag über zwei Frühwarn- und Führungsflugzeuge des Typs GlobalEye erhalten. Der Kunde stammt nach Unternehmensangaben aus der Region Naher Osten, wird aber nicht genannt.
Auftragsvolumen von 10,1 Milliarden Kronen
Saab hat die Bestellung am 27. Juli 2026 bekannt gegeben. Der Auftragswert beläuft sich den Angaben zufolge auf 10,1 Milliarden Schwedische Kronen, umgerechnet knapp eine Milliarde Euro. Die Auslieferung der beiden Maschinen ist für das Jahr 2030 vorgesehen.
Zum Besteller macht das Unternehmen keine weiteren Angaben. Saab verweist auf branchenübliche Gepflogenheiten sowie auf Umstände, die den Kunden und dessen nationale Sicherheitsinteressen betreffen. Weitere Informationen zu dem Vertrag sollen ebenfalls nicht veröffentlicht werden. Die Mitteilung wurde als Insiderinformation nach der EU-Marktmissbrauchsverordnung um 13:45 Uhr MEZ verbreitet.
Saab-Vorstandschef Micael Johansson erklärt, der Auftrag stehe für das Engagement des Unternehmens, Kunden eine einsatzerprobte Multi-Domain-Fähigkeit im Bereich der luftgestützten Frühwarnung und Führung bereitzustellen. Das wachsende internationale Interesse an GlobalEye führt er auf Wirksamkeit und Zuverlässigkeit des Systems in der modernen Luftverteidigung zurück.

Sensorsuite auf Geschäftsreisejet
GlobalEye ist eine luftgestützte Frühwarn- und Führungslösung (Airborne Early Warning & Control, AEW&C), die aktive und passive Sensoren kombiniert. Primärsensor ist das AESA-Radar Erieye ER, das oberhalb der Kabine des Trägerflugzeugs angebracht ist; ergänzt wird es unter anderem durch weitere Radare und Optronik. Als Trägerplattform dienen die Geschäftsreisejets Bombardier Global 6000 beziehungsweise Global 6500. Nach Herstellerangaben erfasst und identifiziert das System Ziele in der Luft, auf See und über Land auf große Entfernung und stellt die Lageinformationen in Echtzeit an Luftwaffen, Heere und Marinen weiter.
Als Reichweite des Hauptsensors werden bis zu 650 Kilometer bei einer Flughöhe von rund zwölf Kilometern angegeben. Die Einsatzdauer ohne Luftbetankung liegt bei etwa elf Stunden.
Bislang einziger Betreiber in der Region
Erster und bislang einziger Nutzer von GlobalEye im Nahen Osten sind die Vereinigten Arabischen Emirate. Die Auslieferung des ersten Systems erfolgte im April 2020, die fünfte und vorerst letzte Maschine übergab Saab im September 2024. Die Beschaffung erfolgte in zwei Tranchen: einer Erstbestellung sowie einem Folgeauftrag über zwei weitere Systeme aus dem Januar 2021.
Zum Vergleich: Frankreich hatte am 31. Dezember 2025 einen Vertrag über zwei GlobalEye einschließlich Bodenausrüstung, Ausbildung und Unterstützungsleistungen im Wert von rund 12,3 Milliarden Kronen unterzeichnet, mit einer Option auf zwei weitere Flugzeuge und Auslieferung zwischen 2029 und 2032. Der nun gemeldete Auftrag liegt betragsmäßig darunter; welche Leistungen er im Einzelnen umfasst, teilte Saab nicht mit.
Wachsender Auftragsbestand
Der Auftrag reiht sich in eine Serie von Vertriebserfolgen für das Programm ein. Neben Schweden als nationalem Nutzer – dort wird das System als S 106 geführt – und Frankreich hat sich im Juli 2026 auch die NATO für GlobalEye entschieden: Auf dem Bündnisgipfel im türkischen Ankara kündigte Generalsekretär Mark Rutte die gemeinsame Beschaffung von bis zu zehn Systemen als Nachfolge für die alternde E-3-Sentry-Flotte an. Ein Vertrag ist nach Angaben von Saab bislang nicht geschlossen; die förmlichen Verhandlungen laufen. Kanada verhandelt über sechs Systeme; Dänemark, Finnland und weitere Staaten prüfen die Plattform.
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