STARK präsentiert unbemanntes Überwasserfahrzeug Vanta 12

Das Berliner Unternehmen STARK hat ein zwölf Meter langes, KI-gesteuertes USV präsentiert, das Seegebiete über Wochen überwachen und Ziele mit Loitering Munition und Seezielflugkörpern bekämpfen soll. Gefertigt werden soll die Vanta-Familie gemeinsam mit der Flensburger Shipyard.
Foto: STARK

Das Berliner Unternehmen STARK hat ein zwölf Meter langes, KI-gesteuertes USV präsentiert, das Seegebiete über Wochen überwachen und Ziele mit Loitering Munition und Seezielflugkörpern bekämpfen soll. Gefertigt werden soll die Vanta-Familie gemeinsam mit der Flensburger Shipyard.

STARK hat am 27. September 2026 in Berlin das unbemannte Überwasserfahrzeug (Unmanned Surface Vessel, USV) Vanta 12 vorgestellt. Das System ist für Aufklärung, Überwachung und Bekämpfung von Zielen auf See vorgesehen. Gesteuert wird es über die unternehmenseigene KI-Plattform Minerva, die nach Herstellerangaben eine autonome Überwachung großer Seegebiete über längere Zeiträume sowie die Erkennung möglicher Bedrohungen ermöglicht.

Reichweite und Einsatzdauer

Nach Angaben von STARK erreicht Vanta 12 eine Reichweite von bis zu 1.200 Seemeilen und eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 40 Knoten. Das Boot soll damit mehrere Wochen ohne Unterbrechung auf See bleiben können. Als Einsatzräume nennt das Unternehmen Nord- und Ostsee sowie den Nordatlantik. Aufgaben, die bislang bemannte Schiffe übernehmen, sollen teilweise auf das unbemannte System übertragen werden, um Personal zu entlasten und Risiken für Besatzungen zu verringern.

STARK begründet die Entwicklung mit der veränderten Sicherheitslage auf europäischen Seewegen. Genannt werden Vorfälle mit mutmaßlicher Sabotage an Unterseekabeln, hybride Aktivitäten in Nord- und Ostsee sowie Bedrohungen für kritische maritime Infrastruktur.

Bewaffnung mit Cascade und Sea Venom

Die Nutzlast von Vanta 12 liegt bei bis zu zwei Tonnen und kann mit unterschiedlichen Sensoren und Effektoren belegt werden. STARK hat nach eigenen Angaben zehn Loitering Munitions vom Typ Cascade integriert und deren Start vom Boot aus demonstriert. Mit Cascade soll das System auch Ziele an Land bekämpfen können. Hinzu kommen vier Seezielflugkörper Sea Venom von MBDA.

Sea Venom wurde ursprünglich als hubschraubergestützter Flugkörper für die britische und französische Marine entwickelt. Der Flugkörper der 110-Kilogramm-Klasse fliegt mit hoher Unterschallgeschwindigkeit, trägt einen 30 Kilogramm schweren Gefechtskopf und wird mit einer maximalen Reichweite von bis zu 30 Kilometern angegeben. Gelenkt wird er über einen bildgebenden Infrarotsuchkopf, ergänzt durch eine Zwei-Wege-Datenverbindung, über die ein Bediener das Ziel im Flug wechseln, den Treffpunkt korrigieren oder den Angriff abbrechen kann. MBDA hatte bereits angekündigt, eine bodengestützte Variante in Behältern für Schnellboote, unbemannte Überwasserfahrzeuge und mobile Küstenbatterien anzubieten.

Erprobung bei REPMUS

Im September wurde Vanta 12 bei der NATO-Übung REPMUS gemeinsam mit bemannten und unbemannten Systemen getestet. Dabei steuerte Minerva das Boot, startete Cascade-Munitionen und simulierte den Einsatz von Sea Venom. Die 16. Ausgabe der von der portugiesischen Marine ausgerichteten Übung fand vom 31. August bis 25. September in Troia und Sesimbra statt. Beteiligt waren nach Marineangaben mehr als 1.500 Teilnehmende aus 36 Marinen, über 60 Unternehmen aus Forschung und Entwicklung sowie mehr als 300 unbemannte maritime Systeme.

Fertigung in Flensburg

Für die Serienproduktion der Vanta-Familie arbeitet STARK mit der Flensburger Shipyard (FSG) zusammen. Beide Unternehmen wollen in Flensburg industrielle Kapazitäten aufbauen und die Fertigung bei steigender Nachfrage ausweiten. Anfang September hatten sie dazu eine Absichtserklärung unterzeichnet und angekündigt, in den folgenden Monaten konkrete Schritte zur gemeinsamen Fertigung festzulegen. Ziel ist laut den Partnern eine Produktion in größeren Stückzahlen und mit kürzeren Vorlaufzeiten.

Die Bundeswehr nutzt bereits ein kleineres Modell der Baureihe. STARK hat ein erstes autonomes USV an das Kommando Cyber- und Informationsraum ausgeliefert, das unter dem Namen „Seetaube“ in Dienst gestellt werden soll und auf dem sechs Meter langen Vanta basiert.

Einordnung durch das Unternehmen

Max Berger, Director Maritime bei STARK, verweist auf die Nutzlast, die neben Sensorik auch eine größere Zahl von Wirkmitteln zulasse. In Verbindung mit der langen Einsatzdauer solle das System Bedrohungen frühzeitig erkennen und abschrecken. Reiche Abschreckung nicht aus, könne Vanta 12 auch zur Bekämpfung eingesetzt werden.

STARK hat seinen Hauptsitz in Berlin und unterhält Standorte in Deutschland, der Ukraine, dem Vereinigten Königreich, Schweden und Griechenland. Das Unternehmen ist aus dem Bedarf der ukrainischen Streitkräfte hervorgegangen und entwickelt unbemannte Systeme für mehrere militärische Dimensionen.

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