NATO startet Arctic Sentry

NATO startet Arctic Sentry
Foto: DVIDS (The appearance of U.S. Department of Defense (DoD) visual information does not imply or constitute DoD endorsement.)

Die NATO hat am 11. Februar 2026 die Mission Arctic Sentry gestartet, um ihre Präsenz in der Arktis zu koordinieren und Spannungen nach den Grönland-Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zu entschärfen.

Neue Koordinierungsinitiative ohne Ratsbeschluss

Die nordatlantische Allianz gab am Mittwoch grünes Licht für Arctic Sentry, eine Initiative zur Sicherung der Arktis und des hohen Nordens. Alexus G. Grynkewich, Oberbefehlshaber der NATO-Streitkräfte in Europa, betonte, dass Arctic Sentry dazu beitrage, das NATO-Territorium zu schützen und die Sicherheit in einer der strategisch bedeutendsten Regionen der Welt zu gewährleisten.

Formell handelt es sich bei Arctic Sentry um eine Aktivität und nicht um eine vollwertige Mission. Der entscheidende Unterschied liegt darin, dass für eine Aktivität kein Beschluss des NATO-Atlantikrates erforderlich ist, was eine schnellere Umsetzung ermöglicht. Die militärischen Planer begannen mit den Vorbereitungen nach einem Treffen zwischen NATO-Generalsekretär Mark Rutte und US-Präsident Trump im Januar 2026 in Davos.

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Hintergrund: Trumps Grönland-Vorstoß als Auslöser

Die Initiative zielt darauf ab, die Spannungen zu reduzieren, die durch Trumps wiederholte Äußerungen entstanden sind, Grönland erwerben zu wollen. Der US-Präsident hatte argumentiert, in der Region bestehe ein Sicherheitsvakuum, das geschlossen werden müsse. Die NATO hofft, mit einem verstärkten militärischen Engagement in der Arktis diese Bedenken auszuräumen.

Ob Trump die neue Initiative als ausreichende Antwort betrachtet, ließ Rutte im Vorfeld des NATO-Verteidigungsministertreffens am 12. Februar offen. Parallel zu Arctic Sentry laufen Gespräche zwischen Dänemark, Grönland und den USA über eine stärkere amerikanische Militärpräsenz weiter.

Koordinierung bestehender Übungen und Aktivitäten

Arctic Sentry soll in einem ersten Schritt vor allem dazu dienen, Übungen und die Präsenz der Verbündeten in der Arktis zu koordinieren. Dazu gehören unter anderem das von Dänemark angeführte Manöver Arctic Endurance auf Grönland und die norwegische Übung Cold Response. Die Initiative verschafft NATO-Planern einen vollständigen Überblick über sämtliche Übungen und Operationen der Bündnispartner in der Region.

Die Leitung von Arctic Sentry liegt beim Joint Force Command Norfolk in Virginia. Dieses Hauptquartier wurde 2019 gegründet und ist unter anderem für die Sicherung der strategischen Seewege über den Atlantik zuständig. Im Dezember 2025 wurden die geografischen Zuständigkeiten neu geordnet, sodass auch Dänemark, Finnland und Schweden in den Verantwortungsbereich von Norfolk fallen.

Beiträge der Bündnispartner

Deutschland wird sich nach Angaben von Verteidigungsminister Boris Pistorius zunächst mit vier Eurofighter-Kampfflugzeugen sowie Luftbetankungskapazitäten beteiligen. Großbritannien kündigte an, im März 1500 Soldaten zur norwegischen Übung Cold Response zu entsenden. Der britische Verteidigungsminister John Healey stellte zudem einen substanziellen Beitrag zu Arctic Sentry in Aussicht.

Welche weiteren NATO-Staaten sich an der Initiative beteiligen werden, wird beim Treffen der Verteidigungsminister am 12. Februar besprochen. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth reiste erneut nicht persönlich nach Brüssel, sondern ließ sich von Unterstaatssekretär Elbridge Colby vertreten.

Laufzeit und offene Fragen

Arctic Sentry ist vorerst für ein Jahr geplant. Unklar bleibt, ob Verbündete dauerhaft auf Grönland selbst stationiert werden. Die Initiative versteht sich zunächst als Koordinierungsrahmen für bereits bestehende nationale Aktivitäten der Bündnispartner, aus dem sich perspektivisch ein übergreifender Operationsansatz entwickeln soll.

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