HENSOLDT und Helsing haben eine strategische Partnerschaft vereinbart. Im Fokus steht zunächst die Entwicklung des autonomen Kampfflugzeugs CA-1 Europa, das mit Sensortechnik und künstlicher Intelligenz ausgestattet werden soll.
Die beiden deutschen Verteidigungstechnologie-Unternehmen gaben am 12. Februar 2026 in München die Unterzeichnung einer Absichtserklärung bekannt. Ziel der Zusammenarbeit ist die Entwicklung moderner Verteidigungssysteme auf Basis europäischer Technologie und Lieferketten. Die Partnerschaft richtet sich nach Angaben beider Firmen an die veränderte sicherheitspolitische Lage in Europa.
CA-1 Europa erhält HENSOLDT-Sensorik
Das erste gemeinsame Projekt betrifft das von Helsing entwickelte unbemannte Kampfflugzeug CA-1 Europa. HENSOLDT wird die Plattform mit Sensortechnik ausstatten. Vorgesehen ist die Integration von Radarsystemen, optronischen Komponenten, Selbstschutzsystemen sowie Technologie für elektromagnetische Kampfführung. Hinzu kommt die Softwaresuite MDOcore, die für Datenfusion, Vernetzung und Koordination zwischen verschiedenen Systemen zuständig ist.
Die Sensordaten sollen mit dem KI-System Centaur von Helsing verarbeitet werden. Centaur ist ein autonomer Pilot, der bereits im Frühjahr 2025 gemeinsam mit dem schwedischen Rüstungskonzern Saab auf einem Gripen-Kampfflugzeug getestet wurde. Die Kombination aus Sensorik und künstlicher Intelligenz soll es dem Flugzeug ermöglichen, Einsätze eigenständig durchzuführen und Informationen in Echtzeit zu verarbeiten.

Technische Daten und Zeitplan
Die CA-1 Europa ist laut Wikipedia-Eintrag als unbemanntes Tarnkappen-Kampfflugzeug konzipiert. Die Plattform erreicht eine Länge von elf Metern bei einer Spannweite von zehn Metern. Das maximale Startgewicht liegt bei vier Tonnen. Die Höchstgeschwindigkeit ist knapp unter der Schallgrenze angesiedelt. Als Hauptaufgabe nennt Helsing die Bekämpfung von Bodenzielen im Tiefflug. Der Erstflug ist für 2027 vorgesehen.
Das System soll für den Einsatz in elektromagnetisch gestörten Gebieten ausgelegt sein und in größeren Stückzahlen produziert werden können. Helsing geht von einem Preis aus, der deutlich unter dem eines bemannten Kampfjets liegt. Das Konzept sieht den Einsatz ganzer Schwärme vor, die mehrere hundert Einheiten umfassen können.
Arbeitsteilung und bestehende Kooperationen
Die Zusammenarbeit ist arbeitsteilig organisiert. Jedes Unternehmen verantwortet seine Technologien innerhalb des eigenen Kompetenzbereichs. HENSOLDT bringt Erfahrung in der Entwicklung von Sensorsystemen für militärische Anwendungen in Luft, Land, See, Weltraum und Cyberspace ein. Helsing steuert neben dem Kampfflugzeug die künstliche Intelligenz bei, die große Datenmengen verarbeitet und das System autonom steuert.
Beide Unternehmen kooperieren bereits mit dem norwegischen Konzern Kongsberg im Bereich Weltraumtechnologie. Bis 2029 soll eine europäische Satellitenkonstellation für Aufklärung, Überwachung und Zielerfassung mit vernetzter Kommunikationsebene entstehen.
In den kommenden Monaten planen HENSOLDT und Helsing erste gemeinsame Demonstrationen. Dabei sollen neue Technologien in enger Abstimmung mit Kunden und Partnern getestet werden, bevor sie schrittweise in einsatzfähige Systeme überführt werden.
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