Großbritannien und Deutschland treiben Entwicklung weitreichender Präzisionswaffen voran

Großbritannien und Deutschland treiben Entwicklung weitreichender Präzisionswaffen voran
Foto: UK MoD

Bei einem Treffen in Berlin haben der britische Minister für Verteidigungsbereitschaft und Rüstung, Luke Pollard, und der deutsche Staatssekretär für Rüstung und Innovation, Jens Plötner, am 16. März 2026 Fortschritte im gemeinsamen Deep-Precision-Strike-Programm besprochen. Das Treffen fand im Rahmen der bilateralen Ministerarbeitsgruppe für Ausrüstung und Fähigkeitskooperation statt.

Waffensystem mit strategischer Reichweite

Das Programm zielt auf die Entwicklung einer Familie von Marschflugkörpern und Hyperschallwaffen ab, die nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums eine Reichweite von mehr als 2.000 Kilometern erreichen sollen. Zunächst liegt der Fokus auf bodengestützten Systemen. Später sollen auch luft- und seegestützte Varianten entwickelt werden, um eine mehrdimensionale Abschreckungsfähigkeit zu schaffen.

Die geplanten Waffen würden damit deutlich über die Reichweite der derzeit verfügbaren britischen Storm-Shadow- und deutschen Taurus-Marschflugkörper hinausgehen, die jeweils eine Reichweite von etwa 500 Kilometern aufweisen. Die neuen Systeme sollen zusätzlich über Stealth-Eigenschaften verfügen, um schwerer ortbar zu sein.

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Grundlage im Trinity-House-Abkommen

Die Gespräche bauen auf dem Trinity-House-Abkommen auf, das Großbritannien und Deutschland im Oktober 2024 in London unterzeichneten. Das Abkommen markierte eine Intensivierung der bilateralen Verteidigungskooperation zwischen beiden Ländern und umfasst Bereiche wie gemeinsame Rüstungsentwicklung, Zusammenarbeit der Streitkräfte und industrielle Kapazitäten. Laut britischem Verteidigungsministerium steht die deutsch-britische Kooperation auch anderen Partnern zur Teilnahme offen.

Im Rahmen des Trinity-House-Abkommens verpflichteten sich beide Staaten unter anderem, gemeinsame militärische Anforderungen und Doktrinen für weitreichende Waffensysteme zu entwickeln und die industrielle Zusammenarbeit im Rüstungsbereich zu vertiefen. Die Initiative fügt sich in die europäische Long-Range-Strike-Strategie ein, mit der NATO-Partner ihre Fähigkeiten zur Abschreckung stärken wollen.

Erwartete Zeitschiene und Industrie

Die Waffensysteme sollen nach derzeitiger Planung in den 2030er Jahren einsatzbereit sein. Als Hauptauftragnehmer gilt der europäische Rüstungskonzern MBDA, der in Großbritannien, Deutschland und mehreren weiteren europäischen Ländern ansässig ist und bereits Systeme wie Storm Shadow und Taurus produziert. MBDA entwickelt bereits verschiedene weitreichende Marschflugkörper, darunter den seegestützten Naval Cruise Missile mit einer geschätzten Reichweite von über 1.000 Kilometern.

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