Erste Leichte Kampfhubschrauber H145M für die Spezialkräfte in Laupheim

Die Bundeswehr hat nach eigenen Angaben die ersten beiden Hubschrauber des Typs H145M in der Rolle für Spezialkräfte am Standort Laupheim übernommen. Die Maschinen sollen künftig das Hubschraubergeschwader 64 verstärken.
Foto: Bundeswehr/ Mohrdieck, HSG64 und KSK

Die Bundeswehr hat nach eigenen Angaben die ersten beiden Hubschrauber des Typs H145M in der Rolle für Spezialkräfte am Standort Laupheim übernommen. Die Maschinen sollen künftig das Hubschraubergeschwader 64 verstärken.

Am Luftwaffenstandort Laupheim sind die ersten beiden Leichten Kampfhubschrauber (LKH) vom Typ H145M in der Ausführung für Spezialkräfte (SOF) gelandet. Das teilte die Bundeswehr über ihre Kommunikationskanäle mit. Die Hubschrauber werden beim dort stationierten Hubschraubergeschwader 64 (HSG 64) betrieben, das bereits eine Flotte weitgehend baugleicher H145M für Einsätze mit Spezialkräften unterhält.

Nach Darstellung der Bundeswehr soll der zweimotorige Hubschrauber die Einsatzbereitschaft der Spezialkräfte unterstützen. Genutzt wird das Muster vor allem zur Verbringung von Soldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK) und des Kommandos Spezialkräfte der Marine. Zur Ausstattung zählen den Angaben zufolge Sensorik zur Aufklärung, Systeme zur Vernetzung sowie eine Bordbewaffnung. Hinzu kommen ballistischer Schutz und elektronische Selbstschutzanlagen.

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Hintergrund zum Beschaffungsprogramm

Die H145M ist die militärische Variante des zivilen Mehrzweckhubschraubers H145 von Airbus Helicopters. Mit einem maximalen Abfluggewicht von rund 3,7 Tonnen lässt sich die Maschine über sogenannte Rüstsätze für unterschiedliche Aufgaben konfigurieren – darunter die Rollen Spezialkräfte (SOF), Kampf sowie Ausbildung und Professionalisierung. Angetrieben wird sie von zwei Triebwerken des Typs Arriel 2E; zur Avionik gehört ein Vier-Achsen-Autopilot.

Grundlage der aktuellen Lieferungen ist ein Rahmenvertrag, den das Beschaffungsamt der Bundeswehr (BAAINBw) im Dezember 2023 mit Airbus Helicopters schloss. Der Vertrag umfasst bis zu 82 Hubschrauber, davon zunächst 62 fest bestellte Maschinen. Der Haushaltsausschuss des Bundestags hatte zuvor rund 2,6 Milliarden Euro für die erste Tranche gebilligt; die Finanzierung erfolgt überwiegend aus dem Sondervermögen der Bundeswehr. Im Dezember 2025 bestellte das Verteidigungsministerium 20 weitere Hubschrauber.

Die Auslieferung des ersten Loses ist über den Zeitraum 2024 bis 2028 angelegt. Die erste Maschine in der Ausbildungsrolle ging im November 2024 an das Internationale Hubschrauberausbildungszentrum in Bückeburg, das insgesamt 23 Hubschrauber für die Grundausbildung erhalten soll. Für das Hubschraubergeschwader 64 in Laupheim waren fünf Maschinen in der SOF-Rolle vorgesehen, deren Zulauf zum Jahresende 2025 angekündigt war.

Brückenlösung für den Kampfhubschrauber Tiger

Ein wesentlicher Teil der Beschaffung dient als Übergangslösung für den alternden Kampfhubschrauber Tiger. Im Mai 2023 hatte sich das Verteidigungsministerium entschieden, den Tiger nicht weiter zu modernisieren, sondern ihn schrittweise durch die H145M zu ersetzen. Die Maschinen in der Rolle Kampf sollen ab Mitte 2026 an das Kampfhubschrauberregiment 36 in Fritzlar gehen. Dort übernehmen sie die bodennahe Luftunterstützung zur Abwehr gepanzerter Kräfte, bis über eine endgültige Tiger-Nachfolge entschieden ist.

Verglichen mit dem Tiger ist die H145M leichter und verfügt über eine geringere Nutzlast und Reichweite. Als Vorteil gilt die hohe Verfügbarkeit der marktverfügbaren Plattform sowie die Möglichkeit, Piloten auf demselben Muster auszubilden, das auch im Einsatz geflogen wird. Damit entfallen aufwendige Typenwechsel.

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