Die Bundeswehr findet nicht genügend Freiwillige für die dauerhaft in Litauen stationierte Panzerbrigade 45. Aktuelle interne Unterlagen des Verteidigungsministeriums zeigen dramatische Lücken bei den Freiwilligenmeldungen für die neue Brigade.
Kampfverbände deutlich unterbesetzt
Besonders betroffen sind zwei zentrale Kampfeinheiten: Für das Panzerbataillon 203 aus Augustdorf haben sich bislang nur 197 von benötigten 414 Soldaten gemeldet – eine Quote von knapp 48 Prozent. Noch schlechter sieht es beim Panzergrenadierbataillon 122 aus: Hier stehen lediglich 181 Freiwillige für 640 vorgesehene Dienstposten bereit, was einer Bewerbungsquote von gerade einmal 28 Prozent entspricht.
Kritische Lage bei Unterstützungskräften
Noch kritischer ist die Lage bei den Kampf- und Einsatzunterstützungskräften. Für Artillerie-, Aufklärungs-, Pionier- und Unterstützungseinheiten werden insgesamt 1971 Soldaten gesucht. Nach einer bundeswehrweiten Umfrage von Ende Januar meldeten sich jedoch nur rund 209 Freiwillige – das entspricht etwa zehn Prozent des Bedarfs.

Bundeswehr räumt Schwierigkeiten ein
Ein Sprecher des Heeres bestätigte die angespannte Personalsage, relativierte die Zahlen jedoch als „Zwischenstand von Ende letzten Jahres“. Daraus ließen sich keine verlässlichen Prognosen ableiten. Die Entwicklung der Freiwilligenmeldungen in den kommenden Monaten bleibe offen. Gleichzeitig räumte die Bundeswehr ein, dass die Aufstellung der Brigade mit qualifiziertem Personal „herausfordernd“ bleibe.
Geplante Gegenmaßnahmen
Das Verteidigungsministerium bereitet mehrere Maßnahmen vor, um die Rekrutierung anzukurbeln: Geplant sind Informationsschreiben an rund 43.000 Soldaten sowie Besichtigungsreisen nach Litauen. Zudem soll die Mindestdienstzeit von zwei auf ein Jahr verkürzt werden, um die Hürde für potenzielle Freiwillige zu senken.
Ehrgeiziger Zeitplan
Die Brigade Litauen wurde im April 2025 offiziell in Dienst gestellt. Bis Ende 2027 soll die volle Einsatzbereitschaft mit 4800 Soldaten und 200 zivilen Angestellten erreicht werden. Ein Teil des Personals soll mit Familien vor Ort stationiert werden. Ob dieser ambitionierte Zeitplan angesichts der aktuellen Rekrutierungsprobleme eingehalten werden kann, bleibt fraglich.
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