Am vergangenen Freitag, den 13. Februar 2026, hat die Flugabwehrraketengruppe 61 der Luftwaffe die erste Feuereinheit des Luftverteidigungssystems IRIS-T SLM in deutscher Konfiguration übernommen. Damit hat das im Ukraine-Krieg bewährte Flugabwehrsystem nach „nur“ 1,5 Jahren das Nachprüfverfahren erfolgreich überstanden.
Übergabe in Todendorf
Die Auslieferung der ersten Feuereinheit erfolgte bereits am 4. September 2024, wir berichteten. Laut offizieller Verlautbarung wurde mit diesem Meilenstein zeitgleich auch die initiale Einsatzbereitschaft (IOC) erreicht. Doch statt in die Truppe ging das System nach der Zeremonie zurück an die Dienststellen des Beschaffungsamts der Bundeswehr ins Nachprüfverfahren.
In diesem Rahmen wurde das bereits kampferprobte System auf Herz und Nieren geprüft sowie den deutschen Anforderungen entsprechend angepasst. So ist beispielsweise der durch die Ukraine eingesetzte Kran zum Nachladen der Munition den deutschen Sicherheitsanforderungen und Vorschriften zum Opfer gefallen, da dieser nicht den geltenden Zulassungsbestimmungen entspricht und folglich nicht zertifizierbar ist.
Am 13. Februar 2026 war es dann aber endlich so weit, und die erste Feuereinheit in deutscher Konfiguration wurde an die Flugabwehrraketengruppe 61 in Todendorf übergeben. Diese Übergabe markiert den Beginn der operativen Nutzung des Systems. Die Flugabwehrraketengruppe 61 ist dem Flugabwehrraketengeschwader 1 unterstellt und verfügt über etwa 500 Soldatinnen und Soldaten.

Technische Ausstattung
Eine deutsche IRIS-T SLM Feuereinheit besteht aus einem Hensoldt TRML-4D Radar, einer IBMS-FC-Kommandozentrale und drei Startfahrzeugen mit insgesamt 24 feuerbereiten Abfangraketen. Das System bietet eine 360-Grad-Abdeckung mit einer Reichweite von bis zu 40 Kilometern und einer Einsatzhöhe von bis zu 20 Kilometern.
Das IRIS-T SLM wurde vom Hersteller Diehl Defence entwickelt und gilt als modulares und hochmobiles System. Alle Hauptkomponenten sind auf standardisierten 20-Fuß-ISO-Containern montiert und können per Lastkraftwagen, Bahn, See oder Lufttransport verlegt werden.
Beschaffung und Zeitplan
Der Bundestag hatte am 14. Juni 2023 rund 950 Millionen Euro für die Beschaffung von sechs IRIS-T SLM Feuereinheiten sowie 216 Raketen bewilligt. Die Finanzierung erfolgt aus dem Sondervermögen Bundeswehr. Bis 2027 sollen die restlichen fünf Feuereinheiten an die Truppe ausgeliefert werden.
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