Beschaffungsvorhaben des Heeres

Leopard 2 A8 - Bestellungen & Interessenten
Leopard 2 A8

Diese Liste umfasst die wichtigsten Beschaffungsvorhaben des Heeres. Hier finden Sie aktuelle Informationen zum Projektstatus, Auftragnehmer, Bestand, Bestellt, Bedarf, Kosten, Finanzierung und Auslieferungszeitraum der einzelnen Beschaffungsvorhaben. 

Letzte Aktualisierung: 9. Januar 2026

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Leopard 2 A8

Bundeswehr will 75 weitere Leopard 2 A8 beschaffen
Leopard 2 A8 | Foto: Bundeswehr

Typ: Kampfpanzer

Projektstatus: bestellt

Auftragnehmer: KNDS Deutschland

Bestand: 0

Bestellt: 123

Bedarf: bis zu 1.000

Kosten: 3,45 Mrd. Euro

Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr bis 2027 (Kapitel 1491 Titel 554 97), Einzelplan 14 ab 2028 (Kapitel 1405 Titel 554 07) & Einzelplan 60 (Kapitel 6002 Titel 687 03)

Auslieferung: 2027 – 2030

Verzögerung: ca. 2 Jahre (ursprünglich ab 2025 geplant)

Beschreibung: 

Der Leopard 2 A8 ist die aktuell modernste Version des Leopard 2 Kampfpanzers. Folgende Bestellungen wurden bislang für die Bundeswehr getätigt:

  • 105 Leopard 2 A8 für 2,936 Milliarden Euro. Finanziert aus dem Sondervermögen Bundeswehr bis 2027 und dem Einzelplan 14 ab 2028. Die Nutzungskosten für den Zeitraum von 2032 bis 2040 belaufen sich auf 750,53 Millionen Euro.
  • 18 Leopard 2 A8 für 525,6 Millionen Euro. Finanziert über den Einzelplan 60. Ersatz für an die Ukraine abgegebene Leopard 2 A6. Die Betriebskosten werden auf 2 Millionen Euro pro Jahr und Kampfpanzer geschätzt.

Die Auslieferung dieser 123 Leopard 2 A8 soll im Zeitraum von 2027 bis 2030 erfolgen. Als Erstes soll die in Litauen stationierte Panzerbrigade 45 mit den neuen Kampfpanzern ausgestattet werden. Darüber hinaus plant das BMVg nächstes Jahr die Beschaffung weiterer 75 Leopard 2 A8 die in den 2030er Jahren ausgeliefert werden sollen. Den Bedarf der Truppe deckt dies jedoch nicht. Dieser wird auf rund 1.000 Kampfpanzer geschätzt.

Leopard 2 AX

Bundeswehr erhält 105 weitere Leopard 2 A8
Foto: Fric.matej

Typ: Kampfpanzer

Projektstatus: geplant

Auftragnehmer: KNDS Deutschland, Rheinmetall und Hensoldt

Bestand: 0

Bestellt: 0

Bedarf: 90 – 300

Kosten: N/A

Finanzierung: N/A 

Auslieferung: ab 2030

Beschreibung: 

Das Heer benötigt für seine Panzertruppe ab den 2030er Jahren einen neuen Kampfpanzer, der die Zeit bis zur Einführung des MGCS überbrückt. Da das MGCS den Leopard 2 ab circa 2050 ablösen soll, wird mit einer Nutzungsdauer von rund 20 Jahren gerechnet. Diese Brückenlösung soll dabei bereits über gewisse Merkmale und Fähigkeiten des MGCS verfügen. Als Erstes kommt einem da natürlich der neue Leopard 2 A8 in den Sinn. Allerdings ist die Beschaffung des Leopard 2 A8 vor allem ein politisches Vorhaben, um schnellstmöglich eine Vollausstattung zu erreichen. Die Anforderungen des Heeres an einen modernen Kampfpanzer erfüllt der Leopard 2 A8 hingegen nicht vollständig. Insbesondere in den Bereichen Schutz, Mobilität und Sensorik weist die A8-Version noch signifikante Lücken zu den Anforderungen des Heeres auf. Wie man diese Lücken schließen könnte, prüft das Heer im Rahmen des Vorhabens „Leopard 2 AX“. Dabei sei angemerkt, dass es sich dabei um einen noch nicht endgültigen Arbeitsbegriff handelt. Zur Zielsetzung des Vorhabens gehören weitere Verbesserungen in den Bereichen Wirkung, Schutz, Mobilität und Nachtkampffähigkeit. Am Ende des Tages will man über einen Kampfpanzer verfügen der dem aktuellen Bedrohungsstand angepasst ist und die Leistungsfähigkeit des Leopard 2 A8 übertrifft. 

Dazu wurden vor kurzem KNDS Deutschland, Rheinmetall und Hensoldt mit einer Reihe von technischen Studien beauftragt, die wir uns gleich noch im Detail angucken. Die Ergebnisse der Studien sollen laut Beschaffungsamt der Bundeswehr Ende 2026 vorliegen. Erst danach sollen Entscheidungen bezüglich Konfiguration und Stückzahl getroffen werden. Laut Hartpunkt steht die Beschaffung von 90 bis 300 dieser neuen Kampfpanzer im Raum. Interessant diesbezüglich ist auch, dass das Vorhaben Leopard 2 AX ursprünglich mit der Intention begann, die rund 100 Leopard 2 A5 und A6, die bisher nicht modernisiert wurden, endlich zu modernisieren. Mittlerweile sieht es eher danach aus, dass man fabrikneue Kampfpanzer als Ersatz für ältere Modelle beschaffen will. Die zu beschaffene Stückzahl entscheidet sich schlussendlich daran, ob nur die rund 100 bisher noch nicht modernisierten Leopard 2 ersetzt werden sollen oder fast alle unterhalb des A8-Stands. Darüber hinaus ist natürlich auch eine weitergehende Stückzahlerhöhung aufgrund der neuen NATO-Fähigkeitsziele denkbar. Aufgrund dieser könnte es sein, dass Deutschland der NATO ab 2031 zwei bis sechs weitere Kampfbrigaden zur Verfügung stellen muss. Und was man so hört, soll es sich dabei nicht um leichte oder mittlere Brigaden, sondern um Panzerbrigaden handeln. Sollte dies tatsächlich so kommen dürfte der Bedarf der Bundeswehr nach Kampfpanzern um ein paar hundert Stück nach oben korrigiert werden.

Main Ground Combat System

Typ: Landkampfsystem

Projektstatus: Entwicklung

Auftragnehmer: KNDS

Bestand: 0

Bestellt: 0

Bedarf: N/A

Kosten: N/A

Finanzierung: Einzelplan 14 & Sondervermögen Bundeswehr

Auslieferung: ab 2040/2045

Beschreibung:

Soll den Leopard 2 bei der Bundeswehr und den Leclerc bei den französischen Streitkräften ersetzen. 

Puma 2. Los

Ausstattungssätze Ausbildungsgerät Duellsimulator
Puma 2. Los | Foto: Bundeswehr / Anne Weinrich

Typ: Schützenpanzer

Projektstatus: bestellt

Auftragnehmer: PSM Projekt System & Management GmbH

Bestand: 350 (Puma 1. Los)

Bestellt: 250

Bedarf: über 1.000

Kosten: 5,7 Mrd. Euro (2. Los)

Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr & Einzelplan 14

Auslieferung: 2025 – 2030

Beschreibung:

  • 10. Mai 2023: Der Haushaltsausschuss gibt rund 1,5 Milliarden Euro für die Beschaffung von 50 weiteren SPz Puma im Rahmen des 2. Loses frei.
  • 12. Mai 2023: Das BAAINBw schließt einen Rahmenvertrag mit der PSM Projekt System & Management GmbH – einem Joint Venture von KNDS Deutschland und Rheinmetall – über bis zu 229 SPz Puma im Konfigurationsstand S1. Das Gesamtvolumen des Rahmenvertrags beläuft sich auf rund 4,8 Milliarden Euro. Fest beauftragt werden zunächst 50 SPz Puma zu einem Auftragswert von 1,5 Milliarden Euro. Die Auslieferung ist für den Zeitraum Ende 2025 bis Anfang 2027 geplant.
  • 17. Dezember 2025: Der Haushaltsausschuss billigt den 1. Änderungsvertrag zur Rahmenvereinbarung über die Herstellung und Lieferung weiterer Serienfahrzeuge des 2. Loses des SPz Puma. Gut informierten Kreisen zufolge darf der im Mai 2023 geschlossene Rahmenvertrag damit von ursprünglich 229 auf 254 Puma ausgeweitet werden. Gleichzeitig wurden 200 weitere Schützenpanzer Puma für rund 4,2 Milliarden Euro aus dem Vertrag abgerufen. Die Auslieferung sollen in den Jahren 2028 (27 Fahrzeuge), 2029 (78 Fahrzeuge) und 2030 (95 Fahrzeuge) erfolgen.

Zusammen mit den 350 Fahrzeugen des ersten Loses wird das Heer künftig über insgesamt 600 Schützenpanzer Puma verfügen. Der Bedarf des Heeres ist damit jedoch noch nicht gedeckt. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge wird dieser auf über 1.000 Schützenpanzer geschätzt.

Schakal

Deutschland und Niederlande bestellen 222 Radschützenpanzer Schakal
Radschützenpanzer Schakal | Foto: KNDS

Typ: Radschützenpanzer

Projektstatus: bestellt

Auftragnehmer: ARTEC GmbH

Bestand: 0

Bestellt: 150

Bedarf: 350

Kosten: 3,4 Mrd. Euro

Finanzierung: Einzelplan 14

Auslieferung: 2027 – 2031

Beschreibung:

Die europäische Rüstungsorganisation OCCAR hat am 17. Oktober 2025 einen Großauftrag über 222 Radschützenpanzer vom Typ Schakal erteilt. Die Bestellung erfolgte nur zwei Tage nachdem der Haushaltsausschuss des Bundestags grünes Licht für die Beschaffung gegeben hatte. Von den insgesamt 222 Fahrzeugen gehen 150 an die Bundeswehr und 72 an die niederländischen Streitkräfte.

Der Vertrag mit der ARTEC GmbH, einem Gemeinschaftsunternehmen von Rheinmetall und KNDS Deutschland, wurde als 18. Änderungsvertrag zum bestehenden Boxer-Serienvertrag abgeschlossen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 3,4 Milliarden Euro und werden aus dem regulären Verteidigungshaushalt finanziert. Eine Vorauszahlung von rund 222 Millionen Euro soll die Vorbereitungen für die Serienfertigung unterstützen.

Neben den Fahrzeugen umfasst der Auftrag ein Logistikpaket mit Ersatzteilen, Ausbildungsmitteln und Sonderwerkzeugen. Zusätzliche Optionen wie Schutz gegen Panzerabwehrhandwaffen, Beschussdetektion und Drohnenabwehr sind ebenfalls vorgesehen. Der Vertrag enthält zudem eine Option auf bis zu 248 weitere Fahrzeuge – 200 für Deutschland und 48 für die Niederlande.

Die ersten Serienfahrzeuge sollen Ende 2027 an die Bundeswehr ausgeliefert werden, die Niederlande erhalten ihre ersten Systeme voraussichtlich Ende 2028. Die komplette Auslieferung ist bis 2031 geplant. Sollte die Zusatzoption gezogen werden, würde das Deutsche Heer über bis zu 350 SPz Schakal verfügen – ausreichend für fünf bis sechs Panzergrenadierbataillone mit einer Umlaufreserve von 40 Prozent.

Der Schakal wird das primäre Waffensystem der Panzergrenadierbataillone der neu aufgestellten „Mittleren Kräfte“ darstellen. Nach aktueller Planung sollen zwei Verbände samt Schul- und Übungsorganisation mit dem System ausgestattet werden. Fachleute erwarten weitere Beschaffungen, sobald die künftige Heeresstruktur finalisiert wurde.

Der Schakal kombiniert das bewährte Fahrmodul des GTK Boxer mit dem Turm des Schützenpanzers Puma. Als erstes Boxer-Fahrzeug der Bundeswehr basiert er auf dem Future Common Drive Module, das eine maximale Traglast von 40 Tonnen ermöglicht. Das neue Fahrmodul verfügt über verbesserte Reifen, ein modifiziertes Fahrwerk und eine 6-Punkt-Lagerung für Missionsmodule – bei gleichzeitiger Abwärtskompatibilität zu bestehenden Modulen.

Besonders flexibel zeigt sich das Antriebskonzept: Die Fahrmodule können sowohl den klassischen MTU-Dieselmotor mit 530 kW als auch die leistungsstärkere britische Variante mit 600 kW aufnehmen. Im Gefecht könnte sogar ein Triebwerkswechsel zwischen den verschiedenen Motortypen durchgeführt werden.

Die Hauptbewaffnung besteht aus einer stabilisierten MK 30-2/ABM-Maschinenkanone im Kaliber 30 x 173 mm von Rheinmetall, die eine präzise Zielbekämpfung im Stand und während der Fahrt ermöglicht. Angesichts der wachsenden Drohnenbedrohung wurde der Turm weiterentwickelt, um effektiven Selbstschutz gegen Kleinstdrohnen zu bieten – diese Fähigkeit soll in den Serienfahrzeugen standardmäßig integriert sein.

Zur Panzerabwehr verfügt der Schakal über einen an der linken Turmseite montierten Werfer mit zwei MELLS-Panzerabwehrlenkflugkörpern (Spike LR/LR2). Ein koaxiales Maschinengewehr ergänzt die Bewaffnung.

Das Fahrzeug wird mit dem leistungsgesteigerten Selbstschutzsystem MUSS 2.0 sowie einem 360-Grad-Sichtsystem ausgestattet. Für Aufklärung und Beobachtung dient die Optronic Digital Waffenstation (WAO) mit hochauflösenden Infrarot- und Tageslichtsensoren, die stufenlos zoomen können und vollständig stabilisiert sind.

Der Kampfraum bietet neben der dreiköpfigen Besatzung (Fahrer, Kommandant und Richtschütze) Platz für sechs voll ausgerüstete Grenadiere. Im Vergleich zum Puma ist der Kampfraum etwas schmaler, dafür aber höher konzipiert. Dies beseitigt die aus dem Puma bekannte Größeneinschränkung für die Besatzung.

Schwerer Waffenträger Infanterie

Schwerer Waffenträger Infanterie
Schwerer Waffenträger Infanterie / Foto: Bundeswehr / Anett Groß

Typ: Schwerer Waffenträger

Projektstatus: Auslieferung

Auftragnehmer: Rheinmetall Defence Australia & Rheinmetall Landsysteme GmbH

Bestand: 1

Bestellt: 123 

Bedarf: 123

Kosten: 1,943 Mrd. Euro (+ 750 Mio. Euro Integrated Logistic Support)

Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr

Auslieferung: 2025 – 2031

Beschreibung:

Der Schwere Waffenträger Infanterie soll die Wiesel 1 MK & MELLS in den Jägerbataillonen ersetzen. Seit der Auswahlentscheidung im Februar 2022 steht fest, dass der Schwere Waffenträger Infanterie auf Basis des australischen Combat Reconnaissance Vehicle, kurz CRV, realisiert werden soll. Am 10. Juli 2023 wurde ein Grundsatzabkommen zwischen Deutschland und Australien für die geplante Beschaffung unterzeichnet. Dieses basiert auf der Zusammenarbeitserklärung, welche der parlamentarische Staatssekretär Hitschler am 23. März 2023 in Australien unterzeichnet hat.

Am 20. März 2024 hat dann der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages der Beschaffung von 123 Schweren Waffenträger Infanterie für 1,943 Milliarden Euro zugestimmt. Nur einen Tag später wurde der Government-to-Government-Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Australien unterzeichnet. Neben den 1,9 Mrd. Euro wurden weitere 750 Millionen Euro für einen sogenannten Integrated Logistic Support Vertrag freigegeben, welcher die Einsatzfähigkeit der Schweren Waffenträger nach der Lieferung sicherstellen soll. Insgesamt beläuft sich das Kostenvolumen also auf 2,693 Mrd. Euro, die vollständig aus dem Sondervermögen der Bundeswehr finanziert werden sollen.

Auftragnehmer sind Rheinmetall Defence Australia und die Rheinmetall Landsysteme GmbH. Das erste Nachweismuster wurde im Mai 2024 an das BAAINBw geliefert. Nach erfolgreicher Nachweisführung sollen ab nächstem Jahr die ersten 19 Serienfahrzeuge an die Truppe geliefert werden. Die Restlichen sollen bis Anfang 2030 folgen, mit einer Auslieferungsquote von jährlich rund 25 Stück.

In einem ersten Schritt soll jedes Jägerbataillon 12 Boxer CRV erhalten. In der Zielstruktur soll jedes Jägerbataillon über 26 Schwere Waffenträger Infanterie verfügen. Jeweils vier in den schweren Zügen der drei Kampfkompanien als direkte taktische Feuerunterstützung. Und 14 in den schweren Kompanien der Jägerbataillone, die entweder die Kampfkompanien unterstützen oder ein eigenes Manöverelement bilden können. Der Schwere Waffenträger Infanterie soll sowohl zur begleitenden als auch zur direkten taktischen Feuerunterstützung genutzt werden können.

Luchs 2

Bundeswehr erhält 274 Spähfahrzeuge Luchs 2
Luchs 2 | Foto: GDELS/PIZ AIN

Typ: Spähfahrzeug

Projektstatus: bestellt

Auftragnehmer: General Dynamics European (GDELS)

Bestand: 0

Bestellt: 274

Bedarf: 356

Kosten: 3,54 Mrd. Euro (Festbeauftragung) / 4,6 Mrd. Euro (Gesamtauftragswert)

Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr (Kapitel 1491 Titel 551 11 & Titel 554 97) & Einzelplan 14 (Kapitel 1405 Titel 554)

Auslieferung: 2028 (2 Referenzsysteme) / 2029 – 2032 (Festbeauftragung – 272 Fahrzeuge)

Beschreibung:

Am 15. Oktober erteilte der Haushaltsausschuss des Bundestags seine Zustimmung zur Entwicklung und Produktion des Spähfahrzeugs Next Generation (SpähFz NG) Luchs 2 samt eines 1. Änderungsvertrags. Fünf Tage später, am 20. Oktober 2025, beauftragte das Beschaffungsamt der Bundeswehr General Dynamics European Land Systems (GDELS) offiziell mit der Entwicklung und Lieferung von 274 Spähfahrzeugen. An diesem Projekt beteiligt sich ein Konsortium mehrerer Unternehmen: GDELS liefert die Trägerfahrzeuge auf Basis des Piranha V 6×6, Hensoldt Optronics steuert die Sensorsuite bei, Rheinmetall Electronics die Waffenanlage, e.sigma die Ausbildungssimulatoren und Saab Bofors Dynamics Switzerland die Tarnausstattung.

Der Beschaffungsvertrag beinhaltet die komplette Entwicklung des Spähfahrzeugs samt Herstellung und Lieferung von Referenzsystemen sowie Serienfahrzeugen inklusive Zubehör. Ursprünglich war eine Rahmenvereinbarung für 252 Spähfahrzeuge vorgesehen, bei der 92 fest abgerufen und der Rest optional vereinbart werden sollten. Durch den ersten Änderungsvertrag wurde die maximale Abrufmenge auf 356 Fahrzeuge erhöht. Davon werden zunächst 274 Systeme fest bei GDELS bestellt, während 82 weitere optional beschafft werden können, was das Kostenvolumen auf etwa 4,6 Milliarden Euro anheben würde. Das aktuelle Vertragsvolumen beläuft sich auf rund 3,54 Milliarden Euro, finanziert aus dem Sondervermögen Bundeswehr und dem Einzelplan 14.

Im Rahmen des Vertrags wird außerdem eine Simulationsumgebung für die Ausbildung entwickelt und sechs Ausbildungs-Gefechtssimulatoren (AGFS) geliefert, von denen drei vor 2030 und drei nach 2030 bereitgestellt werden sollen. Der Zeitplan sieht vor, die Designphase bis Mitte 2027 abzuschließen und das Projekt einem Critical Design Review zu unterziehen. Ab Mitte 2028 beginnt die integrierte Nachweisführung, nach etwa acht Monaten soll die Serienfreigabe erfolgen. Die Serienauslieferung soll 2029 mit jährlichen Stückzahlen zwischen 58 und 90 Fahrzeugen starten, wobei die 272 Serienfahrzeuge zwischen 2029 und 2032 an die Truppe übergeben werden sollen.

Die neuen Spähfahrzeuge basieren auf dem Piranha V 6×6, einem hochmobilen und geschützten Radpanzer. Im Auswahlverfahren setzte sich der Lösungsvorschlag von GDELS durch, der den Piranha 5 als Grundlage vorsieht, allerdings für dieses Projekt um eine Achse auf ein 6×6-Fahrgestell verkürzt wurde. In dieser Konfiguration gibt GDELS ein zulässiges Gesamtgewicht von 25 Tonnen an, wovon 7,5 Tonnen Nutzlast ausmachen. Als Antrieb dient ein MTU-Dieselmotor 6V199 TE21 mit 594 PS, der zusammen mit einem ZF-Getriebeautomaten die geforderte Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h ermöglicht.

Deutlich erkennbar sind die Propeller am Fahrzeugheck und der Schwallschild am Bug, die für den Schwimmbetrieb notwendig sind. Diese Ausstattung ermöglicht dem Fahrzeug das Überqueren stehender und fließender Gewässer, wodurch mehr Anmarschwege ins Aufklärungsgebiet möglich sind.

Um den Herausforderungen des modernen Gefechtsfelds gerecht zu werden, wird modernste Aufklärungstechnik verbaut. Am rechten Fahrzeugheck befindet sich ein Sensormast mit stabilisierter Sensorik, die auch während der Fahrt eingesetzt werden kann. Dabei handelt es sich um die neue Beobachtungs- und Aufklärungsausstattung IV, kurz BAA IV, von Hensoldt. Die BAA IV ist ein multispektrales Beobachtungs- und Aufklärungssystem, das in der Lage ist, neben derkombinierten Wärmebild- und Tageslicht-Sensorik mit Laserentfernungsmesser undZielbeleuchter auch eine Short-Wave-Infrared-Kamera (SWIR) für optimale Sicht beischlechten Wetterbedingungen (Regen, Nebel, etc.) zu integrieren.

Das See Through Armour System (SETAS) ermöglicht der Fahrzeugbesatzung eine vollständige Rundumsicht rund um die Uhr, ohne den Schutzraum verlassen zu müssen. Das System zeigt die Umgebung in Echtzeit an und hilft dabei, Gefahren rechtzeitig zu identifizieren. Ergänzt wird die Ausrüstung durch weitere Sensoren: Ein Radio Direction Finder (RDF), ein Laserwarner und akustische Sensoren erfassen relevante Signale und bestimmen teilweise deren Herkunft. Diese Technologien alarmieren die Besatzung unmittelbar bei Bedrohungen und unterstützen sie bei der Reaktion.

Als Missionssystem kommt CERETRON, ebenfalls von HENSOLDT, zum Einsatz. Es bündelt die Daten aller Sensoren des Fahrzeugs, wertet diese sofort aus und erstellt daraus ein einheitliches taktisches Lagebild. Durch künstliche Intelligenz erkennt, klassifiziert und verfolgt das System automatisch Objekte und Personen, wodurch die Besatzung und die übergeordnete Führung unmittelbar entscheidungsrelevante Informationen erhalten.

Die softwaredefinierte Architektur nach NGVA-Standard ermöglicht Anpassungen und Erweiterungen: Neue Funktionen und Algorithmen lassen sich ohne Veränderungen an der Fahrzeughardware implementieren, wodurch das System während seiner gesamten Nutzungsdauer weiterentwickelt werden kann. Bei Bedarf können zusätzliche Sensoren eingebaut und anschließend softwareseitig integriert werden. Gleichzeitig entlastet CERETRON die Besatzung, indem es Informationen automatisch verarbeitet, nach Wichtigkeit ordnet und übersichtlich darstellt. Jeder Nutzer erhält das Lagebild in der für ihn relevanten Form – ein Kerngedanke der Software-defined Defence, der schnelle und fundierte Entscheidungen im Einsatz unterstützt.

Der Schutz des Fahrzeugs ist standardmäßig nach STANAG 4569 Level 4 gegen ballistische Bedrohungen und Minen ausgelegt, wobei Zusatzschutz verfügbar ist. Neben der passiven Panzerung werden die neuen Spähfahrzeuge mit einer modernen 25-mm-Bordmaschinenkanone als wesentliches Selbstverteidigungselement ausgestattet. Die für den Luchs 2 geplanten Kanonen werden über ein separates Vorhaben beschafft, das ebenfalls am 15. Oktober 2025 genehmigt wurde. Dazu wird mit Rheinmetall eine Rahmenvereinbarung geschlossen, aus der bis zu 310 25-mm-Maschinenkanonen vom Typ KBA abgerufen werden können.

Mit den neuen Systemen, die den Namen Luchs 2 tragen werden, erfolgt ein Generationswechsel bei der Heeresaufklärungstruppe der Bundeswehr mit deutlichem Fähigkeitszuwachs für die fahrzeuggebundene Spähaufklärung. Die neuen Fahrzeuge sollen den Spähwagen Fennek, der 2028 sein Nutzungsdauerende erreicht, sukzessive ersetzen.

Boxer JFSTsw

Typ: Joint Fire Support Team schwer (JFSTsw)

Projektstatus: Entwicklung

Auftragnehmer: ARTEC GmbH

Bestand: N/A

Bestellt: N/A 

Bedarf: 56 (28 Teams)

Kosten: N/A 

Finanzierung: Einzelplan 14

Auslieferung: N/A

Beschreibung:

Zukünftig soll das Heer neben den leichten Joint Fire Support Teams auf Basis Fennek und den abgesessenen Joint Fire Support Teams noch über schwere Joint Fire Support Teams verfügen. Diese Joint Fire Support Teams schwer sollen den gepanzerten Kampftruppen folgen können und auf Basis des GTK Boxers realisiert werden. Das Heer hat einen strukturellen Bedarf von 28 Teams mit je zwei Fahrzeugen. Die ersten zwei Nachweismuster sind bereits zugelaufen. Die eigentliche Beschaffung wird allerdings wohl erst ab 2027 erfolgen.

Patria 6×6

Patria 6x6
Foto: Patria

Typ: 6×6 Transportpanzer

Projektstatus: bestellt

Auftragnehmer:

  • Patria (Hauptauftragnehmer)
  • KNDS Deutschland Maintenance GmbH
  • FFG Flensburger Fahrzeugbau GmbH
  • Jungenthal Wehrtechnik GmbH

Bestand: 0

Bestellt: 228 (+ 68 optional)

  • 170 Fahrzeuge in der Variante Pioniergruppe (PiGrp) + 54 optional
  • 48 Fahrzeuge in der Variante Panzeraufklärungsgruppe (PzAufklGrp) + 14 optional
  • zehn Fahrzeuge in der Variante schwedischer Truppentransporter (APC)

Bedarf: 4.000

Kosten: 747 Mio. Euro (Festbeauftragung) / 959 Mio. Euro (Gesamtvolumen)

Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr & Einzelplan 14

Auslieferung: 2026 – 2029

Beschreibung:

Im Rahmen des Vorhabens „Transportpanzer Neue Generation“ (TPz NG) will die Bundeswehr die veralteten TPz Fuchs ersetzen. Als Ersatz hat man sich für den Patria 6×6 entschieden, der im Rahmen des multinationalen Programm „Common Armoured Vehicle System“ (CAVS) beschafft wird. Die Projekthistorie:

  • 14. Juni 2022: Deutschland hat eine Absichtserklärung zum Beitritt zum multinationalen CAVS-Programm unterzeichnet.
  • 17. April 2023: Deutschland hat das sogenannte Technical Arrangement (TA) des multinationalen CAVS-Programms unterschrieben.
  • 2. Mai 2024: Deutschland ist der Forschungs- und Entwicklungsvereinbarung des multinationalen CAVS-Programms beigetreten.
  • 30. Januar 2025: Deutschland ist dem Rahmenabkommen des multinationalen CAVS-Programms offiziell beigetreten.
  • 10. September 2025: Der Haushaltsausschuss hat 30,9 Millionen Euro für die Entwicklung der Variante Pioniergruppe (PiGrp) freigegeben.
  • 17. Dezember 2025: Der Haushaltsausschuss hat grünes Licht für die Beschaffung des Patria 6×6 gegeben.
  • 18. Dezember 2025: Das BAAINBw hat einen Rahmenvertrag mit Patria zur Lieferung von bis zu 296 Patria 6×6 in drei Varianten im Wert von rund 959 Millionen Euro geschlossen. Dabei handelt es sich um die Varianten Pioniergruppe (PiGrp), Panzeraufklärungsgruppe (PzAufklGrp) und Truppentransporter (APC). Festbeauftragt wurden zunächst nur 228 Fahrzeuge für 747 Millionen Euro. Die Auslieferung soll bereits im ersten Quartal 2026 beginnen.
    • 170 PiGrp + 54 optional
    • 48 PzAufklGrp + 14 optional
    • 10 APC

Der vom Generalinspekteur gebilligte Gesamtbedarf liegt bei 4.000 Fahrzeugen im Zeitraum bis nach 2035.

ATF Dingo 2 A4

Bundeswehr erhält 65 weitere Dingo 2 A4.1
Foto: Bundeswehr/Ralph Zwilling

Typ: Geschütztes Führungs- und Funktionsfahrzeug (GFF) Klasse 3

Projektstatus: bestellt

Auftragnehmer: KNDS Deutschland

Bestand: ca. 500

Bestellt: 115

Bedarf: 733

Kosten: ca. 266 Mio. Euro

Finanzierung: Einzelplan 60 (Kapitel 6002 Titel 687 03) & Sondervermögen Bundeswehr

Auslieferung: 2026 – 2028

Beschreibung:

Das BAAINBw hat mit KNDS Deutschland einen Rahmenvertrag über 223 Dingo 2 A4.1 in der Variante Patrouillen-/Sicherungsfahrzeug (GFF 3 Dingo 2 A4.1 Pat/Sich Fzg) geschlossen. Bisher sind folgende Bestellungen getätigt wurden:

  1. Tranche: 50 GFF 3 Dingo 2 A4.1 Pat/Sich Fzg für 146,88 Mio. Euro. Finanziert über den Einzelplan 60. (29. November 2023)
  2. Tranche: 65 GFF 3 Dingo 2 A4.1 Pat/Sich Fzg für rund 119,12 Mio. Euro. Die Nutzungskosten für die kommenden 15 Jahre betragen 324,87 Mio. Euro. (19. Dezember 2024)

Das 1. Los von 50 Fahrzeugen dient als Ersatz für an die Ukraine abgegebenes Material. Das 2. Los mit 65 weiteren Dingos dient der Vollausstattung der Panzerbrigade 45 in Litauen. 

EAGLE V

Bundeswehr bestellt knapp 3.000 EAGLE V
EAGLE V 4×4 | Foto: GDELS

Typ: Geschütztes Führungs- und Funktionsfahrzeug Klasse 2 (GFF Kl. 2)

Projektstatus: bestellt

Auftragnehmer: General Dynamics European Land Systems (GDELS)

Bestand: 176

Bestellt: 2.610

Bedarf: 4.000

Kosten: rund 3,8 Mrd. Euro

Finanzierung: Einzelplan 14

Auslieferung: 2027 – 2031

Beschreibung:

  • 17. Dezember 2025: Der Haushaltsausschuss gibt rund 3,8 Milliarden Euro für die Beschaffung von 2.610 Geschützten Führungs- und Funktionsfahrzeugen Klasse 2 (GFF Kl. 2) vom Typ EAGLE V 4 x 4 frei. Es soll eine Rahmenvereinbarung über bis zu 4.000 Fahrzeuge mit dem Hersteller GDELS geschlossen werden.
  • 18. Dezember 2025: Das BAAINBw hat einen Rahmenvertrag mit GDELS über bis zu 4.000 EAGLE V 4 x 4 geschlossen. Festbeauftragt wurden 2.610 Fahrzeuge für rund 3,8 Milliarden Euro. Die Auslieferung soll im Zeitraum von 2027 bis 2031 erfolgen.

Überschneefahrzeug Neue Generation

BvS10
BvS10 | Foto: DVIDS/Gunnery Sgt. Clinton Firstbrook

Typ: Überschneefahrzeug / All-Terrain Vehicle 

Projektstatus: Auslieferung

Auftragnehmer: BAE Systems Hägglunds

Bestand: 1

Bestellt: 367

Bedarf: 664

Kosten: 1.388 Mrd. Euro

Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr (Kapitel 1491 Titel 554 43)

Auslieferung: 2025 – 2030

Beschreibung:

Im Rahmen des Vorhabens „Überschneefahrzeug Neue Generation/Collaborative All Terrain Vehicle (CATV)“ werden neue Geländefahrzeuge als Ersatz für die BV 206 beschafft. Folgende Bestellungen wurden bislang im Rahmen des Vorhabens getätigt:

  • Änderungsvertrag zu der bestehenden Rahmenvereinbarung zur Anpassung bei der Integration der Kommunikationsausstattung für 64,07 Millionen Euro (13. Dezember 2023).
  • 2. Los: 227 weitere „Überschneefahrzeug Neue Generation/Collaborative All Terrain Vehicle (CATV)“ für rund 919 Millionen Euro (29. März 2023).
  • 1. Los: 140 Überschneefahrzeuge Neue Generation/Collaborative All-Terrain Vehicles (CATV) für rund 405 Millionen Euro. Für die geplante Nutzungsdauer von 20 Jahren (bis 2046) schätzt das BMVg die Betriebskosten auf 543,16 Millionen Euro. (14. Dezember 2022).

Der Gesamtbedarf im Zeitraum bis 2031 liegt bei 664 Überschneefahrzeugen.

Einsatzsystem Luftlandeplattform

Caracal - die zukünftige Luftlandeplattform der Bundeswehr
Caracal / Foto: Rheinmetall AG / Konstantin Moeller

Typ: Luftlandeplattform

Projektstatus: bestellt

Auftragnehmer: Rheinmetall Landsysteme GmbH

Bestand: 0

Bestellt: 1.004

Bedarf: 2.054

Kosten: 611,59 Mio. Euro (Festbeauftragung) / 1,398 Mrd. Euro (Gesamtauftragsvolumen inkl. niederländischer Anteil)

Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr (Kapitel 1491 Titel 554 41)

Auslieferung: ab 2025 (Serienlieferung)

Beschreibung:

Das Verteidigungsministerium hat gemeinsam mit den Niederlanden einen 15‑jährigen Rahmenvertrag über bis zu 3.058 Einsatzsysteme Luftlandeplattform in mehreren Varianten einschließlich Zubehör (u. a. Gerätesätze für D‑LBO) abgeschlossen. Zunächst werden 1.004 Fahrzeuge für Deutschland und 504 für die Niederlande fest beschafft; optional können später bis zu 1.050 weitere deutsche und 500 niederländische Fahrzeuge folgen.

Der Gesamtauftragswert des Vorhabens inklusive Festbeauftragungsanteil und weiterer ergänzender Verträge liegt bei rund 1,398 Milliarden Euro. Der reine Festbeauftragungsanteil beträgt aktuell 611,59 Millionen Euro (vor Preiseskalation). Die geplante Nutzungsdauer der Fahrzeuge beträgt 20 Jahre; für den deutschen Festanteil werden über diesen Zeitraum rund 516 Millionen Euro veranschlagt.

Rheinmetall Landsysteme fungiert als Hauptauftragnehmer, maßgebliche Unterauftragnehmer sind Mercedes‑Benz, Armoured Car Systems, Rheinmetall Defence Nederland, VDL Special Vehicles und Zeppelin Mobile Systeme.

Fahrzeugfamilie mittel Spezialkräfte

AFG 2 | Foto: Defenture

Typ: Mittleres Aufklärungs- und Gefechtsfahrzeug Spezialkräfte (AFG 2) & Mittleres taktisches Unterstützungsfahrzeug Kommando Spezialkräfte (UFK)

Projektstatus: Auslieferung

Auftragnehmer: Defenture B.V. 

Bestand: 4 (Nachweismuster)

Bestellt: 49

Bedarf: 80

Kosten: 150 Mio. Euro (Entwicklung & Beschaffung des 1. Loses)

Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr & Einzelplan 14

Auslieferung: 2024 (Nachweismuster)

Beschreibung:

Die „Fahrzeugfamilie mittel Spezialkräfte“ soll das veraltete Aufklärungs- und Gefechtsfahrzeug Serval ersetzen. Sie besteht aus dem mittleren Aufklärungs- und Gefechtsfahrzeugen Spezialkräfte (AGF-2) und dem mittleren taktischen Unterstützungsfahrzeugen Kommando Spezialkräfte (UFK).

  • 23. Juni 2021: Der Haushaltsausschuss gibt rund 50 Millionen Euro für die Entwicklung der „Fahrzeug-Familie mittel Spezialkräfte“ frei.
  • 5. August 2021: Das BAAINBw hat eine Rahmenvereinbarung mit der niederländischen Firma Defenture B.V. über die Herstellung und Lieferung von bis zu 80 AGF-2 und UFK geschlossen. Festbeauftragt wurden jedoch nur vier Nachweismuster.
  • 4. April 2024: Defenture B.V. hat die vier Nachweismuster für Tests an die WTD 41 in Trier übergeben. 
  • 17. Dezember 2025: Der Haushaltsausschuss gibt rund 100 Millionen Euro für die Beschaffung von insgesamt 49 AGF-2 und UFK frei. Diese sollen aus dem bestehenden Rahmenvertrag abgerufen werden.

Leichte Luftlandefähige Einsatz-/Gefechtsfahrzeuge & Unterstützungsfahrzeuge

Spezialkräfte der Bundeswehr erhalten bis zu 200 neue Luftlandefahrzeuge
Einsatz- und Gefechtsfahrzeug | Foto: FTS / PIZ AIN

Typ: Einsatz- / Gefechtsfahrzeuge (EGF) & Unterstützungsfahrzeuge (UstgFzg)

Projektstatus: genehmigt

Auftragnehmer: FTS Flensburg Technology Systems GmbH

Bestand: 0

Bestellt: 40 Einsatz- / Gefechtsfahrzeuge, 14 Unterstützungsfahrzeuge und ein Sonderwerkzeugsatz

Bedarf: 150 Einsatz- / Gefechtsfahrzeuge und 50 Unterstützungsfahrzeuge

Kosten: ca. 32 Mio. Euro

Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr

Auslieferung: bis Ende 2028

Beschreibung:

Das Beschaffungsamt der Bundeswehr hat mit der Flensburg Technology Systems GmbH, einem Joint Venture der FFG Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft und der israelischen ELTA Systems, einen mehrjährigen Rahmenvertrag über die Lieferung von bis zu 200 leichten Luftlande-Einsatz-/Gefechtsfahrzeugen und leichten Luftlande-Unterstützungsfahrzeugen TAHR geschlossen. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hatte das Vorhaben am 8. Oktober 2025 gebilligt.

Die Festbeauftragung im Wert von 32 Millionen Euro umfasst 40 Einsatz- und Gefechtsfahrzeuge sowie 14 Unterstützungsfahrzeuge samt einem Satz Sonderwerkzeuge, einschließlich Mess- und Prüfmitteln sowie Diagnosetools. Hinzu kommen Ersatzteilerstbedarf, Ausbildung und Dokumentation. Die Finanzierung erfolgt über das Sondervermögen Bundeswehr, und die Fahrzeuge sollen der Truppe bis Ende 2028 zulaufen.

Der Vertrag sieht vor, dass zwei Einsatz- und Gefechtsfahrzeuge sowie ein Unterstützungsfahrzeug als Vorserienfahrzeuge zusammen mit dem Muster-Sonderwerkzeugsatz 18 Monate nach Vertragsabschluss geliefert werden, voraussichtlich im April 2027. Nach der Serienfreigabe folgen die 51 Serienfahrzeuge bis Ende 2028.

Der TAHR ist eine neu eingeführte Fahrzeugklasse im Bereich von 3,2 Tonnen, die speziell auf die hohen Anforderungen von Spezialkräften zugeschnitten ist. Als leichte 4×4-Plattform vereint er extreme Geländegängigkeit, schnelle Beschleunigung und außergewöhnliche Stabilität. Das geländegängige, lufttransportfähige, ungeschützte, zweiachsige Fahrzeug mit offenem Aufbau hat sich bereits im Einsatz bewährt.

Die neuen Fahrzeuge ergänzen die bisherige Ausstattung der Spezialkräfte, die aus leichten luftlandefähigen Utility Terrain Vehicles in der Zwei-Tonnen-Klasse und dem Aufklärungs- und Gefechtsfahrzeug in der Zehn-Tonnen-Klasse besteht. Sie sind für autarke Kommandooperationen in ungesichertem Terrain vorgesehen und schließen die Fähigkeitslücke im Bereich der taktischen Mobilität nach Luftlandung für die Spezialkräfte von Heer, Luftwaffe und Marine.

Beschafft werden zwei Varianten: Das Einsatz- und Gefechtsfahrzeug bietet Platz für drei Soldaten und ist mit einer Hauptlafette am Überrollbügel ausgestattet, die ein schweres oder leichtes Maschinengewehr beziehungsweise einen 40-mm-Granatwerfer aufnehmen kann. Durch variable Bewaffnung und missionsabhängige Ausrüstung eignet es sich für unterschiedliche Einsatzprofile. Das Unterstützungsfahrzeug verfügt über zwei Sitze und keine Hauptlafette und dient dem Materialtransport. Im Einsatz wird regelmäßig ein Verbund aus drei Einsatz- und Gefechtsfahrzeugen und einem Unterstützungsfahrzeug gebildet.

Zukünftiges System des Indirekten Feuers kurze Reichweite

NEMO - das zukünftige Mörsersystem der Bundeswehr
Foto: Patria

Typ: 120-mm-Mörsersystem

Projektstatus: bestellt

Auftragnehmer: Patria Land OY

Bestand: 1 Mörserträger (Nachweismuster)

Bestellt: 69 Mörserträger (+ 2 Prototypen) & 52 Feuerleitfahrzeuge (+ 1 Prototyp)

Bedarf: 130 Mörserträger & 450 Feuerleitfahrzeuge

Kosten: 50,52 Mio. Euro (Prototypen) / 300 Mio. Euro (1. Festbeauftragung) / 1,1 Mrd. Euro (Gesamtauftragswert)

Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr bis 2027 & Einzelplan 14 ab 2028

Auslieferung: ab 2028 (Serie)

Beschreibung:

Im Rahmen des Vorhabens „Zukünftiges System des Indirekten Feuers kurze Reichweite“ (ZukSysIndirF kRw) beabsichtigt die Bundeswehr, die veralteten 120-mm-R-Rohr-Mörser abzulösen. Als Nachfolgesystem wurde der 120-mm-Mörser Patria NEMO ausgewählt, der im Rahmen des multinationalen Programms „Common Armoured Vehicle System“ (CAVS) beschafft wird. Die nachfolgende Projekthistorie gibt einen Überblick über die wesentlichen Meilensteine des Vorhabens (die vollständige Projekthistorie der deutschen Beteiligung an CAVS ist beim Projekt „Patria 6×6“ dargestellt):

  • 29. Januar 2025: Der Haushaltsausschuss des Bundestages gibt rund 51 Millionen Euro für die Beschaffung von zwei Prototypen des Mörserträgers sowie eines Prototyps des Feuerleitfahrzeugs frei.
  • 31. Januar 2025: Das BAAINBw unterzeichnet mit Patria den Vertrag zur Serienreifemachung und Qualifikation der Nachweismuster. Der erste Prototyp des Mörserträgers soll in der ersten Jahreshälfte 2025 ausgeliefert werden. Die beiden anderen Prototypen im dritten Quartal 2026. Der Abschluss der Qualifikation ist für Ende 2027 geplant.
  • 17. Dezember 2025: Der Haushaltsausschuss des Bundestages stimmt der Serienbeschaffung der Varianten Schwerer Mörserträger und Feuerleitfahrzeug im Rahmen des Vorhabens „ZukSysIndirF kRw“ zu.
  • 18. Dezember 2025: Das BAAINBw hat einen Rahmenvertrag mit Patria zur Lieferung von bis zu 130 Schweren Mörserträgern und 450 Feuerleitfahrzeugen im Wert von rund 1,1 Milliarden Euro geschlossen. Festbeauftragt wurden zunächst nur 69 Mörserträger und 52 Feuerleitfahrzeuge für ca. 300 Millionen Euro. Die Serienlieferung soll ab 2028 beginnen.

Zukünftiges System Indirektes Feuer mittlere Reichweite – Radhaubitze

Artilleriebataillon 215 in Augustdorf aufgestellt
RCH 155 | Foto: PIZ Heer / Celine Liebner

Typ: Radhaubitze

Projektstatus: genehmigt

Auftragnehmer: ARTEC GmbH  

Bestand: 0

Bestellt: 83 (3 Nachweismuster & 80 Seriensysteme)

Bedarf: 229

Kosten: ca. 3,4 Mrd. Euro

Finanzierung: offen

Auslieferung: 2028 – 2032

Beschreibung:

Im Rahmen des Vorhabens „Zukünftiges System Indirektes Feuer mittlere Reichweite – Rohrwaffensystem“ (ZukSysIndirF mRw) beschafft das Heer neue Radhaubitzen vom Typ RCH 155. Diese sollen die PzH 2000ergänzen und die Unterstützung gepanzerter Kräfte bei beweglich geführten, mechanisierten Operationen gewährleisten.

Benötigt werden die Radhaubitzen unter anderem zur Realisierung der neuen Kräftekategorie des Deutschen Heeres, der Mittleren Kräfte. Der Bedarf des Heeres liegt bei mindestens 229 Radhaubitzen. Diese sollen in den Divisionsartilleriebataillonen und den mittleren Brigadeartilleriebataillonen zum Einsatz kommen. Der Zulauf ist für den Zeitraum von 2028 bis 2032 geplant.

  • 17. Dezember 2025: Der Haushaltsausschuss gibt etwas mehr als eine Milliarde Euro für die Serienreifmachung, Qualifizierung und Beschaffung der RCH 155 frei. Es soll eine Rahmenvereinbarung über bis zu 500 Radhaubitzen mit der ARTEC GmbH – einem Joint Venture von Rheinmetall und KNDS Deutschland – geschlossen werden. In einem ersten Schritt sollen vier Nachweismuster (eines davon für Großbritannien) sowie 80 Seriensysteme abgerufen werden. Im nächsten Jahr sollen für zusätzlich mehr als zwei Milliarden Euro weitere 149 RCH 155 zur benötigten Vollausstattung der Artillerietruppe beschafft werden. Gut informierten Kreisen zufolge sind die restlichen in der Rahmenvereinbarung enthaltenen Artilleriesysteme für die Beschaffung durch verbündete Staaten vorgesehen.

Zukünftiges System des Indirekten Feuers große Reichweite – Raketenwaffensystem

Raketenartillerie: Fünf PULS für die Bundeswehr bestellt
EuroPULS / Foto: Clemens Speer

Typ: Raketenartilleriesystem

Projektstatus: bestellt 

Auftragnehmer: Elbit Systems

Bestand: 0

Bestellt: 5

Bedarf: bis zu 300

Kosten: 65,3 Mio. Euro

Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr bis 2027 (Kapitel 1491 Titel 551 11) & Einzelplan 14 ab 2028 (Kapitel 1404 Titel 551 11)

Auslieferung: ab 2025

Beschreibung:

Das Zukünftiges System Indirektes Feuer große Reichweite soll die aktuell in Nutzung befindlichen MARS II-Mehrfachraketenwerfer langfristig ersetzen. Es soll in der Lage sein, gegen alle Zielarten und Kategorien auf Entfernungen von mindestens 300 km zu wirken. Darüber hinaus soll es sowohl der direkten Feuerunterstützung als auch dem Kampf mit Feuer dienen und mit verschiedenen Raketen- und Flugkörpersystemen bewaffnet werden können.

Mit der Entscheidung vom 18. Dezember 2024 steht nun fest, dass das zukünftige Raketenartilleriesystem der Bundeswehr auf dem israelischen PULS basieren wird. Der Bedarf der Bundeswehr liegt laut Hartpunkt bei rund 50 Systemen. Zunächst wurde aber wie gesagt nur der Beschaffung von fünf Systemen als Ersatz für die fünf an die Ukraine abgegebenen MARS II zugestimmt. Auch wenn bisher noch kein Vertrag unterzeichnet wurde, stehen die Hauptauftragnehmer schon fest. Dabei handelt es sich um den israelischen Rüstungskonzern Elbit Systems und um KNDS Deutschland. Die Kosten für das Beschaffungsvorhaben belaufen sich auf 65 Millionen Euro, finanziert über den regulären Verteidigungshaushalt und das Sondervermögen der Bundeswehr. Die Beschaffung erfolgt dabei über eine Option im Vertrag zwischen der niederländischen und der israelischen Regierung. Denn auch die Niederlande haben sich für das PULS-System entschieden und der abgeschlossene Vertrag sieht wohl eine Option für Bündnispartner vor, ebenfalls über diesen zu bestellen. Die Auslieferung der ersten Systeme soll noch dieses Jahr beginnen. Allerdings werden die neuen Raketenartilleriesysteme nicht der Truppe als solche zur Verfügung stehen, sondern vorerst nur für den Ausbildungsbetrieb genutzt werden. Mittelfristig soll das PULS-System auf Korpsebene in einem Korpsartilleriebataillon zum Einsatz kommen. Dieses Korpsartilleriebataillon soll über insgesamt 36 Raketenartilleriesysteme verfügen, aufgeteilt auf drei schießende Batterien mit je 12 Raketenartilleriesystemen. Bei der dritten Batterie wird es sich jedoch um eine nichtaktive Einheit handeln. Die verbleibenden 35 MARS II-Werfer werden hingegen auf Divisionsebene zum Einsatz kommen. Insgesamt sind zwei Divisionsartilleriebataillone geplant. Jeweils eins für die 1. und 10. Panzerdivision. Jedes der beiden Divisionsartilleriebataillone wird über vier schießende Batterien verfügen. Die erste Batterie soll über 16 MARS II verfügen. Die zweite und dritte Batterie über jeweils neun Rohrartilleriesysteme. Und die vierte nichtaktive Batterie soll über vier Geschützzüge verfügen, drei Züge mit je drei Rohrartilleriesystemen und ein Zug mit vier MARS II. Langfristig soll PULS aber, wie gesagt, den MARS II vollständig ersetzen. Folglich dürfte der tatsächliche Gesamtbedarf bei 76 Systemen liegen. Aufgrund der neuen NATO-Fähigkeitsziele dürfte der Bedarf erneut steigen. Die Beschaffung von bis zu 300 Raketenartilleriesystemen ist möglich.

Von den fünf PULS-Systemen werden die ersten zwei weitgehend dem israelischen Konfigurationsstand entsprechen, die restlichen drei Systeme werden bereits über deutsche Führungs- und Kommunikationsmittel verfügen. Im Anschluss sollen auch die ersten beiden Systeme auf den sogenannten Euro-PULS-Rüststand nachgerüstet werden. Neben den fünf PULS-Systemen sind in den 65 Millionen Euro noch Folgendes enthalten: die Anpassentwicklung, die Integration der deutschen Führungs- und Kommunikationsmittel D-LBO sowie ADLER III und ein In-Service-Support. Die Führungs- und Kommunikationsmittel sowie die Fahrzeuge, auf denen die PULS-Werfer montiert werden sollen, werden von der Bundeswehr bereitgestellt. Sind also nicht Teil des Vertrages. Auch fehlt ein Munitionspaket. Die Munition soll separat noch dieses Jahr beschafft werden. Zunächst ist die Beschaffung von Artillerie- und Übungsraketen mit einer Reichweite von bis zu 150 Kilometern geplant. Nächstes Jahr ist dann die Beschaffung weiterer Wirkmittel geplant. Dabei soll es sich um Sperrraketen und Artillerieraketen mit einer Reichweite von bis zu 300 Kilometern handeln. Darüber hinaus ist die Beschaffung von Raketen oder Lenkflugkörpersystemen mit einer Reichweite von mehr als 300 Kilometern und Loitering-Munition vorgesehen. Bei der Beschaffung der Munition dürfte sehr wahrscheinlich Diehl Defence beteiligt sein. Da Diehl Defence und Elbit Systems im September 2024 extra dafür eine Kooperation vereinbart haben.

Panzerhaubitzen 2000

Dimension Land - Hauptwaffensysteme
PzH 2000 | Foto: KNDS

Typ: Panzerhaubitze

Projektstatus: bestellt

Auftragnehmer: Krauss-Maffei Wegmann (KMW)

Bestand: 97

Bestellt: 22

Bedarf: 121

Kosten: 374,9 Mio. Euro 

Finanzierung: Einzelplan 60 (Kapitel 6002 Titel 687 03)

Auslieferung: 2025 – 2030 

Beschreibung:

Als Ersatz für die 14 an die Ukraine abgegeben PzH 2000 läuft die Nachbeschaffung von 22 dieser Panzerhaubitzen für rund 374,9 Millionen Euro, finanziert mit Mitteln des Einzelplans 60. Die Auslieferung soll bis Ende 2026 erfolgen. Der Vertrag beinhaltet darüber hinaus die Option auf sechs weitere Panzerhaubitzen. Der Bedarf des Heeres liegt bei insgesamt 121 Systemen.

Skyranger 30 A3

Planungs- & Beschaffungsbeschleunigungsgesetz - die ersten Eckpunkte sind bekannt
Skyranger 30 / Foto: Rheinmetall AG

Typ: Flugabwehrkanonenpanzer

Projektstatus: bestellt

Auftragnehmer: Rheinmetall Electronics GmbH

Bestand: 1

Bestellt: 19 (+30 optional) 

Bedarf: 561

Kosten: 650 Mio. Euro

Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr & Einzelplan 14

Auslieferung: ab 2028 (Serienauslieferung) 

Verzögerung: ca. 18 Monate

Beschreibung:

Der Skyranger 30 soll die Fähigkeitslücke im Bereich der mobilen Flugabwehr im Nah- und Nächstbereich schließen. Nachdem der Haushaltsausschuss der Beschaffung des Flugabwehrkanonenpanzers Skyranger 30 A3 am 21. Februar 2024 zugestimmt hatte, unterzeichnete das Beschaffungsamt der Bundeswehr am 27. Februar 2024, also nur eine Woche später, einen entsprechenden Rahmenvertrag mit der Rheinmetall Electronics GmbH.

Dieser Rahmenvertrag beinhaltet die Herstellung und Lieferung von bis zu 49 Skyranger 30 A3. Vorerst wurden allerdings nur 19 Stück für 650 Millionen Euro Feste beauftragt. Darüber hinaus beinhaltet die Bestellung 8 Nachladefahrzeuge, 8 Werkstattausstattungen und 18 On-Board-Simulatoren. Der Bedarf der Truppe geht jedoch weit über die genannten Zahlen hinaus. Laut POLITICO plant die Bundeswehr die Beschaffung von insgesamt 561 Skyranger 30. Die Kosten dafür dürften sich auf rund 9 Milliarden Euro belaufen.

Ein Erprobungsfahrzeug wurde Ende Januar 2025 an die Bundeswehr übergeben. Allerdings verzögert sich die Serienausliferung des Skyranger 30 A3 an die Bundeswehr, laut cpm Defence Network, um rund 18 Monate. Hauptgründe sind Kapazitätsengpässe und das Fehlen der benötigten Boxer-Fahrzeuge, die als Plattformen für die Skyranger dienen sollen. Trotz beschleunigter Beschaffungsmaßnahmen und vorgezogener Teilprojekte im Bereich Nah- und Nächstbereichsschutz (NNbS) rechnet das Beschaffungsamt BAAINBw nun erst ab 2028 mit der Auslieferung.

Zukünftiges Schwimmbrückensystem

Amphibie M3 | Foto: GDELS

Typ: Schwimmschnellbrücke

Projektstatus: genehmigt

Auftragnehmer: General Dynamics European Land Systems – Bridge Systems

Bestand: 0

Bestellt: 0

Bedarf: 66

Kosten: 53 Mio. Euro (Festbeauftragung) / 488 Mio. Euro (Gesamtauftragswert)

Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr (Kapitel 1491 Titel 551 11) & Einzelplan 14 (Kapitel 1404 Titel 551 11 & Kapitel 1405 Titel 551 11)

Auslieferung: 2031 – 2036

Beschreibung:

Am 8. Oktober 2025 erteilte der Haushaltsausschuss des Bundestags die Freigabe zur Entwicklung und Beschaffung der Schwimmschnellbrücke 2. Hintergrund dieser Entscheidung ist das nahende Nutzungsdauerende der aktuell genutzten M3-Amphibien, von denen Deutschland und Großbritannien gemeinsam im deutsch-britischen Pionierbrückenbataillon 130 in Minden insgesamt 40 Exemplare betreiben. Da diese Systeme 2035 das Ende ihrer Nutzungsdauer erreichen, suchen beide Länder seit 2022 im Rahmen des Wide Wet Gap Crossing Programms nach einem Nachfolgesystem und haben die Durchführung an die OCCAR übertragen.

Das neue System trägt die Bezeichnung M3 EVO und wird von General Dynamics European Land Systems – Bridge Systems entwickelt. Bis 2036 sollen insgesamt 66 Einheiten beschafft werden. Der Zeitplan sieht vor, dass nach der kritischen Designprüfung im März 2027 die ersten drei Nachweismuster für Deutschland in der ersten Jahreshälfte 2029 geliefert werden. Die Serienauslieferung soll Mitte 2031 beginnen, wobei bei einer Produktionsrate von über zehn Systemen pro Jahr die letzten beiden Fahrzeuge 2036 an die Truppe übergeben werden sollen. Die Vertragsunterzeichnung zwischen OCCAR und dem Hersteller wird in Kürze erwartet.

Finanziell umfasst die Festbeauftragung etwa 53 Millionen Euro, während für die gleichzeitig beauftragte optionale Beschaffung rund 331 Millionen Euro eingeplant sind. Zusätzliche Verträge schlagen mit circa 104 Millionen Euro zu Buche. Folglich beläuft sich das Gesamtvolumen auf rund 488 Millionen Euro.

Die Schwimmschnellbrücke 2 dient dazu, eigene Truppen, insbesondere mechanisierte Verbände, beim Überqueren breiter Gewässer zu unterstützen. Sie löst die bisherigen Systeme ab und erweitert deren Fähigkeiten erheblich. Durch ihre gesteigerte Traglast kann sie künftig auch die schwersten Kampfpanzer transportieren. Der militärische Bedarf wurde mit über 1.000 Metern Brückenkapazität in den Lastenklassen MLC 85 (T) für Kettenfahrzeuge und 130 (W) für Radfahrzeuge definiert.

Als Entwicklungsgrundlage dient die M3-Amphibie, die gegenwärtig an Schweden ausgeliefert wird. Schweden hat seit 2022 mehr als 25 dieser Systeme bestellt, mit denen eine Brückenlänge von 400 Metern realisierbar ist. Im Vergleich dazu wird die M3 EVO leichter konstruiert, um die taktische Beweglichkeit zu erhöhen. Sowohl die Amphibie als auch die Krananlage sollen fernsteuerbar sein. Für die deutschen Einheiten sind zusätzlich eine elektromagnetische Härtung, die Anpassung an die Straßenverkehrsordnung sowie die Integration von D-LBO-konformer Kommunikationstechnik vorgesehen.

GFB Leguan

GFB Leguan / Foto: KNDS

Typ: Brückenlegesysteme

Projektstatus: Auslieferung

Auftragnehmer: Krauss-Maffei-Wegmann (KMW)

Bestand: 7+

Bestellt: 24

Bedarf: N/A

Kosten: ca. 330 Mio. Euro

Finanzierung: Einzelplan 14

Auslieferung: 2023 – 2028 

Beschreibung:

Der GFB Leguan ersetzt die veralteten Brückenlegepanzer Biber. Mindestens sieben Stück wurden bereits an die Truppe ausgeliefert. Weitere 24 Systeme wurden im August 2021 für 330 Millionen Euro bei Krauss-Maffei-Wegmann, heute KNDS Deutschland, bestellt. Die Auslieferung soll im Zeitraum von 2023 bis 2028 erfolgen. Wie viele Brückenlegepanzer vom zweiten Los bereits ausgeliefert wurden, ist leider nicht öffentlich bekannt.

Brückensystem Rad

Typ: Brückenlegesystem

Projektstatus: geplant

Auftragnehmer: /

Bestand: 0

Bestellt: 0

Bedarf: mittlere zweistellige Stückzahl

Kosten: N/A

Finanzierung: offen

Auslieferung: N/A

Beschreibung:

Zur Realisierung der Mittleren Kräfte benötigt das Heer dringend einen Brückenlegepanzer (Rad). Dieser soll auf dem GTK Boxer basieren und die Aufgaben des GFB Leguan in den Brigaden Mittlere Kräfte übernehmen. Auch wenn die Zeit drängt, ist die Finanzierung des Vorhabens bisher noch offen. Kosten- und Zeitplan sind folglich noch nicht bekannt. Mögliche Kandidaten für das Vorhaben sind das Leguan-Brückensystem von KNDS Deutschland und das Cobra-Brückensystem von Rheinmetall. Der Bedarf wird auf eine mittlere zweistellige Stückzahl geschätzt.

Dry Support Bridge

Typ: Unterstützungsbrücken

Projektstatus: geplant

Auftragnehmer: KNDS UK

Bestand: 0

Bestellt: 0

Bedarf: N/A

Kosten: N/A

Finanzierung: offen

Auslieferung: N/A

Beschreibung:

Die Bundeswehr plant laut übereinstimmenden Hinweise, sich am britischen Beschaffungsvorhaben „General Support Bridges/Project TYRO“ zu beteiligen und Unterstützungsbrücken des Typs Dry Support Bridge (DSB) von KNDS UK zu beschaffen. Damit sollen die in die Jahre gekommenen Faltfestbrücken ersetzt werden. Die DSB ist in Großbritannien seit Januar 2024 über einen Vertrag im Wert von rund 150 Mio. Pfund in Einführung; als Trägerfahrzeug ist ein HX2-Lkw von Rheinmetall vorgesehen.

Die Brücke kann Hindernisse bis zu 46 Metern Spannweite überbrücken, lässt sich laut Hersteller in etwa 90 Minuten aufbauen und ist mit MLC 120 für sehr hohe Lasten ausgelegt—auch Schwerlasttransporter mit Kampfpanzern können sie nutzen. Eingesetzt werden solche Unterstützungsbrücken typischerweise durch Pionierkräfte auf Divisionsebene: entweder, um zuvor verlegte Panzerschnellbrücken abzulösen, oder zur Wiederherstellung der Beweglichkeit im rückwärtigen Raum. Eine Nutzung im Katastrophenschutz ist ebenfalls möglich.

Zukünftiges Minenräumsystem

Keiler NG / Foto: Rheinmetall AG

Typ: Minenräumsystem

Projektstatus: geplant

Auftragnehmer: /

Bestand: 0

Bestellt: 0

Bedarf: N/A

Kosten: N/A

Finanzierung: offen

Auslieferung: ab 2027 (geplant)

Beschreibung:

Der Minenräumpanzer Keiler erreicht 2030 das Ende seiner Nutzungsdauer. Der Bedarf des Heeres nach einem neuen Minenräumsystem wurde anerkannt und eine „Funktionale Fähigkeitsforderung“ erstellt. Mögliche Kandidaten für die Nachfolge des Keilers sind der Keiler Next Generation von Rheinmetall und ein neuer Minenräumpanzer der Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft auf Basis des WiSENT 2.

Zukünftiges Sperrsystem

Typ: Sperrsystem

Projektstatus: geplant

Auftragnehmer: /

Bestand: 0

Bestellt: 0

Bedarf: N/A

Kosten: N/A

Finanzierung: offen

Auslieferung: ab 2028 (geplant)

Beschreibung:

Ersatz für das Minenverlegesystem 85. Zulauf ist ab 2028 geplant.

Pionierpanzer 3 Kodiak

Die Zukunft der Pioniertruppe - Rüstungsprojekte & Organisation
Pionierpanzer 3 Kodiak / Foto: Rheinmetall AG

Typ: Pionierpanzer

Projektstatus: Auslieferung

Auftragnehmer: Rheinmetall Landsysteme GmbH

Bestand: N/A

Bestellt: 44

Bedarf: N/A

Kosten: 295 Mio. Euro

Finanzierung: Einzelplan 14

Auslieferung: 2023 – 2029

Beschreibung:

Aktuell verfügt die Truppe noch über rund 50 Pionierpanzer 2 Dachs. Diese erreichen jedoch 2030 ihr Nutzungsdauerende und werden deshalb durch 44 Pionierpanzer 3 Kodiak ersetzt. Ein entsprechender Vertrag wurde im Mai 2021 zwischen dem BAAINBw und der Rheinmetall Landsysteme GmbH geschlossen. Der Auftragswert beläuft sich auf 295 Millionen Euro, finanziert aus dem regulären Verteidigungshaushalt. Die Auslieferung soll im Zeitraum von 2023 bis 2029 erfolgen. 

Bergepanzer

Bergepanzer 3 | Foto: Rheinmetall AG

Typ: Bergepanzer

Projektstatus: geplant

Auftragnehmer: /

Bestand: 0

Bestellt: 0

Bedarf: 100

Kosten: N/A

Finanzierung: offen

Auslieferung: N/A

Beschreibung:

Die Bundeswehr ringt um die Ersatzbeschaffung von Bergefahrzeugen, nachdem zwei Bergepanzer 3 „Büffel“ an die Ukraine abgegeben wurden und zusätzlich 21 ältere Bergepanzer 2 ersetzt werden sollen. Die Modernisierung der Büffel-Flotte läuft, stößt aber bei schweren Leopard-2-Varianten an technische Grenzen. Eine zunächst erwogene Neubeschaffung (u. a. Büffel 3 A2) scheiterte zunächst an Finanzierungsfragen; kolportierte Gesamtkosten von rund 700 Mio. Euro für 23 Fahrzeuge umfassten offenbar mehr als reine Stückpreise.

In einem Brandbrief kritisiert die Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft (FFG) die vom Beschaffungsamt angestrebte Direktvergabe an Rheinmetall und fordert einen Wettbewerb. FFG bewirbt den „Wisent 2“ als günstiger und schneller lieferbar als den modernisierten Büffel; diese Angaben sind im laufenden Verfahren nicht unabhängig verifizierbar. Das Verteidigungsministerium verweist auf die Vertraulichkeit des Vergabeprozesses.

Über den aktuellen Losumfang hinaus steht eine umfassende Erneuerung der deutschen Bergepanzerflotte im Raum (Beobachterschätzungen: etwa 100 Systeme); parallel wächst internationaler Bedarf bei Leopard-2-Nutzern. Industriell hätte eine Direktvergabe potenziell weitreichende Folgen: Sollte Rheinmetall den Büffel 3 A2 auf einer eigenen Leopard-2-Wanne anbieten und diese in der Bundeswehr qualifizieren, würde das die Kräfteverhältnisse im deutschen Panzerbau verschieben (Stichwort Wannen-IP von KNDS). Eine Entscheidung wirkt damit nicht nur auf Termine, Preise und Leistungsdaten, sondern auch auf künftige Programme und Exportchancen – vor dem Hintergrund, dass einsatzfähige Berge-, Pionier- und Minenräumpanzer als Voraussetzung für den wirksamen Einsatz moderner Kampfpanzer gelten.

Bergemittel MKr

Typ: Bergepanzer (Rad)

Projektstatus: geplant

Auftragnehmer: /

Bestand: 0

Bestellt: 0

Bedarf: mittlere zweistellige Stückzahl

Kosten: N/A

Finanzierung: offen

Auslieferung: N/A

Beschreibung:

Zur Realisierung der Mittleren Kräfte benötigt das Heer dringend einen Bergepanzer (Rad). Dieser soll auf dem GTK Boxer basieren und die Aufgaben des Bergepanzer 3 Büffel in den Brigaden Mittlere Kräfte übernehmen.

Fahrschulpanzer Leopard 2 A6A3 & A7V

Leopard 2 Fahrschulpanzer | Foto: Boevaya mashina / Wikimedia Commons

Typ: Fahrschulpanzer

Projektstatus: bestellt

Auftragnehmer: KNDS Deutschland

Bestand: N/A

Bestellt: 16 Leopard 2 A6 A3 & 8 Leopard 2 A7V

Bedarf: 56

Kosten: 192,3 Mio. Euro (Festbeauftragung) / 469,6 Mio. Euro (Gesamtauftragswert)

Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr (Kapitel 1491 Titel 554 97)

Auslieferung: 2026 – 2029 

Beschreibung:

Das BAAINBw hat einen Vertrag mit KNDS Deutschland über die Produktion und Lieferung von Fahrschulpanzern Leopard 2 in den Versionen A6 A3 und A7V samt Ausbildungsmitteln abgeschlossen. Das Gesamtvolumen beträgt rund 469,6 Millionen Euro. Fest beauftragt sind 16 Fahrschulpanzer Leopard 2 A6 A3, acht Fahrschulpanzer A7V sowie weitere Leistungen im Wert von 192,349 Millionen Euro. Zusätzlich können – je nach Bedarf, auch anderer Staaten – bis zu 32 weitere Fahrschulpanzer A7V für insgesamt etwa 277,207 Millionen Euro abgerufen werden.

Fahrschulfahrzeug GTK Boxer

Fahrschulfahrzeug / Foto: Unterillertaler

Typ: Fahrschulfahrzeug

Projektstatus: bestellt

Auftragnehmer: ARTEC GmbH

Bestand: 10

Bestellt: 10

Bedarf: 120

Kosten: 67 Mio. Euro

Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr

Auslieferung: ab 2028

Beschreibung:

Am 8. Oktober 2025 hat der Haushaltsausschuss des Bundestages der Beschaffung von zehn weiteren Fahrschulfahrzeugen des GTK Boxer für 67 Millionen Euro zugestimmt. Am 17. Oktober 2025 wurde ein entsprechender Rahmenvertrag mit der ARTEC GmbH geschlossen. Dieser sieht neben den zehn fest beauftragten Fahrzeugen eine Option auf bis zu 100 weitere BOXER-Fahrschulfahrzeuge vor.

Ausbildungsgeräte Schieß- und Gefechtsausbildung

Ausbildungsgerät Schieß- und Gefechtsausbildung Schützenpanzer Puma (AGSP) | Foto: Rheinmetall AG

Typ: Schieß- und Gefechtsausbildungssimulatoren für den SPz Puma

Projektstatus: bestellt

Auftragnehmer: Projekt System & Management GmbH (PSM)

Bestand: 0

Bestellt: 9

Bedarf: N/A

Kosten: 119,5 Mio. Euro

Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr & Einzelplan 14

Auslieferung: ab Mitte 2027

Beschreibung:

  • 17. Dezember 2025: Der Haushaltsausschuss des Bundestages stimmt der Beschaffung der Ausbildungsgeräte Schieß- und Gefechtsausbildung (AGSP) für den Schützenpanzern Puma zu.
  • 19. Dezember 2025: Das BAAINBw beauftragt die Projekt System & Management GmbH (PSM) mit der Herstellung und Lieferung von neun AGSP für 119,5 Millionen Euro brutto.

Ausstattungssätze Ausbildungsgerät Duellsimulator

Typ: Trainingssystem

Projektstatus: genehmigt

Auftragnehmer: Projekt System & Management GmbH (PSM)

Bestand: N/A

Bestellt: 258

Bedarf: N/A

Kosten: 109 Mio. Euro

Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr

Auslieferung: bis 2026

Beschreibung:

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages gab am 10. April 2024 grünes Licht für die Beschaffung des AGDUS-Systems für den Schützenpanzer Puma. Bis zum Jahr 2026 sollen insgesamt 258 Ausstattungssätze des Ausbildungsgeräts Duellsimulator (AGDUS) beschafft werden. Die Investitionssumme beläuft sich auf etwa 109 Millionen Euro und wird aus dem Sondervermögen der Bundeswehr finanziert. Das AGDUS ist ein fortschrittliches, laserbasiertes Trainingssystem, das dazu dient, Gefechtssituationen realistisch zu simulieren und die Schießausbildung effektiv zu unterstützen. Es wird sowohl im Gefechtsübungszentrum des Heeres als auch in den Schießübungszentren und an den Standorten des Schützenpanzers Puma zum Einsatz kommen.

Leichter Kampfhubschrauber

H145M LKH
H145M LKH | Foto: Airbus Helicopters/Cara-Irina Wagner

Typ: Leichter Kampfhubschrauber

Projektstatus: Auslieferung

Auftragnehmer: Airbus Helicopters Deutschland GmbH

Bestand: 1

Bestellt: 82 (65 Heer & 17 Luftwaffe)

Bedarf: 82 (65 Heer & 17 Luftwaffe)

Kosten: 3,73 Mrd. Euro

Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr bis 2027 (Kapitel 1491 Titel 554 61) & Einzelplan 14 ab 2028 (Kapitel 1405 Titel 554 13)

Auslieferung: 2024 – 2029

Beschreibung:

Im Rahmen des Vorhabens „Leichter Kampfhubschrauber“ (LKH) erhält die Bundeswehr insgesamt 82 H145M LKH. Diese sollen als Brückenlösung dienen und den Kampfhubschrauber Tiger ablösen. Am 13. Dezember 2023 stimmte der Haushaltsausschuss des Bundestages dem Beschaffungsvorhaben zu. Unmittelbar nach der Billigung durch den Haushaltsausschuss beauftragte das BAAINBw die Airbus Helicopters Deutschland GmbH mit der Herstellung und Lieferung der Hubschrauber.

Zunächst wurden 62 H145M LKH inklusive Bewaffnung und Munition zu Testzwecken sowie weiterer Leistungen für rund 2,63 Milliarden Euro (Preisstand Dezember 2022) beauftragt. Am 12. November 2025 stimmte der Haushaltsausschuss der Beschaffung von 20 weiteren leichten Kampfhubschraubern samt Rüstsätzen aus dem bestehenden Rahmenvertrag für rund 1,1 Milliarden Euro zu. Damit beläuft sich das Gesamtvolumen auf 3,73 Milliarden Euro. Die Finanzierung erfolgt bis 2027 aus dem Sondervermögen Bundeswehr und ab 2028 über den Einzelplan 14. Für den Zeitraum von 2031 bis 2044 rechnet das Ministerium mit Betriebskosten in Höhe von schätzungsweise 2,24 Milliarden Euro.

Der erste H145M LKH wurde bereits im November 2024 an die Truppe ausgeliefert. Bis 2029 sollen die restlichen 81 Maschinen folgen. Von den insgesamt 82 Hubschraubern gehen 65 an das Heer und 17 an die Luftwaffe. Von den 65 Maschinen für das Heer werden 24 in der Rolle Kampf und 41 in der Rolle Ausbildung/Professionalisierung geliefert. Die Luftwaffe erhält zehn Maschinen in der Rolle SOF und sieben in der Rolle Ausbildung/Professionalisierung. Alle Maschinen sollen über einen identischen Konfigurationsstand verfügen und können durch die Ein- bzw. Rückrüstung eines Rüstsatzes an die jeweils für den Einsatz erforderliche Rolle angepasst werden.

Loitering Munitions

Bundeswehr erhält Loitering Munitions
HX-2 in der Resilienzfabrik | Foto: Helsing

Typ: Loitering Munition

Projektstatus: bestellt

Auftragnehmer: Helsing, Stark Defense und Rheinmetall AG

Bestand: N/A

Bestellt: N/A

Bedarf: ca. 12.000

Kosten: ca. 900 Mio. Euro

Finanzierung: N/A

Auslieferung: N/A

Beschreibung:

Die Bundeswehr beschleunigt ihre Beschaffung von unbemannten Systemen: Gleich drei deutsche Unternehmen sollen in Kürze Großaufträge für sogenannte Loitering Munition erhalten. Wie die Financial Times am 29. Oktober berichtete, werden neben den erwarteten Defence-Tech-Startups Helsing und Stark Defense auch der Rüstungsriese Rheinmetall mit der Produktion dieser Kamikazedrohnen beauftragt.

Jedes der drei Unternehmen soll nach Informationen der Financial Times einen Vertrag über rund 300 Millionen Euro erhalten. Insgesamt ist die Produktion von etwa 12.000 Loitering Munitions geplant – ein bedeutender Schritt für die Bundeswehr, die bisher über keine nennenswerten Bestände dieser Waffensysteme verfügte.

Bei den zu beschaffenden Systemen handelt es sich um die Virtus-Drohne von Stark Defense, die HX-2 von Helsing sowie die kürzlich vorgestellte FV-104 von Rheinmetall. Alle drei Unternehmen haben ihre Produktionskapazitäten in den vergangenen Monaten massiv ausgebaut, um den steigenden Bedarf bedienen zu können.

Besonders innovativ ist das geplante Liefermodell: Nur ein Teil der bestellten Drohnen soll direkt an die Truppe ausgeliefert werden. Der Großteil bleibt zunächst bei den Herstellern, um kontinuierlich mit Software- und Hardware-Updates auf den neuesten Stand gebracht zu werden – ein Ansatz, der sich im Ukraine-Krieg bewährt hat. Dort betragen die Innovationszyklen teilweise nur wenige Wochen, weshalb eine klassische Lagerhaltung nicht zielführend wäre.

Bereits im April 2025 hatte das Verteidigungsministerium den Einstieg in die Beschaffung von Loitering Munition angekündigt. Generalinspekteur Carsten Breuer bezeichnete Drohnen damals als „Gamechanger“ der modernen Kriegsführung – vergleichbar mit der Einführung von Maschinengewehren oder Panzern vor einem Jahrhundert.

Die teilautonomen Systeme können über längere Zeit in einem Einsatzgebiet verweilen, Ziele aufklären und nach menschlicher Freigabe präzise bekämpfen. Künstliche Intelligenz unterstützt dabei bei der Zielerfassung und Navigation, die finale Entscheidung über den Waffeneinsatz bleibt jedoch beim Menschen.​

Als erste Einheit soll die neue Panzerbrigade 45 in Litauen, die sich derzeit noch im Aufbau befindet, mit der Loitering Munition ausgestattet werden. Noch in diesem Jahr sollen erste scharfe Schießübungen mit den Systemen stattfinden.

Die geplanten Verträge müssen allerdings noch vom Haushaltsausschuss des Bundestages freigegeben werden, da sie die 25-Millionen-Euro-Grenze deutlich überschreiten. Weder das Verteidigungsministerium noch die beteiligten Unternehmen wollten die Planung bislang offiziell bestätigen.

Uranos KI

Typ: KI-gestützter Aufklärungsverbund

Projektstatus: genehmigt

Auftragnehmer: vrsl. Helsing, Airbus und Quantum Systems

Bestand: 0

Bestellt: 8 (Gesamtsysteme)

Bedarf: 28 (Gesamtsysteme)

Kosten: 57 Mio. Euro (Festbeauftragung) / 136 Mio. Euro (Gesamtvolumen)

Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr & Einzelplan 14

Auslieferung: ab 2026

Beschreibung:

Am 3. Dezember 2025 gab der Haushaltsausschuss des Bundestags grünes Licht für die Entwicklung und Beschaffung von Uranos KI. Dabei handelt es sich um einen KI-gestützten Aufklärungsverbunds unbemannter Systeme für die taktische Ebene (Kampftruppenbataillone) zur Gefechtsfeldaufklärung.

Das System nutzt künstliche Intelligenz, um umfangreiche Datenmengen von verschiedenen Sensorplattformen zu verarbeiten, die sowohl aus der Luft als auch vom Boden operieren. Durch diese technologische Kombination soll ein entscheidender Informationsvorsprung im Gefechtsfeld erreicht werden. Die technische Umsetzung erfolgt durch die Zusammenführung bereits am Markt erhältlicher Einzelkomponenten zu einem funktionsfähigen Gesamtsystem.

Als erste Einheit wird die Panzerbrigade 45 in Litauen mit Uranos KI ausgerüstet. Die Anfangsbefähigung ist für den Zeitraum zwischen 2026 und 2028 vorgesehen. Nach erfolgreicher Einführung soll das System schrittweise auf sämtliche Heeresbrigaden ausgeweitet werden. Zunächst werden parallel acht Gesamtsysteme von zwei verschiedenen Herstellern beschafft.

Nach Informationen aus gut unterrichteten Quellen erhielten Airbus Defence and Space gemeinsam mit Quantum System sowie das auf Künstliche Intelligenz spezialisierte Technologieunternehmen Helsing den Zuschlag. Beide Konsortien konnten sich im Auswahlverfahren gegen Konkurrenzangebote von Rheinmetall und Hensoldt behaupten. Der Gesamtfinanzrahmen für beide Rahmenverträge beläuft sich auf ungefähr 136 Millionen Euro, wobei diese Summe Optionen für je zehn zusätzliche Systeme pro Anbieter beinhaltet.

In der ersten Beschaffungsphase wird zunächst lediglich die Entwicklung und Auslieferung von jeweils vier Systemen pro Hersteller fest vereinbart. Dabei fließen an Helsing rund 34 Millionen Euro, während das Konsortium aus Airbus und Quantum Systems circa 23 Millionen Euro erhält.

HUSAR

HUSAR | Foto: Rheinmetall AG

Typ: Aufklärungssystem

Projektstatus: bestellt

Auftragnehmer: Rheinmetall Technical Publications GmbH

Bestand: 0

Bestellt: 13 Systeme

Bedarf: min. 25 Systeme

Kosten: 290,9 Mio. Euro

Finanzierung: Einzelplan 14 (Kapitel 1405 Titel 554 13)

Auslieferung: 2025 – 2028 

Beschreibung:

Das Verteidigungsministerium hat die bereits geschlossene Beschaffungsmaßnahme für das unbemannte Aufklärungssystem LUNA NG/B (UAS mittlere Reichweite – HUSAR) vertraglich neu geordnet: Mit einem 4. Änderungsvertrag (Rahmenvertrag) und einem 1. Änderungsvertrag (Bestellung) werden insgesamt zwölf Seriensysteme sowie ein Ausbildungssystem beschafft. Drei Systeme und das Ausbildungspaket sind als Festbeauftragung im ersten Los vereinbart, neun weitere Systeme folgen als zweites Los.

Der Auftragswert liegt bei rund 290,9 Millionen Euro (Selbstkostenfestpreis); die Auslieferung ist für 2025 bis 2028 vorgesehen. Hintergrund der Anpassung ist die Insolvenz des ursprünglichen Auftragnehmers EMT; Rheinmetall Technical Publications übernimmt nun die Gesamtverantwortung. Zu den wesentlichen Unterauftragnehmern zählen ESG, STEEP, HECKA, ReconGlobal (Kanada) und Will-Burt. Die geplante Nutzungsdauer beträgt 15 Jahre, der Gesamtfinanzbedarf bis 2043 wird mit etwa 417,2 Millionen Euro veranschlagt.

Darüber hinaus ist die Beschaffung zwölf weiterer HUSAR-Aufklärungssysteme für rund 1,6 Milliarden Euro geplant, so berichtet es POLITICO.

FALKE

FALKE / Foto: Quantum-Systems GmbH

Typ: Aufklärungsdrohne

Projektstatus: Auslieferung

Auftragnehmer: Quantum-Systems GmbH

Bestand: vrsl. ca. 60

Bestellt: min. 560

Bedarf: min. 500

Kosten: mehr als 200 Mio. Euro

Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr & Einzelplan 14

Auslieferung: seit 2024 

Beschreibung:

Die Aufklärungsdrohne „FALKE“ (ferngeführte Aufklärungssystem, luftgestützt, kurze Entfernung) soll die Fähigkeitslücke zwischen kurzer Reichweite (abgedeckt durch ALADIN) und mittlerer Reichweite (abgedeckt durch LUNA) schließen. Bei „FALKE“ handelt es sich um die VECTOR-Drohne von Quantum-Systems.

  • 26. September 2023: Das BAAINBw schließt einen Rahmenvertrag mit der Quantum-Systems GmbH zur Beschaffung der Aufklärungsdrohne „FALKE“. Fest beauftragt werden zunächst 14 Systeme, die ab dem vierten Quartal 2024 ausgeliefert werden sollen. Diese Systeme sind für die Spezialkräfte des Heeres vorgesehen.
  • 11. Oktober 2024: Die Anfangsbeschaffung von 14 Systemen wurde auf 60 Stück ausgeweitet, so berichtet es das Magazin .loyal. Neben dem KSK soll nun auch die Heeresaufklärungstruppe mit „FALKE“ ausgestattet werden.
  • 17. Dezember 2025: Der Haushaltsausschuss gibt mehr als 200 Millionen Euro für die Beschaffung von über 500 weiteren Aufklärungsdrohnen „FALKE“ frei. Neben dem KSK und der Heeresaufklärungstruppe, soll die Aufklärungsdrohne künftig auch breitflächig in der Kampftruppe sowie der Feldjägertruppe eingesetzt werden.

Twister

Twister | Foto: Quantum Systems

Typ: Aufklärungsdrohne

Projektstatus: bestellt

Auftragnehmer: Quantum-Systems GmbH

Bestand: 0

Bestellt: 147

Bedarf: min. 747

Kosten: rund 16 Mio. Euro (Festbeauftragung) / 85 Mio. Euro (Gesamtvolumen)

Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr (Kapitel 1491 Titel 554 93) & Einzelplan 14 (Kapitel 1405 Titel 555 13)

Auslieferung: ab 2027

Beschreibung:

Das BAAINBw eröffnete im Juni 2024 ein Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb, um einen Nachfolger für die Aufklärungsdrohne ALADIN zu finden. Hintergrund war, dass die seit 2005 im Dienst befindlichen ALADIN-Systeme nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik entsprechen.

Den Zuschlag erhielt der deutsche Drohnenhersteller Quantum Systems mit seinem Modell Twister. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages billigte am 3. Dezember 2025 die Finanzierung des Projekts. Rund 16 Millionen Euro wurden für die Beschaffung von 147 Drohnen samt zusätzlicher Leistungen freigegeben. Für den gesamten Rahmenvertrag stehen etwa 85 Millionen Euro zur Verfügung.

Am 12. Dezember 2025 unterzeichneten das BAAINBw und Quantum Systems den Vertrag über bis zu 747 Aufklärungsdrohnen vom Typ Twister. Durch Festbeauftragung werden zunächst 147 Systeme inklusive Serviceleistungen beschafft. Weitere bis zu 600 Systeme sind als Optionen im Rahmenvertrag vorgesehen. Der Hersteller hat zugesichert, mindestens 250 Systeme jährlich liefern zu können, wobei die Kapazität bei Bedarf noch gesteigert werden kann.

Die neuen Drohnen sollen in allen drei Teilstreitkräften – Heer, Marine und Luftwaffe – zum Einsatz kommen und gehören zu den wichtigsten Aufklärungssystemen der Bundeswehr. Sie dienen der Ziel-, Wirkungs- und Lageaufklärung bei Tag und Nacht. Vor dem Einsatz müssen die Systeme allerdings noch durch die Bundeswehr qualifiziert werden. Beobachter rechnen daher frühestens ab 2027 mit einer Ablösung der alten ALADIN-Drohnen.

Da die Bedarfsermittlung noch auf Basis der früheren Bundeswehrstruktur erfolgte, gehen Experten davon aus, dass der Rahmenvertrag zügig ausgeschöpft werden wird. Bei erfolgreicher Bewährung in der Truppe könnte das Beschaffungsvolumen deutlich ausgeweitet werden.

Maschinenkanone Oerlikon KBA 25 mm

Maschinenkanone Oerlikon KBA 25 mm | Foto: Rheinmetall AG

Typ: 25-mm-Maschinenkanone

Projektstatus: genehmigt

Auftragnehmer: Rheinmetall

Bestand: 0

Bestellt: N/A

Bedarf: 310

Kosten: 138 Mio. Euro

Finanzierung: Einzelplan 14 & Sondervermögen Bundeswehr

Auslieferung: N/A

Beschreibung:

Am 15. Oktober hat der Haushaltsausschuss grünes Licht für die Beschaffung von Maschinenkanonen Oerlikon KBA 25 mm für das Spähfahrzeug Luchs 2 gegeben. Das Vorhaben kostet etwa 138 Millionen Euro, die sowohl aus dem Einzelplan 14 als auch aus dem Sondervermögen Bundeswehr finanziert werden.

Geplant ist eine Rahmenvereinbarung mit dem Rüstungskonzern Rheinmetall, die den Abruf von bis zu 310 dieser Waffensysteme ermöglichen soll. Die Oerlikon KBA ist eine automatische Waffe mit einem Kaliber von 25 x 137 Millimetern, die besonders für Kampfeinsätze auf mittlere Entfernungen konzipiert wurde und Ziele in bis zu 2.700 Metern Distanz bekämpfen kann.

Nach Angaben des Herstellers wurden bereits mehr als 6.000 Exemplare dieser Kanone gefertigt. Ein besonderes Merkmal ist das Doppelgurtsystem, das es ermöglicht, gleichzeitig zwei unterschiedliche Munitionssorten bereitzuhalten. Die Waffe kann bis zu 600 Schuss pro Minute abfeuern.

Zur Verfügung stehen verschiedene Munitionsarten: panzerbrechende Geschosse mit Treibspiegel, Deformationsgeschosse, Sprengbrandmunition sowie speziell entwickelte Munition zur Drohnenabwehr.

Fernbedienbare leichte Waffenstationen 100 & 200

Peacekeeping Ministerial 2025 - Herausforderungen & Perspektiven der VN‑Friedensmissionen
Foto: Bundeswehr/Jana Neumann

Typ: fernbedienbare leichte Waffenstationen (FLW)

Projektstatus: bestellt

Auftragnehmer: KNDS Deutschland & Rheinmetall Electronics GmbH

Bestand: N/A

Bestellt: 126 FLW 100 & 126 (LAZ) 200

Bedarf: 500 FLW 100, FLW 200 und Nebelmittelwurfanlagen 76 mm und über 1.000 LAZ/200/400

Kosten: 48,02 Mio. Euro

Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr (Kapitel 1491 Titel 554 10)

Auslieferung: 2026 – 2027

Beschreibung:

Das BMVg hat, mit KNDS Deutschland und Rheinmetall Electronics jeweils eine Rahmenvereinbarung über die Lieferung von fernbedienbaren leichten Waffenstationen (FLW) 100 und 200, Nebelmittelwurfanlagen (76 mm) sowie passenden Zieleinrichtungen (LAZ 200 und LAZ 400L) abgeschlossen.

DieFestbeauftragung umfasst die Neubeschaffung von jeweils 124 FLW 100 und zugehörigen LAZ 200 sowie die Ersatzbeschaffung von je zwei weiteren Systemen. Der Gesamtwert der Bestellung liegt bei etwa 48 Millionen Euro, davon rund 30,8 Millionen Euro für die FLW 100 und 17,2 Millionen Euro für die LAZ 200.

Die Systeme sollen eine Nutzungsdauer von etwa 20 Jahren haben. Für diesen Zeitraum werden Betriebskosten in Höhe von etwa 10,7 Millionen Euro eingeplant. Die Finanzierung der Nutzungskosten ist laut BMVg langfristig gesichert.

DefendAir

Foto: Clemens Speer

Typ: Drohnenabwehrlenkflugkörper 

Projektstatus: bestellt

Auftragnehmer: MBDA

Bestand: 0

Bestellt: 0

Bedarf: N/A

Kosten: ca. 490 Mio. Euro

Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr & Einzelplan 14

Auslieferung: 2030 – 2032

Beschreibung:

Am 5. November 2025 genehmigte der Haushaltsausschuss des Bundestages eine Rahmenvereinbarung mit Festbeauftragung für Entwicklung, Herstellung und Lieferung des Lenkflugkörpersystems DefendAir für den Skyranger 30. Fünf Tage später, am 10. November 2025, schloss das BAAINBw einen entsprechenden Vertrag mit MBDA ab. Das Kostenvolumen beläuft sich auf rund 490 Millionen Euro.

Nach Informationen von Hartpunkt entfallen etwas mehr als zwei Drittel der Summe auf die Entwicklung und Qualifizierung der Drohnenabwehrflugkörper, die ursprünglich als Small Anti Drone Missile bezeichnet wurden und von MBDA Deutschland inzwischen unter der Bezeichnung DefendAir vertrieben werden. Der verbleibende Betrag ist für den Abruf von Serienflugkörpern vorgesehen. Neben den Flugkörpern selbst und der zugehörigen Produktionsstraße sollen auch entsprechende Startbehälter entwickelt und qualifiziert werden.

Die Finanzierung der bis 2032 terminierten Festbeauftragung erfolgt aus dem Sondervermögen Bundeswehr und dem regulären Verteidigungshaushalt. Der Produktionsstart ist Berichten zufolge für 2029 geplant, sodass die Bundeswehr ab 2030 beliefert werden könnte. Das System soll außerdem in die European Sky Shield Initiative als mögliche Beschaffungsoption aufgenommen werden.

Die Bundeswehr wählte die DefendAir-Drohnenabwehrflugkörper vor einigen Monaten als Sekundärbewaffnung für den Flugabwehrkanonenpanzer Skyranger 30 aus. Wie gut unterrichtete Kreise berichten, ist die Integration der Flugkörper auf den Skyranger jedoch nicht Bestandteil der genehmigten Vorlage. Dieses Arbeitspaket wurde Berichten zufolge bereits im Entwicklungs- und Beschaffungsvertrag des Skyrangers berücksichtigt.

Mit dem Lenkflugkörper DefendAir in Verbindung mit der 30-mm-Maschinenkanone kann der Skyranger 30 Klein- und Kleinstdrohnen abwehren. Die Planungen sehen vor, dass jeder Skyranger über mindestens neun, möglicherweise sogar zwölf DefendAir-Flugkörper verfügen soll.

155-mm-Artilleriemunition

Rheinmetall erhält Großaufträge für Artilleriemunition
Foto: Rheinmetall AG

Typ: 155-mm-Artilleriemunition 

Projektstatus: bestellt

Auftragnehmer: Rheinmetall AG, ARGE DiNa 155mm, Nexter Munitions

Bestand: N/A

Bestellt: 468.000

Bedarf: 2.700.000

Kosten: ca. 2,457 Mrd. Euro

Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr bis 2027 (Kapitel 1491 Titel 554 08) & Einzelplan 14 ab 2028 (Kapitel 1405 Titel 554 08) & Einzelplan 60 (Kapitel 6002 Titel 687 03)

Auslieferung: 2025 – 2031

Beschreibung:

  • 200.000 Geschosse im Wert von ca. 1,3 Mrd. Euro bei der Arbeitsgemeinschaft Diehl Defence und Nammo (ARGE DiNa 155mm) bestellt. Rahmenvertrag über bis zu 2,35 Mio. Geschosse im Wert von rund 15 Mrd. Euro.
  • 2. Änderungsvertrag zur bestehenden Rahmenvereinbarung mit der Rheinmetall Waffe Munition GmbH über bis zu 2.350.0000 Schuss 155-mm-Artilleriemunition. Festbeauftragung von 200.000 Schuss für 879,82 Mio. Euro. Finanziert über das Sondervermögen Bundeswehr bis 2027 und den Einzelplan 14 ab 2028.
  • 68.000 Geschosse für 278 Millionen Euro zur Unterstützung der Ukraine. Finanziert aus dem Einzelplan 60 (Kapitel 6002 Titel 687 03). Rahmenvertrag über bis zu 350.000 Geschosse, Zünder, Treibladungen und Treibladungsanzünder im Kaliber 155mm mit Nexter Munition geschlossen. Weitere Abrufe sollen auch der Deckung des Artilleriemunitionsbedarfs der Bundeswehr dienen.

120-mm-Munition

Foto: Bundeswehr/Sebastian Moldt

Typ: 120 mm x 570 DM11, DM88, DM98, DM63A1, DM73 und Rh31

Projektstatus: bestellt

Auftragnehmer: Rheinmetall Waffe Munition GmbH

Bestand: N/A

Bestellt: min. 10.000 DM88 & 10.715 DM98

Bedarf: N/A

Kosten: 423,18 Mio. Euro

Finanzierung: Einzelplan 14 (Kapitel 1405 Titel 554 08) & Einzelplan 60 (Kapitel 6002 Titel 687 03)

Auslieferung: N/A

Beschreibung:

Das Verteidigungsministerium hat den bereits bestehenden Rahmenvertrag für 120‑mm‑Munition (DM11, DM88, DM98, DM63A1, DM73, Rh31) per zweitem Änderungsvertrag erweitert und Abrufe im Wert von rund 381,08 Millionen Euro (zzgl. jährlich 5 % Preiseskalation) ausgelöst. Damit werden Bestellobergrenzen angehoben und zusätzliche Munitionssorten festgelegt. Hauptauftragnehmer ist Rheinmetall Waffe Munition; größere Unterauftragnehmer sind u. a. Nitrochemie Aschau, Pyrotechnik Silberhütte, Diehl, Junghans MicroTec, Müller sowie Eurenco (Frankreich).

Neu ist, dass die Ukraine als weitere bestellberechtigte Nation aufgenommen wurde; ihre Orders benötigen allerdings die Zustimmung Deutschlands. Die vorgezogene Beschaffung reagiert auf die verschärfte Sicherheitslage und orientiert sich an NATO‑Vorgaben. Der Gesamtbedarf umfasst den Eigenbedarf der Bundeswehr, die Wiederbeschaffung für an die Ukraine abgegebene Bestände und den Folgebedarf der Ukraine.

Bereits im Jahr 2022 wurden 10.000 Patronen 120mm x 570 DM88 (CR20) und 10.715 Patronen 120mm x 570 DM98 (CR13) für 42,1 Millionen Euro bestellt. Die Finanzierung erfolgt aus dem Einzelplan 14 (Kapitel 1405 Titel 554 08).

70-mm-Übungsraketen

Übungsraketen für KH Tiger bestellt
Foto: synaxonag – Flickr: ILÜ 2012, CC BY 2.0

Typ: 70-mm-Übungsraketen

Projektstatus: bestellt

Auftragnehmer: Rheinmetall AG

Bestand: N/A

Bestellt: 15.180

Bedarf: 31.760

Kosten: 54 Mio. Euro

Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr

Auslieferung: 2025 – 2029

Beschreibung:

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat am 10. April 2024 der Beschaffung von Übungsraketen für den Kampfhubschrauber Tiger aus dem Sondervermögen der Bundeswehr zugestimmt. In einem ersten Schritt wurden 15.180 Übungsraketen zu einem Preis von nahezu 54 Millionen Euro bewilligt. Diese Raketen sollen zwischen 2024 und 2026 ausgeliefert werden. Zudem besteht eine Rahmenvereinbarung mit dem Hersteller, die eine potenzielle Lieferung von insgesamt bis zu 31.760 Übungsraketen im Kalibers 70 Millimeter vorsieht.

30-mm-Munition

Modernisierungsvorhaben
Schützenpanzer Puma | Foto: Bundeswehr/Maximilian Schulz

Typ: 30-mm-Maschinenkanonenmunition

Projektstatus: Auslieferung

Auftragnehmer: Rheinmetall Waffe Munition GmbH

Bestand: N/A

Bestellt: ca. 765.000 (Festbeauftragt) / hohe sechsstellige Anzahl an Patronen (Gesamtvolumen)

Bedarf: N/A

Kosten: min. 737,6 (Festbeauftragung) / rund 1 Milliarde Euro (Gesamtauftragswert)

Finanzierung: Einzelplan 14

Auslieferung: 2023 – 2028 

Beschreibung:

  • 30. November 2022: Der Haushaltsausschuss des Bundestages stimmt der Beschaffung von 25.000 Patronen der Munition im Kaliber 30 × 173 Millimeter zu.
  • 7. Dezember 2022: Das BAAINBw schließt einen Rahmenvertrag mit der Rheinmetall Waffe Munition GmbH über mehr als 600.000 Patronen im Wert von rund 576 Millionen Euro. Fest beauftragt werden rund 25.000 Patronen.
  • 5. Juli 2023: Der Haushaltsausschuss stimmt der Beschaffung weiterer mehr als 70.000 Patronen aus dem bestehenden Rahmenvertrag für 67,6 Millionen Euro zu.
  • 17. Januar 2024: Die Bundeswehr ruft aus dem bestehenden Rahmenvertrag mehrere hunderttausend Patronen für über 350 Millionen Euro ab. Bei einem geschätzten Stückpreis von 1.000 Euro dürfte der Abruf rund 350.000 Patronen umfassen.
  • 17. Dezember 2025: Der Haushaltsausschuss des Bundestages billigt die Beschaffung einer mittleren sechsstelligen Stückzahl an Patronen (voraussichtlich rund 320.000 Stück) im Wert von 320 Millionen Euro. Zugleich erteilt er die haushaltsrechtliche Zustimmung zur Erweiterung des bestehenden Rahmenvertrags.
  • 19. Dezember 2025: Das BAAINBw setzt den Beschluss des Haushaltsausschusses um und erweitert den bestehenden Rahmenvertrag mit der Rheinmetall Waffe Munition GmbH. Der Rahmenvertrag umfasst nun die Lieferung einer hohen sechsstelligen Anzahl an Patronen mit einem Gesamtvolumen von rund einer Milliarde Euro. Gleichzeitig wird eine mittlere sechsstellige Stückzahl (voraussichtlich rund 320.000 Patronen) im Wert von 320 Millionen Euro fest beauftragt.

PARM DM22

PARM DM22 | Foto: Bundeswehr/PIZ Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung

Typ: Panzerabwehrrichtmine 

Projektstatus: bestellt

Auftragnehmer: TDW GmbH

Bestand: N/A

Bestellt: 2.600

Bedarf: 12.600+

Kosten: 67,8 Mio. Euro (Festbeauftragung) 

Finanzierung: Einzelplan 60 (Kapitel 6002 Titel 687 03)

Auslieferung: ab 2026

Beschreibung:

Das BAAINBw hat mit der TDW GmbH einen Rahmenvertrag zur Produktion und Lieferung der obsoleszenzbereinigten Panzerabwehrrichtmine DM22 abgeschlossen. Direkt nach Vertragsabschluss wurden 2.600 Minen im Wert von rund 67,8 Millionen Euro fest beauftragt. Die Finanzierung erfolgt aus dem Etat zur Ertüchtigung von Partnerstaaten, da es sich um die Nachbeschaffung von zuvor an die Ukraine abgegebenem Material handelt.

Reaktivschutzmodule

Reaktivschutzmodule für den SPz Puma bestellt
Foto: Bundeswehr/Marco Dorow

Typ: Reaktivschutzmodule

Projektstatus: bestellt

Auftragnehmer: Dynamit Nobel Defence

Bestand: N/A

Bestellt: 5.050 EA Reaktivschutzmodule Seiten-Oben-Vorne (SOV), 1.380 EA Reaktivschutzmodule Seiten-Oben-Hinten (SOH) und 2.149 EA Transport- und Lagerbehälter

Bedarf: 130.680 Reaktivschutzmodule & 43.560 Transport- und Lagerbehälter

Kosten: 82,17 Mio. Euro

Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr bis 2027 (Kapitel 1491 Titel 554 08) & Einzelplan 14 ab 2028 (1405 Titel 554 08)

Auslieferung: N/A

Beschreibung:

Das BAAINBw hat mit Dynamit Nobel Defence eine siebenjährige Rahmenvereinbarung über Reaktivschutzmodule für den Schützenpanzer Puma geschlossen. Unterauftragnehmer ist DroneCases – Oliver Küpper. Der Festauftrag hat einen Umfang von rund 82,2 Millionen Euro. Insgesamt können bis zu 130 680 Reaktivschutzmodule sowie 43 560 Transport- und Lagerbehälter abgerufen werden; unmittelbar bestellt wurden 5.050 EA Reaktivschutzmodule Seiten-Oben-Vorne (SOV), 1.380 EA Reaktivschutzmodule Seiten-Oben-Hinten (SOH) und 2.149 EA Transport- und Lagerbehälter.

Mobile Feldküchen

Feldküchensystem | Foto: Bundeswehr/Heike Westhöfer

Typ: Feldküchensystem

Projektstatus: Auslieferung

Auftragnehmer: Kärcher Futuretech GmbH

Bestand: 1+

Bestellt: 200

Bedarf: 400

Kosten: 212 Mio. Euro

Finanzierung: Einzelplan 14 & Sondervermögen Bundeswehr

Auslieferung: seit 2023

Beschreibung:

Die Bundeswehr führt neue mobile Feldküchen ein, um die Verpflegung im Feldeinsatz zu verbessern. Der dazu mit der Kärcher Futuretech GmbH geschlossene Rahmenvertrag erlaubt die Beschaffung von bis zu 400 Feldküchen. Bisher wurden folgende Bestellungen getätigt:

  • 115 Feldküchen für rund 144 Millionen Euro – finanziert über das Sondervermögen Bundeswehr und den Einzelplan 14 (5. November 2025).
  • 85 Feldküchen für 68 Millionen Euro – finanziert über den Einzelplan 14.

Eine Feldküche besteht aus zwei 20-Fuß-Containern, wurde unter Hitze- und Kältebedingungen erprobt und erfüllt aktuelle Sicherheits- und Hygienestandards. Jede Feldküche kann bis zu 250 Personen versorgen und bringt alle Geräte, Betriebsstoffe sowie Verpflegung und 2.600 Liter Trinkwasser für einen 24-stündigen, autarken Betrieb mit. Die Systeme sind für Landes- und Bündnisverteidigung sowie weltweite Einsätze ausgelegt. Zur schnellen Ausstattung der Truppe sind jährlich rund 30 Auslieferungen vorgesehen.

Bewegliche Unterbringung im Einsatz Streitkräfte

Zeltsystem | Foto: Kärcher Futuretech GmbH

Typ: Zeltsystem

Projektstatus: Auslieferung

Auftragnehmer: Kärcher Futuretech GmbH

Bestand: N/A

Bestellt: 3.255

Bedarf: 19.000

Kosten: 83 Mio. Euro (Gesamtvolumen)

Finanzierung: Einzelplan 14

Auslieferung: 2022 – 2027

Beschreibung:

Das BAAINBw hat Ende Juni 2022 das erste Seriensystem „Bewegliche Unterbringung im Einsatz Streitkräfte“ vom Hersteller Kärcher Futuretech übernommen. Grundlage ist ein Rahmenvertrag von April 2021 über bis zu 19.000 Zeltsysteme. Innerhalb von 14 Monaten wurden Konzeption, Konstruktion und der Start der Auslieferung umgesetzt; die vertraglich für 2022 vorgesehenen 2.500 Systeme trafen vorab im Depot ein und erste Truppenteile wurden ausgestattet. Trotz gestörter Lieferketten und steigender Preise ist damit die Unterbringung von bis zu 10.000 Soldatinnen und Soldaten für die VJTF 2023 einschließlich Austauschvorrat sichergestellt; weitere Verbände folgen sukzessive.

Jedes System ist für vier Personen ausgelegt und modular aufgebaut: vier Ein-Personen-Zelte (jeweils mit Stirnlampe) können an ein zusätzliches Vier-Personen-Zelt mit Klapptisch, Hockern und Liegen gekoppelt werden. Ein Multifuel-Kocher mit Zubehör dient der Verpflegung; das Hygiene-/Sanitärmodul umfasst eine Klapptoilette mit Sichtschutzzelt, dazu Material zur Mülltrennung. Volumen und Gewicht sind so ausgelegt, dass Transport und Aufbau durch die Truppe ohne zusätzliche technische Unterstützung möglich sind.

Mobile Multispektrale Tarnausstattung

Typ: Mobilen Multispektralen Tarnausstattung (MMT)

Projektstatus: Ausschreibung

Auftragnehmer: /

Bestand: 0

Bestellt: 0

Bedarf: 300 Fahrzeugsätze

Kosten: N/A

Finanzierung: offen

Auslieferung: N/A

Beschreibung:

Die Bundeswehr beabsichtigt, im Rahmen eines Wettbewerbs neue multispektrale Tarnausstattungen für die Schützenpanzer Puma zu beschaffen. Zu diesem Zweck hat das Beschaffungsamt der Bundeswehr (BAAINBw) einen Teilnahmewettbewerb ausgeschrieben, um bis zu 300 Tarnsysteme für die Schützenpanzer-Varianten VJTF und S1 zu erwerben. Diese Ausschreibung wurde kürzlich auf der europäischen Online-Vergabeplattform TED veröffentlicht.

Laut BAAINBw sieht die aktuelle Planung vor, zunächst einen Vertrag für die Lieferung eines Prototyps der „Mobilen Multispektralen Tarnausstattung“ (MMT) in der Ausführung „woodland“ abzuschließen. In einem weiteren Schritt soll dann die Serienproduktion mit einer maximalen Anzahl von 300 Tarnsystemen erfolgen. Die Notwendigkeit dieser Beschaffung begründet das BAAINBw mit den bisherigen Einsatzerfahrungen sowie den erwarteten zukünftigen Einsatzszenarien, die eine spezifische Anpassung der MMT an die jeweiligen Umgebungsbedingungen erforderlich machen.

Stationäre multispektrale Tarnausstattung

Typ: Multispektraltarnnetz

Projektstatus: genehmigt

Auftragnehmer: vrsl. Sioen

Bestand: 0

Bestellt: 0

Bedarf: 219.261 Multispektral-Tarnnetz-Sätze und 104.536 Sätze Stützausstattung

Kosten: 48 Mio. Euro (Festbeauftragung) / rund 580 Mio. Euro (Gesamtvolumen)

Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr

Auslieferung: N/A

Beschreibung:

Der Haushaltsausschuss genehmigte am 12. November 2025 den Abschluss einer Rahmenvereinbarung über die Herstellung und Lieferung von Tarnnetzen sowie Tarnstützmaterial. Die Rahmenvereinbarung soll mit dem belgischen Textilspezialisten Sioen geschlossen werden und über ein Volumen von rund 580 Millionen Euro verfügen. 

Der Vertrag ermöglicht die Beschaffung von bis zu 219.261 Multispektral-Tarnnetz-Sätzen in verschiedenen Ausführungen und Größen sowie bis zu 104.536 Sätzen an Stützausstattungen. In einem ersten Schritt soll Tarnmaterial im Wert von etwa 48 Millionen Euro abgerufen werden.

Tarnnetze und Tarnstützmaterial bilden zusammen die stationäre multispektrale Tarnausstattung, die zum Schutz vor Entdeckung durch den Gegner dient. Die neuen Systeme sollen den Bedarf aller Bereiche der Bundeswehr decken und lösen mit ihren verbesserten Abschirmeigenschaften die vorherige Generation ab.

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