Diese Liste umfasst die wichtigsten Beschaffungsvorhaben des Heeres. Hier finden Sie aktuelle Informationen zum Projektstatus, Auftragnehmer, Bestand, Bestellt, Bedarf, Kosten, Finanzierung und Auslieferungszeitraum der einzelnen Beschaffungsvorhaben.
Letzte Aktualisierung: 27. November 2025
Table of Contents
- Leopard 2 A8
- Leopard 2 AX
- Main Ground Combat System
- Puma 2. Los
- Schakal
- Schwerer Waffenträger Infanterie
- Luchs 2
- Boxer JFSTsw
- Transportpanzer Neue Generation
- ATF Dingo 2 A4
- EAGLE V
- Überschneefahrzeug Neue Generation
- Einsatzsystem Luftlandeplattform
- Fahrzeugfamilie mittel Spezialkräfte
- Leichte Luftlandefähige Einsatz-/Gefechtsfahrzeuge & Unterstützungsfahrzeuge
- Zukünftiges System des Indirekten Feuers kurze Reichweite
- Zukünftiges System Indirektes Feuer mittlere Reichweite – Radhaubitze
- Zukünftiges System des Indirekten Feuers große Reichweite – Raketenwaffensystem
- Panzerhaubitzen 2000
- Skyranger 30 A3
- Zukünftiges Schwimmbrückensystem
- GFB Leguan
- Brückensystem Rad
- Dry Support Bridge
- Zukünftiges Minenräumsystem
- Zukünftiges Sperrsystem
- Pionierpanzer 3 Kodiak
- Bergepanzer
- Bergemittel MKr
- Fahrschulpanzer Leopard 2 A6A3 & A7V
- Fahrschulfahrzeug GTK Boxer
- Ausstattungssätze Ausbildungsgerät Duellsimulator
- Leichter Kampfhubschrauber
- Loitering Munitions
- HUSAR
- ALADIN-Nachfolge
- Maschinenkanone Oerlikon KBA 25 mm
- Fernbedienbare leichte Waffenstationen 100 & 200
- DefendAir
- 155-mm-Artilleriemunition
- 120-mm-Munition
- 70-mm-Übungsraketen
- 30 x 173 mm DM21
- PARM DM22
- Reaktivschutzmodule
- Mobile Feldküchen
- Bewegliche Unterbringung im Einsatz Streitkräfte
- Mobile Multispektrale Tarnausstattung
- Stationäre multispektrale Tarnausstattung
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Leopard 2 A8

Typ: Kampfpanzer
Projektstatus: bestellt
Auftragnehmer: KNDS Deutschland
Bestand: 0
Bestellt: 123
Bedarf: bis zu 1.000
Kosten: 3,45 Mrd. Euro
Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr bis 2027 (Kapitel 1491 Titel 554 97), Einzelplan 14 ab 2028 (Kapitel 1405 Titel 554 07) & Einzelplan 60 (Kapitel 6002 Titel 687 03)
Auslieferung: 2027 – 2030
Verzögerung: ca. 2 Jahre (ursprünglich ab 2025 geplant)
Beschreibung:
Der Leopard 2 A8 ist die aktuell modernste Version des Leopard 2 Kampfpanzers. Folgende Bestellungen wurden bislang für die Bundeswehr getätigt:
- 105 Leopard 2 A8 für 2,936 Milliarden Euro. Finanziert aus dem Sondervermögen Bundeswehr bis 2027 und dem Einzelplan 14 ab 2028. Die Nutzungskosten für den Zeitraum von 2032 bis 2040 belaufen sich auf 750,53 Millionen Euro.
- 18 Leopard 2 A8 für 525,6 Millionen Euro. Finanziert über den Einzelplan 60. Ersatz für an die Ukraine abgegebene Leopard 2 A6. Die Betriebskosten werden auf 2 Millionen Euro pro Jahr und Kampfpanzer geschätzt.
Die Auslieferung dieser 123 Leopard 2 A8 soll im Zeitraum von 2027 bis 2030 erfolgen. Als Erstes soll die in Litauen stationierte Panzerbrigade 45 mit den neuen Kampfpanzern ausgestattet werden. Darüber hinaus plant das BMVg nächstes Jahr die Beschaffung weiterer 75 Leopard 2 A8 die in den 2030er Jahren ausgeliefert werden sollen. Den Bedarf der Truppe deckt dies jedoch nicht. Dieser wird auf rund 1.000 Kampfpanzer geschätzt.
Leopard 2 AX

Typ: Kampfpanzer
Projektstatus: geplant
Auftragnehmer: KNDS Deutschland, Rheinmetall und Hensoldt
Bestand: 0
Bestellt: 0
Bedarf: 90 – 300
Kosten: N/A
Finanzierung: N/A
Auslieferung: ab 2030
Beschreibung:
Das Heer benötigt für seine Panzertruppe ab den 2030er Jahren einen neuen Kampfpanzer, der die Zeit bis zur Einführung des MGCS überbrückt. Da das MGCS den Leopard 2 ab circa 2050 ablösen soll, wird mit einer Nutzungsdauer von rund 20 Jahren gerechnet. Diese Brückenlösung soll dabei bereits über gewisse Merkmale und Fähigkeiten des MGCS verfügen. Als Erstes kommt einem da natürlich der neue Leopard 2 A8 in den Sinn. Allerdings ist die Beschaffung des Leopard 2 A8 vor allem ein politisches Vorhaben, um schnellstmöglich eine Vollausstattung zu erreichen. Die Anforderungen des Heeres an einen modernen Kampfpanzer erfüllt der Leopard 2 A8 hingegen nicht vollständig. Insbesondere in den Bereichen Schutz, Mobilität und Sensorik weist die A8-Version noch signifikante Lücken zu den Anforderungen des Heeres auf. Wie man diese Lücken schließen könnte, prüft das Heer im Rahmen des Vorhabens „Leopard 2 AX“. Dabei sei angemerkt, dass es sich dabei um einen noch nicht endgültigen Arbeitsbegriff handelt. Zur Zielsetzung des Vorhabens gehören weitere Verbesserungen in den Bereichen Wirkung, Schutz, Mobilität und Nachtkampffähigkeit. Am Ende des Tages will man über einen Kampfpanzer verfügen der dem aktuellen Bedrohungsstand angepasst ist und die Leistungsfähigkeit des Leopard 2 A8 übertrifft.
Dazu wurden vor kurzem KNDS Deutschland, Rheinmetall und Hensoldt mit einer Reihe von technischen Studien beauftragt, die wir uns gleich noch im Detail angucken. Die Ergebnisse der Studien sollen laut Beschaffungsamt der Bundeswehr Ende 2026 vorliegen. Erst danach sollen Entscheidungen bezüglich Konfiguration und Stückzahl getroffen werden. Laut Hartpunkt steht die Beschaffung von 90 bis 300 dieser neuen Kampfpanzer im Raum. Interessant diesbezüglich ist auch, dass das Vorhaben Leopard 2 AX ursprünglich mit der Intention begann, die rund 100 Leopard 2 A5 und A6, die bisher nicht modernisiert wurden, endlich zu modernisieren. Mittlerweile sieht es eher danach aus, dass man fabrikneue Kampfpanzer als Ersatz für ältere Modelle beschaffen will. Die zu beschaffene Stückzahl entscheidet sich schlussendlich daran, ob nur die rund 100 bisher noch nicht modernisierten Leopard 2 ersetzt werden sollen oder fast alle unterhalb des A8-Stands. Darüber hinaus ist natürlich auch eine weitergehende Stückzahlerhöhung aufgrund der neuen NATO-Fähigkeitsziele denkbar. Aufgrund dieser könnte es sein, dass Deutschland der NATO ab 2031 zwei bis sechs weitere Kampfbrigaden zur Verfügung stellen muss. Und was man so hört, soll es sich dabei nicht um leichte oder mittlere Brigaden, sondern um Panzerbrigaden handeln. Sollte dies tatsächlich so kommen dürfte der Bedarf der Bundeswehr nach Kampfpanzern um ein paar hundert Stück nach oben korrigiert werden.
Main Ground Combat System
Typ: Landkampfsystem
Projektstatus: Entwicklung
Auftragnehmer: KNDS
Bestand: 0
Bestellt: 0
Bedarf: N/A
Kosten: N/A
Finanzierung: Einzelplan 14 & Sondervermögen Bundeswehr
Auslieferung: ab 2040/2045
Beschreibung:
Soll den Leopard 2 bei der Bundeswehr und den Leclerc bei den französischen Streitkräften ersetzen.
Puma 2. Los

Typ: Schützenpanzer
Projektstatus: bestellt
Auftragnehmer: PSM Projekt System & Management GmbH
Bestand: 350 (Puma 1. Los)
Bestellt: 50 (Festbeauftragung) / 179 (Optional)
Bedarf: 1.087
Kosten: 1,5 Mrd. Euro (Festbeauftragung) / 5,4 Mrd. Euro (Gesamtauftragswert)
Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr (Kapitel 1491 Titel 554 41)
Auslieferung: 2025 – 2027
Beschreibung:
Das BAAINBw hat im Jahr 2023 einen Rahmenvertrag für ein zweites Los des Schützenpanzers Puma abgeschlossen. Darin enthalten ist eine Festbestellung von zunächst 50 Fahrzeugen samt Ersatzteilen, Werkzeugen und Simulatoren für etwa 1,5 Milliarden Euro. Optional können weitere 179 Puma bestellt werden, sodass insgesamt bis zu 229 Schützenpanzer beschafft werden könnten. Der gesamte Rahmenvertrag erreicht dadurch ein Volumen von rund 4,77 Milliarden Euro (Preisstand Dezember 2021). Der erste Abruf weiterer Fahrzeuge hätte spätestens bis Februar 2024 erfolgen müssen, Optionen wie die Ausstattung mit einer Turmunabhängigen Sekundären Waffenanlage (TSWA) und zusätzliche Fahrschulpanzer wären bis März 2025 zu ziehen gewesen.
Der Schützenpanzer Puma wurde seit 2015 in einer ersten Serie (Los 1) mit insgesamt 350 Fahrzeugen beschafft. Diese Fahrzeuge erreichten zunächst jedoch nicht die vollständige Einsatzreife und wurden schrittweise verbessert. Der Konstruktionsstand S1, der die Einsatzreife weiter optimieren soll, wurde für das Los 1 bis Ende 2022 für insgesamt rund 2,1 Milliarden Euro beauftragt, die ersten modernisierten Fahrzeuge sollten ab Oktober 2023 zulaufen. Eine weitere Stufe, die volle Einsatzfähigkeit (FOC – Full Operational Capability), befindet sich aktuell noch in der Konzeptphase.
Das Verteidigungsministerium hatte ursprünglich 111 Schützenpanzer Puma als Bedarf für das zweite Los definiert, aufgrund begrenzter finanzieller Ressourcen wurden zunächst jedoch nur 50 Fahrzeuge verbindlich bestellt. Das Bundesfinanzministerium (BMF) wies darauf hin, dass im Sondervermögen Bundeswehr grundsätzlich Mittel für eine größere Bestellung verfügbar gewesen wären. Das BMF warnte außerdem ausdrücklich vor erheblichen finanziellen und zeitlichen Risiken, da der Vertrag noch auf dem Preisstand von 2021 basierte und bereits eine Preiserhöhung von etwa 12,8 Prozent aufgelaufen war. Weiterhin seien Risiken bezüglich der termingerechten Lieferung und der Abhängigkeit von anderen Projekten zu erwarten. Besonders kritisch bewertete das BMF, dass zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung im Jahr 2023 noch keine praktische Erfahrung mit dem verbesserten Konstruktionsstand S1 aus dem ersten Los vorlag. Daher könne nicht beurteilt werden, ob die geplante Konfiguration tatsächlich störungsfrei funktioniere. Eine spätere Beauftragung nach erfolgreicher Erprobung wäre laut BMF risikoärmer gewesen.
Die Gesamtausgaben für das Projekt Puma erreichten inklusive der bisherigen Entwicklungs- und Beschaffungskosten bereits 7,8 Milliarden Euro. Mit dem aktuellen Vertrag steigen diese auf rund 9,3 Milliarden Euro, wobei zusätzliche Kosten für eine noch angestrebte FOC-Ausstattung und weitere Stückzahlen zu erwarten sind. Die geschätzten Folgekosten allein für die fest bestellten 50 Schützenpanzer belaufen sich bis 2050 auf etwa 565 Millionen Euro. Noch nicht finanziell gesicherte Optionen für TSWA und Fahrschulpanzer würden rund 245 Millionen Euro zusätzliche Ausgaben verursachen.
Aufgrund des geplanten Aufwuchses der Bundeswehr hat sich der Bedarf mittlerweile auf 1.087 Schützenpanzer Puma erhöht. Für die Beschaffung der zusätzlichen 687 Fahrzeuge werden voraussichtlich rund 14 Milliarden Euro erforderlich sein. Die Zustimmung der zuständigen Ausschüsse des Bundestages steht noch aus.
Schakal

Typ: Radschützenpanzer
Projektstatus: bestellt
Auftragnehmer: ARTEC GmbH
Bestand: 0
Bestellt: 150
Bedarf: 350
Kosten: 3,4 Mrd. Euro
Finanzierung: Einzelplan 14
Auslieferung: 2027 – 2031
Beschreibung:
Die europäische Rüstungsorganisation OCCAR hat am 17. Oktober 2025 einen Großauftrag über 222 Radschützenpanzer vom Typ Schakal erteilt. Die Bestellung erfolgte nur zwei Tage nachdem der Haushaltsausschuss des Bundestags grünes Licht für die Beschaffung gegeben hatte. Von den insgesamt 222 Fahrzeugen gehen 150 an die Bundeswehr und 72 an die niederländischen Streitkräfte.
Der Vertrag mit der ARTEC GmbH, einem Gemeinschaftsunternehmen von Rheinmetall und KNDS Deutschland, wurde als 18. Änderungsvertrag zum bestehenden Boxer-Serienvertrag abgeschlossen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 3,4 Milliarden Euro und werden aus dem regulären Verteidigungshaushalt finanziert. Eine Vorauszahlung von rund 222 Millionen Euro soll die Vorbereitungen für die Serienfertigung unterstützen.
Neben den Fahrzeugen umfasst der Auftrag ein Logistikpaket mit Ersatzteilen, Ausbildungsmitteln und Sonderwerkzeugen. Zusätzliche Optionen wie Schutz gegen Panzerabwehrhandwaffen, Beschussdetektion und Drohnenabwehr sind ebenfalls vorgesehen. Der Vertrag enthält zudem eine Option auf bis zu 248 weitere Fahrzeuge – 200 für Deutschland und 48 für die Niederlande.
Die ersten Serienfahrzeuge sollen Ende 2027 an die Bundeswehr ausgeliefert werden, die Niederlande erhalten ihre ersten Systeme voraussichtlich Ende 2028. Die komplette Auslieferung ist bis 2031 geplant. Sollte die Zusatzoption gezogen werden, würde das Deutsche Heer über bis zu 350 SPz Schakal verfügen – ausreichend für fünf bis sechs Panzergrenadierbataillone mit einer Umlaufreserve von 40 Prozent.
Der Schakal wird das primäre Waffensystem der Panzergrenadierbataillone der neu aufgestellten „Mittleren Kräfte“ darstellen. Nach aktueller Planung sollen zwei Verbände samt Schul- und Übungsorganisation mit dem System ausgestattet werden. Fachleute erwarten weitere Beschaffungen, sobald die künftige Heeresstruktur finalisiert wurde.
Der Schakal kombiniert das bewährte Fahrmodul des GTK Boxer mit dem Turm des Schützenpanzers Puma. Als erstes Boxer-Fahrzeug der Bundeswehr basiert er auf dem Future Common Drive Module, das eine maximale Traglast von 40 Tonnen ermöglicht. Das neue Fahrmodul verfügt über verbesserte Reifen, ein modifiziertes Fahrwerk und eine 6-Punkt-Lagerung für Missionsmodule – bei gleichzeitiger Abwärtskompatibilität zu bestehenden Modulen.
Besonders flexibel zeigt sich das Antriebskonzept: Die Fahrmodule können sowohl den klassischen MTU-Dieselmotor mit 530 kW als auch die leistungsstärkere britische Variante mit 600 kW aufnehmen. Im Gefecht könnte sogar ein Triebwerkswechsel zwischen den verschiedenen Motortypen durchgeführt werden.
Die Hauptbewaffnung besteht aus einer stabilisierten MK 30-2/ABM-Maschinenkanone im Kaliber 30 x 173 mm von Rheinmetall, die eine präzise Zielbekämpfung im Stand und während der Fahrt ermöglicht. Angesichts der wachsenden Drohnenbedrohung wurde der Turm weiterentwickelt, um effektiven Selbstschutz gegen Kleinstdrohnen zu bieten – diese Fähigkeit soll in den Serienfahrzeugen standardmäßig integriert sein.
Zur Panzerabwehr verfügt der Schakal über einen an der linken Turmseite montierten Werfer mit zwei MELLS-Panzerabwehrlenkflugkörpern (Spike LR/LR2). Ein koaxiales Maschinengewehr ergänzt die Bewaffnung.
Das Fahrzeug wird mit dem leistungsgesteigerten Selbstschutzsystem MUSS 2.0 sowie einem 360-Grad-Sichtsystem ausgestattet. Für Aufklärung und Beobachtung dient die Optronic Digital Waffenstation (WAO) mit hochauflösenden Infrarot- und Tageslichtsensoren, die stufenlos zoomen können und vollständig stabilisiert sind.
Der Kampfraum bietet neben der dreiköpfigen Besatzung (Fahrer, Kommandant und Richtschütze) Platz für sechs voll ausgerüstete Grenadiere. Im Vergleich zum Puma ist der Kampfraum etwas schmaler, dafür aber höher konzipiert. Dies beseitigt die aus dem Puma bekannte Größeneinschränkung für die Besatzung.
Schwerer Waffenträger Infanterie

Typ: Schwerer Waffenträger
Projektstatus: Auslieferung
Auftragnehmer: Rheinmetall Defence Australia & Rheinmetall Landsysteme GmbH
Bestand: 1
Bestellt: 123
Bedarf: 123
Kosten: 1,943 Mrd. Euro (+ 750 Mio. Euro Integrated Logistic Support)
Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr
Auslieferung: 2025 – 2031
Beschreibung:
Der Schwere Waffenträger Infanterie soll die Wiesel 1 MK & MELLS in den Jägerbataillonen ersetzen. Seit der Auswahlentscheidung im Februar 2022 steht fest, dass der Schwere Waffenträger Infanterie auf Basis des australischen Combat Reconnaissance Vehicle, kurz CRV, realisiert werden soll. Am 10. Juli 2023 wurde ein Grundsatzabkommen zwischen Deutschland und Australien für die geplante Beschaffung unterzeichnet. Dieses basiert auf der Zusammenarbeitserklärung, welche der parlamentarische Staatssekretär Hitschler am 23. März 2023 in Australien unterzeichnet hat.
Am 20. März 2024 hat dann der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages der Beschaffung von 123 Schweren Waffenträger Infanterie für 1,943 Milliarden Euro zugestimmt. Nur einen Tag später wurde der Government-to-Government-Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Australien unterzeichnet. Neben den 1,9 Mrd. Euro wurden weitere 750 Millionen Euro für einen sogenannten Integrated Logistic Support Vertrag freigegeben, welcher die Einsatzfähigkeit der Schweren Waffenträger nach der Lieferung sicherstellen soll. Insgesamt beläuft sich das Kostenvolumen also auf 2,693 Mrd. Euro, die vollständig aus dem Sondervermögen der Bundeswehr finanziert werden sollen.
Auftragnehmer sind Rheinmetall Defence Australia und die Rheinmetall Landsysteme GmbH. Das erste Nachweismuster wurde im Mai 2024 an das BAAINBw geliefert. Nach erfolgreicher Nachweisführung sollen ab nächstem Jahr die ersten 19 Serienfahrzeuge an die Truppe geliefert werden. Die Restlichen sollen bis Anfang 2030 folgen, mit einer Auslieferungsquote von jährlich rund 25 Stück.
In einem ersten Schritt soll jedes Jägerbataillon 12 Boxer CRV erhalten. In der Zielstruktur soll jedes Jägerbataillon über 26 Schwere Waffenträger Infanterie verfügen. Jeweils vier in den schweren Zügen der drei Kampfkompanien als direkte taktische Feuerunterstützung. Und 14 in den schweren Kompanien der Jägerbataillone, die entweder die Kampfkompanien unterstützen oder ein eigenes Manöverelement bilden können. Der Schwere Waffenträger Infanterie soll sowohl zur begleitenden als auch zur direkten taktischen Feuerunterstützung genutzt werden können.
Luchs 2

Typ: Spähfahrzeug
Projektstatus: bestellt
Auftragnehmer: General Dynamics European (GDELS)
Bestand: 0
Bestellt: 274
Bedarf: 356
Kosten: 3,54 Mrd. Euro (Festbeauftragung) / 4,6 Mrd. Euro (Gesamtauftragswert)
Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr (Kapitel 1491 Titel 551 11 & Titel 554 97) & Einzelplan 14 (Kapitel 1405 Titel 554)
Auslieferung: 2028 (2 Referenzsysteme) / 2029 – 2032 (Festbeauftragung – 272 Fahrzeuge)
Beschreibung:
Am 15. Oktober erteilte der Haushaltsausschuss des Bundestags seine Zustimmung zur Entwicklung und Produktion des Spähfahrzeugs Next Generation (SpähFz NG) Luchs 2 samt eines 1. Änderungsvertrags. Fünf Tage später, am 20. Oktober 2025, beauftragte das Beschaffungsamt der Bundeswehr General Dynamics European Land Systems (GDELS) offiziell mit der Entwicklung und Lieferung von 274 Spähfahrzeugen. An diesem Projekt beteiligt sich ein Konsortium mehrerer Unternehmen: GDELS liefert die Trägerfahrzeuge auf Basis des Piranha V 6×6, Hensoldt Optronics steuert die Sensorsuite bei, Rheinmetall Electronics die Waffenanlage, e.sigma die Ausbildungssimulatoren und Saab Bofors Dynamics Switzerland die Tarnausstattung.
Der Beschaffungsvertrag beinhaltet die komplette Entwicklung des Spähfahrzeugs samt Herstellung und Lieferung von Referenzsystemen sowie Serienfahrzeugen inklusive Zubehör. Ursprünglich war eine Rahmenvereinbarung für 252 Spähfahrzeuge vorgesehen, bei der 92 fest abgerufen und der Rest optional vereinbart werden sollten. Durch den ersten Änderungsvertrag wurde die maximale Abrufmenge auf 356 Fahrzeuge erhöht. Davon werden zunächst 274 Systeme fest bei GDELS bestellt, während 82 weitere optional beschafft werden können, was das Kostenvolumen auf etwa 4,6 Milliarden Euro anheben würde. Das aktuelle Vertragsvolumen beläuft sich auf rund 3,54 Milliarden Euro, finanziert aus dem Sondervermögen Bundeswehr und dem Einzelplan 14.
Im Rahmen des Vertrags wird außerdem eine Simulationsumgebung für die Ausbildung entwickelt und sechs Ausbildungs-Gefechtssimulatoren (AGFS) geliefert, von denen drei vor 2030 und drei nach 2030 bereitgestellt werden sollen. Der Zeitplan sieht vor, die Designphase bis Mitte 2027 abzuschließen und das Projekt einem Critical Design Review zu unterziehen. Ab Mitte 2028 beginnt die integrierte Nachweisführung, nach etwa acht Monaten soll die Serienfreigabe erfolgen. Die Serienauslieferung soll 2029 mit jährlichen Stückzahlen zwischen 58 und 90 Fahrzeugen starten, wobei die 272 Serienfahrzeuge zwischen 2029 und 2032 an die Truppe übergeben werden sollen.
Die neuen Spähfahrzeuge basieren auf dem Piranha V 6×6, einem hochmobilen und geschützten Radpanzer. Im Auswahlverfahren setzte sich der Lösungsvorschlag von GDELS durch, der den Piranha 5 als Grundlage vorsieht, allerdings für dieses Projekt um eine Achse auf ein 6×6-Fahrgestell verkürzt wurde. In dieser Konfiguration gibt GDELS ein zulässiges Gesamtgewicht von 25 Tonnen an, wovon 7,5 Tonnen Nutzlast ausmachen. Als Antrieb dient ein MTU-Dieselmotor 6V199 TE21 mit 594 PS, der zusammen mit einem ZF-Getriebeautomaten die geforderte Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h ermöglicht.
Deutlich erkennbar sind die Propeller am Fahrzeugheck und der Schwallschild am Bug, die für den Schwimmbetrieb notwendig sind. Diese Ausstattung ermöglicht dem Fahrzeug das Überqueren stehender und fließender Gewässer, wodurch mehr Anmarschwege ins Aufklärungsgebiet möglich sind.
Um den Herausforderungen des modernen Gefechtsfelds gerecht zu werden, wird modernste Aufklärungstechnik verbaut. Am rechten Fahrzeugheck befindet sich ein Sensormast mit stabilisierter Sensorik, die auch während der Fahrt eingesetzt werden kann. Dabei handelt es sich um die neue Beobachtungs- und Aufklärungsausstattung IV, kurz BAA IV, von Hensoldt. Die BAA IV ist ein multispektrales Beobachtungs- und Aufklärungssystem, das in der Lage ist, neben derkombinierten Wärmebild- und Tageslicht-Sensorik mit Laserentfernungsmesser undZielbeleuchter auch eine Short-Wave-Infrared-Kamera (SWIR) für optimale Sicht beischlechten Wetterbedingungen (Regen, Nebel, etc.) zu integrieren.
Das See Through Armour System (SETAS) ermöglicht der Fahrzeugbesatzung eine vollständige Rundumsicht rund um die Uhr, ohne den Schutzraum verlassen zu müssen. Das System zeigt die Umgebung in Echtzeit an und hilft dabei, Gefahren rechtzeitig zu identifizieren. Ergänzt wird die Ausrüstung durch weitere Sensoren: Ein Radio Direction Finder (RDF), ein Laserwarner und akustische Sensoren erfassen relevante Signale und bestimmen teilweise deren Herkunft. Diese Technologien alarmieren die Besatzung unmittelbar bei Bedrohungen und unterstützen sie bei der Reaktion.
Als Missionssystem kommt CERETRON, ebenfalls von HENSOLDT, zum Einsatz. Es bündelt die Daten aller Sensoren des Fahrzeugs, wertet diese sofort aus und erstellt daraus ein einheitliches taktisches Lagebild. Durch künstliche Intelligenz erkennt, klassifiziert und verfolgt das System automatisch Objekte und Personen, wodurch die Besatzung und die übergeordnete Führung unmittelbar entscheidungsrelevante Informationen erhalten.
Die softwaredefinierte Architektur nach NGVA-Standard ermöglicht Anpassungen und Erweiterungen: Neue Funktionen und Algorithmen lassen sich ohne Veränderungen an der Fahrzeughardware implementieren, wodurch das System während seiner gesamten Nutzungsdauer weiterentwickelt werden kann. Bei Bedarf können zusätzliche Sensoren eingebaut und anschließend softwareseitig integriert werden. Gleichzeitig entlastet CERETRON die Besatzung, indem es Informationen automatisch verarbeitet, nach Wichtigkeit ordnet und übersichtlich darstellt. Jeder Nutzer erhält das Lagebild in der für ihn relevanten Form – ein Kerngedanke der Software-defined Defence, der schnelle und fundierte Entscheidungen im Einsatz unterstützt.
Der Schutz des Fahrzeugs ist standardmäßig nach STANAG 4569 Level 4 gegen ballistische Bedrohungen und Minen ausgelegt, wobei Zusatzschutz verfügbar ist. Neben der passiven Panzerung werden die neuen Spähfahrzeuge mit einer modernen 25-mm-Bordmaschinenkanone als wesentliches Selbstverteidigungselement ausgestattet. Die für den Luchs 2 geplanten Kanonen werden über ein separates Vorhaben beschafft, das ebenfalls am 15. Oktober 2025 genehmigt wurde. Dazu wird mit Rheinmetall eine Rahmenvereinbarung geschlossen, aus der bis zu 310 25-mm-Maschinenkanonen vom Typ KBA abgerufen werden können.
Mit den neuen Systemen, die den Namen Luchs 2 tragen werden, erfolgt ein Generationswechsel bei der Heeresaufklärungstruppe der Bundeswehr mit deutlichem Fähigkeitszuwachs für die fahrzeuggebundene Spähaufklärung. Die neuen Fahrzeuge sollen den Spähwagen Fennek, der 2028 sein Nutzungsdauerende erreicht, sukzessive ersetzen.
Boxer JFSTsw
Typ: Joint Fire Support Team schwer (JFSTsw)
Projektstatus: Entwicklung
Auftragnehmer: ARTEC GmbH
Bestand: N/A
Bestellt: N/A
Bedarf: 56 (28 Teams)
Kosten: N/A
Finanzierung: Einzelplan 14
Auslieferung: N/A
Beschreibung:
Zukünftig soll das Heer neben den leichten Joint Fire Support Teams auf Basis Fennek und den abgesessenen Joint Fire Support Teams noch über schwere Joint Fire Support Teams verfügen. Diese Joint Fire Support Teams schwer sollen den gepanzerten Kampftruppen folgen können und auf Basis des GTK Boxers realisiert werden. Das Heer hat einen strukturellen Bedarf von 28 Teams mit je zwei Fahrzeugen. Die ersten zwei Nachweismuster sind bereits zugelaufen. Die eigentliche Beschaffung wird allerdings wohl erst ab 2027 erfolgen.
Transportpanzer Neue Generation

Typ: 6×6 Transportpanzer
Projektstatus: geplant
Auftragnehmer: /
Bestand: 0
Bestellt: 0
Bedarf: ca. 1.000 – 4.000
Kosten: ca. 4 Mrd. Euro
Finanzierung: offen
Auslieferung: N/A
Beschreibung:
Der 6 × 6 Transportpanzer Fuchs ist seit mehr als vier Jahrzehnten bei der Bundeswehr im Einsatz und soll nach Erreichen seines Nutzungsdauerende schrittweise durch einen neuen Transportpanzer ersetzt werden. Aktuell sind noch über 800 der ursprünglich mehr als 1.400 für die Bundeswehr produzierten Fahrzeuge in über 20 verschiedenen Ausführungen im Einsatz. Laut Vizeadmiral Carsten Stawitzki, der im BMVg für die Abteilung Ausrüstung verantwortlich ist und kürzlich dem Fachmagazin „Europäische Sicherheit & Technik“ ein Interview gab, wird erwartet, dass die ersten TPz Fuchs 2025 ausgemustert werden. Bis zum Ende der 2030er-Jahre werden selbst die modernsten Varianten so veraltet sein, dass eine wirtschaftliche Nutzung nicht mehr sinnvoll erscheint.
Experten gehen davon aus, dass ein Teil der Fuchs-Flotte durch andere, bereits in der Bundeswehr vorhandene Fahrzeugtypen, wie etwa der GTK Boxer oder der Eagle V 6×6, ersetzt werden könnte. Der Großteil der Fuchs-Flotte dürfte jedoch durch einen neuen 6×6-Transportpanzer ersetzt werden. Als Favorit gilt der Patria 6×6, der über das Common Armoured Vehicle System Programm, welches von Finnland geleitet wird, beschafft werden könnte. Diesem Programm ist Deutschland bereits im April letzten Jahres beigetreten. Im Anschluss wurde der Patria 6×6 einer Reifegradanalyse unterzogen, die er auch erfolgreich abgeschlossen hat. Anfang Mai 2024 ist Deutschland dann offiziell der Forschungs- und Entwicklungsvereinbarung des „Common Armoured Vehicle System“-Programms (CAVS) beigetreten. Damit überwindet das Vorhaben die nächste Hürde, und der Patria 6×6, als Ersatz für den TPz Fuchs, dürfte also so gut wie gesetzt angesehen werden. Der Bedarf wird auf rund 1.000 bis 4.000 Fahrzeuge geschätzt.
ATF Dingo 2 A4

Typ: Geschütztes Führungs- und Funktionsfahrzeug (GFF) Klasse 3
Projektstatus: bestellt
Auftragnehmer: KNDS Deutschland
Bestand: ca. 500
Bestellt: 115
Bedarf: 733
Kosten: ca. 266 Mio. Euro
Finanzierung: Einzelplan 60 (Kapitel 6002 Titel 687 03) & Sondervermögen Bundeswehr
Auslieferung: 2026 – 2028
Beschreibung:
Das BAAINBw hat mit KNDS Deutschland einen Rahmenvertrag über 223 Dingo 2 A4.1 in der Variante Patrouillen-/Sicherungsfahrzeug (GFF 3 Dingo 2 A4.1 Pat/Sich Fzg) geschlossen. Bisher sind folgende Bestellungen getätigt wurden:
- Tranche: 50 GFF 3 Dingo 2 A4.1 Pat/Sich Fzg für 146,88 Mio. Euro. Finanziert über den Einzelplan 60. (29. November 2023)
- Tranche: 65 GFF 3 Dingo 2 A4.1 Pat/Sich Fzg für rund 119,12 Mio. Euro. Die Nutzungskosten für die kommenden 15 Jahre betragen 324,87 Mio. Euro. (19. Dezember 2024)
Das 1. Los von 50 Fahrzeugen dient als Ersatz für an die Ukraine abgegebenes Material. Das 2. Los mit 65 weiteren Dingos dient der Vollausstattung der Panzerbrigade 45 in Litauen.
EAGLE V

Typ: Geschütztes Führungs- und Funktionsfahrzeug (GFF) Klasse 2
Projektstatus: geplant
Auftragnehmer: GDELS
Bestand: 176
Bestellt: 0
Bedarf: N/A
Kosten: 51 Mio. Euro
Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr (Kapitel 1491 Titel 554 06 & 95)
Auslieferung: N/A
Beschreibung:
Das BMVg plant die Beschaffung weiterer GFF Klasse 2 Eagle V in der Variante Führungspersonal für 51 Millionen Euro.
Überschneefahrzeug Neue Generation

Typ: Überschneefahrzeug / All-Terrain Vehicle
Projektstatus: Auslieferung
Auftragnehmer: BAE Systems Hägglunds
Bestand: 1
Bestellt: 367
Bedarf: 664
Kosten: 1.388 Mrd. Euro
Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr (Kapitel 1491 Titel 554 43)
Auslieferung: 2025 – 2030
Beschreibung:
Im Rahmen des Vorhabens „Überschneefahrzeug Neue Generation/Collaborative All Terrain Vehicle (CATV)“ werden neue Geländefahrzeuge als Ersatz für die BV 206 beschafft. Folgende Bestellungen wurden bislang im Rahmen des Vorhabens getätigt:
- Änderungsvertrag zu der bestehenden Rahmenvereinbarung zur Anpassung bei der Integration der Kommunikationsausstattung für 64,07 Millionen Euro (13. Dezember 2023).
- 2. Los: 227 weitere „Überschneefahrzeug Neue Generation/Collaborative All Terrain Vehicle (CATV)“ für rund 919 Millionen Euro (29. März 2023).
- 1. Los: 140 Überschneefahrzeuge Neue Generation/Collaborative All-Terrain Vehicles (CATV) für rund 405 Millionen Euro. Für die geplante Nutzungsdauer von 20 Jahren (bis 2046) schätzt das BMVg die Betriebskosten auf 543,16 Millionen Euro. (14. Dezember 2022).
Der Gesamtbedarf im Zeitraum bis 2031 liegt bei 664 Überschneefahrzeugen.
Einsatzsystem Luftlandeplattform

Typ: Luftlandeplattform
Projektstatus: bestellt
Auftragnehmer: Rheinmetall Landsysteme GmbH
Bestand: 0
Bestellt: 1.004
Bedarf: 2.054
Kosten: 611,59 Mio. Euro (Festbeauftragung) / 1,398 Mrd. Euro (Gesamtauftragsvolumen inkl. niederländischer Anteil)
Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr (Kapitel 1491 Titel 554 41)
Auslieferung: ab 2025 (Serienlieferung)
Beschreibung:
Das Verteidigungsministerium hat gemeinsam mit den Niederlanden einen 15‑jährigen Rahmenvertrag über bis zu 3.058 Einsatzsysteme Luftlandeplattform in mehreren Varianten einschließlich Zubehör (u. a. Gerätesätze für D‑LBO) abgeschlossen. Zunächst werden 1.004 Fahrzeuge für Deutschland und 504 für die Niederlande fest beschafft; optional können später bis zu 1.050 weitere deutsche und 500 niederländische Fahrzeuge folgen.
Der Gesamtauftragswert des Vorhabens inklusive Festbeauftragungsanteil und weiterer ergänzender Verträge liegt bei rund 1,398 Milliarden Euro. Der reine Festbeauftragungsanteil beträgt aktuell 611,59 Millionen Euro (vor Preiseskalation). Die geplante Nutzungsdauer der Fahrzeuge beträgt 20 Jahre; für den deutschen Festanteil werden über diesen Zeitraum rund 516 Millionen Euro veranschlagt.
Rheinmetall Landsysteme fungiert als Hauptauftragnehmer, maßgebliche Unterauftragnehmer sind Mercedes‑Benz, Armoured Car Systems, Rheinmetall Defence Nederland, VDL Special Vehicles und Zeppelin Mobile Systeme.
Fahrzeugfamilie mittel Spezialkräfte

Typ: Mittleres Aufklärungs- und Gefechtsfahrzeug Spezialkräfte (AFG 2) & Mittleres taktisches Unterstützungsfahrzeug Kommando Spezialkräfte (UFK)
Projektstatus: Auslieferung
Auftragnehmer: Defenture B.V.
Bestand: 4
Bestellt: 4
Bedarf: 80
Kosten: 50 Mio. Euro
Finanzierung: Einzelplan 14
Auslieferung: 2024
Beschreibung:
Ersatz für den AFG Serval. Bisher nur vier Nachweismuster bestellt und ausgeliefert.
Leichte Luftlandefähige Einsatz-/Gefechtsfahrzeuge & Unterstützungsfahrzeuge

Typ: Einsatz- / Gefechtsfahrzeuge (EGF) & Unterstützungsfahrzeuge (UstgFzg)
Projektstatus: genehmigt
Auftragnehmer: FTS Flensburg Technology Systems GmbH
Bestand: 0
Bestellt: 40 Einsatz- / Gefechtsfahrzeuge, 14 Unterstützungsfahrzeuge und ein Sonderwerkzeugsatz
Bedarf: 150 Einsatz- / Gefechtsfahrzeuge und 50 Unterstützungsfahrzeuge
Kosten: ca. 32 Mio. Euro
Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr
Auslieferung: bis Ende 2028
Beschreibung:
Das Beschaffungsamt der Bundeswehr hat mit der Flensburg Technology Systems GmbH, einem Joint Venture der FFG Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft und der israelischen ELTA Systems, einen mehrjährigen Rahmenvertrag über die Lieferung von bis zu 200 leichten Luftlande-Einsatz-/Gefechtsfahrzeugen und leichten Luftlande-Unterstützungsfahrzeugen TAHR geschlossen. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hatte das Vorhaben am 8. Oktober 2025 gebilligt.
Die Festbeauftragung im Wert von 32 Millionen Euro umfasst 40 Einsatz- und Gefechtsfahrzeuge sowie 14 Unterstützungsfahrzeuge samt einem Satz Sonderwerkzeuge, einschließlich Mess- und Prüfmitteln sowie Diagnosetools. Hinzu kommen Ersatzteilerstbedarf, Ausbildung und Dokumentation. Die Finanzierung erfolgt über das Sondervermögen Bundeswehr, und die Fahrzeuge sollen der Truppe bis Ende 2028 zulaufen.
Der Vertrag sieht vor, dass zwei Einsatz- und Gefechtsfahrzeuge sowie ein Unterstützungsfahrzeug als Vorserienfahrzeuge zusammen mit dem Muster-Sonderwerkzeugsatz 18 Monate nach Vertragsabschluss geliefert werden, voraussichtlich im April 2027. Nach der Serienfreigabe folgen die 51 Serienfahrzeuge bis Ende 2028.
Der TAHR ist eine neu eingeführte Fahrzeugklasse im Bereich von 3,2 Tonnen, die speziell auf die hohen Anforderungen von Spezialkräften zugeschnitten ist. Als leichte 4×4-Plattform vereint er extreme Geländegängigkeit, schnelle Beschleunigung und außergewöhnliche Stabilität. Das geländegängige, lufttransportfähige, ungeschützte, zweiachsige Fahrzeug mit offenem Aufbau hat sich bereits im Einsatz bewährt.
Die neuen Fahrzeuge ergänzen die bisherige Ausstattung der Spezialkräfte, die aus leichten luftlandefähigen Utility Terrain Vehicles in der Zwei-Tonnen-Klasse und dem Aufklärungs- und Gefechtsfahrzeug in der Zehn-Tonnen-Klasse besteht. Sie sind für autarke Kommandooperationen in ungesichertem Terrain vorgesehen und schließen die Fähigkeitslücke im Bereich der taktischen Mobilität nach Luftlandung für die Spezialkräfte von Heer, Luftwaffe und Marine.
Beschafft werden zwei Varianten: Das Einsatz- und Gefechtsfahrzeug bietet Platz für drei Soldaten und ist mit einer Hauptlafette am Überrollbügel ausgestattet, die ein schweres oder leichtes Maschinengewehr beziehungsweise einen 40-mm-Granatwerfer aufnehmen kann. Durch variable Bewaffnung und missionsabhängige Ausrüstung eignet es sich für unterschiedliche Einsatzprofile. Das Unterstützungsfahrzeug verfügt über zwei Sitze und keine Hauptlafette und dient dem Materialtransport. Im Einsatz wird regelmäßig ein Verbund aus drei Einsatz- und Gefechtsfahrzeugen und einem Unterstützungsfahrzeug gebildet.
Zukünftiges System des Indirekten Feuers kurze Reichweite

Typ: 120-mm-Mörsersystem
Projektstatus: bestellt
Auftragnehmer: Patria Land OY
Bestand: 0
Bestellt: 2 Mörserträger & 1 Führungsfahrzeug
Bedarf: 90 Mörserträger & 24 Führungsfahrzeuge
Kosten: 50,52 Mio. Euro (Prototypen) / 414 Mio. Euro (Serie)
Finanzierung: Einzelplan 14 (Kapitel 1405 Titel 554 58) & Sondervermögen Bundeswehr (Kapitel 1491 Titel 551 11 und 554 58)
Auslieferung: ab 2027
Beschreibung:
Neun der zehn Infanterieverbände des Deutschen Heeres verfügen über je einen Mörserzug mit acht 120-mm-Mörsern in den schweren Kompanien. Diese Mörserzüge sind aktuell mit dem 120-mm-R-Rohr-Mörser von Rheinmetall ausgestattet, der 2030 das Ende seiner Nutzungsdauer erreicht. Als Ersatz wurde das Vorhaben „Zukünftiges System Indirektes Feuer kurze Reichweite” ins Leben gerufen. Kernforderungen der Truppen an das neue Mörsersystem sind: Truppgengattung angepasster Lufttransport, Truppgengattung angepasste Mobilität, eine Kampfentfernung von 300 bis mindestens 8000 Metern und das Wirken gegen alle Zielarten und Kategorien.
Am 29. Januar 2025 hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages rund 51 Millionen Euro für den Einstieg in die Beschaffung des „Zukünftigen Systems Indirektes Feuer kurze Reichweite” freigegeben. Spätestens seitdem steht fest, dass es sich beim zukünftigen Mörsersystem der Bundeswehr um den NEMO-Turmmörser vom finnischen Rüstungskonzern Patria handelt. Die Beschaffung erfolgt dabei über das Common Armoured Vehicle System (CAVS)-Programm, an dem Finnland, Lettland, Schweden und seit Mai 2024 auch Deutschland beteiligt sind. Damit steht fest, dass der zukünftige Panzermörser der Bundeswehr auf dem Patria 6 × 6 basieren wird, der als Ersatz für die veralteten Transportpanzer Fuchs beschafft werden soll.
Laut Hartpunkt soll das NEMO-Mörsersystem jedoch nicht nur in den Infanterieverbänden des Heeres zum Einsatz kommen, sondern auch in den beiden zukünftig mit Radschützenpanzern ausgestatteten Panzergrenadierbataillonen. Und statt wie bisher über einen sollen die schweren Kompanien künftig über zwei Mörserzüge verfügen. An der Stückzahl der 120-mm-Mörser ändert dies jedoch nichts. Statt wie bisher acht Mörser in einem Zug werden künftig beide Züge über jeweils vier 120-mm-Mörser verfügen. Hinzu kommen vier 60-mm-Mörser, die entweder als volle Feuereinheit oder als Doppelbewaffnung dienen.
Mit dem am 29. Januar 2025 freigegebenen 51 Millionen Euro sollen nun zunächst zwei Prototypen des Mörserträgers und ein Prototyp des Führungsfahrzeugs beschafft werden. Einen entsprechenden Vertrag hat das Beschaffungsamt der Bundeswehr am 31. Januar 2025 mit Patria unterzeichnet. Der erste Prototyp des Mörserträgers soll noch dieses Jahr ausgeliefert werden. Der Prototyp des zweiten Mörserträgers und der Prototyp des Führungsfahrzeugs sollen 18 Monate nach Vertragsabschluss geliefert werden, also Ende Juli/Anfang August 2026. Bis Ende 2027 soll die Anpassungsentwicklung und Qualifikation des NEMO-Systems für die Bundeswehr abgeschlossen sein.
Im Rahmen dieser Anpassungsentwicklung soll der NEMO-Turmmörser in den Patria 6 × 6 integriert und den Anforderungen der Bundeswehr angepasst werden. Dazu gehören die Entwicklung eines Beladekonzepts, die Integration des Führungs- und Waffeneinsatzsystems ADLER III sowie des Kommunikationssystems Digitalisierung Landbasierter Operationen (D-LBO). Auch die Integration eines lafettierten MG5 als Sekundärbewaffnung, die Nebelmittelwurfanlage ROSY und die Herstellung der Nachtkampffähigkeit sollen im Rahmen der Anpassungsentwicklung erfolgen. Und natürlich darf auch eine Straßenverkehrszulassung nicht fehlen.
Nach abgeschlossener Anpassungsentwicklung und erfolgreicher Qualifikation soll dann voraussichtlich ab Anfang 2028 das erste Serienlos mit 45 Mörsersystemen und 12 Führungsfahrzeugen beschafft werden. Diese sollen bereits bis Ende 2029 vollständig ausgeliefert sein. Damit wäre die Hälfte des Gesamtbedarfs der Bundeswehr gedeckt. Die Kosten für dieses erste Los belaufen sich schätzungsweise auf 262 Millionen Euro. Zur Deckung des Gesamtbedarfs sind zwei weitere Lose geplant, für die insgesamt weitere 332 Millionen Euro erforderlich wären. Insgesamt liegt der Bedarf der Truppe also bei rund 90 Mörsersystemen und 24 Führungsfahrzeugen. Finanziert wird das ganze Vorhaben übrigens bis Ende 2027 aus dem Sondervermögen Bundeswehr und ab 2028 aus dem regulären Verteidigungshaushalt.
Zukünftiges System Indirektes Feuer mittlere Reichweite – Radhaubitze

Typ: Radhaubitze
Projektstatus: geplant
Auftragnehmer: KNDS Deutschland
Bestand: 0
Bestellt: 0
Bedarf: 168
Kosten: ca. 4 Mrd. Euro
Finanzierung: offen
Auslieferung: ab 2029
Beschreibung:
Im Rahmen des Zukünftigen System Indirektes Feuer mittlere Reichweite “Rohrwaffensystem” plant das Heer die Beschaffung von radgestützten Artilleriegeschützen. Benötigt werden die Radhaubitzen unter anderem zur Realisierung der neuen Kräftekategorie des Deutschen Heeres, den Mittleren Kräften. Mittlerweile ist bekannt, dass man sich für die RCH 155 von KNDS Deutschland entschieden hat. Laut dem Zielbild Einsatzkräfte Heer liegt der Bedarf bei 168 Radhaubitzen. Diese sollen in den beiden Divisionsartilleriebataillonen und den drei mittleren Brigadeartilleriebataillonen zum Einsatz kommen. Der Zulauf erster Systeme wird ab 2029 erwartet. Die Beschaffung der RCH 155 soll im Übrigen in Kooperation mit Großbritannien erfolgen. Denn auch die British Army will rund 96 dieser Radhaubitzen im Rahmen ihres Mobile Fires Platform-Programms beschaffen.
Zukünftiges System des Indirekten Feuers große Reichweite – Raketenwaffensystem

Typ: Raketenartilleriesystem
Projektstatus: bestellt
Auftragnehmer: Elbit Systems
Bestand: 0
Bestellt: 5
Bedarf: bis zu 300
Kosten: 65,3 Mio. Euro
Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr bis 2027 (Kapitel 1491 Titel 551 11) & Einzelplan 14 ab 2028 (Kapitel 1404 Titel 551 11)
Auslieferung: ab 2025
Beschreibung:
Das Zukünftiges System Indirektes Feuer große Reichweite soll die aktuell in Nutzung befindlichen MARS II-Mehrfachraketenwerfer langfristig ersetzen. Es soll in der Lage sein, gegen alle Zielarten und Kategorien auf Entfernungen von mindestens 300 km zu wirken. Darüber hinaus soll es sowohl der direkten Feuerunterstützung als auch dem Kampf mit Feuer dienen und mit verschiedenen Raketen- und Flugkörpersystemen bewaffnet werden können.
Mit der Entscheidung vom 18. Dezember 2024 steht nun fest, dass das zukünftige Raketenartilleriesystem der Bundeswehr auf dem israelischen PULS basieren wird. Der Bedarf der Bundeswehr liegt laut Hartpunkt bei rund 50 Systemen. Zunächst wurde aber wie gesagt nur der Beschaffung von fünf Systemen als Ersatz für die fünf an die Ukraine abgegebenen MARS II zugestimmt. Auch wenn bisher noch kein Vertrag unterzeichnet wurde, stehen die Hauptauftragnehmer schon fest. Dabei handelt es sich um den israelischen Rüstungskonzern Elbit Systems und um KNDS Deutschland. Die Kosten für das Beschaffungsvorhaben belaufen sich auf 65 Millionen Euro, finanziert über den regulären Verteidigungshaushalt und das Sondervermögen der Bundeswehr. Die Beschaffung erfolgt dabei über eine Option im Vertrag zwischen der niederländischen und der israelischen Regierung. Denn auch die Niederlande haben sich für das PULS-System entschieden und der abgeschlossene Vertrag sieht wohl eine Option für Bündnispartner vor, ebenfalls über diesen zu bestellen. Die Auslieferung der ersten Systeme soll noch dieses Jahr beginnen. Allerdings werden die neuen Raketenartilleriesysteme nicht der Truppe als solche zur Verfügung stehen, sondern vorerst nur für den Ausbildungsbetrieb genutzt werden. Mittelfristig soll das PULS-System auf Korpsebene in einem Korpsartilleriebataillon zum Einsatz kommen. Dieses Korpsartilleriebataillon soll über insgesamt 36 Raketenartilleriesysteme verfügen, aufgeteilt auf drei schießende Batterien mit je 12 Raketenartilleriesystemen. Bei der dritten Batterie wird es sich jedoch um eine nichtaktive Einheit handeln. Die verbleibenden 35 MARS II-Werfer werden hingegen auf Divisionsebene zum Einsatz kommen. Insgesamt sind zwei Divisionsartilleriebataillone geplant. Jeweils eins für die 1. und 10. Panzerdivision. Jedes der beiden Divisionsartilleriebataillone wird über vier schießende Batterien verfügen. Die erste Batterie soll über 16 MARS II verfügen. Die zweite und dritte Batterie über jeweils neun Rohrartilleriesysteme. Und die vierte nichtaktive Batterie soll über vier Geschützzüge verfügen, drei Züge mit je drei Rohrartilleriesystemen und ein Zug mit vier MARS II. Langfristig soll PULS aber, wie gesagt, den MARS II vollständig ersetzen. Folglich dürfte der tatsächliche Gesamtbedarf bei 76 Systemen liegen. Aufgrund der neuen NATO-Fähigkeitsziele dürfte der Bedarf erneut steigen. Die Beschaffung von bis zu 300 Raketenartilleriesystemen ist möglich.
Von den fünf PULS-Systemen werden die ersten zwei weitgehend dem israelischen Konfigurationsstand entsprechen, die restlichen drei Systeme werden bereits über deutsche Führungs- und Kommunikationsmittel verfügen. Im Anschluss sollen auch die ersten beiden Systeme auf den sogenannten Euro-PULS-Rüststand nachgerüstet werden. Neben den fünf PULS-Systemen sind in den 65 Millionen Euro noch Folgendes enthalten: die Anpassentwicklung, die Integration der deutschen Führungs- und Kommunikationsmittel D-LBO sowie ADLER III und ein In-Service-Support. Die Führungs- und Kommunikationsmittel sowie die Fahrzeuge, auf denen die PULS-Werfer montiert werden sollen, werden von der Bundeswehr bereitgestellt. Sind also nicht Teil des Vertrages. Auch fehlt ein Munitionspaket. Die Munition soll separat noch dieses Jahr beschafft werden. Zunächst ist die Beschaffung von Artillerie- und Übungsraketen mit einer Reichweite von bis zu 150 Kilometern geplant. Nächstes Jahr ist dann die Beschaffung weiterer Wirkmittel geplant. Dabei soll es sich um Sperrraketen und Artillerieraketen mit einer Reichweite von bis zu 300 Kilometern handeln. Darüber hinaus ist die Beschaffung von Raketen oder Lenkflugkörpersystemen mit einer Reichweite von mehr als 300 Kilometern und Loitering-Munition vorgesehen. Bei der Beschaffung der Munition dürfte sehr wahrscheinlich Diehl Defence beteiligt sein. Da Diehl Defence und Elbit Systems im September 2024 extra dafür eine Kooperation vereinbart haben.
Panzerhaubitzen 2000

Typ: Panzerhaubitze
Projektstatus: bestellt
Auftragnehmer: Krauss-Maffei Wegmann (KMW)
Bestand: 97
Bestellt: 22
Bedarf: 121
Kosten: 374,9 Mio. Euro
Finanzierung: Einzelplan 60 (Kapitel 6002 Titel 687 03)
Auslieferung: 2025 – 2030
Beschreibung:
Als Ersatz für die 14 an die Ukraine abgegeben PzH 2000 läuft die Nachbeschaffung von 22 dieser Panzerhaubitzen für rund 374,9 Millionen Euro, finanziert mit Mitteln des Einzelplans 60. Die Auslieferung soll bis Ende 2026 erfolgen. Der Vertrag beinhaltet darüber hinaus die Option auf sechs weitere Panzerhaubitzen. Der Bedarf des Heeres liegt bei insgesamt 121 Systemen.
Skyranger 30 A3

Typ: Flugabwehrkanonenpanzer
Projektstatus: bestellt
Auftragnehmer: Rheinmetall Electronics GmbH
Bestand: 1
Bestellt: 19 (+30 optional)
Bedarf: 561
Kosten: 650 Mio. Euro
Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr & Einzelplan 14
Auslieferung: ab 2028 (Serienauslieferung)
Verzögerung: ca. 18 Monate
Beschreibung:
Der Skyranger 30 soll die Fähigkeitslücke im Bereich der mobilen Flugabwehr im Nah- und Nächstbereich schließen. Nachdem der Haushaltsausschuss der Beschaffung des Flugabwehrkanonenpanzers Skyranger 30 A3 am 21. Februar 2024 zugestimmt hatte, unterzeichnete das Beschaffungsamt der Bundeswehr am 27. Februar 2024, also nur eine Woche später, einen entsprechenden Rahmenvertrag mit der Rheinmetall Electronics GmbH.
Dieser Rahmenvertrag beinhaltet die Herstellung und Lieferung von bis zu 49 Skyranger 30 A3. Vorerst wurden allerdings nur 19 Stück für 650 Millionen Euro Feste beauftragt. Darüber hinaus beinhaltet die Bestellung 8 Nachladefahrzeuge, 8 Werkstattausstattungen und 18 On-Board-Simulatoren. Der Bedarf der Truppe geht jedoch weit über die genannten Zahlen hinaus. Laut POLITICO plant die Bundeswehr die Beschaffung von insgesamt 561 Skyranger 30. Die Kosten dafür dürften sich auf rund 9 Milliarden Euro belaufen.
Ein Erprobungsfahrzeug wurde Ende Januar 2025 an die Bundeswehr übergeben. Allerdings verzögert sich die Serienausliferung des Skyranger 30 A3 an die Bundeswehr, laut cpm Defence Network, um rund 18 Monate. Hauptgründe sind Kapazitätsengpässe und das Fehlen der benötigten Boxer-Fahrzeuge, die als Plattformen für die Skyranger dienen sollen. Trotz beschleunigter Beschaffungsmaßnahmen und vorgezogener Teilprojekte im Bereich Nah- und Nächstbereichsschutz (NNbS) rechnet das Beschaffungsamt BAAINBw nun erst ab 2028 mit der Auslieferung.
Zukünftiges Schwimmbrückensystem

Typ: Schwimmschnellbrücke
Projektstatus: genehmigt
Auftragnehmer: General Dynamics European Land Systems – Bridge Systems
Bestand: 0
Bestellt: 0
Bedarf: 66
Kosten: 53 Mio. Euro (Festbeauftragung) / 488 Mio. Euro (Gesamtauftragswert)
Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr (Kapitel 1491 Titel 551 11) & Einzelplan 14 (Kapitel 1404 Titel 551 11 & Kapitel 1405 Titel 551 11)
Auslieferung: 2031 – 2036
Beschreibung:
Am 8. Oktober 2025 erteilte der Haushaltsausschuss des Bundestags die Freigabe zur Entwicklung und Beschaffung der Schwimmschnellbrücke 2. Hintergrund dieser Entscheidung ist das nahende Nutzungsdauerende der aktuell genutzten M3-Amphibien, von denen Deutschland und Großbritannien gemeinsam im deutsch-britischen Pionierbrückenbataillon 130 in Minden insgesamt 40 Exemplare betreiben. Da diese Systeme 2035 das Ende ihrer Nutzungsdauer erreichen, suchen beide Länder seit 2022 im Rahmen des Wide Wet Gap Crossing Programms nach einem Nachfolgesystem und haben die Durchführung an die OCCAR übertragen.
Das neue System trägt die Bezeichnung M3 EVO und wird von General Dynamics European Land Systems – Bridge Systems entwickelt. Bis 2036 sollen insgesamt 66 Einheiten beschafft werden. Der Zeitplan sieht vor, dass nach der kritischen Designprüfung im März 2027 die ersten drei Nachweismuster für Deutschland in der ersten Jahreshälfte 2029 geliefert werden. Die Serienauslieferung soll Mitte 2031 beginnen, wobei bei einer Produktionsrate von über zehn Systemen pro Jahr die letzten beiden Fahrzeuge 2036 an die Truppe übergeben werden sollen. Die Vertragsunterzeichnung zwischen OCCAR und dem Hersteller wird in Kürze erwartet.
Finanziell umfasst die Festbeauftragung etwa 53 Millionen Euro, während für die gleichzeitig beauftragte optionale Beschaffung rund 331 Millionen Euro eingeplant sind. Zusätzliche Verträge schlagen mit circa 104 Millionen Euro zu Buche. Folglich beläuft sich das Gesamtvolumen auf rund 488 Millionen Euro.
Die Schwimmschnellbrücke 2 dient dazu, eigene Truppen, insbesondere mechanisierte Verbände, beim Überqueren breiter Gewässer zu unterstützen. Sie löst die bisherigen Systeme ab und erweitert deren Fähigkeiten erheblich. Durch ihre gesteigerte Traglast kann sie künftig auch die schwersten Kampfpanzer transportieren. Der militärische Bedarf wurde mit über 1.000 Metern Brückenkapazität in den Lastenklassen MLC 85 (T) für Kettenfahrzeuge und 130 (W) für Radfahrzeuge definiert.
Als Entwicklungsgrundlage dient die M3-Amphibie, die gegenwärtig an Schweden ausgeliefert wird. Schweden hat seit 2022 mehr als 25 dieser Systeme bestellt, mit denen eine Brückenlänge von 400 Metern realisierbar ist. Im Vergleich dazu wird die M3 EVO leichter konstruiert, um die taktische Beweglichkeit zu erhöhen. Sowohl die Amphibie als auch die Krananlage sollen fernsteuerbar sein. Für die deutschen Einheiten sind zusätzlich eine elektromagnetische Härtung, die Anpassung an die Straßenverkehrsordnung sowie die Integration von D-LBO-konformer Kommunikationstechnik vorgesehen.
GFB Leguan

Typ: Brückenlegesysteme
Projektstatus: Auslieferung
Auftragnehmer: Krauss-Maffei-Wegmann (KMW)
Bestand: 7+
Bestellt: 24
Bedarf: N/A
Kosten: ca. 330 Mio. Euro
Finanzierung: Einzelplan 14
Auslieferung: 2023 – 2028
Beschreibung:
Der GFB Leguan ersetzt die veralteten Brückenlegepanzer Biber. Mindestens sieben Stück wurden bereits an die Truppe ausgeliefert. Weitere 24 Systeme wurden im August 2021 für 330 Millionen Euro bei Krauss-Maffei-Wegmann, heute KNDS Deutschland, bestellt. Die Auslieferung soll im Zeitraum von 2023 bis 2028 erfolgen. Wie viele Brückenlegepanzer vom zweiten Los bereits ausgeliefert wurden, ist leider nicht öffentlich bekannt.
Brückensystem Rad
Typ: Brückenlegesystem
Projektstatus: geplant
Auftragnehmer: /
Bestand: 0
Bestellt: 0
Bedarf: mittlere zweistellige Stückzahl
Kosten: N/A
Finanzierung: offen
Auslieferung: N/A
Beschreibung:
Zur Realisierung der Mittleren Kräfte benötigt das Heer dringend einen Brückenlegepanzer (Rad). Dieser soll auf dem GTK Boxer basieren und die Aufgaben des GFB Leguan in den Brigaden Mittlere Kräfte übernehmen. Auch wenn die Zeit drängt, ist die Finanzierung des Vorhabens bisher noch offen. Kosten- und Zeitplan sind folglich noch nicht bekannt. Mögliche Kandidaten für das Vorhaben sind das Leguan-Brückensystem von KNDS Deutschland und das Cobra-Brückensystem von Rheinmetall. Der Bedarf wird auf eine mittlere zweistellige Stückzahl geschätzt.
Dry Support Bridge
Typ: Unterstützungsbrücken
Projektstatus: geplant
Auftragnehmer: KNDS UK
Bestand: 0
Bestellt: 0
Bedarf: N/A
Kosten: N/A
Finanzierung: offen
Auslieferung: N/A
Beschreibung:
Die Bundeswehr plant laut übereinstimmenden Hinweise, sich am britischen Beschaffungsvorhaben „General Support Bridges/Project TYRO“ zu beteiligen und Unterstützungsbrücken des Typs Dry Support Bridge (DSB) von KNDS UK zu beschaffen. Damit sollen die in die Jahre gekommenen Faltfestbrücken ersetzt werden. Die DSB ist in Großbritannien seit Januar 2024 über einen Vertrag im Wert von rund 150 Mio. Pfund in Einführung; als Trägerfahrzeug ist ein HX2-Lkw von Rheinmetall vorgesehen.
Die Brücke kann Hindernisse bis zu 46 Metern Spannweite überbrücken, lässt sich laut Hersteller in etwa 90 Minuten aufbauen und ist mit MLC 120 für sehr hohe Lasten ausgelegt—auch Schwerlasttransporter mit Kampfpanzern können sie nutzen. Eingesetzt werden solche Unterstützungsbrücken typischerweise durch Pionierkräfte auf Divisionsebene: entweder, um zuvor verlegte Panzerschnellbrücken abzulösen, oder zur Wiederherstellung der Beweglichkeit im rückwärtigen Raum. Eine Nutzung im Katastrophenschutz ist ebenfalls möglich.
Zukünftiges Minenräumsystem

Typ: Minenräumsystem
Projektstatus: geplant
Auftragnehmer: /
Bestand: 0
Bestellt: 0
Bedarf: N/A
Kosten: N/A
Finanzierung: offen
Auslieferung: ab 2027 (geplant)
Beschreibung:
Der Minenräumpanzer Keiler erreicht 2030 das Ende seiner Nutzungsdauer. Der Bedarf des Heeres nach einem neuen Minenräumsystem wurde anerkannt und eine „Funktionale Fähigkeitsforderung“ erstellt. Mögliche Kandidaten für die Nachfolge des Keilers sind der Keiler Next Generation von Rheinmetall und ein neuer Minenräumpanzer der Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft auf Basis des WiSENT 2.
Zukünftiges Sperrsystem
Typ: Sperrsystem
Projektstatus: geplant
Auftragnehmer: /
Bestand: 0
Bestellt: 0
Bedarf: N/A
Kosten: N/A
Finanzierung: offen
Auslieferung: ab 2028 (geplant)
Beschreibung:
Ersatz für das Minenverlegesystem 85. Zulauf ist ab 2028 geplant.
Pionierpanzer 3 Kodiak

Typ: Pionierpanzer
Projektstatus: Auslieferung
Auftragnehmer: Rheinmetall Landsysteme GmbH
Bestand: N/A
Bestellt: 44
Bedarf: N/A
Kosten: 295 Mio. Euro
Finanzierung: Einzelplan 14
Auslieferung: 2023 – 2029
Beschreibung:
Aktuell verfügt die Truppe noch über rund 50 Pionierpanzer 2 Dachs. Diese erreichen jedoch 2030 ihr Nutzungsdauerende und werden deshalb durch 44 Pionierpanzer 3 Kodiak ersetzt. Ein entsprechender Vertrag wurde im Mai 2021 zwischen dem BAAINBw und der Rheinmetall Landsysteme GmbH geschlossen. Der Auftragswert beläuft sich auf 295 Millionen Euro, finanziert aus dem regulären Verteidigungshaushalt. Die Auslieferung soll im Zeitraum von 2023 bis 2029 erfolgen.
Bergepanzer

Typ: Bergepanzer
Projektstatus: geplant
Auftragnehmer: /
Bestand: 0
Bestellt: 0
Bedarf: 100
Kosten: N/A
Finanzierung: offen
Auslieferung: N/A
Beschreibung:
Die Bundeswehr ringt um die Ersatzbeschaffung von Bergefahrzeugen, nachdem zwei Bergepanzer 3 „Büffel“ an die Ukraine abgegeben wurden und zusätzlich 21 ältere Bergepanzer 2 ersetzt werden sollen. Die Modernisierung der Büffel-Flotte läuft, stößt aber bei schweren Leopard-2-Varianten an technische Grenzen. Eine zunächst erwogene Neubeschaffung (u. a. Büffel 3 A2) scheiterte zunächst an Finanzierungsfragen; kolportierte Gesamtkosten von rund 700 Mio. Euro für 23 Fahrzeuge umfassten offenbar mehr als reine Stückpreise.
In einem Brandbrief kritisiert die Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft (FFG) die vom Beschaffungsamt angestrebte Direktvergabe an Rheinmetall und fordert einen Wettbewerb. FFG bewirbt den „Wisent 2“ als günstiger und schneller lieferbar als den modernisierten Büffel; diese Angaben sind im laufenden Verfahren nicht unabhängig verifizierbar. Das Verteidigungsministerium verweist auf die Vertraulichkeit des Vergabeprozesses.
Über den aktuellen Losumfang hinaus steht eine umfassende Erneuerung der deutschen Bergepanzerflotte im Raum (Beobachterschätzungen: etwa 100 Systeme); parallel wächst internationaler Bedarf bei Leopard-2-Nutzern. Industriell hätte eine Direktvergabe potenziell weitreichende Folgen: Sollte Rheinmetall den Büffel 3 A2 auf einer eigenen Leopard-2-Wanne anbieten und diese in der Bundeswehr qualifizieren, würde das die Kräfteverhältnisse im deutschen Panzerbau verschieben (Stichwort Wannen-IP von KNDS). Eine Entscheidung wirkt damit nicht nur auf Termine, Preise und Leistungsdaten, sondern auch auf künftige Programme und Exportchancen – vor dem Hintergrund, dass einsatzfähige Berge-, Pionier- und Minenräumpanzer als Voraussetzung für den wirksamen Einsatz moderner Kampfpanzer gelten.
Bergemittel MKr
Typ: Bergepanzer (Rad)
Projektstatus: geplant
Auftragnehmer: /
Bestand: 0
Bestellt: 0
Bedarf: mittlere zweistellige Stückzahl
Kosten: N/A
Finanzierung: offen
Auslieferung: N/A
Beschreibung:
Zur Realisierung der Mittleren Kräfte benötigt das Heer dringend einen Bergepanzer (Rad). Dieser soll auf dem GTK Boxer basieren und die Aufgaben des Bergepanzer 3 Büffel in den Brigaden Mittlere Kräfte übernehmen.
Fahrschulpanzer Leopard 2 A6A3 & A7V

Typ: Fahrschulpanzer
Projektstatus: bestellt
Auftragnehmer: KNDS Deutschland
Bestand: N/A
Bestellt: 16 Leopard 2 A6 A3 & 8 Leopard 2 A7V
Bedarf: 56
Kosten: 192,3 Mio. Euro (Festbeauftragung) / 469,6 Mio. Euro (Gesamtauftragswert)
Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr (Kapitel 1491 Titel 554 97)
Auslieferung: 2026 – 2029
Beschreibung:
Das BAAINBw hat einen Vertrag mit KNDS Deutschland über die Produktion und Lieferung von Fahrschulpanzern Leopard 2 in den Versionen A6 A3 und A7V samt Ausbildungsmitteln abgeschlossen. Das Gesamtvolumen beträgt rund 469,6 Millionen Euro. Fest beauftragt sind 16 Fahrschulpanzer Leopard 2 A6 A3, acht Fahrschulpanzer A7V sowie weitere Leistungen im Wert von 192,349 Millionen Euro. Zusätzlich können – je nach Bedarf, auch anderer Staaten – bis zu 32 weitere Fahrschulpanzer A7V für insgesamt etwa 277,207 Millionen Euro abgerufen werden.
Fahrschulfahrzeug GTK Boxer

Typ: Fahrschulfahrzeug
Projektstatus: bestellt
Auftragnehmer: ARTEC GmbH
Bestand: 10
Bestellt: 10
Bedarf: 120
Kosten: 67 Mio. Euro
Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr
Auslieferung: ab 2028
Beschreibung:
Am 8. Oktober 2025 hat der Haushaltsausschuss des Bundestages der Beschaffung von zehn weiteren Fahrschulfahrzeugen des GTK Boxer für 67 Millionen Euro zugestimmt. Am 17. Oktober 2025 wurde ein entsprechender Rahmenvertrag mit der ARTEC GmbH geschlossen. Dieser sieht neben den zehn fest beauftragten Fahrzeugen eine Option auf bis zu 100 weitere BOXER-Fahrschulfahrzeuge vor.
Ausstattungssätze Ausbildungsgerät Duellsimulator
Typ: Trainingssystem
Projektstatus: genehmigt
Auftragnehmer: Projekt System & Management GmbH (PSM)
Bestand: N/A
Bestellt: 258
Bedarf: N/A
Kosten: 109 Mio. Euro
Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr
Auslieferung: bis 2026
Beschreibung:
Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages gab am 10. April 2024 grünes Licht für die Beschaffung des AGDUS-Systems für den Schützenpanzer Puma. Bis zum Jahr 2026 sollen insgesamt 258 Ausstattungssätze des Ausbildungsgeräts Duellsimulator (AGDUS) beschafft werden. Die Investitionssumme beläuft sich auf etwa 109 Millionen Euro und wird aus dem Sondervermögen der Bundeswehr finanziert. Das AGDUS ist ein fortschrittliches, laserbasiertes Trainingssystem, das dazu dient, Gefechtssituationen realistisch zu simulieren und die Schießausbildung effektiv zu unterstützen. Es wird sowohl im Gefechtsübungszentrum des Heeres als auch in den Schießübungszentren und an den Standorten des Schützenpanzers Puma zum Einsatz kommen.
Leichter Kampfhubschrauber

Typ: Leichter Kampfhubschrauber
Projektstatus: Auslieferung
Auftragnehmer: Airbus Helicopters Deutschland GmbH
Bestand: 1
Bestellt: 82 (65 Heer & 17 Luftwaffe)
Bedarf: 82 (65 Heer & 17 Luftwaffe)
Kosten: 3,73 Mrd. Euro
Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr bis 2027 (Kapitel 1491 Titel 554 61) & Einzelplan 14 ab 2028 (Kapitel 1405 Titel 554 13)
Auslieferung: 2024 – 2029
Beschreibung:
Im Rahmen des Vorhabens „Leichter Kampfhubschrauber“ (LKH) erhält die Bundeswehr insgesamt 82 H145M LKH. Diese sollen als Brückenlösung dienen und den Kampfhubschrauber Tiger ablösen. Am 13. Dezember 2023 stimmte der Haushaltsausschuss des Bundestages dem Beschaffungsvorhaben zu. Unmittelbar nach der Billigung durch den Haushaltsausschuss beauftragte das BAAINBw die Airbus Helicopters Deutschland GmbH mit der Herstellung und Lieferung der Hubschrauber.
Zunächst wurden 62 H145M LKH inklusive Bewaffnung und Munition zu Testzwecken sowie weiterer Leistungen für rund 2,63 Milliarden Euro (Preisstand Dezember 2022) beauftragt. Am 12. November 2025 stimmte der Haushaltsausschuss der Beschaffung von 20 weiteren leichten Kampfhubschraubern samt Rüstsätzen aus dem bestehenden Rahmenvertrag für rund 1,1 Milliarden Euro zu. Damit beläuft sich das Gesamtvolumen auf 3,73 Milliarden Euro. Die Finanzierung erfolgt bis 2027 aus dem Sondervermögen Bundeswehr und ab 2028 über den Einzelplan 14. Für den Zeitraum von 2031 bis 2044 rechnet das Ministerium mit Betriebskosten in Höhe von schätzungsweise 2,24 Milliarden Euro.
Der erste H145M LKH wurde bereits im November 2024 an die Truppe ausgeliefert. Bis 2029 sollen die restlichen 81 Maschinen folgen. Von den insgesamt 82 Hubschraubern gehen 65 an das Heer und 17 an die Luftwaffe. Von den 65 Maschinen für das Heer werden 24 in der Rolle Kampf und 41 in der Rolle Ausbildung/Professionalisierung geliefert. Die Luftwaffe erhält zehn Maschinen in der Rolle SOF und sieben in der Rolle Ausbildung/Professionalisierung. Alle Maschinen sollen über einen identischen Konfigurationsstand verfügen und können durch die Ein- bzw. Rückrüstung eines Rüstsatzes an die jeweils für den Einsatz erforderliche Rolle angepasst werden.
Loitering Munitions

Typ: Loitering Munition
Projektstatus: bestellt
Auftragnehmer: Helsing, Stark Defense und Rheinmetall AG
Bestand: N/A
Bestellt: N/A
Bedarf: ca. 12.000
Kosten: ca. 900 Mio. Euro
Finanzierung: N/A
Auslieferung: N/A
Beschreibung:
Die Bundeswehr beschleunigt ihre Beschaffung von unbemannten Systemen: Gleich drei deutsche Unternehmen sollen in Kürze Großaufträge für sogenannte Loitering Munition erhalten. Wie die Financial Times am 29. Oktober berichtete, werden neben den erwarteten Defence-Tech-Startups Helsing und Stark Defense auch der Rüstungsriese Rheinmetall mit der Produktion dieser Kamikazedrohnen beauftragt.
Jedes der drei Unternehmen soll nach Informationen der Financial Times einen Vertrag über rund 300 Millionen Euro erhalten. Insgesamt ist die Produktion von etwa 12.000 Loitering Munitions geplant – ein bedeutender Schritt für die Bundeswehr, die bisher über keine nennenswerten Bestände dieser Waffensysteme verfügte.
Bei den zu beschaffenden Systemen handelt es sich um die Virtus-Drohne von Stark Defense, die HX-2 von Helsing sowie die kürzlich vorgestellte FV-104 von Rheinmetall. Alle drei Unternehmen haben ihre Produktionskapazitäten in den vergangenen Monaten massiv ausgebaut, um den steigenden Bedarf bedienen zu können.
Besonders innovativ ist das geplante Liefermodell: Nur ein Teil der bestellten Drohnen soll direkt an die Truppe ausgeliefert werden. Der Großteil bleibt zunächst bei den Herstellern, um kontinuierlich mit Software- und Hardware-Updates auf den neuesten Stand gebracht zu werden – ein Ansatz, der sich im Ukraine-Krieg bewährt hat. Dort betragen die Innovationszyklen teilweise nur wenige Wochen, weshalb eine klassische Lagerhaltung nicht zielführend wäre.
Bereits im April 2025 hatte das Verteidigungsministerium den Einstieg in die Beschaffung von Loitering Munition angekündigt. Generalinspekteur Carsten Breuer bezeichnete Drohnen damals als „Gamechanger“ der modernen Kriegsführung – vergleichbar mit der Einführung von Maschinengewehren oder Panzern vor einem Jahrhundert.
Die teilautonomen Systeme können über längere Zeit in einem Einsatzgebiet verweilen, Ziele aufklären und nach menschlicher Freigabe präzise bekämpfen. Künstliche Intelligenz unterstützt dabei bei der Zielerfassung und Navigation, die finale Entscheidung über den Waffeneinsatz bleibt jedoch beim Menschen.
Als erste Einheit soll die neue Panzerbrigade 45 in Litauen, die sich derzeit noch im Aufbau befindet, mit der Loitering Munition ausgestattet werden. Noch in diesem Jahr sollen erste scharfe Schießübungen mit den Systemen stattfinden.
Die geplanten Verträge müssen allerdings noch vom Haushaltsausschuss des Bundestages freigegeben werden, da sie die 25-Millionen-Euro-Grenze deutlich überschreiten. Weder das Verteidigungsministerium noch die beteiligten Unternehmen wollten die Planung bislang offiziell bestätigen.
HUSAR

Typ: Aufklärungssystem
Projektstatus: bestellt
Auftragnehmer: Rheinmetall Technical Publications GmbH
Bestand: 0
Bestellt: 13 Systeme
Bedarf: min. 25 Systeme
Kosten: 290,9 Mio. Euro
Finanzierung: Einzelplan 14 (Kapitel 1405 Titel 554 13)
Auslieferung: 2025 – 2028
Beschreibung:
Das Verteidigungsministerium hat die bereits geschlossene Beschaffungsmaßnahme für das unbemannte Aufklärungssystem LUNA NG/B (UAS mittlere Reichweite – HUSAR) vertraglich neu geordnet: Mit einem 4. Änderungsvertrag (Rahmenvertrag) und einem 1. Änderungsvertrag (Bestellung) werden insgesamt zwölf Seriensysteme sowie ein Ausbildungssystem beschafft. Drei Systeme und das Ausbildungspaket sind als Festbeauftragung im ersten Los vereinbart, neun weitere Systeme folgen als zweites Los.
Der Auftragswert liegt bei rund 290,9 Millionen Euro (Selbstkostenfestpreis); die Auslieferung ist für 2025 bis 2028 vorgesehen. Hintergrund der Anpassung ist die Insolvenz des ursprünglichen Auftragnehmers EMT; Rheinmetall Technical Publications übernimmt nun die Gesamtverantwortung. Zu den wesentlichen Unterauftragnehmern zählen ESG, STEEP, HECKA, ReconGlobal (Kanada) und Will-Burt. Die geplante Nutzungsdauer beträgt 15 Jahre, der Gesamtfinanzbedarf bis 2043 wird mit etwa 417,2 Millionen Euro veranschlagt.
Darüber hinaus ist die Beschaffung zwölf weiterer HUSAR-Aufklärungssysteme für rund 1,6 Milliarden Euro geplant, so berichtet es POLITICO.
ALADIN-Nachfolge

Typ: Aufklärungsdrohne
Projektstatus: Ausschreibung
Auftragnehmer: /
Bestand: 0
Bestellt: 0
Bedarf: 747
Kosten: 38,99 Mio. Euro
Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr (Kapitel 1491 Titel 554 93) & Einzelplan 14 (Kapitel 1405 Titel 555 13)
Auslieferung: N/A
Beschreibung:
Das BAAINBw hat ein Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb für die Beschaffung neuer unbemannter Aufklärungssysteme (UAS) als Nachfolger der ALADIN-Drohne eröffnet. Dies geht aus einer aktuellen Veröffentlichung auf der europäischen Vergabeplattform TED hervor.
Die seit 2005 eingesetzte ALADIN dienen der Bundeswehr zur Ziel-, Wirkungs- und Lageaufklärung bei Tag und Nacht und hat eine Reichweite von bis zu 5 km. Laut TED-Mitteilung plant die Bundeswehr eine Rahmenvereinbarung über die Beschaffung von 147 neuen Aufklärungsdrohnen, mit einer Option auf 600 weitere.
Die neuen Aufklärungsdrohnen müssen unter anderem ein maximales Abfluggewicht von 4 kg haben, mindestens 90 Minuten fliegen können, eine Datenreichweite von 15 Kilometern unter LOS-Bedingungen erreichen und mit elektrooptischen und Infrarotsensoren ausgestattet sein. Zudem müssen sie in verschiedenen Klimazonen betrieben und mindestens gemäß IP53 gegen Umwelt- und Wettereinflüsse geschützt sein.
Die konkreten Leistungsanforderungen werden erst im Rahmen der Angebotsabgabe bekanntgegeben. Geplant ist der Einsatz der neuen Drohnen in Heer, Marine und Luftwaffe, wobei die Missionsvorbereitung und der Einsatz mit maximal zwei Personen erfolgen sollen.
Als mögliche Nachfolger gelten die ALADIN 2.0 von Rheinmetall, die RQ-35 Heidrun von Sky-Watch und die Twister von Quantum Systems.
Der Haushaltsausschuss des Bundestages soll am 8. Oktober über die Beschaffung des ALADIN-Nachfolgesystems im Wert von 38,99 Millionen Euro entscheiden.
Maschinenkanone Oerlikon KBA 25 mm

Typ: 25-mm-Maschinenkanone
Projektstatus: genehmigt
Auftragnehmer: Rheinmetall
Bestand: 0
Bestellt: N/A
Bedarf: 310
Kosten: 138 Mio. Euro
Finanzierung: Einzelplan 14 & Sondervermögen Bundeswehr
Auslieferung: N/A
Beschreibung:
Am 15. Oktober hat der Haushaltsausschuss grünes Licht für die Beschaffung von Maschinenkanonen Oerlikon KBA 25 mm für das Spähfahrzeug Luchs 2 gegeben. Das Vorhaben kostet etwa 138 Millionen Euro, die sowohl aus dem Einzelplan 14 als auch aus dem Sondervermögen Bundeswehr finanziert werden.
Geplant ist eine Rahmenvereinbarung mit dem Rüstungskonzern Rheinmetall, die den Abruf von bis zu 310 dieser Waffensysteme ermöglichen soll. Die Oerlikon KBA ist eine automatische Waffe mit einem Kaliber von 25 x 137 Millimetern, die besonders für Kampfeinsätze auf mittlere Entfernungen konzipiert wurde und Ziele in bis zu 2.700 Metern Distanz bekämpfen kann.
Nach Angaben des Herstellers wurden bereits mehr als 6.000 Exemplare dieser Kanone gefertigt. Ein besonderes Merkmal ist das Doppelgurtsystem, das es ermöglicht, gleichzeitig zwei unterschiedliche Munitionssorten bereitzuhalten. Die Waffe kann bis zu 600 Schuss pro Minute abfeuern.
Zur Verfügung stehen verschiedene Munitionsarten: panzerbrechende Geschosse mit Treibspiegel, Deformationsgeschosse, Sprengbrandmunition sowie speziell entwickelte Munition zur Drohnenabwehr.
Fernbedienbare leichte Waffenstationen 100 & 200

Typ: fernbedienbare leichte Waffenstationen (FLW)
Projektstatus: bestellt
Auftragnehmer: KNDS Deutschland & Rheinmetall Electronics GmbH
Bestand: N/A
Bestellt: 126 FLW 100 & 126 (LAZ) 200
Bedarf: 500 FLW 100, FLW 200 und Nebelmittelwurfanlagen 76 mm und über 1.000 LAZ/200/400
Kosten: 48,02 Mio. Euro
Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr (Kapitel 1491 Titel 554 10)
Auslieferung: 2026 – 2027
Beschreibung:
Das BMVg hat, mit KNDS Deutschland und Rheinmetall Electronics jeweils eine Rahmenvereinbarung über die Lieferung von fernbedienbaren leichten Waffenstationen (FLW) 100 und 200, Nebelmittelwurfanlagen (76 mm) sowie passenden Zieleinrichtungen (LAZ 200 und LAZ 400L) abgeschlossen.
DieFestbeauftragung umfasst die Neubeschaffung von jeweils 124 FLW 100 und zugehörigen LAZ 200 sowie die Ersatzbeschaffung von je zwei weiteren Systemen. Der Gesamtwert der Bestellung liegt bei etwa 48 Millionen Euro, davon rund 30,8 Millionen Euro für die FLW 100 und 17,2 Millionen Euro für die LAZ 200.
Die Systeme sollen eine Nutzungsdauer von etwa 20 Jahren haben. Für diesen Zeitraum werden Betriebskosten in Höhe von etwa 10,7 Millionen Euro eingeplant. Die Finanzierung der Nutzungskosten ist laut BMVg langfristig gesichert.
DefendAir

Typ: Drohnenabwehrlenkflugkörper
Projektstatus: bestellt
Auftragnehmer: MBDA
Bestand: 0
Bestellt: 0
Bedarf: N/A
Kosten: ca. 490 Mio. Euro
Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr & Einzelplan 14
Auslieferung: 2030 – 2032
Beschreibung:
Am 5. November 2025 genehmigte der Haushaltsausschuss des Bundestages eine Rahmenvereinbarung mit Festbeauftragung für Entwicklung, Herstellung und Lieferung des Lenkflugkörpersystems DefendAir für den Skyranger 30. Fünf Tage später, am 10. November 2025, schloss das BAAINBw einen entsprechenden Vertrag mit MBDA ab. Das Kostenvolumen beläuft sich auf rund 490 Millionen Euro.
Nach Informationen von Hartpunkt entfallen etwas mehr als zwei Drittel der Summe auf die Entwicklung und Qualifizierung der Drohnenabwehrflugkörper, die ursprünglich als Small Anti Drone Missile bezeichnet wurden und von MBDA Deutschland inzwischen unter der Bezeichnung DefendAir vertrieben werden. Der verbleibende Betrag ist für den Abruf von Serienflugkörpern vorgesehen. Neben den Flugkörpern selbst und der zugehörigen Produktionsstraße sollen auch entsprechende Startbehälter entwickelt und qualifiziert werden.
Die Finanzierung der bis 2032 terminierten Festbeauftragung erfolgt aus dem Sondervermögen Bundeswehr und dem regulären Verteidigungshaushalt. Der Produktionsstart ist Berichten zufolge für 2029 geplant, sodass die Bundeswehr ab 2030 beliefert werden könnte. Das System soll außerdem in die European Sky Shield Initiative als mögliche Beschaffungsoption aufgenommen werden.
Die Bundeswehr wählte die DefendAir-Drohnenabwehrflugkörper vor einigen Monaten als Sekundärbewaffnung für den Flugabwehrkanonenpanzer Skyranger 30 aus. Wie gut unterrichtete Kreise berichten, ist die Integration der Flugkörper auf den Skyranger jedoch nicht Bestandteil der genehmigten Vorlage. Dieses Arbeitspaket wurde Berichten zufolge bereits im Entwicklungs- und Beschaffungsvertrag des Skyrangers berücksichtigt.
Mit dem Lenkflugkörper DefendAir in Verbindung mit der 30-mm-Maschinenkanone kann der Skyranger 30 Klein- und Kleinstdrohnen abwehren. Die Planungen sehen vor, dass jeder Skyranger über mindestens neun, möglicherweise sogar zwölf DefendAir-Flugkörper verfügen soll.
155-mm-Artilleriemunition

Typ: 155-mm-Artilleriemunition
Projektstatus: bestellt
Auftragnehmer: Rheinmetall AG, ARGE DiNa 155mm, Nexter Munitions
Bestand: N/A
Bestellt: 468.000
Bedarf: 2.700.000
Kosten: ca. 2,457 Mrd. Euro
Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr bis 2027 (Kapitel 1491 Titel 554 08) & Einzelplan 14 ab 2028 (Kapitel 1405 Titel 554 08) & Einzelplan 60 (Kapitel 6002 Titel 687 03)
Auslieferung: 2025 – 2031
Beschreibung:
- 200.000 Geschosse im Wert von ca. 1,3 Mrd. Euro bei der Arbeitsgemeinschaft Diehl Defence und Nammo (ARGE DiNa 155mm) bestellt. Rahmenvertrag über bis zu 2,35 Mio. Geschosse im Wert von rund 15 Mrd. Euro.
- 2. Änderungsvertrag zur bestehenden Rahmenvereinbarung mit der Rheinmetall Waffe Munition GmbH über bis zu 2.350.0000 Schuss 155-mm-Artilleriemunition. Festbeauftragung von 200.000 Schuss für 879,82 Mio. Euro. Finanziert über das Sondervermögen Bundeswehr bis 2027 und den Einzelplan 14 ab 2028.
- 68.000 Geschosse für 278 Millionen Euro zur Unterstützung der Ukraine. Finanziert aus dem Einzelplan 60 (Kapitel 6002 Titel 687 03). Rahmenvertrag über bis zu 350.000 Geschosse, Zünder, Treibladungen und Treibladungsanzünder im Kaliber 155mm mit Nexter Munition geschlossen. Weitere Abrufe sollen auch der Deckung des Artilleriemunitionsbedarfs der Bundeswehr dienen.
120-mm-Munition

Typ: 120 mm x 570 DM11, DM88, DM98, DM63A1, DM73 und Rh31
Projektstatus: bestellt
Auftragnehmer: Rheinmetall Waffe Munition GmbH
Bestand: N/A
Bestellt: min. 10.000 DM88 & 10.715 DM98
Bedarf: N/A
Kosten: 423,18 Mio. Euro
Finanzierung: Einzelplan 14 (Kapitel 1405 Titel 554 08) & Einzelplan 60 (Kapitel 6002 Titel 687 03)
Auslieferung: N/A
Beschreibung:
Das Verteidigungsministerium hat den bereits bestehenden Rahmenvertrag für 120‑mm‑Munition (DM11, DM88, DM98, DM63A1, DM73, Rh31) per zweitem Änderungsvertrag erweitert und Abrufe im Wert von rund 381,08 Millionen Euro (zzgl. jährlich 5 % Preiseskalation) ausgelöst. Damit werden Bestellobergrenzen angehoben und zusätzliche Munitionssorten festgelegt. Hauptauftragnehmer ist Rheinmetall Waffe Munition; größere Unterauftragnehmer sind u. a. Nitrochemie Aschau, Pyrotechnik Silberhütte, Diehl, Junghans MicroTec, Müller sowie Eurenco (Frankreich).
Neu ist, dass die Ukraine als weitere bestellberechtigte Nation aufgenommen wurde; ihre Orders benötigen allerdings die Zustimmung Deutschlands. Die vorgezogene Beschaffung reagiert auf die verschärfte Sicherheitslage und orientiert sich an NATO‑Vorgaben. Der Gesamtbedarf umfasst den Eigenbedarf der Bundeswehr, die Wiederbeschaffung für an die Ukraine abgegebene Bestände und den Folgebedarf der Ukraine.
Bereits im Jahr 2022 wurden 10.000 Patronen 120mm x 570 DM88 (CR20) und 10.715 Patronen 120mm x 570 DM98 (CR13) für 42,1 Millionen Euro bestellt. Die Finanzierung erfolgt aus dem Einzelplan 14 (Kapitel 1405 Titel 554 08).
70-mm-Übungsraketen

Typ: 70-mm-Übungsraketen
Projektstatus: bestellt
Auftragnehmer: Rheinmetall AG
Bestand: N/A
Bestellt: 15.180
Bedarf: 31.760
Kosten: 54 Mio. Euro
Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr
Auslieferung: 2025 – 2029
Beschreibung:
Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat am 10. April 2024 der Beschaffung von Übungsraketen für den Kampfhubschrauber Tiger aus dem Sondervermögen der Bundeswehr zugestimmt. In einem ersten Schritt wurden 15.180 Übungsraketen zu einem Preis von nahezu 54 Millionen Euro bewilligt. Diese Raketen sollen zwischen 2024 und 2026 ausgeliefert werden. Zudem besteht eine Rahmenvereinbarung mit dem Hersteller, die eine potenzielle Lieferung von insgesamt bis zu 31.760 Übungsraketen im Kalibers 70 Millimeter vorsieht.
30 x 173 mm DM21

Typ: 30-mm-Maschinenkanonenmunition
Projektstatus: Auslieferung
Auftragnehmer: Rheinmetall Waffe Munition GmbH
Bestand: N/A
Bestellt: ca. 430.000
Bedarf: N/A
Kosten: ca. 576 Mio. Euro (Gesamtauftragswert)
Finanzierung: Einzelplan 14
Auslieferung: 2023 – 2027
Beschreibung:
Munition für den Schützenpanzer Puma.
PARM DM22

Typ: Panzerabwehrrichtmine
Projektstatus: bestellt
Auftragnehmer: TDW GmbH
Bestand: N/A
Bestellt: 2.600
Bedarf: 12.600+
Kosten: 67,8 Mio. Euro (Festbeauftragung)
Finanzierung: Einzelplan 60 (Kapitel 6002 Titel 687 03)
Auslieferung: ab 2026
Beschreibung:
Das BAAINBw hat mit der TDW GmbH einen Rahmenvertrag zur Produktion und Lieferung der obsoleszenzbereinigten Panzerabwehrrichtmine DM22 abgeschlossen. Direkt nach Vertragsabschluss wurden 2.600 Minen im Wert von rund 67,8 Millionen Euro fest beauftragt. Die Finanzierung erfolgt aus dem Etat zur Ertüchtigung von Partnerstaaten, da es sich um die Nachbeschaffung von zuvor an die Ukraine abgegebenem Material handelt.
Reaktivschutzmodule

Typ: Reaktivschutzmodule
Projektstatus: bestellt
Auftragnehmer: Dynamit Nobel Defence
Bestand: N/A
Bestellt: 5.050 EA Reaktivschutzmodule Seiten-Oben-Vorne (SOV), 1.380 EA Reaktivschutzmodule Seiten-Oben-Hinten (SOH) und 2.149 EA Transport- und Lagerbehälter
Bedarf: 130.680 Reaktivschutzmodule & 43.560 Transport- und Lagerbehälter
Kosten: 82,17 Mio. Euro
Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr bis 2027 (Kapitel 1491 Titel 554 08) & Einzelplan 14 ab 2028 (1405 Titel 554 08)
Auslieferung: N/A
Beschreibung:
Das BAAINBw hat mit Dynamit Nobel Defence eine siebenjährige Rahmenvereinbarung über Reaktivschutzmodule für den Schützenpanzer Puma geschlossen. Unterauftragnehmer ist DroneCases – Oliver Küpper. Der Festauftrag hat einen Umfang von rund 82,2 Millionen Euro. Insgesamt können bis zu 130 680 Reaktivschutzmodule sowie 43 560 Transport- und Lagerbehälter abgerufen werden; unmittelbar bestellt wurden 5.050 EA Reaktivschutzmodule Seiten-Oben-Vorne (SOV), 1.380 EA Reaktivschutzmodule Seiten-Oben-Hinten (SOH) und 2.149 EA Transport- und Lagerbehälter.
Mobile Feldküchen

Typ: Feldküchensystem
Projektstatus: Auslieferung
Auftragnehmer: Kärcher Futuretech GmbH
Bestand: 1+
Bestellt: 200
Bedarf: 400
Kosten: 212 Mio. Euro
Finanzierung: Einzelplan 14 & Sondervermögen Bundeswehr
Auslieferung: seit 2023
Beschreibung:
Die Bundeswehr führt neue mobile Feldküchen ein, um die Verpflegung im Feldeinsatz zu verbessern. Der dazu mit der Kärcher Futuretech GmbH geschlossene Rahmenvertrag erlaubt die Beschaffung von bis zu 400 Feldküchen. Bisher wurden folgende Bestellungen getätigt:
- 115 Feldküchen für rund 144 Millionen Euro – finanziert über das Sondervermögen Bundeswehr und den Einzelplan 14 (5. November 2025).
- 85 Feldküchen für 68 Millionen Euro – finanziert über den Einzelplan 14.
Eine Feldküche besteht aus zwei 20-Fuß-Containern, wurde unter Hitze- und Kältebedingungen erprobt und erfüllt aktuelle Sicherheits- und Hygienestandards. Jede Feldküche kann bis zu 250 Personen versorgen und bringt alle Geräte, Betriebsstoffe sowie Verpflegung und 2.600 Liter Trinkwasser für einen 24-stündigen, autarken Betrieb mit. Die Systeme sind für Landes- und Bündnisverteidigung sowie weltweite Einsätze ausgelegt. Zur schnellen Ausstattung der Truppe sind jährlich rund 30 Auslieferungen vorgesehen.
Bewegliche Unterbringung im Einsatz Streitkräfte

Typ: Zeltsystem
Projektstatus: Auslieferung
Auftragnehmer: Kärcher Futuretech GmbH
Bestand: N/A
Bestellt: 3.255
Bedarf: 19.000
Kosten: 83 Mio. Euro (Gesamtvolumen)
Finanzierung: Einzelplan 14
Auslieferung: 2022 – 2027
Beschreibung:
Das BAAINBw hat Ende Juni 2022 das erste Seriensystem „Bewegliche Unterbringung im Einsatz Streitkräfte“ vom Hersteller Kärcher Futuretech übernommen. Grundlage ist ein Rahmenvertrag von April 2021 über bis zu 19.000 Zeltsysteme. Innerhalb von 14 Monaten wurden Konzeption, Konstruktion und der Start der Auslieferung umgesetzt; die vertraglich für 2022 vorgesehenen 2.500 Systeme trafen vorab im Depot ein und erste Truppenteile wurden ausgestattet. Trotz gestörter Lieferketten und steigender Preise ist damit die Unterbringung von bis zu 10.000 Soldatinnen und Soldaten für die VJTF 2023 einschließlich Austauschvorrat sichergestellt; weitere Verbände folgen sukzessive.
Jedes System ist für vier Personen ausgelegt und modular aufgebaut: vier Ein-Personen-Zelte (jeweils mit Stirnlampe) können an ein zusätzliches Vier-Personen-Zelt mit Klapptisch, Hockern und Liegen gekoppelt werden. Ein Multifuel-Kocher mit Zubehör dient der Verpflegung; das Hygiene-/Sanitärmodul umfasst eine Klapptoilette mit Sichtschutzzelt, dazu Material zur Mülltrennung. Volumen und Gewicht sind so ausgelegt, dass Transport und Aufbau durch die Truppe ohne zusätzliche technische Unterstützung möglich sind.
Mobile Multispektrale Tarnausstattung
Typ: Mobilen Multispektralen Tarnausstattung (MMT)
Projektstatus: Ausschreibung
Auftragnehmer: /
Bestand: 0
Bestellt: 0
Bedarf: 300 Fahrzeugsätze
Kosten: N/A
Finanzierung: offen
Auslieferung: N/A
Beschreibung:
Die Bundeswehr beabsichtigt, im Rahmen eines Wettbewerbs neue multispektrale Tarnausstattungen für die Schützenpanzer Puma zu beschaffen. Zu diesem Zweck hat das Beschaffungsamt der Bundeswehr (BAAINBw) einen Teilnahmewettbewerb ausgeschrieben, um bis zu 300 Tarnsysteme für die Schützenpanzer-Varianten VJTF und S1 zu erwerben. Diese Ausschreibung wurde kürzlich auf der europäischen Online-Vergabeplattform TED veröffentlicht.
Laut BAAINBw sieht die aktuelle Planung vor, zunächst einen Vertrag für die Lieferung eines Prototyps der „Mobilen Multispektralen Tarnausstattung“ (MMT) in der Ausführung „woodland“ abzuschließen. In einem weiteren Schritt soll dann die Serienproduktion mit einer maximalen Anzahl von 300 Tarnsystemen erfolgen. Die Notwendigkeit dieser Beschaffung begründet das BAAINBw mit den bisherigen Einsatzerfahrungen sowie den erwarteten zukünftigen Einsatzszenarien, die eine spezifische Anpassung der MMT an die jeweiligen Umgebungsbedingungen erforderlich machen.
Stationäre multispektrale Tarnausstattung
Typ: Multispektraltarnnetz
Projektstatus: genehmigt
Auftragnehmer: vrsl. Sioen
Bestand: 0
Bestellt: 0
Bedarf: 219.261 Multispektral-Tarnnetz-Sätze und 104.536 Sätze Stützausstattung
Kosten: 48 Mio. Euro (Festbeauftragung) / rund 580 Mio. Euro (Gesamtvolumen)
Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr
Auslieferung: N/A
Beschreibung:
Der Haushaltsausschuss genehmigte am 12. November 2025 den Abschluss einer Rahmenvereinbarung über die Herstellung und Lieferung von Tarnnetzen sowie Tarnstützmaterial. Die Rahmenvereinbarung soll mit dem belgischen Textilspezialisten Sioen geschlossen werden und über ein Volumen von rund 580 Millionen Euro verfügen.
Der Vertrag ermöglicht die Beschaffung von bis zu 219.261 Multispektral-Tarnnetz-Sätzen in verschiedenen Ausführungen und Größen sowie bis zu 104.536 Sätzen an Stützausstattungen. In einem ersten Schritt soll Tarnmaterial im Wert von etwa 48 Millionen Euro abgerufen werden.
Tarnnetze und Tarnstützmaterial bilden zusammen die stationäre multispektrale Tarnausstattung, die zum Schutz vor Entdeckung durch den Gegner dient. Die neuen Systeme sollen den Bedarf aller Bereiche der Bundeswehr decken und lösen mit ihren verbesserten Abschirmeigenschaften die vorherige Generation ab.
