Rheinmetall übernimmt kroatischen Robotikspezialisten DOK-ING

Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall hat den Kauf der Mehrheit am kroatischen Hersteller unbemannter Landsysteme DOK-ING vollzogen. Das Unternehmen firmiert künftig als Rheinmetall Unmanned Vehicles d.o.o. und soll zum Kompetenzzentrum für schwere autonome Militärfahrzeuge werden.
Foto: Rheinmetall AG

Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall hat den Kauf der Mehrheit am kroatischen Hersteller unbemannter Landsysteme DOK-ING vollzogen. Das Unternehmen firmiert künftig als Rheinmetall Unmanned Vehicles d.o.o. und soll zum Kompetenzzentrum für schwere autonome Militärfahrzeuge werden.

Rheinmetall hat die Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung am kroatischen Unternehmen DOK-ING abgeschlossen. Der Konzern erwirbt 51 Prozent der Anteile, Firmengründer Vjekoslav Majetić behält die verbleibenden 49 Prozent. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Tochtergesellschaft trägt fortan den Namen Rheinmetall Unmanned Vehicles d.o.o. Rechtskräftig ist der Deal seit dem 1. Juli 2026.

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Vom Vertrag zum Closing

Die vertragliche Grundlage war bereits Monate zuvor gelegt worden. Am 4. März 2026 unterzeichneten Majetić und Björn Bernhard, CEO der Rheinmetall-Division Vehicle Systems Europe, die Vereinbarung in Zagreb – im Beisein des kroatischen Verteidigungsministers und stellvertretenden Ministerpräsidenten Ivan Anušić. Der nun erfolgte Abschluss stand noch unter dem Vorbehalt der behördlichen Freigabe, die inzwischen erteilt wurde. Eine erste Kooperation beider Firmen bestand bereits: Im Oktober 2024 hatten sie eine Partnerschaft zur gemeinsamen Entwicklung eines Fahrzeugs zum Minenräumen und -legen geschlossen.

Komodo als technische Basis

Kern der Zusammenarbeit ist die von DOK-ING entwickelte modulare Hybrid-Plattform Komodo mit einer Nutzlast von über 8,5 Tonnen. Rheinmetall will darauf eigene Funktionsmodule und Ausrüstungssätze aufsetzen – unter anderem für direktes und indirektes Feuer, für das Räumen und Legen von Minen sowie für Aufklärungssensorik und Logistik. Geplant ist eine Reihe von Systemen für Kampf- und Kampfunterstützungsaufgaben. Dazu zählt das unbemannte, bewaffnete Unterstützungssystem „Wingman“, das Kampf- und Schützenpanzer bei Aufklärung und Feuerunterstützung begleiten soll. Als Einsatzpartner nennt das Unternehmen bestehende Rheinmetall-Produkte wie den Kampfpanzer Panther KF51, den Bergungspanzer Büffel und das Pionierfahrzeug Kodiak. Nach Darstellung von Bernhard entsteht mit dem Standort ein Standbein im EU- und NATO-Staat Kroatien.

DOK-ING: Minenräumung von der Ukraine bis weltweit

Das 1991 von Majetić gegründete Unternehmen ist auf ferngesteuerte und zunehmend autonome Systeme für den Einsatz in gefährlichen Umgebungen spezialisiert, etwa für humanitäre und militärische Minenräumung, IED-Entsorgung und CBRN-Einsätze. Nach eigenen Angaben lieferte es rund 500 Roboterplattformen in über 40 Länder; die Minenräumsysteme sind derzeit in der Ukraine im Einsatz. Majetić betont, dass Entwicklung und Kernkompetenzen in Kroatien verbleiben, während Rheinmetalls Kapazitäten die Skalierung ermöglichen sollen.

Der Bedarf an solchen Systemen ist hoch: Die Ukraine gilt als das am stärksten verminte Land der Welt; die vollständige Räumung könnte laut ukrainischen Angaben bis zu 30 Jahre dauern. Die ukrainische Katastrophenschutzbehörde bezifferte die verminte Fläche 2025 auf rund 139.000 Quadratkilometer – etwa 23 Prozent des Staatsgebiets.

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