Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat vier Beschaffungsvorhaben im Umfang von jeweils mehr als 25 Millionen Euro freigegeben. Schwerpunkte sind die Digitalisierung der Landstreitkräfte, geschützte Gefechtsfahrzeuge und mobile Instandhaltung.
Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat am 24. Juni 2026 vier sogenannte 25-Millionen-Euro-Vorlagen gebilligt. Solche Vorlagen muss das Parlament gesondert genehmigen, sobald ein Beschaffungsvorhaben diesen Schwellenwert überschreitet. Zwei der vier Projekte stehen in direktem Zusammenhang mit der Digitalisierung der Landstreitkräfte, hinzu kommen ein weiteres Gefechtsfahrzeug-Vorhaben sowie ein Logistikprojekt.

Schwerpunkt Digitalisierung
Den größten Posten bildet ein Änderungsvertrag im Rahmen des Rüstungsprogramms Digitalisierung Landbasierte Operationen (D-LBO). Dabei werden derzeit mehr als 10.000 Fahrzeuge mit digitaler Funktechnik ausgestattet. Das Führungsfunksystem soll auch in einem elektronisch gestörten Umfeld einen sicheren, durchgängig verschlüsselten Informationsaustausch ermöglichen.
Mit dem nun gebilligten siebten Änderungsvertrag werden Liefermengen und Liefertakt der Führungsfunkgeräte aus dem bestehenden Vertrag erhöht. Geplant sind knapp 32.000 zusätzliche Geräte in unterschiedlichen Ausführungen. Hintergrund ist der personelle und materielle Aufwuchs der Bundeswehr: In den kommenden Jahren wachsen die Flotten der Gefechts- und Logistikfahrzeuge teils in den vierstelligen Bereich, und auch diese neuen Plattformen müssen in das digitale Funk- und Führungssystem eingebunden werden.
Ein zentraler Aspekt ist der sogenannte Mischbetrieb. Da sich die über 10.000 Plattformen nicht in einem Schritt umrüsten lassen, müssen bereits umgerüstete, noch umzurüstende und nicht mehr umzurüstende Fahrzeuge im Verbund miteinander kommunizieren können. Dafür beschafft die Bundeswehr zusätzliche digitale Handfunkgeräte, die später auch der wachsenden Truppe zur Verfügung stehen sollen.
Der Änderungsvertrag hat ein Volumen von rund 2,4 Milliarden Euro, von denen etwa zwei Milliarden Euro auf die Ausstattung neuer Plattformen entfallen. Nach Darstellung des Verteidigungsministeriums handelt es sich dabei ausdrücklich nicht um Mehrkosten des Programms, das insgesamt mit rund 11,5 Milliarden Euro veranschlagt ist, sondern um Folgekosten des geplanten Aufwuchses.
D-LBO gilt als eines der komplexesten Modernisierungsvorhaben der Landstreitkräfte. Bis Ende 2027 will die Bundeswehr im ersten Schritt einen kompletten Großverband digitalisieren, der gegenüber der NATO fest eingeplant ist. Die Geräte stammen unter anderem vom Hersteller Rohde & Schwarz; die hardwareseitige Umrüstung der Fahrzeuge übernehmen Arbeitsgemeinschaften der Industrie. In Berichten über den Projektstand war zuletzt von Verzögerungen bei der Serienintegration die Rede.
Weitere Vorhaben
Neben dem D-LBO-Vertrag billigte der Haushaltsausschuss drei weitere Vorlagen.
Beim Schützenpanzer SCHAKAL löst die Bundeswehr eine Option aus dem bestehenden Serienproduktionsvertrag aus, um weitere Fahrzeuge herstellen und liefern zu lassen. Der SCHAKAL kombiniert das Fahrmodul des Radpanzers Boxer mit dem unbemannten Turm des Schützenpanzers Puma und soll das Rückgrat der neu aufgestellten Mittleren Kräfte des Heeres bilden. Der Ausschuss hatte im Oktober 2025 bereits rund 3,4 Milliarden Euro für 150 Fahrzeuge freigegeben; die Beschaffung läuft über die europäische Rüstungsorganisation OCCAR. Die jetzt ausgelöste Option dient der Aufstockung dieses Bestands.
Ein weiteres Vorhaben betrifft eine Rahmenvereinbarung über containerbasierte Werkstattausstattungen. Diese sollen die mobile Instandhaltung der Truppe stärken. Das vierte Projekt umfasst die Bestellung speziell für den militärischen Einsatz ausgelegter PIN-Pads, die ebenfalls im Rahmen von D-LBO genutzt werden.
Die Vorhaben werden aus dem regulären Verteidigungshaushalt sowie aus dem Sondervermögen der Bundeswehr finanziert. Sie ordnen sich in die laufende Modernisierung der Streitkräfte ein, die seit 2022 mit erhöhten Mitteln vorangetrieben wird.
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