Vom 11. Mai bis 10. Juni 2026 übt das Wachbataillon im Großraum Berlin den infanteristischen Schutz von Regierungseinrichtungen. Parallel führt die Truppe ihren protokollarischen Dienst fort.
Mit der Übungsreihe „Bollwerk Bärlin 2026″ trainiert das Wachbataillon beim Bundesministerium der Verteidigung (WachBtl BMVg) in den kommenden Wochen seinen militärischen Kernauftrag. Im Zentrum stehen Orts- und Häuserkampf, die Sicherung kritischer Infrastruktur sowie die Evakuierung schutzbefohlener Personen. Die Bundeswehr kündigte an, dass es im Übungszeitraum in Berlin zu Verkehrsbehinderungen, einer erhöhten Präsenz von Einsatzfahrzeugen und Hubschrauberflügen über dem Stadtgebiet kommen kann.

Doppelauftrag des Wachbataillons
Das Wachbataillon hat zwei gleichrangige Aufgaben: den protokollarischen Ehrendienst – etwa bei Staatsbesuchen, Großen Zapfenstreichen und Ehrengeleiten – sowie einen infanteristischen Schutzauftrag. Im Spannungs- und Verteidigungsfall ist der Verband für die militärische Sicherung des Verteidigungsministeriums, weiterer Regierungseinrichtungen und der Mitglieder der Bundesregierung zuständig. Die Übung soll prüfen, ob beide Aufträge im Ernstfall parallel erfüllt werden können.
Während der vierwöchigen Übungsphase trainieren die Soldatinnen und Soldaten den Kampf in bebautem Gelände und üben die geschützte Verbringung von Personen. Dabei kommen nicht nur gepanzerte Fahrzeuge auf dem öffentlichen Straßennetz zum Einsatz, sondern nach Angaben der Bundeswehr auch Schnellboote auf Wasserstraßen sowie Hubschrauber. Hintergrund ist die dichte urbane Infrastruktur Berlins, die mit engen Straßen und eingeschränkten Sichtverhältnissen den Transport auf dem Landweg erschwert.
Aussagen des Kommandeurs
Der Kommandeur des Wachbataillons, Oberstleutnant Maik Teichgräber, betonte, die Übung biete eine möglichst realitätsnahe Trainingsmöglichkeit im Einsatzraum Berlin. Die gleichzeitige Wahrnehmung protokollarischer Aufgaben verlange den Soldatinnen und Soldaten ein hohes Maß an Flexibilität ab. Mit fortschreitender Übungsdauer seien zudem komplexe Gefechtsschießen mit scharfer Munition auf dem Truppenübungsplatz Jägerbrück in Mecklenburg-Vorpommern vorgesehen.
Beteiligte Kräfte und Ablauf
An der wiederkehrenden Übung nehmen nach Angaben der Bundeswehr rund 1.000 Soldatinnen und Soldaten des Wachbataillons teil. Unterstützt werden sie vom Transporthubschrauberregiment 10 sowie von der Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung. Die Übung findet sowohl in Bundeswehrliegenschaften als auch im öffentlichen Raum der Hauptstadt statt. Die nun gestartete erste Teilphase läuft bis zum 10. Juni 2026.
Hinweise an die Bevölkerung
Die Bundeswehr bittet Bürgerinnen und Bürger, den Anweisungen der Einsatzkräfte zu folgen, Absperrungen zu beachten und die Regeln für den Umgang mit militärischen Kolonnen zu beachten. In echten Notfällen sollen weiterhin die Notrufnummern 110 und 112 gewählt werden. Alle Übungsaktivitäten erfolgen laut Bundeswehr in Abstimmung mit den örtlichen Behörden. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestehe nicht.
Hintergrund:
Das Wachbataillon ist mit einer Sollstärke von rund 1.030 Dienstposten das größte Bataillon der Bundeswehr und seit 2014 ausschließlich in der Julius-Leber-Kaserne in Berlin-Mitte stationiert. Es umfasst vier Heereskompanien, eine Marine- und eine Luftwaffenkompanie sowie Versorgungs- und Reservekompanien. Aufgestellt wurde der Verband im Februar 1957 als einer der ersten der Bundeswehr.
Übungen dieser Art haben seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine an Bedeutung gewonnen. Die Bundeswehr verweist auf eine veränderte sicherheitspolitische Lage in Europa, die konkrete Anforderungen an die Einsatzbereitschaft der Streitkräfte stelle. „Bollwerk Bärlin“ ist als wiederkehrende Übung angelegt, mit der die Doppelfunktion des Hauptstadtverbandes regelmäßig überprüft wird.
Mit WhatsApp immer bestens informiert!
Abonniere unseren WhatsApp-Kanal, um Neuigkeiten direkt aufs Handy zu erhalten. Einfach unten auf den Button klicken und dem Kanal beitreten:
