Airbus stattet Valkyrie mit europäischem Missionssystem aus

Airbus stattet Valkyrie mit europäischem Missionssystem aus
Valkyrie | Foto: Airbus Defence and Space

Airbus bereitet am Standort Manching zwei unbemannte Kampfflugzeuge vom Typ Valkyrie für den Erstflug mit europäischer Technik vor. Das System soll der Bundeswehr ab 2029 zur Verfügung stehen.

Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus arbeitet daran, der deutschen Luftwaffe bis 2029 ein einsatzbereites unbemanntes Kampfflugzeug bereitzustellen. Am Standort Manching bei München rüstet das Unternehmen derzeit zwei Drohnen vom Typ Valkyrie des US-Herstellers Kratos Defense & Security Solutions mit einem eigenentwickelten europäischen Missionssystem aus. Die ersten Testflüge mit der neuen Konfiguration sind noch für 2026 geplant.

Kooperation zwischen Airbus und Kratos

Die Zusammenarbeit zwischen Airbus und dem US-Unternehmen Kratos verbindet die bereits erprobte Flugplattform mit europäischer Steuerungstechnik. Die Kratos Valkyrie absolvierte ihren ersten Flug bereits 2019 in den USA und wird dort seitdem regelmäßig eingesetzt. Die beiden Unternehmen wollen ihre jeweiligen Kompetenzen bündeln, um das gemeinsame System zu entwickeln, zu produzieren und auszuliefern.

Das Konzept dieser unbemannten kollaborativen Kampfflugzeuge wird international als Uncrewed Collaborative Combat Aircraft (UCCA) oder Collaborative Combat Aircraft (CCA) bezeichnet. Solche Systeme sollen künftig bemannte Kampfjets begleiten und unterstützen, wobei sie gefährliche Aufgaben übernehmen können, die für Piloten zu riskant wären. Das Prinzip wird als Manned-Unmanned Teaming (MUM-T) bezeichnet.

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Europäisches Missionssystem MARS

Kernstück der europäischen Ausstattung ist das Multiplatform Autonomous Reconfigurable and Secure System, kurz MARS. Dieses Missionssystem enthält eine KI-gestützte Software namens MindShare, die nicht nur die Funktionen eines fehlenden Piloten ersetzt, sondern auch ganze Missionsgruppen koordinieren kann. Die Software lässt sich auf mehrere bemannte und unbemannte Plattformen verteilen.

Nach Angaben von Airbus soll durch die Kombination der bewährten Valkyrie-Plattform mit dem MARS-System vermieden werden, dass ein komplett neues System zeitaufwendig und kostenintensiv von Grund auf entwickelt werden muss. Das Unternehmen betont die europäische Souveränität der Missionssysteme und strebt eine Lieferung zu einem wirtschaftlich vertretbaren Preis an.

Integration mit dem Eurofighter

Parallel zur Entwicklung der unbemannten Systeme wird auch der Eurofighter für die Zusammenarbeit ertüchtigt. Airbus arbeitet gemeinsam mit dem israelischen Unternehmen Rafael daran, den bereits beschafften Zielbeleuchtungsbehälter Litening 5 Advanced Targeting Pod um Konnektivitätsfähigkeiten zu erweitern. Zusammen mit kleineren Anpassungen der Avionik soll der Eurofighter als Kommandoplattform für die unbemannten Fluggeräte fungieren und plattformübergreifend kommunizieren können.

Technische Daten der Valkyrie

Die Kratos Valkyrie misst 9,1 Meter in der Länge und verfügt über eine Spannweite von 8,2 Metern. Das maximale Startgewicht liegt bei rund drei Tonnen. Die Drohne erreicht eine Reichweite von über 5.000 Kilometern und kann in Höhen bis zu 45.000 Fuß operieren. Im Unterschied zu modernen bemannten Kampfjets erreicht die Valkyrie allerdings nur Unterschallgeschwindigkeit. Sie kann sowohl vollständig autonom als auch unter Kontrolle eines Eurofighters operieren.

Das System ist für verschiedene Missionsrollen konzipiert. Airbus und Kratos konzentrieren sich zunächst auf eine spezifische Rolle für den deutschen Auftraggeber, um zeitgerecht einsatzbereite Luftkampffähigkeiten bereitzustellen.

Hintergrund

Die Bundeswehr plant nach aktuellen Informationen die Beschaffung von bis zu 400 Jagdbomberdrohnen. Neben der Valkyrie werden auch andere Systeme wie der CA-1 Europa des Münchner Start-ups Helsing oder der australische MQ-28 Ghost Bat als mögliche Plattformen diskutiert.

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