Verteidigungsminister Boris Pistorius hat bei einem Pressetermin in Koblenz die nächsten Schritte zur Reform des Bundesamts für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) vorgestellt. Kern der Pläne: Das Amt soll künftig an mehreren Standorten in Deutschland präsent sein, um Fachkräfte besser gewinnen zu können.
Koblenz bleibt Hauptsitz
Pistorius stellte am 23. Februar 2026 in der Koblenzer Rhein-Mosel-Halle klar, dass der bestehende Hauptsitz des BAAINBw in Koblenz weder verkleinert noch verlagert wird. Alle dort vorhandenen Dienstposten bleiben erhalten; eine Umwandlung in eine Agenturlösung sei nicht geplant. Stattdessen sollen zusätzliche Standorte in Ballungsräumen entstehen, wo qualifizierte Fachkräfte und Talente leichter zu gewinnen sind. Eine Verlagerung von Beschaffungsaufgaben in die einzelnen Teilstreitkräfte schloss Pistorius ausdrücklich aus.
Reformkonzept bis Mai 2026
Den Auftrag zur Ausarbeitung eines Strukturkonzepts erhielt Staatssekretär Jens Plötner bereits im November 2025 auf der Bundeswehrtagung. Das Konzept soll bis Mai 2026 vorliegen und eng mit der Präsidentin des BAAINBw, Annette Lehnigk-Emden, abgestimmt werden. Pistorius begründete die Reform unter anderem damit, dass die Bundeswehr in den kommenden Jahren personell wachsen werde und dadurch auch der Bedarf an Beschaffungen und Betreuung vorhandener Ausrüstung deutlich steige.

Externes Beraterteam eingesetzt
Die Strukturreform soll von einem dreiköpfigen Expertenteam aus externen Beraterinnen und Beratern begleitet werden. Dieses Team soll Strukturen und Prozesse des Amtes aus einer unabhängigen Perspektive analysieren und optimieren – in enger Abstimmung mit dem Verteidigungsministerium. Als ein erster konkreter Schritt in Richtung geografische Dezentralisierung gilt das bereits eröffnete Innovationszentrum in Erding.
Rekordbilanz 2025 als Ausgangspunkt
Das BAAINBw schloss im Jahr 2025 insgesamt mehr als 11.500 Beschaffungsverträge mit einem Gesamtwert von knapp 34 Milliarden Euro ab. Darunter befanden sich 103 sogenannte 25-Millionen-Euro-Vorlagen, die zuvor vom Haushaltsausschuss des Bundestages genehmigt werden mussten. Aus 149 Projekten wurde Material im Wert von rund 24 Milliarden Euro an die Truppe übergeben, darunter der erste Seefernaufklärer vom Typ Poseidon P8A für die Marine sowie neue Fahrzeuge und persönliche Ausrüstung. Hinzu kamen fast sieben Milliarden Euro, die in die Betreuung und Weiterentwicklung bereits vorhandenen Geräts investiert wurden.
Wachsender Bedarf als Reformtreiber
Das BAAINBw verantwortet nicht nur den Einkauf, sondern auch den gesamten Lebenszyklus beschaffter Produkte – von Instandsetzung und Produktpflege bis zur Ersatzteilbeschaffung. Angesichts steigender Truppenstärke und schnellerer Innovationszyklen in der Rüstungstechnik sieht Pistorius die bisherigen Strukturen des Amts als nicht mehr ausreichend an.
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