Fregatte „Nordrhein-Westfalen“ übernimmt UN-Einsatz vor libanesischer Küste

Fregatte „Nordrhein-Westfalen" übernimmt UN-Einsatz vor libanesischer Küste
Fregatte „Nordrhein-Westfalen“ | Foto: Bundeswehr / PIZ Marine

Die Bundeswehr entsendet am 13. Februar 2026 die Fregatte „Nordrhein-Westfalen“ zur UNIFIL-Mission ins Mittelmeer. Das Kriegsschiff löst die „Sachsen-Anhalt“ ab und übernimmt die Seeraumüberwachung vor dem Libanon – in einer Zeit, in der die UN-Mission vor ihrem endgültigen Aus steht.

Auslaufen aus Wilhelmshaven

Am Freitag, 13. Februar 2026, verlässt die Fregatte „Nordrhein-Westfalen“ um 10 Uhr ihren Heimathafen Wilhelmshaven in Richtung Mittelmeer. Unter dem Kommando von Fregattenkapitän Rico Geisler wird das Schiff zunächst nach Zypern verlegen, um dort die Ablösung der Fregatte „Sachsen-Anhalt“ vorzunehmen. Neben der Stammbesatzung sind auch Bordeinsatzkräfte des Seebataillons aus Eckernförde an Bord.

Aufgaben im Rahmen der UNIFIL-Mission

Die Hauptaufgabe der deutschen Marinesoldaten besteht in der Seeraumüberwachung vor der libanesischen Küste. Ziel ist es, den Waffenschmuggel in der Region zu unterbinden und damit einen Beitrag zur Friedenssicherung im Südlibanon zu leisten. Neben Deutschland sind auch Griechenland, Bangladesch, Indonesien und die Türkei mit Schiffen an der UN-Mission beteiligt.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Ausbildung der libanesischen Marine. Die libanesischen Seestreitkräfte sollen zunehmend befähigt werden, die Überwachung ihrer Seegrenzen eigenständig durchzuführen. Im Laufe der Jahre haben zahlreiche libanesische Soldaten an Ausbildungsmodulen teilgenommen und ihre Fähigkeiten in der Seeraumüberwachung deutlich verbessert.

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Fregatte der Baden-Württemberg-Klasse

Bei der „Nordrhein-Westfalen“ handelt es sich um eine Fregatte der Baden-Württemberg-Klasse, marineintern als F125 bezeichnet. Die Deutsche Marine verfügt über insgesamt vier Schiffe dieses modernen Typs. Die F125-Fregatten sind speziell für Stabilisierungseinsätze und Seeraumüberwachung in Krisenregionen konzipiert. Mit einer Besatzung von 126 Soldaten können sie ein breites Aufgabenspektrum abdecken, darunter die Durchsetzung von Embargos, die Bekämpfung von Piraterie und die Unterstützung von Spezialkräften.

Hintergrund zur UNIFIL-Mission

Die UNIFIL-Mission wurde 1978 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen, ursprünglich zur Überwachung des Abzugs israelischer Truppen aus dem Libanon. Nach dem Zweiten Libanonkrieg 2006 erweiterte der UN-Sicherheitsrat das Mandat durch Resolution 1701. Seitdem unterstützt UNIFIL die libanesische Regierung dabei, die Seegrenzen zu sichern und Waffenschmuggel über See zu verhindern.

Mission vor dem Ende

Der Einsatz der „Nordrhein-Westfalen“ erfolgt in der Endphase der UN-Mission. Der UN-Sicherheitsrat beschloss im August 2025 einstimmig, das Mandat von UNIFIL am 31. Dezember 2026 auslaufen zu lassen. Nach fast fünf Jahrzehnten wird die Friedenstruppe damit beendet. Die Entscheidung erfolgte auf Drängen Israels und der USA, die der Mission vorwarfen, ihr Mandat nicht ausreichend durchgesetzt zu haben. Ab Ende 2026 ist ein geordneter und sicherer Abzug der Blauhelme innerhalb eines Jahres vorgesehen.

Die Verlegung der „Nordrhein-Westfalen“ stellt somit eine der letzten deutschen Beteiligungen an dieser langjährigen UN-Friedensmission dar. Bis zum Ende des Mandats wird die deutsche Marine weiterhin ihren Beitrag zur Seeraumüberwachung und zur Ausbildung der libanesischen Streitkräfte leisten.

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