Der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Carsten Breuer, wird voraussichtlich ab 2028 den Vorsitz des NATO-Militärausschusses übernehmen. Die Personalie wurde bekannt, obwohl die Amtszeit des derzeitigen Vorsitzenden noch zwei Jahre läuft.
Informelle Einigung innerhalb der Allianz
Wie die Zeitung „Welt am Sonntag“ berichtete, soll es innerhalb der NATO bereits eine informelle Einigung über die Berufung Breuers geben. Der derzeitige Vorsitzende, der italienische Admiral Giuseppe Cavo Dragone, bekleidet das Amt seit Januar 2025. Seine reguläre Amtszeit endet am 17. Januar 2028. Dass eine solche Personalie bereits zwei Jahre im Voraus kommuniziert wird, gilt als ungewöhnlich. Eine offizielle Bestätigung aus Brüssel steht noch aus.
Bedeutung des Militärausschusses für die Nato
Der NATO-Militärausschuss ist das höchste militärische Gremium der Allianz. Er berät den Nordatlantikrat in allen militärpolitischen und strategischen Fragen und bildet das Bindeglied zwischen den politischen Gremien und den militärischen Strukturen der NATO. Der Vorsitz im Militärausschuss wird traditionell von einem Vier-Sterne-General eines europäischen Staates besetzt. Es handelt sich um die zweitwichtigste militärische Position innerhalb der Allianz nach dem Oberbefehlshaber der NATO, der stets ein US-amerikanischer General ist.
Der Vorsitzende des Militärausschusses fungiert als militärischer Hauptberater des Generalsekretärs und als wichtigster militärischer Sprecher des Bündnisses. Er übermittelt die militärischen Empfehlungen der Generalstabschefs aller Mitgliedsstaaten an die politischen Entscheidungsgremien und leitet Weisungen an die strategischen Kommandeure weiter.

Positive Reaktionen aus der deutschen Politik
Die SPD-Bundestagsabgeordnete Siemtje Möller, stellvertretende Fraktionsvorsitzende ihrer Partei, begrüßte die mögliche Berufung Breuers. Sie bezeichnete ihn als klugen und überlegten militärischen Führer. Die Personalie würde nach ihrer Einschätzung Deutschlands Gewicht und Führungsrolle im Verteidigungsbündnis erhöhen.
Militärische Beziehungen zwischen Deutschland und den USA
Die militärische Kooperation zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten funktioniert nach Einschätzung aus NATO-Kreisen auch unter der zweiten Amtszeit von Präsident Donald Trump reibungslos. Die Beziehung zwischen General Alexus Grynkewich und Generalinspekteur Breuer gilt als gut. Trotz gelegentlicher politischer Spannungen verläuft die militärische Zusammenarbeit beider Länder geräuschlos.
Deutschland bereits mit wichtigen Positionen in der Nato vertreten
Deutschland besetzt bereits mehrere Schlüsselpositionen innerhalb der Allianz. Seit Juni 2025 führt General Ingo Gerhartz das Allied Joint Force Command in Brunssum. Dieses Kommando trägt die Hauptverantwortung für den operativen Schutz der Ostflanke der NATO. Das Einsatzführungskommando in den Niederlanden ist eines von drei operativen Führungskommandos der NATO und für die militärische Koordination entlang einer fast 3900 Kilometer langen Linie von Norwegen über das Baltikum bis nach Ungarn zuständig.
General Gerhartz wurde für diese Position zum Viersternegeneral befördert. Ihm unterstehen in Brunssum rund 800 Soldatinnen und Soldaten aus 30 der 32 NATO-Mitgliedsstaaten. Im Ernstfall könnte das Hauptquartier die Führung von bis zu einer Million Soldaten übernehmen.
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