Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat von Dänemark einen Rahmenvertrag über die Munitionsversorgung erhalten. Die ersten Abrufe bewegen sich im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich.
Am 30. Januar 2026 wurde in einer offiziellen Zeremonie ein großvolumiger Rahmenvertrag zwischen dem NATO-Mitglied Dänemark und dem Düsseldorfer Rüstungsunternehmen unterzeichnet. Der Vertrag besitzt eine Laufzeit von sieben Jahren und umfasst die Lieferung verschiedener Munitionstypen für die dänischen Streitkräfte.
Mittelkaliber-, Panzer- und Artilleriemunition
Der Rahmenvertrag deckt mehrere Munitionssorten ab. Dazu gehören Mittelkalibermunition für Schützen- und Flugabwehrpanzer, 120-Millimeter-Munition für Kampfpanzer sowie 155-Millimeter-Geschosse für die Artillerie. Die 120-Millimeter-Munition ist für die Hauptbewaffnung des Kampfpanzers Leopard 2 vorgesehen, den auch die dänischen Streitkräfte einsetzen.
Zu den ersten Abrufen im Bereich Mittelkalibermunition zählen verschiedene Patronensorten in den Kalibern 30 Millimeter x 173 und 35 Millimeter x 228. Die Gesamtzahl liegt laut Rheinmetall im hohen fünfstelligen Bereich. Der Auftragswert bewegt sich im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Bei der 120-Millimeter-Panzermunition umfasst die Bestellung mehr als 1.000 Patronen kinetischer Wuchtmunition mit einem Auftragswert im hohen einstelligen Millionen-Euro-Bereich.

Hintergrund: Erhöhte Verteidigungsausgaben Dänemarks
Die Beauftragung erfolgt vor dem Hintergrund einer deutlichen Aufstockung des dänischen Verteidigungshaushalts. Im Februar 2025 kündigte die dänische Regierung an, in den Jahren 2025 und 2026 zusätzlich umgerechnet 6,8 Milliarden Euro für Verteidigung auszugeben. Damit steigen die dänischen Verteidigungsausgaben auf über drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die Regierung verwies dabei auf die gestiegene Bedrohungslage in Europa und betonte, dass Russland innerhalb von drei Monaten mehr Munition produziere als die NATO in einem ganzen Jahr.
Dänemark ist nicht das erste europäische Land, das Rheinmetall mit größeren Munitionslieferungen beauftragt. Bereits im Juni 2024 hatte die Bundesrepublik Deutschland einen Rahmenvertrag über 155-Millimeter-Artilleriemunition im Wert von bis zu 8,5 Milliarden Euro abgeschlossen. An diesem Vertrag beteiligen sich neben Deutschland auch die Niederlande, Estland und Dänemark.
Rheinmetall baut Produktionskapazitäten massiv aus
Der Düsseldorfer Konzern hat in den vergangenen Jahren seine Munitionsproduktion erheblich ausgeweitet. Im August 2025 eröffnete Rheinmetall in Unterlüß in Niedersachsen das nach eigenen Angaben größte Munitionswerk Europas. Bei Vollauslastung soll die Anlage ab 2027 jährlich 350.000 Schuss 155-Millimeter-Artilleriemunition produzieren. Konzernweit strebt Rheinmetall an, die Jahresproduktion von 155-Millimeter-Munition von 70.000 Schuss im Jahr 2022 auf 1,5 Millionen Schuss bis 2030 zu steigern.
Die Munitionssparte von Rheinmetall verzeichnete in den ersten neun Monaten des Jahres 2025 einen Rekordumsatz von über zwei Milliarden Euro – ein Anstieg um fast eine halbe Milliarde Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der operative Gewinn der Sparte lag bei 371 Millionen Euro. Haupttreiber des Geschäfts ist die hohe Nachfrage nach Artilleriemunition, die durch den Ukraine-Krieg und die damit verbundene Notwendigkeit zur Wiederauffüllung europäischer Lagerbestände entstanden ist.
Rheinmetall-Chef Armin Papperger zeigte sich in einer Stellungnahme dankbar für das Vertrauen Dänemarks und sieht das Unternehmen in seiner Rolle als einer der führenden Munitionshersteller weltweit bestätigt. Der Konzern betreibt neben dem Hauptwerk in Deutschland auch Produktionsstandorte und Joint Ventures in mehreren europäischen Ländern sowie in Südafrika.
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