Bundeswehr beschafft Raumflugzeug von Polaris

Bundeswehr beschafft Raumflugzeug von Polaris
Foto: POLARIS Raumflugzeuge

Das Bremer Raumfahrtunternehmen Polaris Raumflugzeuge hat vom Beschaffungsamt der Bundeswehr einen Vertrag zum Bau und zur Flugerprobung eines zweistufigen Hyperschallfahrzeugs erhalten. Das System soll bereits bis Ende 2027 flugbereit sein.

Testplattform für Hyperschallforschung

Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr hat Polaris Raumflugzeuge mit der Herstellung und dem Betrieb eines vollständig wiederverwendbaren Hyperschall-Forschungsfahrzeugs beauftragt. Das zweistufige System mit der Bezeichnung HYTEV (Hypersonic Test and Experimentation Vehicle) soll horizontal von konventionellen Start- und Landebahnen abheben.

Hauptzweck der Konstruktion ist die Nutzung als Testumgebung für verteidigungsbezogene und wissenschaftliche Forschung im Hyperschallbereich. Als sekundäre Funktion kann das Fahrzeug für den Start von Kleinsatelliten eingesetzt werden, sofern eine nicht wiederverwendbare Oberstufe verwendet wird.

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Technische Auslegung

Das Fahrzeug soll in Größe und Startmasse einem Kampfjet entsprechen. Die Hauptstufe wird von zwei Turbofan-Triebwerken und einem Aerospike-Raketentriebwerk angetrieben, während die Oberstufe ausschließlich mit Raketenantrieb arbeitet. Das Konzept für HYTEV entstand während vorbereitender Arbeiten in den Jahren 2024 und 2025, die ebenfalls unter Vertrag mit dem BAAINBw durchgeführt wurden.

Die Flugbereitschaft ist für Ende 2027 vorgesehen. Nach Unternehmensangaben wurde ein vergleichbarer Auftrag bislang an kein europäisches Unternehmen vergeben.

Hintergrund zu Hyperschalltechnologie

Als Hyperschallgeschwindigkeit wird eine Geschwindigkeit ab Mach 5 bezeichnet, was mehr als 6.000 Kilometern pro Stunde entspricht. Die Entwicklung von Hyperschallfahrzeugen stellt technisch eine erhebliche Herausforderung dar, da die extrem hohen Geschwindigkeiten mit komplexen aerodynamischen und thermischen Belastungen verbunden sind. Mehrere Staaten, darunter Russland, China und die USA, treiben die Entwicklung von Hyperschallsystemen für militärische und zivile Zwecke voran.

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