Generalleutnant Thorsten Poschwatta hat die Führung des Air Component Command, des NATO Combined Air Operations Centre Uedem und des Joint Air Power Competence Centre an Generalmajor Dr. Jan Kuebart übergeben. Damit wechselt die Leitung von drei Dienststellen, die für die Planung und Führung von Luftoperationen in Deutschland und der NATO zentral sind.
Drei Funktionen in einer Hand
An der Spitze des Air Component Command (ACC) der Luftwaffe in Kalkar hat ein Kommandowechsel stattgefunden. Generalleutnant Thorsten Poschwatta übergab die Dienststelle an Generalmajor Dr. Jan Kuebart. Mit dem Posten verbunden sind zwei weitere Aufgaben: die Führung des NATO Combined Air Operations Centre (CAOC) Uedem und die Funktion des Executive Director des Joint Air Power Competence Centre (JAPCC). Poschwatta war seit Dezember 2021 Kommandeur der deutschen Luftoperationszentrale und Executive Director des JAPCC, seit Oktober 2024 zusätzlich Kommandeur des CAOC Uedem. Nach Angaben der Bundeswehr erfolgt der Wechsel in einer Phase, in der die Anforderungen an die Sicherheit des NATO-Luftraums deutlich gestiegen sind.
Vom Zentrum Luftoperationen zum Air Component Command
In Poschwattas Amtszeit fiel die Umgliederung des bisherigen Zentrums Luftoperationen. Die Dienststelle wurde zum 1. Januar 2025 offiziell in Air Component Command umbenannt, nahm ab dem 1. Februar 2025 in einer vorläufigen Arbeitsgliederung den Dienst auf und sollte ihre endgültige Struktur zum 1. April 2026 einnehmen. Hintergrund ist die Neuausrichtung der Bundeswehr auf die Landes- und Bündnisverteidigung. Das ACC stellt im Rahmen der Landesverteidigung einen dauerhaft aktivierten Gefechtsstand, das sogenannte Standing JFAC, für die Planung und Führung von Luftoperationen. Dieses Planungsteam soll ohne lange Vorwarnzeit handlungsfähig sein und sich auf die Verbände des Flugführungsdienstes sowie die Geschwader in ganz Deutschland stützen. Hinzu kommen ein Lage- und Führungszentrum für die territoriale Flugkörperabwehr Deutschlands im Dauerbetrieb sowie die Planung und Führung von Luftoperationen der Spezialkräfte.
NATO-Luftraumüberwachung aus Uedem
Das CAOC Uedem ist Teil der NATO-Kommandostruktur. Es verantwortet das Air Policing im NATO-Luftraum Nordeuropas oberhalb der Alpen, darunter die Mission Baltic Air Policing für Litauen, Lettland und Estland sowie die periodische Luftraumüberwachung über Island. Im CAOC arbeiten Angehörige aus 24 NATO-Staaten auf 188 Friedensdienstposten; der Kommandeursposten wechselt zwischen Deutschland und Belgien.
Kompetenzzentrum der NATO in Kalkar
Das JAPCC wurde 2005 in Kalkar gegründet, um der NATO eine strategische Instanz für streitkräftegemeinsame Luft- und Weltraummacht zu geben. Es gilt als erstes und größtes Centre of Excellence der Allianz. Die Struktur sieht einen General als Director und einen Generalleutnant als Executive Director vor. Director ist der jeweilige Kommandeur des NATO Allied Air Command in Ramstein.
Werdegang des neuen Kommandeurs
Kuebart wurde 1994 an der Universität der Bundeswehr Hamburg zum Dr. rer. pol. promoviert. Er ist Pilot mit mehr als 2.400 Flugstunden, davon rund 2.000 auf dem Tornado. 2018 übernahm er den Posten des Kommandeurs Fliegende Verbände im Luftwaffentruppenkommando in Köln-Wahn und wurde im November desselben Jahres zum Generalmajor befördert. Ab April 2021 leitete er das Luftfahrtamt der Bundeswehr in Köln. Seit Oktober 2026 führt Brigadegeneral Armin Havenith diese Behörde.
Sein Vorgänger Poschwatta kommt ebenfalls aus der Tornado-Gemeinschaft. Er ist Waffensystemoffizier auf dem Jagdbomber und war vor seiner Verwendung in Kalkar Chef des Stabes im Hauptquartier Resolute Support in Kabul.
