IRIS-T SLM für die Fregatten F125: Diehl Defence erhält Auftrag zur Anpassentwicklung

IRIS-T SLM für die Fregatten F125: Diehl Defence erhält Auftrag zur Anpassentwicklung
Illustration der IRIS-T SLM Naval Startgeräte an Bord einer Fregatte der F125-Klasse | Foto: Diehl Defence

Das BAAINBw hat Diehl Defence mit der Anpassentwicklung des Luftverteidigungssystems IRIS-T SLM für die Fregatten der Klasse F125 beauftragt. Der Vertrag umfasst nach Angaben des Unternehmens den Bau von Prototypen und ein Testschießen.

Diehl Defence und das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) haben einen Vertrag über die Anpassentwicklung von IRIS-T SLM geschlossen. Das teilte das Unternehmen mit Sitz in Überlingen am 2. Oktober 2026 mit. Ziel ist es, das bislang landgestützte System auf den F125-Fregatten der Deutschen Marine einsatzfähig zu machen. Angaben zu Vertragswert, Zeitplan und Stückzahlen enthält die Mitteilung nicht.

Prototypen und Testschießen

Laut Diehl Defence sieht der Vertrag den Aufbau von Prototypen und ein umfangreiches Testschießen vor. Beides soll die Einbindung des Systems in die bestehende Architektur der Schiffsklasse absichern. Das Unternehmen führt den Abschluss auf die Zusammenarbeit der Projektteams beider Seiten zurück.

Vorausgegangen war die parlamentarische Befassung: Der Haushaltsausschuss des Bundestages billigte die Maßnahme am 23. September 2026, wie das Verteidigungsministerium einen Tag später bekannt gab. Dem Ministerium zufolge soll die Fähigkeit der F125 zum Eigenschutz angesichts der aktuellen Bedrohung aus der Luft erweitert werden.

Erprobung vor Norwegen im Oktober 2025

Grundlage des Vorhabens ist ein Demonstrator, den Diehl Defence im Oktober 2025 bei der „Maritime Firing Exercise 2025″ einsetzte. Das Anti-Air-Warfare-Modul war auf dem C-Deck der Fregatte „Baden-Württemberg“ aufgebaut. Nach Unternehmensangaben vergingen von der Idee bis zum Schießen weniger als zehn Monate, die Test- und Erprobungsziele seien erreicht worden.

Das Schießen fand vor Andøya in Norwegen statt; die Initiative für die Integration ging nach Darstellung des BAAINBw von der Marine aus. Dem Amt zufolge wurden bei Nacht drei Flugkörper verschossen, wobei das Schiffsradar seine Daten direkt an das Luftverteidigungssystem lieferte – die erste funktionale Kopplung von Schiffssensorik und Waffensystem. Die zugrunde liegende Machbarkeitsstudie einschließlich Systemdemonstrator hatte das BAAINBw im Dezember 2024 an Diehl vergeben.

Hintergrund: Luftverteidigung der F125

Die Klasse F125 umfasst vier Schiffe. Die rund 7.000 Tonnen verdrängenden Fregatten verfügen bislang über keine Starter für Flugkörper mittlerer oder großer Reichweite. Ihr Flugkörperschutz beschränkt sich im Wesentlichen auf das Nahbereichssystem RAM.

IRIS-T SLM ist die Mittelstreckenvariante der bodengebundenen IRIS-T-SL-Familie, die vom Luft-Luft-Flugkörper IRIS-T abgeleitet ist und einen größeren Raketenmotor nutzt. Das System wird unter anderem in der Ukraine eingesetzt.

Umfang und offene Punkte

Zur geplanten Ausstattung liegen Angaben aus der Fachpresse vor, die über die Pressemitteilung hinausgehen. Nach einem Bericht von hartpunkt gehen Beobachter von Kosten der Anpassentwicklung in Höhe von rund 40 Millionen Euro aus; jedes Schiff soll 32 Flugkörper erhalten. Naval News berichtete im Juni 2026 ebenfalls von 32 Flugkörperzellen je Schiff und davon, dass die Einbindung in das künftige Führungs- und Waffeneinsatzsystem CMS 330 voraussichtlich Vertragsbestandteil werde. Beim Testschießen 2025 war das System noch nicht direkt an das CMS 330 angebunden.

Eine amtliche Bestätigung dieser Zahlen liegt bislang nicht vor. Offen bleibt auch, wann die Prototypen erprobt werden und wann eine Serienausstattung der vier Fregatten folgen könnte.

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