Die Deutsche Marine wechselt Teile ihrer für einen möglichen Minenräumeinsatz in der Straße von Hormus vorausstationierten Kräfte aus. Der Tender RHEIN ersetzt die MOSEL, auf dem Minenjagdboot FULDA übernimmt eine neue Besatzung.
Ablösung nach sechs Monaten
Die Bundeswehr hält weiterhin Marineeinheiten im Mittelmeer bereit, um sich im Bedarfsfall an einer internationalen Minenräumung in der Straße von Hormus beteiligen zu können. Nach Angaben der Bundeswehr stehen nun zwei Wechsel an.
Der Tender MOSEL wird nach rund sechs Monaten im Einsatz durch den Tender RHEIN abgelöst. Beide Schiffe gehören zur Klasse 404. Die MOSEL war seit März 2026 im Einsatz – zunächst im Rahmen der NATO-Unterstützung in der Ägäis, anschließend für die Vorausstationierung im Mittelmeer. Nach der langen Einsatzdauer sind laut Bundeswehr Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten erforderlich.
Neue Besatzung für die FULDA
Auf dem Minenjagdboot FULDA findet nach knapp fünf Monaten Einsatz ein Besatzungswechsel statt. Das Boot war nach Bundeswehrangaben unter anderem im Mittelmeer und vor Dschibuti eingesetzt. Zusätzlich sollen technische Maßnahmen gewährleisten, dass die FULDA einsatzbereit bleibt. Einzelheiten dazu nannte die Bundeswehr nicht.
RHEIN und FULDA bleiben in den Ständigen NATO-Minenabwehrverband 2 (SNMCMG2) im Mittelmeer integriert und trainieren dort gemeinsam mit Partnernationen. Auf diese Weise sollen die rund 100 Soldatinnen und Soldaten an Bord beider Einheiten ihre Einsatzbereitschaft für einen möglichen Auftrag erhalten.
Vorausstationierung seit Mai
Hintergrund ist der Krieg zwischen den USA, Israel und Iran. Durch die Straße von Hormus wird unter normalen Bedingungen etwa ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls transportiert; nach Angriffen auf Tanker und Frachtschiffe galt die Route im März faktisch als blockiert.
Anfang Mai 2026 lief die FULDA aus Kiel in Richtung Mittelmeer aus. Die MOSEL wurde zeitgleich aus der NATO-Mission in der Ägäis herausgelöst und gemeinsam mit dem Minenjagdboot dem NATO-Minenabwehrverband unterstellt. Ziel war es, mögliche deutsche Beiträge zu einer Operation in der Straße von Hormus geografisch näher an das potenzielle Einsatzgebiet zu bringen.
Mitte Juni passierten beide Schiffe den Suezkanal und verlegten im multinationalen Verband durch das Rote Meer nach Dschibuti. Während des Transits beteiligten sie sich an der EU-Operation EUNAVFOR ASPIDES. Für den möglichen Einsatz wurden sie zusätzlich mit autonomen Systemen, Minentauchern und Vessel Protection Teams ausgestattet; damals befanden sich rund 140 Soldatinnen und Soldaten an Bord.
Ende Juli entschied die Bundesregierung, die Einheiten ins östliche Mittelmeer zurückzuverlegen. Das Verteidigungsministerium begründete dies damit, dass ein hinreichend sicheres Umfeld für den Einsatz kurzfristig nicht absehbar sei und ein längeres Vorhalten in der Region die technischen Systeme unnötig belaste. Die Kräfte sollten in Verlegebereitschaft bleiben und erst bei belastbaren Hinweisen auf einen baldigen Missionsbeginn erneut verlegt werden.
Einsatz an Bedingungen geknüpft
Die Bundeswehr bekräftigt, ihren Beitrag in der Straße von Hormus leisten zu wollen, sobald die Voraussetzungen dafür vorliegen und der Deutsche Bundestag zugestimmt hat. Die Bundesregierung hatte eine Beteiligung bereits im Frühjahr an ein Ende der Kampfhandlungen, eine völkerrechtliche Grundlage wie etwa ein UN-Mandat sowie die Zustimmung des Parlaments geknüpft.
Im Juni hatte der Spiegel berichtet, dass Auswärtiges Amt und Verteidigungsministerium bereits einen Mandatstext vorbereitet hätten. Als rechtliche Grundlage sei eine UN-Resolution vom 11. März vorgesehen, eine mögliche Beteiligung solle auf die Minenräumung beschränkt werden.
