Rheinmetall stellt vom 23. bis 25. Februar 2026 auf der Enforce Tac in Nürnberg die ferngesteuerte Waffenstation RCWS320C-UAS vor. Das System ist als Effektor zur fahrzeuggestützten und stationären Drohnenabwehr konzipiert und soll Lücken im Kurzstreckenbereich der Flugabwehr schließen. Ausgestellt ist die Station als Teil eines Vernetzungskonzepts für leichte Kräfte und den Heimatschutz.
Aufbau und Bewaffnung
Herzstück der Waffenstation ist eine Dillon Aero M134D, eine elektrisch angetriebene sechsläufige Minigun im Kaliber 7,62 × 51 mm NATO. Die Waffe erreicht eine Feuerrate von bis zu 6.000 Schuss pro Minute und ist bis auf eine Entfernung von etwa 1.200 Metern wirksam. Diese extrem hohe Kadenz macht sie nach Herstellerangaben besonders geeignet für die Bekämpfung kleiner, schnell manövrierender Ziele wie kommerzieller oder militärischer Drohnen.
In die Waffenstation integriert ist das SEOSS-320-Sichtsystem, das eine präzise Zielerfassung bei gleichzeitig vollständiger Lageübersicht für die Besatzung ermöglichen soll. Das System unterstützt sowohl Hard-Kill-Effektoren – also die physische Zerstörung eines Ziels – als auch Soft-Kill-Maßnahmen wie Störsender.

Modulare Architektur und breites Einsatzspektrum
Konzeptionell kombiniert die RCWS320-UAS Sensorfusion, automatisierte Zielbekämpfung und eine flexible Integration weiterer Systemkomponenten. Dank ihrer Konformität mit der NATO Generic Vehicle Architecture (NGVA) – einem NATO-Standardisierungsabkommen (STANAG 4754), das gemeinsame Schnittstellenstandards für militärische Fahrzeugsysteme festlegt – lässt sich die Station auf Ketten- und Radfahrzeugen, auf unbemannten Bodenfahrzeugen sowie an stationären Einrichtungen betreiben. Dieses Konzept erlaubt eine flexible Anpassung an unterschiedliche Einsatzkontexte, von der vorgeschobenen Stellung bis zum Objektschutz.
Ein zentrales Konstruktionsmerkmal ist das sogenannte „Human-in-the-Loop“-Prinzip: Zielerfassung und Priorisierung laufen automatisiert ab, die endgültige Entscheidung zur Bekämpfung verbleibt jedoch beim menschlichen Bediener.
Einordnung in den Drohnenabwehr-Kontext
Die Präsentation des Systems fällt in eine Phase erhöhter Nachfrage nach bodengebundener Nahbereichsdrohnenabwehr. Erfahrungen aus dem Ukraine-Krieg haben gezeigt, dass einfache Kleinstdrohnen erhebliche Schäden an Fahrzeugen und Infrastruktur verursachen können – und herkömmliche Waffensysteme dabei oft zu langsam oder zu kostspielig in der Reaktion sind. Rheinmetall hatte bereits Ende 2024 im Rahmen der Übung Red Sands III in Saudi-Arabien ein Ultra-Nahbereichs-Drohnenabwehrsystem erprobt.
Neben der RCWS320-UAS zeigt Rheinmetall auf der Enforce Tac auch den Raketenjagdpanzer Fuchs JAGM in der „Armed Forces Area“ in Halle 11.
Rheinmetall ist eines der größten Rüstungsunternehmen Europas mit Hauptsitz in Düsseldorf und beschäftigt weltweit rund 35.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren sein Counter-UAV-Portfolio deutlich ausgebaut und positioniert sich als Systemintegrator für vernetzte Luftverteidigung.
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