Quantum Systems steigt in Bodenrobotik ein und stellt UGV „Mandrill“ vor

Quantum Systems steigt in Bodenrobotik ein und stellt UGV „Mandrill" vor
UGV „Mandrill“ | Foto: Quantum Systems

Quantum Systems hat sich in den vergangenen Jahren vor allem durch Aufklärungsdrohnen wie den VECTOR und den Twister einen Namen gemacht. Mit der Vorstellung des Mandrill am 23. Februar 2026 auf der Enforce Tac in Nürnberg vollzieht das Unternehmen eine strategische Erweiterung: Neben der Luft soll künftig auch die Bodendimension abgedeckt werden. Der Mandrill ist dabei nicht als Einzelprodukt konzipiert, sondern gilt als Auftakt einer ganzen Familie unbemannter Bodenfahrzeuge.

UGV „Mandrill“ | Foto: Quantum Systems

Technische Daten und Einsatzmöglichkeiten

Beim Mandrill handelt es sich um ein elektrisch angetriebenes, modulares Fahrzeug der Zwei-Tonnen-Klasse mit einer Nutzlastkapazität von 750 Kilogramm. Das System erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h und eine Reichweite von bis zu 200 Kilometern. Dank seines elektrischen Antriebs verfügt es über eine geringe akustische und thermische Signatur, was im militärischen Einsatz von Bedeutung ist.

Das modulare Konzept erlaubt verschiedene Konfigurationen für unterschiedliche Aufgaben:

  • Aufklärung (ISR) mit elektrooptischen und infrarotsensorischen Nutzlasten
  • Logistik und Nachschubunterstützung
  • Verwundetentransport (Medevac)
  • Schlepp- und Bergeoperationen
  • Elektronische Kampfführung
  • Integration von Drohnenstart- und Landevorrichtungen

Intern wird der Mandrill gelegentlich als „unbemannter Fennek“ bezeichnet, in Anlehnung an das bekannte Aufklärungsfahrzeug der Bundeswehr – allerdings ohne Besatzung und mit direkter Datenfusion in vernetzte Gesamtsysteme.

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Vernetzung mit Luft- und Softwarearchitektur

Ein zentrales Merkmal des Mandrill ist die Integration in die Missionssoftware MOSAIC UXS von Quantum Systems. Über diese Plattform sollen Boden- und Luftsysteme in Echtzeit Daten austauschen und koordiniert operieren. Für den Hersteller ist dies konsequente Fortsetzung eines Ansatzes, den das Unternehmen bereits bei Drohneneinsätzen – unter anderem im Ukraine-Krieg – erprobt hat.

Das Fahrzeug wurde bereits in Zusammenarbeit mit einem Kunden erprobt. Eine Serienproduktion in größerer Stückzahl ist noch für das laufende Jahr geplant.

UGV „Mandrill“ | Foto: Quantum Systems

Strategische Akquisitionen als Grundlage

Die Expansion in die Bodenrobotik stützt sich auf zwei Unternehmensübernahmen. Ende 2025 erwarb Quantum Systems FERNRIDE, einen Spezialisten für autonome Transportlösungen, der 2025 als erster Anbieter eine TÜV-Zulassung für autonome Lkw in Europa erhielt. Zudem wurde Spleenlab integriert, ein Unternehmen für Künstliche Intelligenz. Die Übernahmen sollen die Kompetenz in den Bereichen Software, Autonomie und Hardware bündeln.

Wachsender Markt für unbemannte Systeme

Die Vorstellung des Mandrill fällt in eine Phase hoher Nachfrage nach autonomen Bodenfahrzeugen für militärische Anwendungen. Erfahrungen aus dem Ukraine-Krieg haben den Bedarf an unbemannten, vernetzten Systemen beschleunigt – sowohl in der Aufklärung als auch in der Logistik. Die Bundeswehr investiert in diesem Rahmen in den Aufbau einer so genannten „Multi-Domain“-Fähigkeit, bei der Luft-, Boden- und Cyberkomponenten gemeinsam agieren sollen.

Quantum Systems wurde 2015 gegründet und hat seinen Sitz in München. Das Unternehmen ist unter anderem mit seinem Drohnensystem VECTOR in der Ukraine im Einsatz und gilt als einer der technologisch führenden deutschen Rüstungs-Startups im Bereich unbemannter Systeme.

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