Die künftige Standardpistole der Bundeswehr hat das behördliche Prüfverfahren abgeschlossen. Damit sind die Voraussetzungen für die Auslieferung der ersten Serienwaffen geschaffen, die in den kommenden Monaten beginnen soll.
Prüfverfahren abgeschlossen
Die neue Dienstpistole P13 hat die integrierte Nachweisführung erfolgreich durchlaufen. Das teilte das BAAINBw am 25. September 2026 mit. In dem Verfahren wird geprüft, ob neues Wehrmaterial für den vorgesehenen militärischen Einsatz geeignet ist. Dieser Nachweis gilt für die P13 nun als erbracht. Die Auslieferung der Serienexemplare an die Truppe soll nach Angaben der Bundeswehr in den nächsten Monaten beginnen.
Geprüft wurden unter anderem die Sicherungselemente der Waffe, auch im Rahmen von Falltests. Die zuständige Projektleiterin im Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) gibt an, dass die Sicherungen dabei in allen untersuchten Situationen wie vorgesehen funktioniert hätten. Den zügigen Projektverlauf führt sie auf die Zusammenarbeit aller Beteiligten zurück: Zwischen der Freigabe der Haushaltsmittel im November 2025 und dem Abschluss der Nachweisführung einschließlich der Festschreibung des finalen Konstruktionsstands lagen weniger als zwölf Monate.
Tschechische Waffe, deutscher Vertriebspartner
Beschafft wird die P13 im Rahmen des Vorhabens „Pistole querschnittlich“. Es handelt sich um eine Variante der CZ P-10 C OR des tschechischen Herstellers Česká zbrojovka (CZ) in der Farbe Flat Dark Earth. Den Liefervertrag hat die POL-TEC GmbH & Co. KG erhalten, ein deutscher Vertriebspartner von CZ mit Sitz in Fürth.
Die Waffe verschießt Munition im Kaliber 9 x 19 mm und arbeitet mit einem Striker-Fire-System, also einem Schlagbolzenschloss mit gleichbleibendem Abzugswiderstand über den gesamten Schussablauf. Nach Angaben der Bundeswehr ist die P13 modular aufgebaut und lässt sich an unterschiedliche Einsatzprofile anpassen. Sie hat einen 102 Millimeter langen Lauf, wiegt mit leerem Magazin 760 Gramm und fasst 15 Patronen. Zum Gesamtsystem gehören zudem Holster der Sicherheitsstufen 2 und 3 des Herstellers Radar 1957 sowie Trainingswaffen; POL-TEC soll auch die logistische Betreuung während der Nutzung übernehmen. Die Bezeichnung „Optics Ready“ bedeutet, dass sich Leuchtpunktvisiere direkt auf dem Verschluss montieren lassen.
Nachfolgerin der P8
Die P13 soll die seit 1994 eingeführte P8 ablösen. Diese basiert auf der USP-Baureihe von Heckler & Koch und hatte seinerzeit die P1 ersetzt. Nach Angaben des Bundesministeriums der Verteidigung sollen mit der Neubeschaffung technische und ergonomische Defizite der P8 behoben werden.
Die P13 ist für die Breite der Streitkräfte vorgesehen. Bei den Spezialkräften und spezialisierten Kräften – darunter das Kommando Spezialkräfte, das Kommando Spezialkräfte der Marine, Fernspäher und Feldjäger – ist mit der P14 auf Basis der Walther PDP bereits ein eigenes Pistolensystem eingeführt.
Vergabe und Finanzierung
Der Haushaltsausschuss des Bundestages billigte am 5. November 2025 zwei Rahmenvereinbarungen: eine für Herstellung und Lieferung der Pistolen samt Zubehör, eine weitere für die zugehörigen Tragesysteme. Abrufe aus dem Rahmenvertrag, die 25 Millionen Euro übersteigen, müssen dem Ausschuss erneut vorgelegt werden. Finanziert wird das Vorhaben aus dem Sondervermögen Bundeswehr und dem regulären Haushalt.
Der Wettbewerb war im November 2024 gestartet, einziges Zuschlagskriterium war der Preis; alle Angebote mussten die Anforderungen der Bundeswehr vollständig erfüllen. In der Endrunde standen neben CZ nach Medienberichten noch Glock aus Österreich und Arex aus Slowenien. Die Rahmenvereinbarung umfasst Fachmedien zufolge bis zu 203.000 Pistolen, in einem ersten Schritt sollen rund 65.000 Waffen samt Zubehör beauftragt werden. Offizielle Angaben der Bundeswehr zu Stückzahlen liegen nicht vor.
