Der in Litauen stationierten Panzerbrigade 45 wurden zwei Kampftruppenbataillone unterstellt und rückt damit der vollen Einsatzfähigkeit näher. In der kommenden Woche erhält die Brigade ihr drittes Manöverelement.
Am 29. Januar 2026 fand in der Balthasar-Neumann-Kaserne in Veitshöchheim ein feierlicher Appell statt, bei dem das Panzerbataillon 203 aus Augustdorf und das Panzergrenadierbataillon 122 aus Oberviechtach der Panzerbrigade 45 unterstellt wurden. Rund 400 Soldatinnen und Soldaten waren bei der Zeremonie angetreten, bei der die Brigadekommandeure der Panzerlehrbrigade 9 aus Munster und der Panzerbrigade 12 aus Cham ihre Einheiten an Brigadegeneral Christoph Huber übergaben.
Dritter Verband folgt
In der kommenden Woche wird die multinationale Battlegroup aus Rukla in Litauen als drittes Manöverelement unterstellt. Damit verfügt die Brigade über die geplante Struktur aus drei Kampfverbänden, die für die Einsatzbereitschaft der gesamten Brigade erforderlich sind.

Übergangsphase bis zur Verlegung
Die beiden neu zugeordneten Bataillone verbleiben vorerst an ihren bisherigen Standorten in Deutschland. Sie werden jedoch ab sofort regelmäßig für Übungen und Ausbildungen zeitweise nach Litauen verlegen. Die endgültige Stationierung in Litauen ist für 2027 vorgesehen, sobald die notwendige Infrastruktur vor Ort fertiggestellt ist.
Generalmajor Jörg See, Kommandeur der 10. Panzerdivision, hob bei der Veranstaltung die Bedeutung der Maßnahme für Frieden und Sicherheit in Deutschland, Europa und an der NATO-Ostflanke hervor. General a. D. Erhard Bühler, ehemaliger Kommandeur der 10. Panzerdivision, wies darauf hin, dass beide Bataillone bereits über Übungs- und Einsatzerfahrung verfügen, einschließlich temporärer Einsätze in Litauen.
Hintergrund der Stationierung
Die dauerhafte Verlegung einer deutschen Brigade nach Litauen markiert einen historischen Schritt für die Bundeswehr. Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg wird ein deutscher Verband in Brigadestärke dauerhaft im Ausland stationiert. Verteidigungsminister Boris Pistorius hatte die Entscheidung am 26. Juni 2023 getroffen, um das militärische Engagement Deutschlands im Rahmen der NATO zu verstärken und größere Verantwortung im Bündnis zu übernehmen.
Die Panzerbrigade 45 wurde am 1. April 2025 formal in Dienst gestellt, der offizielle Aufstellungsappell fand am 22. Mai 2025 in Vilnius statt. Der Brigadestab hatte zu diesem Zeitpunkt bereits Führungs- und Übungsfähigkeit erreicht, was die Voraussetzung für den weiteren Aufbau darstellte.
Strategische Bedeutung
Die Brigade hat die Aufgabe, die NATO-Ostflanke zu stärken und die Vorneverteidigung zu verbessern. Sie soll unter anderem die strategisch bedeutsame Suwalki-Lücke zwischen Polen und den baltischen Staaten verteidigen. Deutschland hat seit 2017 die Führung der NATO Enhanced Forward Presence Battlegroup in Litauen inne, die nun in die neue Brigade integriert wird.
Geplante Struktur
Bis 2027 soll die Panzerbrigade 45 auf rund 5.000 Personen anwachsen, darunter etwa 4.800 Soldatinnen und Soldaten sowie 200 zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Brigade untersteht der 10. Panzerdivision mit Sitz des Stabes in Veitshöchheim. Sie soll mit modernem Gerät ausgestattet werden, darunter Schützenpanzer Puma und Kampfpanzer Leopard 2 A8.
Die Stationierungsorte in Litauen umfassen die Kaserne in Rukla am Truppenübungsplatz Gaižiūnai bei Kaunas sowie eine neu zu errichtende Kaserne am Truppenübungsplatz Rūdninkai südlich von Vilnius.
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