P-8A Poseidon: Auslieferung des ersten Loses verzögert sich

P-8A Poseidon: Auslieferung des ersten Loses verzögert sich
P-8A Poseidon | Foto: Boeing

Die Auslieferung der ersten fünf Seefernaufklärer P-8A Poseidon an die Deutsche Marine verzögert sich um einige Monate. Nach Angaben des Beschaffungsamtes der Bundeswehr sollen die beiden ausstehenden Flugzeuge bis zum Jahreswechsel folgen. Für vier zusätzliche Maschinen liegt ein Angebot aus den USA vor.

Die fünf Flugzeuge des ersten Bauloses sind nicht wie zuvor in Aussicht gestellt bis Ende September 2026 vollständig bei den Marinefliegern eingetroffen. Das geht aus der Antwort eines Sprechers des Bundesamts für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) auf eine Presseanfrage von Sicherheit & Verteidigung hervor. Den Termin Ende September hatte unter anderem der frühere Inspekteur der Marine genannt.

Zulauf im Herbst erwartet

Dem Sprecher zufolge ist es im Projektverlauf zu einzelnen Verzögerungen gekommen. Gründe nannte er nicht. Die Abnahme der beiden letzten Maschinen des ersten Loses stehe jedoch bevor. Die vierte P-8A soll voraussichtlich im Oktober oder November zulaufen, die fünfte nach derzeitigem Planungsstand noch vor dem Jahreswechsel.

Bislang verfügt das Marinefliegergeschwader 3 „Graf Zeppelin“ in Nordholz über drei Flugzeuge dieses Typs. Die erste Maschine war am 7. November 2025 in Deutschland gelandet. Die P-8A basiert auf der Boeing 737-800 und löst bei der Marine die P-3C Orion ab. Zu ihren Aufgaben gehören die Seeraumüberwachung sowie das Aufspüren und Bekämpfen von U-Booten.

Zweites Los bis 2029

Auch für die drei nachbestellten Flugzeuge nannte das BAAINBw einen Zeitplan. Demnach soll die erste dieser Maschinen Ende 2027 zulaufen, je eine weitere in den Jahren 2028 und 2029. Das deckt sich mit der Zielmarke, die die Bundeswehr bei der Ankunft des ersten Flugzeugs genannt hatte: Die übrigen sieben Maschinen sollten bis 2029 folgen.

Deutschland hatte im Juni 2021 zunächst fünf P-8A über das Foreign-Military-Sales-Verfahren der US-Regierung bestellt. 2023 wurde der Auftrag auf acht Flugzeuge erweitert.

US-Angebot für vier weitere Flugzeuge

Zu einer möglichen Aufstockung der Flotte bestätigte der Sprecher lediglich, dass ein Angebot der amerikanischen Seite vorliegt. Zu einem daraus möglicherweise entstehenden Beschaffungsvorhaben äußere sich das Amt vor einem Vertragsschluss beziehungsweise der Befassung des Parlaments nicht. Rüstungsvorhaben dieser Größenordnung benötigen die Zustimmung des Haushaltsausschusses des Bundestages.

Der frühere Inspekteur hatte von fortgeschrittenen Verhandlungen über vier weitere Maschinen gesprochen. Auch der Kommandeur der Marineflieger, Flotillenadmiral Broder Nielsen, hatte sich im Juli auf der Luftfahrtmesse in Farnborough dazu geäußert. Nach einem Bericht von Aviation Week hoffte die Marine zu diesem Zeitpunkt auf eine parlamentarische Zustimmung in den folgenden Monaten. Ein Vertrag könne noch vor Jahresende geschlossen werden, sofern die Mittel im Herbst freigegeben würden. Mit vier zusätzlichen Flugzeugen würde die Flotte auf zwölf Maschinen wachsen.

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