NATO-Partner bilden Koalition zur Sicherung der Straße von Hormus

NATO-Partner bilden Koalition zur Sicherung der Straße von Hormus
Foto: Bundeswehr/Nico Theska

NATO-Generalsekretär Mark Rutte hat angekündigt, dass sich 22 Staaten zusammenschließen wollen, um die seit Wochen faktisch gesperrte Straße von Hormus wieder für den Schiffsverkehr zu öffnen. Großbritannien soll die multinationale Initiative anführen.

Hintergrund: Blockierte Meerenge, steigender Ölpreis

Seit dem Beginn des Iran-Krieges Ende Februar 2026 hat der Iran die Straße von Hormus unter seine Kontrolle gebracht. Schiffe meiden die Meerenge seither weitgehend, da iranische Revolutionsgarden Angriffe auf passierende Schiffe durchgeführt haben. Die Folgen sind unmittelbar spürbar: Der Ölpreis stieg deutlich, da täglich rund 20 Millionen Barrel Rohöl – knapp 20 Prozent des weltweiten Verbrauchs – durch diese Meerenge transportiert werden. Auch etwa ein Fünftel des globalen Handels mit Flüssigerdgas (LNG) verläuft durch die Passage, hauptsächlich aus Katar.

Die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman ist an ihrer engsten Stelle nur rund 33 Kilometer breit und gilt als zentrales Nadelöhr der Weltwirtschaft. Pipelines könnten im Falle einer dauerhaften Seeblockade nur einen Bruchteil der betroffenen Ölmengen aufnehmen.

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Trumps Druck und die NATO-Reaktion

US-Präsident Donald Trump hatte dem Iran Mitte März ein 48-Stunden-Ultimatum zur vollständigen Öffnung der Straße gestellt und andernfalls Angriffe auf iranische Kraftwerke angedroht. Parallel dazu übte er Druck auf NATO-Verbündete aus, sich an der Sicherung der Meerenge zu beteiligen – und erntete zunächst Zurückhaltung mehrerer Hauptstädte.

Rutte äußerte in der US-Sendung „Face the Nation“ Verständnis für die anfängliche Verzögerung: Die europäischen Staaten hätten sich auf eine Mission vorbereiten müssen, ohne vorab über den US-Angriff auf den Iran informiert worden zu sein. Gleichzeitig zeigte er Verständnis für Trumps Ungeduld.

Die Koalition: Wer ist dabei?

Die Gruppe von 22 Staaten besteht überwiegend aus NATO-Mitgliedern, ergänzt durch Nicht-Mitglieder wie Australien, Bahrain, Japan, Südkorea, Neuseeland und die Vereinigten Arabischen Emirate. Großbritannien übernimmt die Führungsrolle in der Initiative. Bereits in der Vorwoche hatten mehrere Staats- und Regierungschefs, darunter aus Großbritannien und Italien, in einer gemeinsamen Erklärung ihre Bereitschaft betont, geeignete Maßnahmen für eine sichere Passage durch die Meerenge zu ergreifen.

Drei offene Fragen

Rutte zufolge arbeitet die Koalition derzeit drei zentrale Fragen ab: Welche Mittel werden benötigt, wann sollen sie eingesetzt werden und wo genau. Die zeitliche Komponente bezeichnete er als besonders wichtig, da Koordination und Einsatzbereitschaft Zeit erforderten. Ein konkreter Zeitplan für den Beginn der Mission wurde nicht genannt.

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