NATO-Agentur ordert Panzermunition bei Rheinmetall für 200 Millionen Euro

NATO-Agentur ordert Panzermunition bei Rheinmetall für 200 Millionen Euro
Foto: Bundeswehr / Mario Bähr

Die NATO Support and Procurement Agency (NSPA) hat bei Rheinmetall erstmals Munition aus einem im Juli 2025 geschlossenen Rahmenvertrag bestellt. Das Auftragsvolumen der ersten Abrufe beläuft sich auf etwa 200 Millionen Euro und umfasst rund 35.000 Patronen im Kaliber 120 Millimeter. Die Munition ist für mehrere NATO-Mitgliedsstaaten bestimmt.

Vereinfachte Beschaffung durch Rahmenvertrag

Der im vergangenen Sommer gezeichnete Rahmenvertrag trägt die Bezeichnung „Basic Contractual Instrument“ (BCI) und legt die Geschäftsbedingungen sowie technischen Spezifikationen für verschiedene Munitionstypen fest. NATO-Mitglieder und gleichgestellte Partner können über diesen Vertrag direkt bei der NSPA Munition von Rheinmetall abrufen, ohne separate Verhandlungen führen zu müssen. Dies beschleunigt die Beschaffungsprozesse innerhalb des Bündnisses erheblich.

Die NSPA ist die zentrale Beschaffungs- und Logistikagentur der NATO mit Hauptsitz in Luxemburg. Sie beschäftigt rund 1.550 Mitarbeiter und koordiniert über 2.500 Vertragskräfte in NATO-Missionen weltweit. Die Agentur arbeitet nach dem Prinzip „ohne Gewinn, ohne Verlust“ und ermöglicht den Mitgliedsstaaten durch gebündelte Beschaffung Kostenvorteile und Zugang zu leistungsfähigeren Lösungen.

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Etablierter Standard in NATO-Kampfpanzern

Die 120-mm-Glattrohrtechnologie von Rheinmetall befindet sich seit 1980 im Einsatz. Sie ist die Standardbewaffnung der Kampfpanzer Leopard 2 und M1 Abrams. Der amerikanische M1 Abrams nutzt eine von Rheinmetall lizenzierte Variante der Kanone, die als M256 bezeichnet wird. Mit mehr als 7.000 Abrams-Panzern weltweit und der weiten Verbreitung des Leopard 2 hat sich die Rheinmetall-Glattrohrkanone zum de-facto-Standard für Kampfpanzer in der NATO und der westlichen Welt entwickelt.

Die Technologie wurde ab Mitte der 1960er Jahre entwickelt und gilt als erste moderne Glattrohrkanone, die in der westlichen Welt nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden ist. Rheinmetall produziert die Kanonen über die Tochtergesellschaft Rheinmetall Waffe Munition, die zur Division Weapon and Ammunition gehört. Internationale Produktionslizenzen wurden an mehrere Unternehmen vergeben.

Leistungsreserven für künftige Anforderungen

Laut Bundeswehr erreicht moderne 120-mm-Munition eine Durchschlagsleistung von 810 Millimetern Panzerstahl auf 2.000 Meter Entfernung. Die Munitionsfamilie umfasst kinetische Geschosse und Mehrzweckgranaten mit Hohlladungs- und Splitterwirkung. Rheinmetall bietet neben der verbreiteten L44-Kanone auch eine längere L55-Variante an, die seit 2001 im Leopard 2A6 eingesetzt wird und höhere Geschossgeschwindigkeiten ermöglicht.

Das Unternehmen betont, dass die Technologie aufgrund verfügbarer Leistungsreserven auch mittelfristig Raum für innovative Weiterentwicklungen biete. Mit dem aktuellen Rahmenvertrag festigt Rheinmetall seine Position als einer der weltweit führenden Hersteller von Panzermunition.

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