Das Beschaffungsamt der Bundeswehr hat mit der Kärcher Futuretech GmbH eine Rahmenvereinbarung über bis zu 450 Sätze containerbasierter Werkstattausstattung für die mobile Instandhaltung geschlossen. Fest beauftragt werden sollen zunächst bis zu 43 Sätze.
Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) in Koblenz hat einen Auftrag für mobile Werkstattausstattung an die Kärcher Futuretech GmbH aus Schwaikheim im Rems-Murr-Kreis vergeben. Das geht aus einer Vergabebekanntmachung hervor, die am 24. September 2026 auf der europäischen Vergabeplattform TED veröffentlicht wurde. Der Vertrag wurde demnach bereits am 10. Juli 2026 geschlossen.
Rahmenvertrag über sieben Jahre
Gegenstand ist die Herstellung und Lieferung von bis zu 450 Sätzen der Werkstattausstattung für die mobile Instandhaltung in den Instandhaltungsstufen 2 und 3, kurz mobIH 2/3. Die Rahmenvereinbarung läuft 84 Monate, eine Verlängerung ist nicht vorgesehen. Geplant ist laut Bekanntmachung eine Festbeauftragung von bis zu 43 Sätzen; weitere bis zu 407 Sätze können abgerufen werden. Zum Leistungsumfang zählen außerdem Zubehör, technische Dokumentation einschließlich interaktiver elektronischer technischer Dokumentation (IETD), Ausbildungsunterlagen, ein Erstbedarf an Ersatzteilen, Prüf- und Abnahmedokumentation, technisch-logistisches Management sowie Ausbildungsleistungen.
Den Auftragswert hat das BAAINBw unter Verweis auf den lauteren Wettbewerb nicht veröffentlicht. Vergeben wurde im Verhandlungsverfahren mit vorherigem Teilnahmewettbewerb auf Grundlage der EU-Richtlinie 2009/81/EG und der Vergabeverordnung Verteidigung und Sicherheit (VSVgV). Einziges Zuschlagskriterium war der Preis. Nach Angaben der Bekanntmachung gingen fünf Angebote ein, vier davon von kleinen und mittleren Unternehmen. Kärcher Futuretech selbst ist als mittleres Unternehmen eingestuft; eine Vergabe von Unteraufträgen ist nicht angegeben.
Zwei Container je Satz
Jeder Satz besteht aus zwei 20-Fuß-ISO-Containern in Low-Cube-Ausführung mit einer Höhe von 2,438 Metern, darunter ein Lagercontainer. Die niedrige Bauform soll gewährleisten, dass die Gesamthöhe beim Transport auf einem Fahrzeug vier Meter nicht überschreitet. Gefordert sind unter anderem die Nutzbarkeit in mehreren Klimazonen nach dem NATO-Standard STANAG 4370, der Betrieb bis Windstärke 8, die Dekontaminierbarkeit mit in der Bundeswehr eingeführten Mitteln sowie die Verladbarkeit als Innenlast im Transportflugzeug A400M. Zur Ausstattung gehören ein während der Fahrt abgesaugter Gefahrstoffschrank, von außen ausziehbare Podeste und Leitern sowie im Lagercontainer ein vollständig verstaubarer Brückenkran mit mindestens einer Tonne Tragfähigkeit. Die Container werden in Bronzegrün (RAL 6031) lackiert.
Instandsetzung nah an der Truppe
Die Bundeswehr ordnet Instandhaltungsarbeiten nach Schwierigkeitsgrad in Stufen ein. Stufe 2 umfasst einfache Instandsetzungen, etwa den Tausch von Baugruppen mit geringem Zeitaufwand; Stufe 3 steht für schwierige und zeitaufwendige Instandsetzungen. Schäden der Stufen 1 bis 3 gelten nach Angaben des Planungsamts der Bundeswehr als im Feld behebbar.
Die mobIH 2/3 ist laut Bekanntmachung für Prüf-, Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten bis Stufe 3 an Fahrzeugen, Waffen, Fernmeldeanlagen und sonstigem Gerät vorgesehen – in mobilen, verlegefähigen oder ortsfesten Instandhaltungseinrichtungen. Die Bundeswehr beschreibt solche Zwei-Container-Lösungen als Werkstätten, die per Lkw, Bahn, Schiff oder Flugzeug bereits zu Beginn eines Einsatzes mitgeführt werden können, bevor eine feste Werkstattinfrastruktur aufgebaut ist.
