MARTE auf Kurs: Europas Kampfpanzer nimmt Form an

MARTE auf Kurs: Europas Kampfpanzer nimmt Form an
Leopard 2 A-RC 3.0 | Quelle: KNDS

Elf europäische Staaten entwickeln unter Führung deutscher Rüstungskonzerne einen gemeinsamen Kampfpanzer. Nach einem Jahr Laufzeit wurden erste technische Arbeitspakete abgeschlossen.

Das vom Europäischen Verteidigungsfonds finanzierte Projekt MARTE (Main ARmoured Tank of Europe) hat nach einem Jahr seit dem offiziellen Start im Dezember 2024 die Halbzeitmarke erreicht. Das teilte die Projektleitung am 23. März 2026 in Bonn mit. Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung eines gemeinsamen Kampfpanzersystems für Europa, das innerhalb von 24 Monaten die sogenannte Preliminary Design Review erreichen soll.

Elf Staaten beteiligt

An dem Projekt sind insgesamt elf europäische Staaten beteiligt: Deutschland übernimmt die Führungsrolle, weitere Partner sind Belgien, Estland, Finnland, Griechenland, Italien, die Niederlande, Norwegen, Rumänien, Spanien und Schweden. Koordiniert wird MARTE von der MARTE ARGE GbR, einem Gemeinschaftsunternehmen der KNDS Deutschland GmbH & Co. KG und der Rheinmetall Landsysteme GmbH.

Das Kernteam besteht neben den deutschen Partnern aus Leonardo SPA (Italien), Indra Sistemas SA (Spanien) und SAAB AB (Schweden). Insgesamt umfasst das Konsortium nach früheren Angaben 51 Akteure aus den beteiligten Ländern.

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Erste Arbeitspakete abgeschlossen

Nach Angaben der Projektleitung wurden mehrere technische Arbeitspakete fristgerecht abgeschlossen und bei der Europäischen Kommission als zuständiger Förderinstanz eingereicht. Zu den Ergebnissen gehört ein umfassendes Einsatzkonzept (CONOPS) sowie ein Anforderungskatalog für das künftige Kampfpanzersystem. Unter der Leitung von SAAB AB arbeitete das Konsortium dabei eng mit den Verteidigungsministerien der beteiligten Länder zusammen.

Zusätzlich führte das Konsortium unter Leitung von Indra Sistemas eine Marktstudie durch. Diese bewertete Verfügbarkeit, technologische Reife und Leistungsfähigkeit relevanter Technologien und Subsysteme auf dem europäischen Verteidigungsmarkt. Die Europäische Kommission bestätigte die eingereichten Arbeitsergebnisse formal.

Nächste Phase: Design und Architektur

In der kommenden Projektphase konzentriert sich die Arbeit auf Design und Architektur des MARTE-Kampfpanzers als Gesamtsystem sowie seiner Teilsysteme. Die Federführung übernehmen dabei KNDS Deutschland, Rheinmetall Landsysteme und Leonardo.

Im November 2025 fand in San Sebastián, Spanien, eine Generalversammlung statt, bei der alle Konsortiumspartner sowie wichtige Stakeholder zusammenkamen. Die Veranstaltung diente der Präsentation der bisherigen Ergebnisse und der Ausrichtung auf das angestrebte Preliminary Design Review.

Europäischer Verteidigungsfonds als Fördergeber

Das Projekt wird aus dem Europäischen Verteidigungsfonds (EDF) finanziert. Dieser ist ein zentrales Förderinstrument der Europäischen Union zur Stärkung der europäischen Verteidigungsforschung und -industrie. Für den Zeitraum 2021 bis 2027 stehen rund acht Milliarden Euro zur Verfügung, davon 2,7 Milliarden Euro für gemeinsame Verteidigungsforschung und 5,3 Milliarden Euro für die Entwicklung militärischer Fähigkeiten.

Nach Medienberichten erhält das MARTE-Projekt einen Zuschuss von rund 20 Millionen Euro aus dem EDF. Der Fonds zielt darauf ab, die europäische Verteidigungsindustrie durch länderübergreifende Kooperationen wettbewerbs- und innovationsfähiger zu machen.

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