HENSOLDT verzeichnet Rekordaufträge und kräftiges Wachstum im Geschäftsjahr 2025

HENSOLDT verzeichnet Rekordaufträge und kräftiges Wachstum im Geschäftsjahr 2025
Foto: HENSOLDT AG

Der Verteidigungselektronikhersteller HENSOLDT hat im Jahr 2025 deutliche Zuwächse bei Auftragseingang und Umsatz erzielt. Das in Taufkirchen bei München ansässige Unternehmen profitierte dabei von gestiegenen Verteidigungsausgaben in Europa und beschleunigten Beschaffungsentscheidungen.

Deutlicher Anstieg beim Auftragseingang

Der Auftragseingang des Unternehmens stieg im Vergleich zum Vorjahr um 62 Prozent auf 4,71 Milliarden Euro. Im Jahr 2024 hatte dieser Wert noch bei 2,9 Milliarden Euro gelegen. Der Auftragsbestand erhöhte sich um rund ein Drittel auf 8,83 Milliarden Euro. Damit liegt das sogenannte Book-to-Bill-Verhältnis, das eingehende Aufträge ins Verhältnis zum Umsatz setzt, bei 1,9. Dies bedeutet, dass für jeden umgesetzten Euro knapp zwei Euro an neuen Aufträgen eingingen.

Der Umsatz wuchs um 9,6 Prozent auf 2,46 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg auf 452 Millionen Euro, was einer Marge von 18,4 Prozent entspricht. Damit übertraf HENSOLDT die eigene Prognose von 18 Prozent oder höher. Der bereinigte freie Cashflow lag mit 347 Millionen Euro ebenfalls über den Erwartungen.

Jetzt Steady-Mitglied werden!

Segment Sensors treibt Wachstum

Im Geschäftsbereich Sensors, der Radarsysteme und elektronische Sensoren umfasst, erreichte der Auftragseingang 3,14 Milliarden Euro. Wesentliche Aufträge kamen aus Projekten für Luftverteidigungsradare, das Eurofighter-Programm sowie für das Überwachungssystem PEGASUS und die maritime Aufklärungsplattform P8 Poseidon. Der Umsatz in diesem Segment stieg um acht Prozent auf 2,06 Milliarden Euro.

Das Segment Optronics, das optische und optoelektronische Systeme für militärische Fahrzeuge entwickelt, konnte seinen Auftragseingang mehr als verdoppeln und erreichte 1,59 Milliarden Euro. Haupttreiber waren Aufträge für die Kampfpanzer Luchs 2 und Leopard 2. Der Umsatz wuchs um 20 Prozent auf 419 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA verbesserte sich um über 140 Prozent auf 58 Millionen Euro.

Hintergrund: Europäische Verteidigungsausgaben steigen deutlich

Die positive Geschäftsentwicklung von HENSOLDT fügt sich in einen europäischen Trend ein. Die Verteidigungsausgaben der EU-Staaten haben sich in den vergangenen Jahren deutlich erhöht. Laut der Europäischen Verteidigungsagentur stiegen die Ausgaben von 198 Milliarden Euro im Jahr 2020 auf geschätzte 392 Milliarden Euro im Jahr 2025. Dies entspricht einem nominalen Anstieg von 98 Prozent.

Die Europäische Kommission hat im März 2025 ein umfassendes Verteidigungspaket unter dem Titel „ReArm Europe“ vorgestellt. Dieses sieht unter anderem ein neues Finanzinstrument vor, das den Mitgliedstaaten Darlehen in Höhe von insgesamt 150 Milliarden Euro für Investitionen in Verteidigungstechnologien bereitstellen soll. Zu den Schwerpunkten zählen Luft- und Raketenabwehr, Artilleriesysteme, Drohnentechnologie und Cyberabwehr.

Deutschland spielt dabei eine zentrale Rolle. HENSOLDT verwies darauf, dass die Bundesrepublik im Jahr 2025 ein wesentlicher Treiber der Auftragsdynamik gewesen sei. Das Unternehmen entwickelt unter anderem Radarsysteme, elektronische Aufklärungstechnik und optronische Zielsysteme. Die Produktpalette umfasst Sensoren für Luftverteidigung, U-Boot-Periskope, Nachtsichtgeräte und Laserwarnsysteme.

Ausblick und Investitionen

Für das laufende Jahr 2026 konkretisierte HENSOLDT seine Wachstumsprognose. Der Umsatz soll auf etwa 2,75 Milliarden Euro steigen. Zuvor hatte das Unternehmen lediglich ein Wachstum von zehn Prozent in Aussicht gestellt. Die bereinigte EBITDA-Marge wird nun mit 18,5 bis 19 Prozent erwartet, was einer Anhebung gegenüber der bisherigen Prognose entspricht. Das Book-to-Bill-Verhältnis soll zwischen 1,5 und 2,0 liegen.

HENSOLDT investiert nach eigenen Angaben in den Ausbau von Produktionskapazitäten und Prozessen, um die gestiegene Nachfrage bedienen zu können. Der Nettoverschuldungsgrad lag mit dem Faktor 1,6 auf niedrigem Niveau und blieb gegenüber dem Vorjahr unverändert. Das Unternehmen verfügt damit über finanziellen Spielraum für weitere Investitionen.

Der Vorstand schlägt für das Geschäftsjahr 2025 eine Dividende von 0,55 Euro je Aktie vor. Dies entspricht einer Steigerung um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. HENSOLDT beschäftigt nach der Übernahme der ESG-Gruppe rund 9.200 Mitarbeiter und ist im MDAX der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet.

Mit WhatsApp immer bestens informiert!

Abonniere unseren WhatsApp-Kanal, um Neuigkeiten direkt aufs Handy zu erhalten. Einfach unten auf den Button klicken und dem Kanal beitreten:

Total
0
Shares
Related Posts
Total
0
Share