HENSOLDT plant Erweiterung am Triumph-Areal in Aalen

HENSOLDT plant Erweiterung am Triumph-Areal in Aalen
Foto: HENSOLDT

Der Rüstungskonzern HENSOLDT konkretisiert seine Expansionspläne im Ostalbkreis. Das Unternehmen führt fortgeschrittene Verhandlungen über die Ansiedlung von Entwicklungs- und Produktionskapazitäten auf dem Triumph-Areal in Aalen.

Der Münchner Sensorhersteller HENSOLDT, der an der Frankfurter Börse im MDAX notiert ist, treibt seine Planungen zur Standorterweiterung in Baden-Württemberg voran. Wie das Unternehmen am 6. März 2026 mitteilte, stehe das frühere Triumph-Gelände in Aalen im Fokus der laufenden Gespräche. HENSOLDT verhandelt nach eigenen Angaben mit den Grundstückseigentümern sowie dem Projektentwickler Ten Brinke über eine Ansiedlung. Finale vertragliche Vereinbarungen stehen noch aus.

Expansion für den Geschäftsbereich Optronics

Grund für die geplante Erweiterung ist die anhaltend hohe Nachfrage nach Sensorlösungen und optoelektronischen Systemen. Besonders der Geschäftsbereich Optronics, der sich mit der Verbindung von Optik und Elektronik befasst, verzeichne eine dynamische Entwicklung. Zu den Produkten zählen hochpräzise Ziel- und Aufklärungssysteme für militärische Plattformen, etwa Visiere und optische Systeme für den Kampfpanzer Leopard 2 oder Kampfhubschrauber wie den Tiger.

Am Standort Aalen sollen bestehende Hallenflächen genutzt werden, um Büroflächen sowie Montagebereiche für optische und optoelektronische Komponenten zu schaffen. Der Geschäftsbereich Optronics mit Hauptsitz im nahegelegenen Oberkochen würde damit zusätzliche Entwicklungs-, Produktions-, Integrations- und Instandhaltungskapazitäten erhalten. HENSOLDT verbindet mit der Erweiterung die Perspektive, mehrere hundert Arbeitsplätze anzusiedeln und neu zu schaffen.

Christina Canitz, Leiterin der Optronics-Sparte bei HENSOLDT, betonte die Standortvorteile der Region. Das Triumph-Areal biete gute Voraussetzungen für die Kapazitätserweiterung. Die Region verfüge über eine starke industrielle Basis, ausgewiesene Fachkompetenz und leistungsfähige Infrastruktur. Gleichwohl befinde man sich weiterhin in laufenden Abstimmungen.

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Stärkung des Photonik-Clusters

Landrat Joachim Bläse vom Ostalbkreis sowie Aalens Oberbürgermeister Frederick Brütting begrüßten die Expansionspläne. Bläse verwies auf das starke Photonik-Cluster in der Region rund um Aalen und Oberkochen, das durch Partnerinstitutionen wie die Hochschule Aalen und das Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) in Oberkochen gestärkt werde.

Die Region Ostwürttemberg gilt als bedeutender Standort für optische Technologien in Deutschland. Mehr als 60 Unternehmen mit über 8.000 hochqualifizierten Arbeitsplätzen bilden zusammen mit Forschungseinrichtungen das regionale Photonik-Cluster, auch als „Photonic Valley Ostwürttemberg“ bezeichnet. Dreh- und Angelpunkt ist die ZEISS-Gruppe in Oberkochen. Das landesweite Innovationsnetzwerk Photonics BW hat ebenfalls seinen Sitz in der Region. Bundesweit weist Ostwürttemberg die höchste Patentintensität im Bereich optischer Technologien auf.

Das etwa sieben Hektar große Triumph-Areal wird seit einigen Jahren umgestaltet. Nachdem der ehemalige Eigentümer Triumph International seine Logistikaktivitäten in Aalen stark verkleinerte, startete 2021 ein Konsortium aus Triumph International, der i Live Holding und der Wohnungsbau Aalen die Entwicklung des Geländes zu einem gemischt genutzten Quartier mit Firmengebäuden, Büros, Laboren und Technologiezentrum.

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