Haushaltsausschuss billigt zwölf Vorhaben: Kampfboote, Laserzielmarkierer und Iris-T SLM für die F125

Haushaltsausschuss billigt zwölf Vorhaben: Kampfboote, Laserzielmarkierer und Iris-T SLM für die F125
Watercat M18 Armoured Modular Craft (AMC) | Foto: Marine Alutech

Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat am 23. September zwölf Beschaffungsvorhaben der Bundeswehr gebilligt. Dazu zählen 15 Mehrzweckkampfboote für das Seebataillon, weitere Laserzielmarkierer für Joint Fire Support Teams und die maritime Anpassung des Flugabwehrsystems Iris-T SLM.

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat in seiner Sitzung am 23. September 2026 zwölf sogenannte 25-Millionen-Euro-Vorlagen freigegeben. Nach Angaben des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg) umfasst das Paket Lenkflugkörper für die Luftwaffe, Funk- und Umrüstvorhaben für den Spähwagen Fennek, Änderungen am Luftverteidigungssystem Nah- und Nächstbereichsschutz sowie mehrere Vorhaben für Marine und Heer. Die Vorlagen lagen zuvor auch dem Verteidigungsausschuss zur fachlichen Stellungnahme vor.

Mehrzweckkampfboote für das Seebataillon

Das Seebataillon der Deutschen Marine erhält Mehrzweckkampfboote samt Ausbildung, Dokumentation und Zubehör. Laut BMVg sollen die Boote die taktische Beweglichkeit des Verbandes im küstennahen Raum sicherstellen. Laut dem Newsportal Hartpunkt darf die Bundeswehr eine Rahmenvereinbarung mit dem finnischen Hersteller Marine Alutech schließen. Demnach sollen zehn Boote fest bestellt und fünf weitere über eine sofort ausgelöste Option beschafft werden; der Gesamtwert einschließlich weiterer Leistungen liegt bei rund 175 Millionen Euro. Ein Teil der Fertigung und der Serviceleistungen soll bei der Kieler Schiffswerft Gebrüder Friedrich erfolgen. Der Zulauf ist für 2029 bis 2031 vorgesehen.

Beim Watercat M18 AMC handelt es sich um ein rund 20 Meter langes Boot mit 32 Tonnen Verdrängung. Zwei Scania-Dieselmotoren mit je 660 kW ermöglichen bis zu 45 Knoten, die Reichweite liegt bei etwa 200 Seemeilen. Neben sechs Besatzungsmitgliedern kann das Boot bis zu 25 ausgerüstete Marineinfanteristen aufnehmen. Vorgesehen sind amphibische Operationen, militärische Evakuierungen, Eskort- und Patrouillenfahrten sowie Hafenschutz. Die finnische Marine betreibt zwölf Boote dieses Typs als Jehu-Klasse; Lettland und Litauen hatten 2025 ebenfalls Kampfboote auf Basis der Watercat-M18-Plattform bestellt.

Laserzielmarkierer für Joint Fire Support Teams

Gebilligt wurde zudem der erste Änderungsvertrag einer Rahmenvereinbarung über weitere Laserzielmarkierer (Laser Target Designator, LTD) für abgesessene Joint Fire Support Teams. Damit wird laut BMVg deren Grundausstattung vervollständigt. Laut dem Newsportal Hartpunkt handelt es sich um Geräte des Typs Rattler XR von Elbit Systems Deutschland. Der 2024 geschlossene Vertrag, aus dem bereits 66 Systeme abgerufen wurden, soll auf knapp 400 Systeme mit einem Gesamtwert von rund 85 Millionen Euro erweitert werden. Fest abgerufen werden sollen zunächst eine mittlere zweistellige Zahl von Geräten für knapp zehn Millionen Euro, die 2027 zulaufen und die von Hensoldt gelieferten Ausstattungssätze ergänzen.

Laserzielmarkierer beleuchten ein Ziel mit einem codierten Laserpuls, den Munition mit Lasersuchkopf im Endanflug erfasst. Das Verfahren gilt insbesondere bei gestörter Satellitennavigation als wichtig. Elbit gibt die effektive Markierungsreichweite des Rattler XR mit zehn Kilometern an.

Als Überbrückung bis zur Einführung der Joint Fire Support Teams schwer auf Basis des GTK Boxer billigte der Ausschuss außerdem die Umrüstung von Spähwagen Fennek auf den Konstruktionsstand JFST A5.1.

Iris-T SLM für Fregatten der Klasse F125

Die Fregatten der Klasse F125 sollen zur Luftverteidigung im Nahbereich mit dem Flugkörper Iris-T SLM ausgestattet werden. Der Ausschuss stimmte der Beauftragung einer maritimen Anpassung zu; das BMVg begründet dies mit der aktuellen Bedrohungslage. Bereits im Oktober 2025 fand in Nordnorwegen ein Testschießen statt, bei dem ein leicht modifizierter Landstarter verwendet wurde. Nach Angaben von Hersteller Diehl Defence sind pro Fregatte zwei senkrecht angeordnete Startgeräte mit je 16 Flugkörpern vorgesehen. Ein Prototyp soll 2027 fertig sein; ein Testschuss auf See könnte nach Einschätzung von Beobachtern ebenfalls 2027 erfolgen, so berichtet es Hartpunkt. Anschließend wäre eine Serienbeschaffung möglich.

Weitere Vorhaben

Die Luftwaffe erhält zwei weitere Lose der Luft-Luft-Lenkflugkörper AIM-120 AMRAAM C8 und D3 für F-35A und Eurofighter, beschafft im Foreign-Military-Sales-Verfahren über die US-Regierung. Zwei spezielle Lose des Lenkflugkörpers Meteor dienen der Erprobung im Zuge der Radar-Weiterentwicklung des Eurofighters. Für das Luftverteidigungssystem Nah- und Nächstbereichsschutz wurde ein zweiter Änderungsvertrag gebilligt, der unter anderem die Anpassung an das neue Fahrmodul des GTK Boxer vorsieht. Hinzu kommen Digitalfunk für Fennek-Spähwagen, 70-Millimeter-Raketen für KH Tiger und H145M LKH, ein Simulator-Upgrade für den Marinehubschrauber NH90, ein Rahmenvertrag für SINA-Verschlüsselungstechnik sowie ein Anschlussvertrag über strategischen Lufttransport (SALIS).

Hintergrund: Zustimmungspflicht ab 25 Millionen Euro

Rüstungsverträge mit einem Volumen über 25 Millionen Euro bedürfen seit einem Beschluss des Haushaltsausschusses von 1981 der Zustimmung des Gremiums. Anlass waren damals Kostensteigerungen beim Kampfflugzeug Tornado. Seit Juli 2022 ist die Vorlagepflicht in der Bundeshaushaltsordnung gesetzlich verankert. Erst nach der Billigung können die Verträge rechtsverbindlich unterzeichnet werden.

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