Finnland bestellt 112 weitere Panzerhaubitzen K9 aus Südkorea

Finnland bestellt 112 weitere Panzerhaubitzen K9 aus Südkorea
K9 Thunder I WikiMedia

Helsinki hat einen Vertrag über den Kauf von 112 gebrauchten K9-Panzerhaubitzen aus südkoreanischen Beständen unterzeichnet. Der Auftragswert liegt bei rund 547 Millionen Euro.

Das finnische Verteidigungsministerium und die südkoreanische Handels- und Investitionsförderagentur KOTRA haben am 9. April 2026 in Helsinki ein Regierungsabkommen über die Lieferung von 112 Panzerhaubitzen des Typs K9 im Kaliber 155 mm geschlossen. Neben den Geschützen umfasst der Vertrag auch Ersatzteile, Spezialwerkzeug und Prüfausrüstung. Das Gesamtvolumen beträgt rund 546,8 Millionen Euro.

Ablösung alter Systeme

Laut dem finnischen Verteidigungsministerium dient die Beschaffung dazu, die Feuerkraft des Heeres zu stärken und veraltete Artilleriesysteme teilweise abzulösen. Verteidigungsminister Antti Häkkänen bezeichnete den Kauf als kosteneffizienten Beitrag zur laufenden Modernisierung der finnischen Armee, die im Regierungsbericht zur Verteidigungspolitik festgelegt sei. Zugleich unterstrich er die enge rüstungspolitische Zusammenarbeit zwischen Helsinki und Seoul.

Die Haubitzen sollen vor der Indienststellung in Finnland national angepasst werden. Die dafür notwendige Instandhaltungs- und Wartungsinfrastruktur besteht dort bereits seit den früheren Beschaffungen.

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Vierte Bestellung seit 2017

Finnland nutzt die K9 bereits seit 2017 und hat das System schrittweise in mehreren Losen eingeführt. Die erste Bestellung umfasste 48 gebrauchte Fahrzeuge für 146 Millionen Euro, 2021 folgte ein drittes Los über 38 weitere Systeme für 134,4 Millionen Euro. Insgesamt waren bis zum jetzigen Vertrag 96 K9 beschafft worden. Mit den nun bestellten 112 Einheiten wird die finnische K9-Flotte auf 208 Haubitzen anwachsen – eine der größten in Europa.

Die Anschaffung geht auf ein 2014 aufgelegtes Programm zur Modernisierung der finnischen Artillerie zurück, mit dem unter anderem ältere Panzerhaubitzen sowjetischer Herkunft der Typen 2S1 und 2S5 ersetzt werden sollten.

Die K9 Thunder: ein südkoreanischer Exporterfolg

Die K9 Thunder wurde ab 1989 von Samsung Techwin (heute Hanwha Aerospace) für die südkoreanischen Streitkräfte entwickelt und ist seit 1999 in Serie. Mit einem Stückpreis von rund 3,8 Millionen US-Dollar ist sie günstiger als vergleichbare westliche Systeme und erreichte 2022 einen Marktanteil von 52 Prozent bei selbstfahrenden Artilleriesystemen weltweit.

Das 155-mm-Geschütz mit 52 Kaliberlängen erzielt Reichweiten von über 40 Kilometern. Auf einem Kettenfahrgestell mit rund 47 Tonnen Gefechtsgewicht bietet es hohe Gelände- und Straßenmobilität.

Die K9 wurde bisher in mehr als zehn Länder exportiert, darunter Polen, Norwegen, Estland, Rumänien, Australien, Ägypten und Indien.

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