Verteidigungsminister Boris Pistorius hat bei seinem Besuch in Singapur eine neue Rüstungskooperation besiegelt: Der deutsche Marineschiffbauer TKMS und das singapurische Unternehmen ST Engineering wollen gemeinsam einen regionalen Wartungsstützpunkt für Unterseeboote am wichtigsten maritimen Knotenpunkt Südostasiens aufbauen.
Neue Vereinbarung zur U-Boot-Wartung
Am 24. März 2026 unterzeichneten ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) und ST Engineering in Anwesenheit von Pistorius sowie seinem singapurischen Amtskollegen Chan Chun Sing ein entsprechendes Kooperationsabkommen. Die Vereinbarung soll eine verbesserte Wartung von Unterseebooten sowie eine zuverlässigere Ersatzteilversorgung in der Region gewährleisten. Das Abkommen umfasst neben der Wartung und Instandhaltung auch Technologietransfer, industrielle Zusammenarbeit sowie den Austausch im Bereich maritimer Sicherheit.
Singapur betreibt seit mehreren Jahren U-Boote der Invincible-Klasse (Typ 218SG), die von TKMS speziell für den Einsatz in flachen und dicht befahrenen Gewässern entwickelt wurden. Das erste Boot dieser Klasse, die RSS Invincible, wurde 2019 beschafft; mittlerweile sind zwei Exemplare in Dienst gestellt, ein weiteres wurde zuletzt geliefert, drei sollen noch folgen. TKMS erhielt im vergangenen Jahr zudem einen Auftrag über zwei weitere Boote des Typs 218SG – das Unternehmen verzeichnet aktuell ein Auftragsbestand von rund 16 Milliarden Euro.

Ausbildung in Kiel, Stützpunkt in Changi
Ein Besonderheit der deutsch-singapurischen Kooperation ist die Ausbildung singapurischer U-Boot-Besatzungen durch die Deutsche Marine in Kiel. Pistorius hob dies als Signal für eine tiefe sicherheitspolitische Vernetzung zwischen Europa und dem Indo-Pazifik hervor. Durch das neue Abkommen sollen künftig auch andere Streitkräfte profitieren, die TKMS-Unterseeboote betreiben – darunter Norwegen.
Die Changi Naval Base, Singapurs größter Marinestützpunkt, bildet das operative Herzstück dieser Kooperation. Dort sind neben dem Flottenkommando auch das Information Fusion Centre (IFC) angesiedelt, ein internationaler Informationshub für maritime Sicherheit, an dem seit 2009 Verbindungsoffiziere aus 21 Nationen – darunter seit 2020 auch Deutschland – tätig sind. Das IFC überwacht unter anderem die strategisch bedeutsame Straße von Malakka.
Breite Rüstungskooperation
Die Zusammenarbeit beider Länder reicht über U-Boote hinaus: Singapur betreibt zudem eine große Flotte von Leopard-2-Kampfpanzern, deren Besatzungen ebenfalls in Deutschland ausgebildet werden. Pistorius signalisierte außerdem Interesse daran, Singapur beim möglichen Erwerb des Seefernaufklärers P-8A Poseidon zu unterstützen, den die Deutsche Marine seit Anfang 2026 im Indo-Pazifik einsetzt.
Im Bereich Cybersicherheit gewann ein gemeinsames Team beider Nationen die internationale Übung Locked Shields 2025. Ein Folgeabkommen zur Vertiefung der Zusammenarbeit im Bereich Cyber Intelligence ist für Juni 2026 geplant.
Ausblick: Bundeswehr bleibt in der Region präsent
Das Indo-Pacific Deployment ist für Deutschland kein einmaliger Einsatz. Bereits 2022 und 2024 waren Marine und Luftwaffe in Singapur zu Gast. Für 2027 ist ein erneutes Deployment mit Seefernaufklärern und Seebataillon geplant; 2028 soll die Deutsche Marine an der RIMPAC-Übung im Pazifik teilnehmen – der größten Marineübung der Welt.
Mit WhatsApp immer bestens informiert!
Abonniere unseren WhatsApp-Kanal, um Neuigkeiten direkt aufs Handy zu erhalten. Einfach unten auf den Button klicken und dem Kanal beitreten:
