Deutsches Defence-Tech-Startup STARK expandiert nach Schweden

Deutsches Defence-Tech-Startup STARK expandiert nach Schweden
Foto: STARK Systems

Das Defence-Tech-Startup STARK eröffnet seinen ersten Standort in Nordeuropa. Mit der Niederlassung in Stockholm baut das Unternehmen seine Fähigkeiten in der elektronischen Kampfführung aus.

Das Unternehmen STARK hat am 28. Januar 2026 die Eröffnung eines neuen Standorts in Stockholm bekannt gegeben. Damit ist STARK das erste deutsche Defence-Tech-Startup , das sich in Schweden niederlässt. Die Expansion folgt auf ein deutliches Wachstum im Geschäftsjahr 2025: STARK ist in dieser Zeit von 120 auf 400 Mitarbeitende angewachsen und wurde mit einer Bewertung von 500 Millionen Dollar bewertet.

Spezialisierung auf elektronische Kampfführung

Die neue Niederlassung konzentriert sich auf die Entwicklung von Technologien für die elektronische Kampfführung (Electronic Warfare). Im Fokus stehen elektromagnetische Systeme zur Unterstützung von Navigation, Zielerfassung und Missionsführung unbemannte Systeme für komplexe Einsatzszenarien. Stockholm wurde als Standort gewählt, um von der langjährigen schwedischen Expertise in Radiofrequenztechnik, sicheren Kommunikationssystemen und Softwareentwicklung zu profitieren.

Die schwedische Verteidigungsindustrie verfügt über hochspezialisierte Fachkräfte, deren Wissen STARK für die Umsetzung moderner Verteidigungsfähigkeiten nutzen möchte. Das dortige Team soll an der Bereitstellung von Drohnensystemen für die Anforderungen an der nördlichen NATO-Flanke arbeiten – insbesondere für die Sicherheit im Ostseeraum.

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Kontext: Deutsch-schwedische Innovationspartnerschaft

Die Expansion von STARK steht im Zusammenhang mit einer breiteren politischen Initiative: Im November 2025 einigten sich Deutschland und Schweden auf ein Memorandum of Understanding für eine strategische Innovationspartnerschaft. Kanzler Friedrich Merz und Schwedens Ministerpräsidentin Ulf Kristersson unterzeichneten daraufhin eine bilaterale Vereinbarung, die Sicherheit und Verteidigung in den Mittelpunkt rückt.

Zum Inhalt dieser Partnerschaft gehören gemeinsame Projekte in den Bereichen Ausbildung, Beschaffung moderner Technologien und militärische Interoperabilität. Mit der Expansion von STARK wird diese Zusammenarbeit auf privatwirtschaftlicher Ebene konkretisiert.

Bedeutung für europäische Verteidigungsfähigkeit

STARK wurde 2024 gegründet von Florian Seibel, ehemaliger Bundeswehroffizier und vormals Gründer des Drohnen-Aufklärungsunternehmens Quantum Systems. Das Unternehmen entwickelt unbemannte, bewaffnete Systeme für NATO-Staaten. Nach eigenen Aussagen ist STARK das schnellst wachsende Defence-Tech-Startup Europas.

Die Spezialisierung auf elektronische Kriegführung adressiert ein erkanntes Defizit in den NATO-Fähigkeiten. Einer NATO-Analyse von 2025 zufolge verfügt die Allianz nicht über die gleichen Kapazitäten in diesem Bereich wie potenzielle Gegner. Stattdessen verlasse sich die NATO bisher stark auf US-amerikanische Systeme – eine Abhängigkeit, die angesichts globaler Verschiebungen kritisch bewertet wird. Die Entwicklung europäischer Electronic-Warfare-Systeme trägt daher zum Ziel bei, die technologische Souveränität der Allianz zu stärken.

Arbeitsprogramm und operative Ziele

STARK arbeitet bereits mit führenden NATO-Partnern zusammen und verfolgt einen Innovationsansatz, der auf enge Zusammenarbeit zwischen Industrie und Streitkräften setzt. Die neu etablierte nordische Präsenz soll diese Zusammenarbeit intensivieren. Das Ziel ist die Entwicklung und Bereitstellung von Drohnensystemen, die speziell auf die operativen Anforderungen an der nördlichen NATO-Flanke – insbesondere dem Ostseeraum – zugeschnitten sind.

Der deutsche Botschafter in Schweden, Ludger Siemes, begrüßte die Expansion: Die Zusammenarbeit werde die Verteidigung und Resilienz beider Länder stärken und die europäische Verteidigungsindustrie in ihrer globalen Wettbewerbsfähigkeit fördern. Ralph Tischer, Geschäftsführer der Deutsch-Schwedischen Handelskammer, bezeichnete STARK als neuen Partner in Schweden und betonte, dass die Expansion die deutsch-schwedische Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich vertiefe.

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