Zum Jahreswechsel 2025/2026 hat das Beschaffungsamt der Bundeswehr mehrere Verträge mit dem Rüstungsunternehmen Diehl Defence über die Beschaffung von Lenkflugkörpern aus der IRIS-T-Familie abgeschlossen. Die Vereinbarungen umfassen sowohl Luft-Luft-Raketen als auch Lenkflugkörper für bodengestützte Luftverteidigungssysteme kurzer und mittlerer Reichweite.
Systeme für verschiedene Einsatzbereiche
Die Beschaffung betrifft drei Hauptsysteme: Den IRIS-T-Luft-Luft-Lenkflugkörper für Kampfflugzeuge sowie die bodengebundenen Varianten IRIS-T SLS und IRIS-T SLM. Das IRIS-T-SLS-System deckt den SHORAD-Bereich ab – die Luftverteidigung kurzer Reichweite. Es nutzt den unveränderten Luft-Luft-Lenkflugkörper und bietet einen Rundumschutz gegen Marschflugkörper, Kampfflugzeuge, Hubschrauber und Drohnen.
Das IRIS-T-SLM-System ist für den MRAD-Bereich ausgelegt und erreicht eine Bekämpfungsreichweite von bis zu 40 Kilometern bei einer maximalen Höhe von 20 Kilometern. Nach Angaben der Bundeswehr ermöglicht das System die Abwehr von Flugzeugen, Hubschraubern, Marschflugkörpern und ballistischen Kurzstreckenraketen.

Mehrrollenfähigkeit als strategischer Vorteil
Ein zentrales Merkmal der IRIS-T-Technologie liegt in der Mehrrollenfähigkeit: Der gleiche Lenkflugkörper kann sowohl als Luft-Luft-Waffe an Kampfflugzeugen wie Eurofighter und Tornado als auch in bodengestützten Luftverteidigungssystemen eingesetzt werden. Diese Kompatibilität ermöglicht nach Einschätzung von Experten eine kosteneffiziente Logistik und Wartung.
Die IRIS-T basiert auf einem Infrarot-Bildverarbeitungssystem und ist als Fire-and-Forget-Waffe konzipiert, die nach dem Abschuss keine weitere Steuerung benötigt. Die Technologie wurde ursprünglich von Deutschland gemeinsam mit fünf weiteren Staaten entwickelt, federführend war Diehl Defence. Seit 2005 ist die IRIS-T bei der deutschen Luftwaffe im Einsatz.
Internationale Nachfrage und Kapazitätsausbau
Mittlerweile nutzen 21 Länder weltweit IRIS-T-Systeme oder haben deren Beschaffung beauftragt. Die gestiegene internationale Nachfrage veranlasst Diehl Defence zu einem umfassenden Kapazitätsausbau an allen Standorten. Das Unternehmen investiert unternehmensweite rund 1,5 Milliarden Euro, um die Lieferfähigkeit zu sichern.
Diehl Defence mit Hauptsitz in Überlingen beschäftigt derzeit etwa 5.000 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von über 2 Milliarden Euro. Das Produktportfolio umfasst neben Luftverteidigungssystemen auch Lenkflugkörper für alle Teilstreitkräfte, Munition sowie Schlüsselkomponenten wie Infrarot-Module und Zünder.
Mit WhatsApp immer bestens informiert!
Abonniere unseren WhatsApp-Kanal, um Neuigkeiten direkt aufs Handy zu erhalten. Einfach unten auf den Button klicken und dem Kanal beitreten:
