A2CS-Programm: Italienisches Heer erhält erste Lynx KF41

A2CS-Programm: Italienisches Heer erhält erste Lynx KF41
A2CS | Foto: Rheinmetall AG

Das deutsch-italienische Gemeinschaftsunternehmen Leonardo Rheinmetall Military Vehicles (LRMV) hat am 27. Januar 2026 die ersten vier Lynx-Schützenpanzer an die italienischen Streitkräfte übergeben. Damit beginnt das Rüstungsprogramm A2CS (Army Armoured Combat Systems), das die Modernisierung der italienischen Landstreitkräfte vorantreiben soll.

Zeremonie mit hochrangigen Beteiligten

Die feierliche Übergabe fand im Multifunktionalen Experimentierzentrum der italienischen Armee (Ce.Poli.Spe) in Montelibretti nahe Rom statt. An der Zeremonie nahmen Italiens Verteidigungsminister Guido Crosetto, Generalstabschef Carmine Masiello, der Vorstandsvorsitzende von Leonardo Roberto Cingolani und Björn Bernhard (Leiter der Rheinmetall-Division Vehicle Systems Europe) teil. Das Joint Venture wird von Laurent Sissmann geleitet.

Ein Großprojekt mit europäischer Dimension

Das A2CS-Programm ist eines der größten europäischen Rüstungsprojekte seiner Art: Italien plant die Beschaffung von insgesamt 1.050 Lynx-Schützenpanzern auf Basis der KF41-Plattform, die zusammen mit einem separaten Kampfpanzer-Programm die veraltete Fahrzeugflotte der italienischen Armee erneuern soll. Der erste Vertrag, der Ende 2025 unterzeichnet wurde, umfasst 21 Fahrzeuge – davon sind vier bereits übergeben worden.

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Die Lynx-Plattform: Vielseitigkeit und Modularität

Der Lynx KF41 ist ein modular aufgebautes Gefechtsfahrzeug, das verschiedene Aufgaben erfüllen kann: bspw. als Schützenpanzer, Transportpanzer, mobiler Gefechtsstand oder Sanitätsfahrzeug. Das Fahrzeug hat eine Länge von 7,73 Metern und kann bis zu 50 Tonnen wiegen. Es bietet Platz für eine dreiköpfige Besatzung (Fahrer, Kommandant, Richtschütze) sowie acht Infanteristen – einem vollständigen NATO-Infanterietrupp entsprechend. Angetrieben wird das Fahrzeug von einem 1.140 PS starken Motor, mit dem es Geschwindigkeiten von bis zu 70 km/h erreicht.

Besonderheiten sind die digitale Architektur mit neuester Sensorik und Elektronik sowie ein modulares Waffensystem. Die aktuell ausgelieferten vier Fahrzeuge sind mit dem 30-mm-Lance-Turm von Rheinmetall ausgestattet, der später durch Leonardos 30-mm-Hitfist-Turm ersetzt wird. Dieser wird auch in den nächsten 16 Fahrzeugen des aktuellen Auftrags verbaut.

Digitalisierung und Multidomain-Fähigkeit

Ein Schwerpunkt des Programms liegt auf modernster Digitalisierung und Konnektivität. Die Fahrzeuge sind vollständig digitalisiert und in der Lage, in einem Multidomain-Kontext zu agieren – das heißt, sie können mit See-, Luft- und Landstreitkräften zusammenwirken. Dies ermöglicht eine hochgradige Interoperabilität in modernen Militärverbänden.

Hintergrund: Deutsch-italienische Zusammenarbeit

Das Joint Venture Leonardo Rheinmetall Military Vehicles wurde im Oktober 2024 gegründet und hat seinen Sitz in Rom mit einer operativen Zentrale in La Spezia. Die Partnerschaft ist zu 50 Prozent zwischen den beiden Unternehmen aufgeteilt, wobei 60 Prozent der Produktionsaktivitäten in Italien stattfinden. Sie ist Teil einer strategischen Allianz zur Stärkung der europäischen Rüstungsindustrie und der europäischen Verteidigungsautonomie.

Das A2CS-Programm wird von italienischer Seite als wesentlich für die Modernisierung der Landstreitkräfte betont. Der Stabschef der italienischen Armee hob hervor, dass das Fahrzeug die operativen Fähigkeiten grundlegend verbessern wird. Die erste Serie bietet zugleich eine Referenz für den Export an andere Partnerstaaten mit ähnlichem Modernisierungsbedarf.

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