KNDS und der israelische Rüstungskonzern Elbit Systems haben die Gründung eines gemeinsamen Unternehmens zur Vermarktung des Raketenartilleriesystems EuroPULS vereinbart. Das neue Gemeinschaftsunternehmen richtet sich vorrangig an europäische Streitkräfte.
Gleiche Anteile, gemeinsamer Sitz in Kassel
Die EuroPULS GmbH entsteht als paritätische 50:50-Partnerschaft zwischen KNDS Deutschland und Elbit Systems Land. Ihren Hauptsitz hat die neue Gesellschaft in Kassel, wo KNDS bereits mit rund 2.400 Beschäftigten eines seiner zentralen deutschen Standorte betreibt. Der Fokus der EuroPULS GmbH liegt auf der Vermarktung und Weiterentwicklung von Raketenartilleriesystemen für europäische Armeen.
Beide Partner bringen dabei unterschiedliche Kompetenzen ein: Elbit Systems steuert das einsatzerprobte Werfersystem PULS (Precise and Universal Launching System) bei, KNDS hingegen seine Feuerleittechnik sowie einen etablierten europäischen Kundenstamm. KNDS-CTO Dr. Axel Scheibel betont die Komplementarität der Beiträge und sieht in der Partnerschaft die Grundlage, um die wachsende Nachfrage europäischer Nationen nach Raketenartillerie zu bedienen

Das System PULS
Das Werfersystem PULS wurde von Elbit Systems in Israel entwickelt und wird seit 2020 unter dem Namen „Lahav“ durch die israelischen Streitkräfte (IDF) eingesetzt. Es ist modular aufgebaut und kann auf bestehende Rad- und Kettenfahrzeuge montiert werden, was Ausbildungs- und Wartungsaufwand reduziert. Das System ist in der Lage, verschiedene Raketentypen mit Reichweiten von bis zu 300 Kilometern abzufeuern – darunter auch Loitering-Munition. Im europäischen Kontext soll EuroPULS zudem in der Lage sein, neben israelischen auch deutsche und andere NATO-kompatible Munitionstypen zu verschießen.
Deutschland als erster Abnehmer
Im Rahmen eines trilateralen Regierungsabkommens zwischen den Niederlanden, Israel und Deutschland hat die Bundeswehr Anfang 2025 einen Auftrag über die Anpassungsentwicklung und Lieferung des PULS-Systems erteilt – mit einem Volumen von rund 57 Millionen US-Dollar. Konkret wurden fünf EuroPULS-Launcher für die Erreichung der sogenannten „Initial Operating Capability“ (IOC) bestellt. Lieferung und Qualifizierung sollen bis 2027 abgeschlossen sein. Das System soll mittel- bis langfristig den veralteten Mehrfachraketenwerfer MARS II bei der Bundeswehr ablösen.
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