Die Technische Universität München (TUM) und die Universität der Bundeswehr München (UniBw M) haben gemeinsam mit 15 Industriepartnern die TUM Security and Defense Alliance ins Leben gerufen. Die Initiative zielt auf die Stärkung europäischer Verteidigungsfähigkeiten und technologischer Unabhängigkeit ab.
Strategische Zusammenarbeit offiziell gestartet
Am 9. Februar 2026 wurde auf dem TUM Campus in Ottobrunn-Taufkirchen die TUM Security and Defense Alliance offiziell gegründet. Die Universität der Bundeswehr München beteiligt sich als wissenschaftlicher Partner an der strategischen Initiative, die Forschungseinrichtungen, Industrieunternehmen, Start-ups und öffentliche Akteure zusammenführt. Der Münchner Raum gilt als eines der führenden europäischen Zentren für Forschung und Entwicklung im Sicherheits- und Verteidigungsbereich.
Die Allianz umfasst neben den beiden Universitäten 15 Unternehmen aus der Verteidigungs- und Technologiebranche, darunter Airbus Defence and Space, Hensoldt, MBDA Deutschland, MTU Aero Engines, Rohde & Schwarz sowie das TUM Venture Lab Aerospace/Defense. Koordiniert wird die Initiative von Prof. Chiara Manfletti von der TUM.

Sechs Kernziele der neuen Plattform
Die Alliance verfolgt nach Angaben der TUM sechs zentrale Ziele: die Bündelung wissenschaftlicher Exzellenz, den Ausbau von Forschungsinfrastrukturen, die Intensivierung von Lehre und Weiterbildung, die Förderung von Innovationen und Start-ups, die internationale Vernetzung sowie die systematische Stärkung der Zusammenarbeit zwischen bestehenden und entstehenden Kompetenzzentren. Inhaltlich deckt die Allianz alle sicherheitsrelevanten Bereiche ab – von Luft-, Land-, See- und Weltraumtechnologien bis hin zum Cyber- und Informationsraum.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf anwendungsorientierter Forschung mit direktem Praxisbezug. Die Initiative soll die frühzeitige Validierung von Forschungsergebnissen ermöglichen und spezialisierte Test- und Entwicklungsinfrastrukturen aufbauen. Prof. Eva-Maria Kern, Präsidentin der UniBw M, betonte die Bedeutung der gebündelten Kompetenzen für ein sicheres und resilientes Europa.
Hintergrund zur europäischen Verteidigungsforschung
Die Gründung der Allianz erfolgt vor dem Hintergrund verstärkter Bemühungen um europäische technologische Souveränität im Verteidigungsbereich. Der Europäische Verteidigungsfonds fördert seit 2021 grenzüberschreitende Forschungs- und Entwicklungsprojekte mit dem Ziel, Fragmentierung zu verringern und die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Verteidigungsindustrie zu stärken. Experten weisen darauf hin, dass Europa zwar Milliarden in Verteidigung investiert, jedoch verhältnismäßig wenig in Forschung und Entwicklung fließt.
Politische Unterstützung aus Bayern
Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume bezeichnete die Allianz bei der Gründungsveranstaltung als Schritt zur „technologischen Kommandozentrale für Europas Sicherheit“. Die Initiative stärke den Standort Bayern als Zentrum für Sicherheits- und Verteidigungstechnologie und institutionalisiere die Zusammenarbeit von der Grundlagenforschung bis zur Unternehmensgründung.
TUM-Präsident Thomas F. Hofmann erklärte, die Allianz solle Spitzenforschung und Innovationen verantwortungsvoll und effizient in einsatzfähige Fähigkeiten überführen, die der Abschreckung, Krisenprävention und Friedenssicherung dienen. Die Plattform verstehe sich als langfristiger, interdisziplinärer Innovationsknotenpunkt für Sicherheits- und Verteidigungstechnologien.
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