Die NATO-Managementagentur NETMA und die Eurofighter Jagdflugzeug GmbH haben einen Vertrag zur Entwicklung und Zertifizierung des Aerodynamic Modification Kit (AMK) für den Kampfjet Eurofighter Typhoon geschlossen. Das Upgrade soll die Waffenintegration beschleunigen und die Flugleistung verbessern.
Schnellere Waffenintegration und höhere Zuladung
Eurofighter und die NATO Eurofighter and Tornado Management Agency (NETMA) haben am 5. Februar 2026 einen Vertrag zur Weiterentwicklung des Aerodynamic Modification Kit (AMK) für das Mehrzweckkampfflugzeug Eurofighter Typhoon unterzeichnet. Der Vertrag umfasst die Entwicklung, Erprobung und Zertifizierung der aerodynamischen Modifikationen.
Das AMK soll in erster Linie die Integration neuer Waffensysteme beschleunigen und die Zertifizierung schwererer externer Lasten ermöglichen. Dazu gehören künftige Anti-Radar-Raketen zur Bekämpfung feindlicher Flugabwehrsysteme. Für die Kernkundenstaaten sind zudem die Einbindung moderner Luft-Boden-Waffen und Luft-Luft-Raketen vorgesehen. Geplant ist auch die Integration aktueller Versionen von Standoff-Raketen, die Ziele aus größerer Entfernung bekämpfen können.

Verbesserungen im Luftkampf durch aerodynamische Änderungen
Neben den erweiterten Bewaffnungsoptionen zielt das AMK auf eine Steigerung der Luftkampfleistung ab. Durch Modifikationen an den Rumpfstreifen, den Flaperons und der Flügelvorderkante soll der maximale Auftrieb des Flügels deutlich erhöht werden. Diese aerodynamischen Anpassungen sollen die Zielerkennung verbessern und die Fähigkeit im Nahkampf steigern.
Nach Angaben des Fachportals The Aviationist wurden vergleichbare Modifikationen bereits 2015 in einer Flugerprobung getestet. Damals wurden unter anderem die Rumpfstreifen von einer rechteckigen in eine dreieckige Form verändert und die Flaperons vergrößert. Ziel war eine Steigerung des maximalen Flügelauftriebs um 25 Prozent, was engere Wendekreise, höhere Wendegeschwindigkeiten und eine verbesserte Bugausrichtung bei niedrigen Geschwindigkeiten ermöglichen sollte.
Europäische Kooperation und langfristige Perspektive
Die Entwicklung und Produktion des AMK wird von den Eurofighter-Partnerunternehmen Airbus, BAE Systems und Leonardo durchgeführt. Jorge Tamarit-Degenhardt, Vorstandsvorsitzender von Eurofighter, bezeichnete die Vertragsunterzeichnung als wichtigen Meilenstein für das Programm, der die langfristigen Fähigkeiten des Jets erweitere. Das AMK werde den Luftstreitkräften bei ihren Einsätzen einen erheblichen Leistungsschub verleihen, insbesondere bei der Integration von Luft-Boden-Waffen und der Flexibilität der Waffenbeladung.
Simon Ellard, pensionierter Air Vice Marshal und Geschäftsführer der NETMA, betonte, der Vertrag ermögliche eine schnellere Waffenintegration, die Zertifizierung schwererer Lasten sowie eine Reihe weiterer Verbesserungen. Der Eurofighter Typhoon werde bis in die 2060er Jahre das Rückgrat der europäischen Luftverteidigung bleiben, und Fähigkeitserweiterungen wie das AMK stellten sicher, dass die Plattform für diese Aufgabe operativ effektiv bleibe.
Hintergrund zu NETMA und Eurofighter Typhoon
Die NATO Eurofighter and Tornado Management Agency wurde 1996 gegründet und ist die zentrale Kunden- und Verwaltungsstelle für zwei europäische multinationale Kampfflugzeugprogramme: den Eurofighter Typhoon und den Panavia Tornado. NETMA hat ihren Sitz in Hallbergmoos bei München und wird von zivilen und militärischen Mitarbeitern aus den Partnerländern Vereinigtes Königreich, Deutschland, Italien und Spanien besetzt.
Der Eurofighter Typhoon ist ein zweistrahliger Mehrzweckkampfjet, der seit 2003 im Einsatz ist und von den genannten vier europäischen Nationen gemeinsam entwickelt wurde. Das Flugzeug wird für Luftüberlegenheit, Luftverteidigung, Luftraumüberwachung sowie Boden- und Seezielangriffe eingesetzt. Das AMK ist Teil der Phase-4-Enhancement-Programme (P4E), mit denen die Einsatzfähigkeit des Kampfjets kontinuierlich an aktuelle und künftige Bedrohungen angepasst wird.
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