Die Bundeswehr hat am 12. Januar 2026 acht unbemannte Luftfahrzeuge des Typs MQ-9B Sea Guardian beim US-Hersteller General Atomics Aeronautical Systems (GA-ASI) bestellt. Die Systeme sollen ab 2028 an die Marine geliefert werden und vor allem zur Aufklärung und Unterwasser-Seekriegsführung eingesetzt werden.
Ergänzung zu bemannten Seefernaufklärern
Die MQ-9B Sea Guardian soll künftig zusammen mit den bemannten Seefernaufklärern vom Typ P-8A Poseidon operieren. Während die P-8A für Geschwindigkeit und große Sensor- sowie Waffenlast ausgelegt ist, bietet die MQ-9B durch ihre lange Einsatzdauer und Reichweite eine ideale Ergänzung.
Mit einer Spannweite von über 20 Metern und einer Flugzeit von bis zu 30 Stunden kann die Drohne große Seegebiete wie den Nordatlantik oder die Ostsee überwachen. Die tatsächliche Flugdauer hängt von Faktoren wie Nutzlast und Wetterbedingungen ab.

Sensorik für Über- und Unterwasseraufklärung
Die MQ-9B kann über 2.000 Kilogramm Nutzlast transportieren und ist für verschiedene Aufklärungssensoren ausgelegt. Dazu gehören Kameras, Radare und Vorrichtungen zum Ausstoßen von Sonarbojen, die eine Ortung von Unterwasseraktivitäten ermöglichen. Die gewonnenen Daten werden an eine Bodenkontrollstation übertragen, von der aus die Marineflieger die Drohne steuern.
Die erfassten Informationen stehen auch anderen Einheiten der Marine sowie bei Bedarf Partnerstaaten zur Verfügung. Damit wird die MQ-9B künftig auch in der U-Boot-Jagd eingesetzt und erweitert die Fähigkeiten der Bundeswehr in der maritimen Aufklärung deutlich.
Einsatzvorbereitung in Nordholz
Die Drohnen und ihre Bodenkontrollstationen werden beim Marinefliegergeschwader 3 „Graf Zeppelin“ in Nordholz stationiert. Bis zum geplanten Einsatzbeginn 2028 müssen Piloten und Techniker geschult und die notwendige Infrastruktur aufgebaut werden.
Dabei kann die Bundeswehr auf die Erfahrungen anderer Nutzer wie Großbritannien und Belgien zurückgreifen, die das MQ-9B-System bereits im Einsatz haben. Ziel ist ein reibungsloser Start des Flugbetriebs und eine nahtlose Integration der neuen Drohnen in das maritime Lagebild der NATO-Streitkräfte.
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