Die Heeresinstandsetzungslogistik GmbH (HIL) und die Gewerkschaft ver.di haben sich nach jahrelangen Verhandlungen auf den ersten Haustarifvertrag für das bundeseigene Unternehmen geeinigt. Das Tarifwerk trat zum 1. Januar 2026 in Kraft und überführt erstmals die rund 1.700 bis 3.200 Beschäftigten an über 70 Standorten in ein geregeltes Tarifsystem.
Arbeitsbedingungen und 35-Stunden-Woche
Mit dem neuen Tarifwerk werden die für die Metall- und Elektroindustrie üblichen Arbeitsbedingungen übernommen, darunter die 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. Dies entspricht einer rechnerischen Gehaltssteigerung von 12,5 Prozent oder einer nominellen Erhöhung des Stundenlohns um 14 Prozent. Das Tarifwerk umfasst neben einem Manteltarifvertrag auch transparente Entgeltordnungen mit Entgeltgruppen und -stufen sowie zusätzliche Urlaubs- und Brauchtumstage.

Spezieller Tarifvertrag für Verteidigungsfall
Eine Besonderheit des Tarifwerks ist der erstmals vereinbarte Tarifvertrag zur Landes- und Bündnisverteidigung (TV LV/BV). Dieser regelt verbindliche Rahmenbedingungen für Krisen- und Kriegssituationen und ermöglicht im Ernstfall die Erhöhung der Arbeitszeiten, um anfallende Mehrarbeit zu bewältigen. Nach einem Alarmbefehl des Verteidigungsministers kann per Gesellschafterbeschluss ein „Krisenbetrieb“ angeordnet werden, der den Samstag zum Regelarbeitstag erklärt und die Wochenarbeitszeit von 35 auf bis zu 48 Stunden oder sogar einen Arbeitszeitkorridor bis zu 60 Wochenstunden ermöglicht. Der Tarifvertrag gilt nicht nur für den Spannungs-, Verteidigungs- oder Bündnisfall, sondern auch für andere Krisenszenarien und Vorstufen für alle Aufgaben der Bundeswehr.
Rolle der HIL für die Bundeswehr
Die HIL GmbH ist seit zwei Jahrzehnten für die Wartung und Instandhaltung der umfangreichen Fahrzeugflotte der Bundeswehr zuständig und sorgt dafür, dass die landbasierten Waffensysteme verfügbar und einsatzbereit sind. Als organisationsprivatisierte, im Alleineigentum des Bundes stehende Gesellschaft nimmt sie staatliche Aufgaben wahr und ist integraler Bestandteil des logistischen Systems der Bundeswehr. Die Bundeswehr setzt mit dem Tarifvertrag verstärkt auf verlässliche Eigenkräfte und macht sich unabhängiger von der Industrie. Im kommenden Jahr sollen die Tarifverhandlungen zum zweiten Teil des angestrebten Gesamtpakets fortgesetzt werden.
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