Die NATO-Verteidigungsminister haben am 15. Oktober 2025 im Brüsseler Hauptquartier getagt. Schwerpunkte waren die jüngsten russischen Luftraumverletzungen, die Ukraine-Unterstützung sowie Abschreckung und Verteidigung. Erstmals nahm der neue Oberbefehlshaber General Alexus G. Grynkewich am Nordatlantikrat teil.
Reaktion auf Luftraumverletzungen
Die Alliierten zeigten sich einig, dass die jüngsten Verletzungen des Luftraums von NATO-Mitgliedern durch Russland Handlungsbedarf aufgezeigt hätten. Verteidigungsminister Boris Pistorius verwies auf deutsche Unterstützung in Polen und Dänemark.
Deutsche Luftwaffensoldaten hätten in Rzeszow bei der Lagebilderstellung geholfen. Marine- und Luftwaffensoldaten hätten zum Schutz des Luftraums in Kopenhagen während des EU-Gipfels Anfang Oktober beigetragen. Pistorius ordnete an, die Eurofighter-Alarmrotten in Rostock-Laage bis Jahresende in höchste Bereitschaft zu versetzen und von zwei auf vier Kampfflugzeuge zu verdoppeln.
Ausbau von Eastern Sentry
Deutschland erweitert seinen Beitrag zu Eastern Sentry, einer NATO-Aktivität, die als Reaktion auf russische Luftraumverletzungen am 12. September 2025 ins Leben gerufen wurde. Neben den deutschen Eurofightern im rumänischen Konstanza wird die Luftwaffe künftig auch in Malbork in Polen Präsenz zeigen und Patrouillenflüge durchführen.
Darüber hinaus hat die Bundeswehr ein zusätzliches Radarsystem nach Litauen verlegt. Ein mobiler Gefechtsstand der Luftwaffe zur Luftraumüberwachung soll in Kürze folgen. Die Bundeswehr leistet zudem Beiträge im Bereich Luftbetankung und hat zwei Patriot-Luftverteidigungssysteme in Rzeszów in Polen stationiert.
Investitionen in Drohnen
NATO-Generalsekretär Mark Rutte stellte während des Treffens seinen Plan zur Stärkung der Drohnenabwehr vor. Pistorius kündigte eine deutsche Beteiligung an und erklärte, Deutschland werde in den kommenden Jahren zehn Milliarden Euro für Drohnen verschiedener Art investieren, darunter „Angriffs- und Verteidigungsdrohnen.“
Umsetzung der Verteidigungsausgaben
Die Umsetzung der Beschlüsse des NATO-Gipfels in Den Haag war ebenfalls Thema. Mit Blick auf die angestrebte Erhöhung der NATO-Verteidigungsausgaben verwies Pistorius darauf, dass dem Haushaltsausschuss des Bundestags am Tag der Sitzung mehrere Großvorhaben zur Billigung vorgelegt wurden. In der Vorwoche hätten die Abgeordneten Vorlagen im Wert von mehr als sieben Milliarden Euro bewilligt.
Pistorius betonte die Bedeutung schneller Erfüllung der Fähigkeitsziele, insbesondere im Bereich Luftverteidigung. Konkret werde die Beschaffung einer größeren Anzahl von Flugabwehrkanonenpanzern vom Typ Skyranger geplant. Vor einigen Wochen hatte Pistorius gemeinsam mit NATO-Generalsekretär Rutte in Unterlüß die größte Munitionsfabrik Deutschlands eingeweiht.
Deutsch-französische Weltraumkooperation
Pistorius traf auf seine neue französische Amtskollegin Catherine Vautrin. Im Anschluss an die Nordatlantikratssitzung unterzeichneten beide ein Implementierungsübereinkommen namens Odin’s Eye im Rahmen der Initiative JEWEL (Joint Early Warning for a European Lookout).
Die Initiative zielt auf eine gemeinsame europäische Frühwarnfähigkeit gegen weitreichende Waffen. Gegnerische Raketen sollen bereits beim Start erkannt werden können, um einen rechtzeitigen Abschuss zu ermöglichen.
Vautrin bezeichnete die Abkommen als Zeichen europäischer Entschlossenheit und betonte, dass man nicht nur reden, sondern auch glaubwürdig handeln wolle.
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