Pistorius wirbt auf Kreta für deutsche U-Boote

Am Rande der NATO-Übung SPARTAN ARROW 2026 auf Kreta haben Verteidigungsminister Boris Pistorius und sein griechischer Amtskollege Nikos Dendias über eine mögliche Beschaffung von U-Booten der Klasse 212CD gesprochen. Eine Entscheidung Athens steht noch aus.
U212CD / Foto: thyssenkrupp Marine Systems

Am Rande der NATO-Übung SPARTAN ARROW 2026 auf Kreta haben Verteidigungsminister Boris Pistorius und sein griechischer Amtskollege Nikos Dendias über eine mögliche Beschaffung von U-Booten der Klasse 212CD gesprochen. Eine Entscheidung Athens steht noch aus.

    Gespräch am Rande der Luftverteidigungsübung

    Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat am 14. Oktober 2026 die Luftverteidigungsübung Spartan Arrow 2026 auf Kreta besucht. Dort traf er den griechischen Verteidigungsminister Nikos Dendias. Nach Angaben des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg) ging es um die bilaterale Zusammenarbeit, die weitere Unterstützung der Ukraine und gemeinsame Rüstungsvorhaben. Ein Schwerpunkt lag auf der möglichen Beschaffung von U-Booten der Klasse 212CD durch Griechenland. Das Ministerium hebt hervor, dass das deutsche Angebot moderne Technologie mit einem hohen Anteil der griechischen Industrie verbinde. Beide Länder wollen ihre Verteidigungspartnerschaft weiter ausbauen.

    Pistorius verweist auf Wertschöpfung in Griechenland

    Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz begrüßte Pistorius die griechische Absicht, neue U-Boote zu beschaffen, und äußerte die Hoffnung auf ein überzeugendes Angebot von TKMS. Er bezeichnete die Technologie als hochmodern und betonte, dass die deutsche Seite großen Wert auf Wertschöpfung in Griechenland lege. Zugleich räumte er ein, dass die Entscheidung noch nicht gefallen sei.

    TKMS: Bislang kein Angebot für Neubauten

    Die Darstellung des Ministeriums deckt sich nicht vollständig mit den Angaben des Herstellers. Wie TKMS auf Nachfrage von hartpunkt mitteilte, wurde für Boote der Klasse 212CD noch kein Angebot abgegeben. Übermittelt worden sei lediglich ein unverbindliches Angebot für das Mid-Life-Upgrade bereits genutzter Boote. Presseberichten zufolge konkurriert TKMS beim Neubauprogramm mit der französischen Naval Group und deren Entwurf Blacksword Barracuda; offiziell bestätigt ist dieser Wettbewerb bislang nicht.

    Ersatz für die Boote der Klasse 209

    Nach einem Bericht von Naval News sucht die griechische Marine vier neue Jagd-U-Boote als Ersatz für die alternde Flotte der Klasse 209; eine Informationsanfrage an die Industrie wurde Ende 2025 veröffentlicht. Soll das erste Boot 2035 zulaufen, müsste ein Vertrag nach Einschätzung von Naval Group spätestens 2028 unterzeichnet werden. Die griechische Marine setzt seit Jahrzehnten auf deutsche Technik. Sie betreibt Boote der HDW-Klasse 209 sowie der Klasse 214 von TKMS. Im April vereinbarten TKMS und die griechische Werft Skaramangas Shipyards eine exklusive Zusammenarbeit für das Mid-Life-Upgrade der vier Boote der Klasse 214.

    Das deutsch-norwegische Programm 212CD

    Die Klasse 212CD ist ein Gemeinschaftsvorhaben Deutschlands und Norwegens. Die Abkürzung CD steht für Common Design: Beide Nationen bündeln neben der Beschaffung auch Ausbildung und Wartung der Boote. Die Deutsche Marine soll das erste Boot des neuen Typs voraussichtlich 2032 erhalten.

    Weitere Schwerpunkte der Übung

    An SPARTAN ARROW 2026 nehmen rund 650 Soldatinnen und Soldaten mit etwa 300 Fahrzeugen teil. Die Bundeswehr übt dabei gemeinsam mit Schweden auf dem NATO-Schießplatz NATO Missile Firing Installation (NAMFI) die Abwehr von Bedrohungen aus der Luft. Erstmals setzte die Bundeswehr das Luftverteidigungssystem IRIS-T SLM im scharfen Schuss ein. Das System hat eine Reichweite von rund 40 Kilometern, kann unter anderem Flugzeuge, Drohnen und Marschflugkörper bekämpfen und ergänzt PATRIOT in der mehrschichtigen Luftverteidigung. Zudem beginnt die Rückgabe des Leichten Flugabwehrsystems OZELOT von der Luftwaffe an das Heer. Den Auftakt bildete ein gemeinsames Schießen beider Teilstreitkräfte; abgeschlossen sein soll die Übergabe bis März 2027.

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