Das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) will vier weitere Fregatten der Klasse MEKO A-200 DEU beschaffen. Stimmt der Haushaltsausschuss des Bundestages am 8. Oktober zu, steigt die Zahl der bestellten Einheiten auf acht.
Zweites Los soll ausgelöst werden
Das BMVg plant, die im Bauvertrag mit Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) vereinbarte Option auf vier weitere Fregatten des Typs MEKO A-200 DEU zu ziehen. Der Haushaltsausschuss des Bundestages soll die entsprechende Vorlage in seiner Sitzung am 8. Oktober 2026 billigen. Mit der Zustimmung würde sich die Zahl der bestellten Schiffe von vier auf acht verdoppeln. Die Klasse wird innerhalb der Bundeswehr auch als F128 bezeichnet.
Der Haushaltsausschuss hatte am 8. Juli 2026 die Beschaffung der ersten vier Fregatten gebilligt. Der Festabruf umfasst nach Angaben des BMVg rund 6,3 Milliarden Euro. Zugleich genehmigte das Gremium eine Option auf vier weitere Einheiten, die bis Ende 2026 ausgelöst werden kann. Das BMVg hatte die Kosten für dieses zweite Los im Sommer mit rund 5,3 Milliarden Euro beziffert. Zusammen ergäbe sich damit ein Gesamtvolumen von knapp 11,6 Milliarden Euro für acht Schiffe.
Mit der Entscheidung im Juli konnte der Bauvertrag zwischen dem Bund und TKMS formal geschlossen werden. Bereits zuvor hatte ein im Januar 2026 vom Haushaltsausschuss gebilligter Vorvertrag es ermöglicht, mit vorbereitenden Arbeiten zu beginnen und Produktionskapazitäten zu reservieren. Dieser Vorvertrag wurde im März verlängert.
Ersatz für die eingestellte F126
Hintergrund der Beschaffung ist das Ende des Fregattenprojekts F126. Das BMVg hatte am 24. Juni 2026 mitgeteilt, den Bau der insgesamt sechs geplanten Schiffe dieses Typs nicht weiterzuverfolgen. Als Gründe nannte das Ministerium erhebliche Verzögerungen beim niederländischen Generalunternehmer, absehbare Kostensteigerungen sowie Risiken eines Wechsels des Generalunternehmers.
Ursprünglich war die MEKO A-200 DEU als Brückenlösung gedacht, um die durch die Verzögerungen bei der F126 entstehende Fähigkeitslücke zu schließen. Nach dem Projektende erhöhte das Ministerium den Bedarf auf acht Schiffe. Der Inspekteur der Marine bestätigte nach Angaben des BMVg, dass die Fregatten den Kernauftrag der Marine in der U-Boot-Jagd und damit auch die Zusagen gegenüber der NATO erfüllen können. Als weiteren Vorteil führt das Ministerium an, dass ein einheitlicher Schiffstyp Betrieb, Wartung und Ausbildung vereinfacht.
Schiffstyp und Zeitplan
Die MEKO A-200 DEU basiert auf einem Entwurf von TKMS, der in mehreren Varianten an ausländische Marinen exportiert wurde. Das Kürzel MEKO steht für Mehrzweck-Kombination und bezeichnet ein modulares Bauprinzip. Während die Schiffsplattform weitgehend dem bestehenden Entwurf entspricht, wird das Einsatzsystem mit Sensoren und Waffen auf die Anforderungen der Deutschen Marine zugeschnitten.
Der Zeitplan des Projekts ist im Vergleich zu früheren Marinevorhaben ambitioniert. Konkrete Überlegungen zur Einführung des Schiffstyps gibt es nach Angaben der Bundeswehr seit August 2025. Die Stahlarbeiten für das erste Schiff begannen im Februar 2026 in einer Werft in Bremerhaven. Die Übergabe der ersten Fregatte an die Bundeswehr ist für Dezember 2029 vorgesehen. Für Schiffbauprojekte dieser Größenordnung veranschlagt die Bundeswehr üblicherweise rund zehn Jahre; bei der MEKO A-200 DEU sind es gut vier Jahre bis zur ersten Ablieferung.
