US-Präsident Donald Trump hat die NATO-Verbündeten aufgefordert, sich an der Sicherung der Straße von Hormus zu beteiligen. Für den Fall einer Ablehnung stellte er dem Bündnis eine düstere Zukunft in Aussicht.
Trumps Forderung und Drohkulisse
In einem Interview mit der Financial Times erklärte Trump, die NATO stehe vor einer „sehr schlechten Zukunft“, sollten die Partner der USA beim Schutz der für den Weltölhandel zentralen Meerenge nicht helfen. Trump begründete seine Forderung damit, dass diejenigen, die vom Wasserweg wirtschaftlich profitierten, auch zur Sicherung beitragen sollten. Er verwies zudem auf die US-Unterstützung im Ukraine-Krieg als Gegenleistung, die eine entsprechende Gegenleistung der Bündnispartner rechtfertige.
Neben den NATO-Staaten richtete Trump die Forderung auch an Länder wie China, Japan und Südkorea. Gegenüber Peking drohte er, das geplante Treffen mit Staatschef Xi Jinping zu verschieben, sollte China nicht reagieren. Auf die Frage, welche konkrete Hilfe er erwarte, antwortete Trump laut Financial Times: „Was auch immer nötig ist“ – und nannte dabei unter anderem den Einsatz von Minensuchbooten, über die Europa weit mehr verfüge als die USA.

Hintergrund: Sperrung der Meerenge nach Angriffen auf Iran
Die Krise um die Straße von Hormus begann Ende Februar 2026, nachdem die USA und Israel gemeinsame Militärangriffe gegen den Iran durchgeführt hatten, bei denen auch Irans Oberster Führer Ali Chamenei getötet wurde. Als Reaktion darauf stellten die Islamischen Revolutionsgarden den Schiffsverkehr durch die Meerenge faktisch ein. Die Straße von Hormus ist mit einer Breite von nur 33 bis 50 Kilometern die einzige maritime Verbindung für die Ölexporte der Golfstaaten – täglich passieren dort rund 20 bis 21 Millionen Barrel Rohöl, was etwa einem Fünftel des weltweiten Tagesverbrauchs entspricht.
Die Sperrung trifft neben dem Rohöl auch den Flüssigerdgas-Export (LNG), insbesondere aus Katar. Zahlreiche OPEC-Staaten wie Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait und der Irak sind auf diese Route angewiesen.
Reaktionen aus Deutschland und Europa
Bundesaußenminister Johann Wadephul schloss eine deutsche Beteiligung an einem Marineeinsatz in der Straße von Hormus vorerst aus. Er sehe dafür keine unmittelbare Notwendigkeit, erklärte Wadephul im ARD-Fernsehen. Gleichzeitig verlangte er, dass Deutschland und Europa zunächst in die Entscheidungsprozesse eingebunden werden müssten, und forderte von den USA und Israel mehr Transparenz über Kriegsziele und weitere Planungen.
Auch Jürgen Hardt, außenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, positionierte sich ablehnend gegenüber einem Einsatz. Er betonte im Deutschlandfunk, dass selbst mit Marineschiffen keine sichere Durchfahrt garantiert werden könne und Trump die Komplexität der Lage unterschätze. Einen NATO-Austritt der USA hält Hardt dennoch für unwahrscheinlich: Sowohl Senat als auch Kongress seien überzeugt, dass dieser Schritt keinen Vorteil für Amerika brächte, und ein solcher Schritt würde zu einer massiven Konfrontation zwischen dem Präsidenten und dem Kongress führen.
EU berät in Brüssel
Parallel zu den transatlantischen Spannungen kamen die EU-Außenminister am 16. März 2026 in Brüssel zusammen, um die Lage im Nahen Osten zu beraten. Trumps Forderung sorgt laut Berichten in den europäischen Hauptstädten für erhebliche Verstimmung – mehrere EU-Vertreter bezeichneten den Druck aus Washington als Erpressung.
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