Rheinmetall demonstriert Mörsersystem der nächsten Generation in Norwegen

Rheinmetall demonstriert Mörsersystem der nächsten Generation in Norwegen
Ragnarok | Foto: Rheinmetall AG

Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat im norwegischen Rena sein neues Mörsersystem unter arktischen Bedingungen vorgeführt. Militärvertreter aus fünf NATO-Staaten verfolgten die Demonstration des automatischen 120-Millimeter-Systems.

Im Rahmen des Rheinmetall Nordic Mortar Day präsentierte die norwegische Tochtergesellschaft des Düsseldorfer Konzerns das Mörsersystem Ragnarök sowie das neu entwickelte Mortar Mission Module. An der Veranstaltung nahmen hochrangige Vertreter der Streitkräfte, Behörden und Industriepartner aus Norwegen, Schweden, Finnland, den Niederlanden und Deutschland teil.

Live-Test unter extremen Bedingungen

Die Vorführung fand bei zweistelligen Minusgraden und hoher Luftfeuchtigkeit statt. Das auf einem HX-Lastkraftwagen montierte Mortar Mission Module absolvierte dabei Schießübungen mit scharfer Munition. Dabei zeigte das System nach Unternehmensangaben hohe Zielgenauigkeit und schnelle Reaktionsfähigkeit.

Das Ragnarök-Mörsersystem wurde bereits 2019 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Es handelt sich um ein halbautomatisches System mit einer Feuerrate von bis zu 20 Schuss pro Minute. Das System verzichtet bewusst auf einen vollautomatischen Lademechanismus, um Kosten zu senken und die Kompatibilität mit verschiedenen 120-Millimeter-Rohren zu gewährleisten.

Jetzt Steady-Mitglied werden!

Modularer Aufbau für flexible Einsatzmöglichkeiten

Das Mortar Mission Module basiert auf einem standardisierten zehn-Fuß-ISO-Container, der als begehbarer Kampfraum konzipiert ist. Diese Bauweise ermöglicht die Integration auf unterschiedliche Trägerplattformen. Ein wesentliches Merkmal ist die sogenannte Shoot-and-Scoot-Fähigkeit: Die Feuerstellung kann unmittelbar nach dem letzten Schuss verlassen werden.

Diese Taktik gilt in der modernen Kriegsführung als wichtig für das Überleben von Steilfeuerwaffen-Systemen. Mörser und Artillerie sind während des Feuerkampfes besonders verwundbar, da gegnerische Kräfte das Feuer innerhalb weniger Minuten erwidern können. Durch schnellen Stellungswechsel soll diesem Risiko begegnet werden.

Europäische Zusammenarbeit betont

Morten Kjorum, Geschäftsführer von Rheinmetall Nordic, betonte die Bedeutung europäischer Kooperation. Das Sicherheitsumfeld erfordere praktische, kostengünstige und schnell einsetzbare Lösungen. Die strategische Autonomie Europas hänge davon ab, dass Systeme bereitgestellt werden, die operative Wirkung maximieren. Das Mortar Mission Module sei das Ergebnis enger Zusammenarbeit zwischen Rheinmetall und europäischen Industriepartnern.

Die Europäische Union hat im vergangenen Jahr einen Rüstungsfonds mit einem Volumen von 150 Milliarden Euro vorgeschlagen, der unter anderem Artilleriesysteme fördert. Dabei gilt eine strikte Regelung, wonach mindestens 65 Prozent der Komponenten aus EU-Mitgliedstaaten stammen müssen. Ziel ist die Stärkung der europäischen Verteidigungsindustrie und größere Unabhängigkeit von Drittstaaten.

Rheinmetall verfügt nach eigenen Angaben über eine skalierbare Produktionspräsenz weltweit und sieht sich in der Lage, die wachsende Nachfrage nach Steilfeuersystemen zu bedienen.

Mit WhatsApp immer bestens informiert!

Abonniere unseren WhatsApp-Kanal, um Neuigkeiten direkt aufs Handy zu erhalten. Einfach unten auf den Button klicken und dem Kanal beitreten:

Total
0
Shares
Related Posts
Total
0
Share