Patria baut zweite Fertigungsstätte für Militärfahrzeuge im lettischen Valmiera

Im Industrie- und Exportpark Valmiera ist am 7. Oktober der Grundstein für eine neue Fertigungsstätte von Patria Latvia gelegt worden. Dort sollen künftig neben dem Transportpanzer Patria 6x6 auch die für Lettland bestimmten Schützenpanzer HUNTER von General Dynamics European Land Systems (GDELS) montiert und instand gehalten werden.
Foto: Patria Group

Im Industrie- und Exportpark Valmiera ist am 7. Oktober der Grundstein für eine neue Fertigungsstätte von Patria Latvia gelegt worden. Dort sollen künftig neben dem Transportpanzer Patria 6×6 auch die für Lettland bestimmten Schützenpanzer HUNTER von General Dynamics European Land Systems (GDELS) montiert und instand gehalten werden.

Erweiterung des bestehenden Standorts

Die neue Anlage entsteht in unmittelbarer Nähe zum bestehenden Werk von Defence Partnership Latvia. Nach Angaben der Beteiligten wurden in Valmiera bislang ausschließlich Transportpanzer des Typs Patria 6×6 produziert. Das neue Gebäude soll im dritten Quartal 2027 fertiggestellt sein.

Vorgesehen ist, dort sowohl den Patria 6×6 als auch den Schützenpanzer HUNTER zu fertigen und beide Fahrzeugtypen über ihren gesamten Lebenszyklus zu betreuen. Hinzu kommen weitere Vorhaben der Verteidigungsindustrie, die dem Erhalt und Ausbau militärischer Fähigkeiten der lettischen Streitkräfte und verbündeter Armeen dienen sollen.

Einordnung durch Ministerium und Unternehmen

Der lettische Verteidigungsminister Raivis Melnis bezeichnet das Vorhaben als Investition in die heimische Verteidigungsindustrie und in die Fähigkeiten der Nationalen Streitkräfte. Ziel sei der Aufbau lokaler industrieller Kapazitäten, um gepanzerte Fahrzeuge im Land herstellen und warten zu können und zugleich Versorgungssicherheit und Widerstandsfähigkeit zu erhöhen. Die Verbindung aus der Erfahrung Patrias und der Expertise lettischer Unternehmen sieht er als Grundlage für eine langfristige Zusammenarbeit.

Patria-Chef Panu Routila wertet die Investition als Ausdruck des langfristigen Engagements seines Unternehmens in Lettland. Er verweist auf den Ausbau der lokalen Produktion, den Aufbau von Fachwissen und die Einbindung lettischer Firmen in die Lieferkette. Die Kooperation mit GDELS zeige aus seiner Sicht, dass sich militärische Ausrüstung durch Partnerschaften und lokale Fertigung schneller und effizienter an die lettischen Streitkräfte liefern lasse.

Hintergrund: Patria 6×6 in Lettland

Das bestehende Werk in Valmiera wurde am 24. Mai 2024 eröffnet. Seither wird der Patria 6×6 dort vollständig gefertigt, nach Unternehmensangaben erstmals im Baltikum. Betrieben wird die Anlage von Defence Partnership Latvia, einem Gemeinschaftsunternehmen, an dem Patria die Mehrheit hält und an dem der lettische Partner Unitruck beteiligt ist.

Grundlage ist ein im August 2021 geschlossener Vertrag über mehr als 200 Transportpanzer, die in Lettland produziert werden sollen. Die ersten im Land gefertigten Fahrzeuge wurden im August 2024 an die Streitkräfte übergeben. Das Werk ist auf rund 30 Fahrzeuge pro Jahr ausgelegt, die übrigen bestellten Fahrzeuge sollen bis 2029 ausgeliefert werden.

Hintergrund: Schützenpanzer HUNTER

Der HUNTER ist eine an lettische Anforderungen angepasste Version der Kettenplattform ASCOD. Entwickelt wird er von Santa Bárbara Sistemas, der spanischen Sparte von GDELS. Im Januar 2025 schloss das lettische Verteidigungsministerium einen ersten Vertrag über 42 Fahrzeuge im Wert von 373 Millionen Euro. Mit einer zweiten Bestellung erhöht sich die Gesamtzahl auf 84. Das Volumen des Programms liegt bei knapp 800 Millionen Euro.

Die Arbeitsteilung sieht vor, dass GDELS die Basisfahrzeuge liefert, während Patria Montage, Integration von Komponenten und die langfristige Instandhaltung übernimmt. Damit soll die von der Regierung geforderte inländische Beteiligung von rund 30 Prozent erfüllt werden. Hauptnutzer ist die Mechanisierte Infanteriebrigade der lettischen Landstreitkräfte. Einem Medienbericht zufolge ist die Endmontage des ersten Fahrzeugs im August 2026 am Standort Valmiera angelaufen.

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